Die Normierung der internen Revision i.S.d. § 42 BWG


Seminararbeit, 2007
31 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

II
Inhaltsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis ... III
Abkürzungsverzeichnis ... III
1
Einleitung ... 1
1.1 Problemstellung ...1
1.2 Gang der Untersuchung ...2
2
Einordnung der Internen Revision in das Unternehmen ... 3
2.1 Unternehmensprävention ...3
2.1.1
Risikomanagementsystem ... 4
2.1.2
Das Interne Kontrollsystem ... 5
3
Das Interne Kontrollsystem ... 6
3.1 Legitimationsgründe für die Schaffung eines Internen Kontrollsystems ...6
3.2
Ziele...6
3.3 Aufgaben ...7
3.3.1
Sicherheit ... 7
3.3.2
Ordnungsmäßigkeit ... 9
3.3.3
Wirtschaftlichkeit ... 10
4
Interne Revision ... 11
4.1 Allgemeine Einführung in die Aufgaben der Internen Revision ... 11
4.2 Aufgaben/Arbeitsbereiche ... 13
4.2.1
Financial Auditing ... 14
4.2.2
Operational Auditing ... 15
4.2.3
Management Auditing ... 16
5
Anforderungen an Interne Revisoren ... 17
5.1 Sachbezogene Voraussetzungen ... 17
5.2 Personenbezogene Voraussetzungen ... 18
6
Die Bedeutung der Internen Revision und des Internen Kontrollsystems für externe
Prüfer
...20
6.1 Unterscheidung/Abgrenzung zwischen Interner Revision und externer Prüfung ... 20
6.2 Stellenwert für den Abschlussprüfer ... 22
6.3 Stellenwert für beratende Tätigkeiten ... 24
7
Resümee ... 25
Literaturverzeichnis ... 26

III
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Unternehmensbereiche und Wechselwirkungen ... 3
Abbildung 2: Unterscheidungskriterien und Gemeinsamkeiten zw. den Revisionsinhalten ... 13
Abbildung 3: Abgrenzungskriterien zw. Interner Revision und Jahresabschlussprüfung ... 20
Abkürzungsverzeichnis
AktG
=
Aktiengesetz
AICPA
=
American Institut of Accountants
ARGE
=
Arbeitsgemeinschaft
BWG
=
Bankwesengesetz
FMA
=
Finanzmarktaufsicht
GoB
=
Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung
G&V
=
Gewinn und Verlustrechnung
HGB
=
Handelsgesetzbuch
IIA
=
Institut für Interne Revision Österreich
IKS
=
Internes Kontrollsystem
IR
=
Interne Revision
ISO
=
International Organisation for Standardization
IÜS
=
Internes Überwachungssystem
RMS
=
Risikomanagementsystem
RWZ
=
Österreichische Zeitschrift für Recht und Rechnungswesen
TQM
=
Total Quality Management
WPg
=
Die Wirtschaftsprüfung (Zeitschrift)
ZIR
=
Zeitung Interne Revision

