Am 19. März 1812, dem Tag des Heiligen Josef, daher auch als "La Pepa" bekannt, trat die spanische Verfassung von Cádiz in Kraft. Es ist die erste schriftlich niedergelegte und älteste Verfassung Spaniens. Sie war für diese Zeit die liberalste und fungierte als Modell für die Verfassungen in den Königreichen beider Sizilien, Sardinien-Piemont, Portugal und in Lateinamerika. Die Cortes (Ständeversammlung) entwickelte die Verfassung und erlies sie. An der Erarbeitung der Verfassung sollten alle Bevölkerungsgruppen, der Klerus, Großgrundbesitzer und das Bürgertum beteiligt sein. Dies war ebenfalls neu, da die Verfassung von einer Nation für eine Nation und nicht von einem Souverän erarbeitet werden sollte.
Auch wenn ihr nur eine kurze Dauer beschert war (1812–Mai 1814, März 1820–Oktober 1823 und August 1836–bis zum Inkrafttreten der Verfassung von 1837), war sie doch bedeutend für die Verfassungsentwicklung. Die Unzufriedenheit des Volkes, wirtschaftlicher Fortschritt und die absolutistische Herrschaft in Spanien, Portugal und den Königreichen Italiens waren Nährboden für den Wunsch nach einem Wechsel und nach einer Politik, die nicht nur von absolutistischen Monarchen gemacht wird, sondern auch das Volk mit einbezieht und ihnen eine Stimme gibt.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Erläuterung des Begriffs Verfassung
1.2 Erläuterung des Begriffs Liberalismus
2 Geschichte der Verfassung von Cádiz
2.1 Französische Revolution
2.2 Entstehung der Verfassung von Cádiz
3 Die Verfassung von Cádiz als Leitbild in den Königreichen beider Sizilien sowie Sardinien-Piemont
3.1 Einführung der Verfassung in den Königreichen beider Sizilien sowie Sardinien-Piemont nach dem Leitbild von Cádiz
3.2 Anhänger und Gegner der Verfassung
3.3 Gemeinsamkeiten
3.4 Scheitern der Verfassung in den Königreichen beider Sizilien und Sardinien-Piemont
4 Die Verfassung von Cádiz als Vorlage in Portugal
4.1 Cádiz als Vorbild für die Verfassung Portugals
4.2 Gemeinsamkeiten
4.3 Absetzung der Verfassung
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die historische Bedeutung der spanischen Verfassung von 1812, bekannt als „La Pepa“, als liberales Modell für andere europäische Staaten. Dabei liegt der Fokus auf der Analyse ihrer Rezeption und ihres Scheiterns in den Königreichen beider Sizilien, Sardinien-Piemont sowie Portugal.
- Historische Entstehung und ideologische Grundlagen der Verfassung von Cádiz.
- Einfluss der Französischen Revolution auf liberale Verfassungsbewegungen.
- Implementierung und Widerstände gegen die Verfassung in Italien und Portugal.
- Die Rolle der restaurativen Mächte, insbesondere Österreichs unter Metternich.
- Vergleichende Analyse der Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Verfassungsentwürfe.
Auszug aus dem Buch
2.1 Französische Revolution
Die 10-jährige Französische Revolution gehört in der Geschichte Europas zu den Abschnitten, die diese grundlegend veränderten. Sie war ein Protest gegen die Ständegesellschaft des Adels und der Geistlichen und die absolute Herrschaft von König Ludwig XVI.
Während Geistliche und Adel keine Steuern zahlten, musste der 3. Stand, das einfache Volk, diese Differenz auffangen. Das Volk verlangte nach einer demokratischen Gesellschaftsform mit mehr Rechten bei politischen Entscheidungen. Die Verfassung von 1791 lehnte Ludwig XVI. ab. Die Verfassung sah einen Staat im Sinne von Montesquieu vor. Ein Staat mit drei Gewalten, an der obersten Position der Exekutive sollte der König stehen. Er besaß ein aufschiebendes Veto und ernannte und entließ Minister. Als Ludwig XVI. bei einem Fluchtversuch gestellt wurde, nutze Robespierre die Stimmung gegen den König aus. Das Volk fühlte sich betrogen und verraten. Am 21.01.1793 wurde Ludwig XVI. hingerichtet.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Einführung in die historische Bedeutung der spanischen Verfassung von 1812 als liberales Modell sowie Klärung der Grundbegriffe Verfassung und Liberalismus.
2 Geschichte der Verfassung von Cádiz: Darstellung der historischen Rahmenbedingungen, insbesondere der Einflüsse der Französischen Revolution und der spezifischen Entstehungsgeschichte der spanischen Verfassung.
3 Die Verfassung von Cádiz als Leitbild in den Königreichen beider Sizilien sowie Sardinien-Piemont: Analyse der Rezeption der spanischen Verfassung in Italien, inklusive der Akteure und der Gründe für das letztendliche Scheitern.
4 Die Verfassung von Cádiz als Vorlage in Portugal: Untersuchung der Übernahme und Anwendung des Verfassungsmodells in Portugal sowie der anschließenden politischen Absetzung.
5 Fazit: Zusammenfassende Bewertung des kurzzeitigen Bestehens der liberalen Verfassungen und der Rolle der restaurativen Mächte beim Erhalt absolutistischer Strukturen.
Schlüsselwörter
Verfassung von Cádiz, La Pepa, Liberalismus, Französische Revolution, Konstitutionalismus, Absolutismus, Königreiche beider Sizilien, Sardinien-Piemont, Portugal, Metternich, Cortes, Restauration, Gewaltenteilung, Carbonari, Politische Reformen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die spanische Verfassung von 1812 als einflussreiches liberales Modell und dessen Wirkung auf ausgewählte europäische Monarchien im frühen 19. Jahrhundert.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind der europäische Konstitutionalismus, die Ausbreitung liberaler Ideen nach dem Vorbild von Cádiz sowie der Konflikt zwischen liberalen Bestrebungen und der restaurativen Politik der Monarchien.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist aufzuzeigen, wie und warum die spanische Verfassung von 1812 in den Königreichen beider Sizilien, Sardinien-Piemont und Portugal adaptiert wurde und warum diese Reformversuche letztlich scheiterten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine historisch-analytische Arbeit, die auf Literaturrecherche und der vergleichenden Analyse von Verfassungsentwicklungen und politischen Kontexten basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Genese der Verfassung in Spanien, ihre Implementierung in den italienischen Königreichen sowie ihren Einfluss in Portugal, jeweils unter Berücksichtigung der gesellschaftlichen und politischen Widerstände.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Konstitutionalismus, Liberalismus, Absolutismus, La Pepa und die Rolle restaurativer Mächte geprägt.
Welche Rolle spielte die Metternich-Politik in diesem Kontext?
Metternich agierte als eine führende Kraft der Restauration, die gezielt liberale und nationalstaatliche Bewegungen unterdrückte, um das monarchische Prinzip in Europa zu sichern.
Warum scheiterten die Verfassungen in den untersuchten Ländern?
Das Scheitern war vor allem auf den massiven Widerstand der Monarchien und des Klerus, die militärische Intervention der Großmächte sowie auf die Starre der gewählten Verfassungsmodelle zurückzuführen.
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- Anonym (Author), 2016, La Pepa. Die Verfassung von Cádiz und ihre Rezeption in den Königreichen beider Sizilien, Sardinien-Piemont und Portugal, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/386196