Tatsächlich ist es so, dass ein liberalistischer Ansatz durchaus einen hohen Sachverstand und das Durchdringen der gesellschaftlichen Grundsubstanz vom einzelnen Gesellschaftsteilnehmer voraussetzt. Diese ist nämlich die persönlichen Freiheit und deren protektionierenden Strukturen, also alle Maßnahmen, welche die Ausübung der Freiheit des Individuums, unter Berücksichtigung der individuellen Freiheiten aller Anderen, ermöglichen. Einen entscheidenden Ansatz, den sowohl Rousseau als auch Taylor bei der Auseinandersetzung und Kritik am Liberalismus missachten, ist nach Hans-Hermann Hoppe, einem Vertreter der Österreichischen Schule der Nationalökonomie, zugleich der entscheidende Schwachpunkt dieses Theoriegebäudes. Dieser Ansatz steht nicht nur unvereinbar zu jeglicher Staatentheorie, welche sich aus bisherigen Praxis, oder Teilverwirklichung liberaler Theorien ergaben, sie radikalisiert (lat. radix = Wurzel) die Theorie in Hinsicht auf die Begründung oder Rechtmäßigkeit einer staatlichen Regierung zugleich soweit, dass sich eine neue Gesellschaftstheorie auf dem Verständnis einer staatenlosen Gemeinschaft ergibt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theoretische Fundierung des Liberalismus und Kommunitarismus
2.1 Kritik am Liberalismus durch Anarcho-Libertarismus
3. Demokratiebegriff und Partizipationskultur
3.1 Kommunale Selbstverwaltung und basisdemokratische Strukturen
4. Monetäre Aspekte und wirtschaftliche Rahmenbedingungen der Demokratie
4.1 Analyse des Schuldgeldsystems und gesellschaftliche Implikationen
5. Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit setzt sich kritisch mit Charles Taylors Essay „Wieviel Gemeinschaft braucht Demokratie“ auseinander. Ziel ist es, das Spannungsfeld zwischen liberalen und kommunitaristischen Gesellschaftskonzepten zu beleuchten, die Grenzen der parlamentarischen Partizipation aufzuzeigen und die Rolle des Geldsystems als fundamentale Determinante für demokratische Stabilität zu analysieren.
- Kontrastierung von Kommunitarismus und Liberalismus
- Kritik am repräsentativen Parlamentarismus
- Potenziale kommunaler Basisdemokratie
- Wirtschaftspolitische Analyse von Schuldgeldsystemen
- Zusammenhang zwischen Finanzstabilität und Demokratieerhalt
Auszug aus dem Buch
Parlamentarische Demokratie als fiskalsozialistische Demagogie
In dem Aufsatz: „Wieviel Gemeinschaft braucht die Demokratie?“ diskutiert Charles Taylor Themen wie Nationalismus, Patriotismus, Solidarität und analysiert den Individualismus innerhalb der ökonomisierten westlichen Moderne. Weiterhin zeichnet er ein Spannungsfeld zwischen zwei diametral zueinanderstehenden Theoriefamilien des Liberalismus und Kommunitarismus und deren demokratischer Legitimation heraus. Taylor begründet die Grundessenz demokratisch agierender -, reflektierender Gesellschaften mit der Identifikation und Zugehörigkeit des Individuums zu einem Gemeinwesen. Menschen besitzen demnach also überwiegend einen Drang der Teilhabe und Partikularität an einer größeren Gemeinschaft oder Gruppierungen und nehmen dafür die Einschränkung ihrer natürlichen Freiheit, durch die implizierten Strukturen und Gesetzmäßigkeiten dieser Gemeinschaft, in Kauf. So ergibt sich nach Taylor ein natürliches Bestreben des Individuums nach Kommunitarismus.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Vorstellung der Thematik und der kritischen Auseinandersetzung mit Charles Taylors Werk im Kontext aktueller Demokratietheorien.
2. Theoretische Fundierung des Liberalismus und Kommunitarismus: Analyse der gegensätzlichen Ansätze von Taylor und Rousseau sowie die Gegenüberstellung mit libertären Gesellschaftsmodellen.
3. Demokratiebegriff und Partizipationskultur: Hinterfragung des repräsentativen Systems und Plädoyer für eine Rückbesinnung auf kleinräumige, kommunale Selbstverwaltung.
4. Monetäre Aspekte und wirtschaftliche Rahmenbedingungen der Demokratie: Untersuchung der Inflation und des Schuldgeldsystems als Schwachpunkte moderner Gesellschaftsordnungen.
5. Fazit und Ausblick: Abschließende Forderung nach einer kritischen Analyse ökonomischer Zwangsläufigkeiten zugunsten einer selbstbestimmten Zukunft.
Schlüsselwörter
Demokratie, Kommunitarismus, Liberalismus, Anarcho-Libertarismus, Partizipation, Schuldgeldsystem, Inflation, Fiatmoney, Gemeinwille, Selbstverwaltung, Parlamentarismus, Fiskalsozialismus, Wirtschaftsordnung, Politische Philosophie, Gesellschaftsvertrag.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht kritisch die demokratischen Konzepte nach Charles Taylor und setzt diese in Bezug zu ökonomischen Realitäten und alternativen Gesellschaftstheorien.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die politische Philosophie (Liberalismus vs. Kommunitarismus), Demokratieverständnis, Wirtschaftsökonomie und Geldtheorie.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist die kritische Hinterfragung des gegenwärtigen Status Quo der parlamentarischen Demokratie und die Prüfung von Alternativen zur gesellschaftlichen Partizipation.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine diskursive, politikwissenschaftliche Analyse, die verschiedene philosophische Theorien gegenüberstellt und um ökonomische Perspektiven ergänzt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der Identifikation in Gemeinwesen, der Rolle politischer Parteien, der Geschichte des Demokratiebegriffs sowie dem Einfluss des Geldsystems auf die Freiheit.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Demokratie, Kommunitarismus, Anarcho-Libertarismus, Partizipation und Schuldgeldsystem.
Wie bewertet der Autor Taylors Sicht auf den Liberalismus?
Der Autor sieht in Taylors Ansatz eine wichtige Grundlage zur Diskussion, vermisst jedoch eine konsequentere Kritik an den strukturellen Schwächen des parlamentarischen Systems.
Welche Rolle spielt das Geldsystem laut Autor für die Demokratie?
Das Geldsystem wird als Fundament der gesellschaftlichen Ordnung betrachtet; ein destruktives System gefährdet laut Autor die demokratischen Grundprinzipien und führt zu systemischen Zerfallsprozessen.
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- Erik Schittko (Author), 2017, Parlamentarische Demokratie als fiskalsozialistische Demagogie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/386171