1
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
Die zunehmende Globalisierung und der damit verbundene härtere Wettbewerb zwingt die
Unternehmen zu immer mehr Wachstum und vor allem mehr Effizienz bzw. wirtschaftliche-
res Handeln. Das ständige Wachstum der Unternehmen geht einher mit einer stetigen Zunah-
me der Komplexität im Unternehmensablauf. Die Geschäftsführung wäre hoffnungslos über-
fordert, würde sie der ständigen Überwachung und Kontrolle der umfangreichen und komple-
xen Betriebsabläufe, welche einer ihrer Hauptaufgaben darstellt, nachkommen. Daher muss
ein Internes Kontrollsystem geschaffen werden, das für alle Überwachungsvorgänge zustän-
dig ist, die für den Fortbestand eines Unternehmens existentiell sind und das Unternehmen
davor bewahrt, dass es nicht durch Diebstähle, Betrugsfälle sowie Bilanzfälschungen oder
sonstige Manipulationen in ernsthafte Schwierigkeiten gerät.
1
Jene, die in der Öffentlichkeit bekannt werden, stellen meistens nur die Spitze des Eisbergs
dar. Firmenzusammenbrüche, wie sie insbesondere in der Zeit des IT-Booms, aber auch in
den letzten Jahren immer wieder von renommierten Unternehmen bekannt wurden, haben
dazu geführt, dass das Vertrauen in die finanzielle Berichterstattung der Unternehmen sehr in
Mitleidenschaft gezogen wurde.
Folglich beschäftigt sich diese Arbeit mit der Notwendigkeit eines Internen Kontrollsystems
und insbesondere mit den Aufgaben und Zielen der Internen Revision. Diese muss die Funk-
tionsfähigkeit, Zweckmäßigkeit und Anwendung des Internen Kontrollsystems regelmäßig
überprüfen, da jenes keine klassische Abteilung im Unternehmen ist, sondern die Aufgaben
auf viele einzelne Abteilungen verteilt werden.
2
Ziel dieser Arbeit ist es zu zeigen, dass die Interne Revision nicht nur für den Schutz des Un-
ternehmens zuständig ist, sondern auch zu einer Verbesserung der Effizienz betrieblicher Ab-
läufe beiträgt, dass durch sie Unternehmensstrukturen und Unternehmensprozesse überdacht
werden und eine hohe Bedeutung für externe Prüfer bzgl. der Jahresabschlussprüfung hat.
1
Vgl. Löffler/Buschinger (2004), S. 203.
2
Vgl. IIA Austria (2004), S. 46.

2
1.2 Gang der Untersuchung
Diese Seminararbeit ist in sieben Kapitel gegliedert. In Kapitel 2 wird zunächst die Stellung
der Internen Revision im Unternehmen dargestellt und ihre Wirkung innerhalb der Unterneh-
mensprävention mit deren Hauptbestandteilen, dem Risikomanagement und dem Interne Kon-
trollsystem beschrieben.
Es folgt in Kapitel 3 eine detaillierte Darstellung des Internen Kontrollsystems. Dazu gehören
das Aufzeigen der Gründe für die Schaffung eines Internen Kontrollsystems sowie dessen
Ziele und Aufgaben .
Kapitel 4 stellt den Schwerpunkt der Arbeit dar und setzt sich mit der Internen Revision aus-
einander. Nach einer kurzen allgemeinen Einführung in die Aufgaben der Internen Revision
werden die einzelnen Arbeitsbereiche Financial, Operational und Management Auditing vor-
gestellt und begleitend dazu Bezug auf §42 BWG genommen, in dem die Interne Revision
gesetzlich verankert ist.
Die an die Internen Revisoren gestellten Anforderungen werden in Kapitel 5 dargelegt. Die
Anforderungen fußen z.T. auf gesetzlichen Bestimmungen und lassen sich in sachbezogene
und personenbezogene unterteilen.
Im vorletzten Kapitel wird zunächst eine Abgrenzung von der Internen Revision zur externen
Revision vorgenommen und anschließend gezeigt, welch hohe Bedeutung das Interne Kon-
trollsystem und die Interne Revision für externe Prüfer hat.
Zum Schluss zieht der Autor in Kapitel 7 ein Resümee, fasst die Kernpunkte der Arbeit kurz
zusammen, weist auf wichtige Maßnahmen in Bezug auf verändernde Rahmenbedingungen
hin und gibt einen Ausblick der Internen Revision in der Zukunft.

3
Operativ/prozessorientiert
2 Einordnung der Internen Revision in das Unternehmen
Eine eindeutige und allgemein anerkannte Abgrenzung ist aufgrund der Komplexität des In-
ternen Kontrollsystems (IKS), wegen fehlender eindeutiger Definitionen sowie unterschiedli-
cher Meinungen in der Fachliteratur nicht möglich. Dennoch wird versucht, eine Einordnung
der Internen Revision (IR) im Unternehmen zu finden.
2.1 Unternehmensprävention
Quelle: in Anlehnung an: IIA Austria (2004), S. 19.
Abbildung 1: Unternehmensbereiche und Wechselwirkungen
RMS
IKS
strategisch
Risikopolitik Früherken-
nungssysteme
Operative
RM-Maß-
nahmen
Organ.
Regelungen,
Richtlinien
Kontroll-
mechanis-
men
Prozess-
verant-
wortliche
operativ
strategisch
Controlling
Interne
Revision
Unternehmensprävention

4
In Abbildung 1 ist die Einordnung der Internen Revision in die Unternehmensprävention und
deren Wechselwirkungen zwischen den einzelnen Unternehmensbereichen zu sehen. Die Un-
ternehmensprävention besteht aus sogenannten Hard- und Soft-Facts und befasst sich mit der
Zukunftssicherung, insbesondere mit der Chancen- und Risikolage einer Unternehmung. Die
Hard-Facts können als nachvollziehbares, organisiertes und geregeltes Risikomanagement-,
Überwachungs- und Revisionssystem in einem Unternehmen gesehen werden, wohingegen
die Soft-Facts den Teil der Unternehmensprävention darstellen, der schwerer zu fassen ist, sie
jedoch wesentlich beeinflusst.
Solche Soft-Facts sind z.B. die allgemeine Risikolage,
die Unternehmensrisiko- und -kontroll-
kultur, die Unternehmenskultur allgemein, das Vertrauen auf Personal, Qualifikationen, tech-
nische Anlagen und sonstiges Equipment, das Risikobewusstsein der Mitarbeiter, die potenti-
elle Risikofreude des Managements, die Gewinn- und Qualitätsorientierung, usw.
3
2.1.1 Risikomanagementsystem
Das Risikomanagementsystem (RMS) wird als ein auf strategischer Ebene handelndes Sub-
system der Unternehmensprävention verstanden. Es soll hauptsächlich Risikosituationen im
Unternehmen erfassen und bewältigen bzw. steuern. Das RMS unterstützt die Unternehmens-
führung in ihrer Risikopolitik und vereinigt und steuert die Eingaben der operativen Bereiche
zum Früherkennungssystem.
4
Im Früherkennungssystem liegt auch die Verbindung zwischen
RMS und strategischem Controlling und im Bereich der operativen Risikomanagement-
Maßnahmen die Verbindung zum operativen Controlling.
Das Controlling stellt die Versorgung der Unternehmensführung mit Planungs- und Steue-
rungsinformation sowie Methoden und Modellen sicher. Daher ist das Controlling ein Instru-
ment zur Unterstützung der Unternehmensführung durch Information und richtet sich auf die
Beschaffung und Aufbereitung der Information zur Steuerung der Unternehmung durch die
Führungsebene.
5
Das strategische Controlling konzentriert sich auf die Schaffung neuer Er-
folgspotentiale, während das operative Controlling auf die optimale Nutzung bestehender Er-
3
Vgl. IIA Austria (2004), S. 20.
4
Vgl. Haeseler (1999), S. 277; IIA Austria (2004), S. 20.
5
Vgl. Eschenbach/Niedermayr (1996), S. 55f.

5
folgspotentiale gerichtet ist. Da die Informationen des Controllings auf Zahlenmaterial basie-
ren, gibt es hier einen Schnittpunkt mit dem IKS, da dieses zur Sicherheit und Zuverlässigkeit
von Zahlenmaterial beiträgt.
6
2.1.2 Das Interne Kontrollsystem
Das Interne Kontrollsystem (IKS) und die IR bilden das Interne Überwachungssystem. In
diesem werden alle betrieblichen Aufzeichnungen, Abläufe und Auswertungen kontrolliert,
überwacht und überprüft. Zum IKS zählen alle internen Kontrollen und Sicherheitsmecha-
nismen eines Unternehmens, die zum Erreichung der erforderlichen Ordnungsmäßigkeit und
Sicherheit der Geschäftsabläufe beitragen. Zudem werden Soll- und Ist-Zustände verglichen
und evtl. Abweichungen verhindert, aufgedeckt bzw. korrigiert. Allgemein gesagt, umfasst
,,das Interne Kontrollsystem sowohl den Organisationsplan als auch sämtliche aufeinander
abgestimmte Methoden und Maßnahmen in einem Unternehmen, die dazu dienen, sein Ver-
mögen zu sichern, die Genauigkeit und Zuverlässigkeit der Abrechnungsdaten zu gewährleis-
ten und die Einhaltung der vorgeschriebenen Geschäftspolitik zu unterstützen".
7
Die Interne Revision ist für die Überwachung des unternehmensinternen Kontrollinstrumen-
tariums verantwortlich. Im Rahmen jeder Prüfung sind die Ziele des IKS zu beurteilen. Durch
Verbesserungsvorschläge werden Schwachstellen und Lücken im IKS abgestellt und ge-
schlossen. Diese Verbesserungsvorschläge zu realisieren, ist Aufgabe der zuständigen Abtei-
lung. Die Kontrolle der Realisierung der Verbesserungsvorschläge obliegt allerdings wieder
der IR, außerdem hat sie die Verantwortlichkeit für die Aktualität des IKS.
8
Da die IR die Funktionstüchtigkeit, Zweckmäßigkeit und Anwendung des IKS überprüft, wird
zunächst im anschließenden Kapitel näher auf die Ziele und Aufgaben des IKS eingegangen,
um zu zeigen, womit sich die IR befassen muss.
6
Vgl. IIA Austria (2004), S. 25.
7
Hofmann (1994), S. 141.
8
Vgl. Hofmann (2002), S. 188.

6
3 Das Interne Kontrollsystem
3.1 Legitimationsgründe für die Schaffung eines Internen Kontrollsystems
Durch bestimmte gesetzliche Bestimmungen ist der Vorstand bzw. die Geschäftsleitung für
die Schaffung und Weiterführung eines angemessenen IKS verantwortlich. So heißt es im §82
AktG: ,,Der Vorstand hat dafür zu sorgen, dass ein Rechnungswesen und ein Internes Kon-
trollsystem geführt werden, die den Anforderungen des Unternehmens entsprechen" und auch
im §39 (2) BWG steht: "Die Kreditinstitute haben für die Erfassung, Beurteilung, Steuerung
und Überwachung der bankgeschäftlichen und bankbetrieblichen Risiken über Verwaltungs-,
Rechnungs- und Kontrollverfahren zu verfügen, die der Art, dem Umfang und der Komplexi-
tät der betriebenen Bankgeschäfte angemessen sind."
3.2 Ziele
Wie in Kapitel 2.1.2 bereits erwähnt, kann man auch aus diesen gesetzlichen Bestimmungen
ableiten, dass zum IKS alle Überwachungsvorgänge zählen, die für den Fortbestand eines
Unternehmens existentiell sind und das Unternehmen etwa nicht durch Diebstähle, Betrugs-
fälle sowie Bilanzfälschungen oder sonstige Manipulationen in ernsthafte Schwierigkeiten
gerät.
Somit kann man folgende vier Hauptziele des IKS herleiten
9
:
- Bewahrung des Vermögens des Unternehmens,
- Gewährleistung der Zuverlässigkeit des Rechnungswesens
- Verbesserung der Effizienz betrieblicher Abläufe
- Sicherung der Einhaltung der Geschäftspolitik und aller einschlägigen Gesetze und
Vorschriften
Die Ziele betreffen den Bereich des Rechnungswesens oder des allgemeinen Betriebsablaufes.
Dem Rechnungswesen werden der Vermögensschutz und die Richtigkeit der Aufzeichnungen
zugeordnet, dessen Kontrollen auch als Internal Accounting Controls bezeichnet werden. Zum
9
AICPA (1949), zit. nach Löffler/Buschinger (2004), S. 203.
Ende der Leseprobe aus 31 Seiten

Details

Titel
Die Normierung der internen Revision i.S.d. § 42 BWG
Hochschule
Alpen-Adria-Universität Klagenfurt  (Finanzmanagement)
Note
1,0
Autor
Jahr
2007
Seiten
31
Katalognummer
V386533
ISBN (eBook)
9783668613706
ISBN (Buch)
9783668613713
Dateigröße
729 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Revision, Kontrollsystem, Prävention, Auditing, IKS
Arbeit zitieren
Christian Schaper (Autor), 2007, Die Normierung der internen Revision i.S.d. § 42 BWG, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/386533

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Die Normierung der internen Revision i.S.d. § 42 BWG


Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden