Diese Seminararbeit hat zum Ziel, die optimale Organisationsform für die Kooperation einer genossenschaftlichen Primärbank mit dem Bankdienstleister Genopace zu ermitteln. Als Grundlage der Untersuchung dient die Transaktionskostenanalyse.
In einem ersten Schritt wird der Bankendienstleister Genopace vorgestellt. Danach wird die genossenschaftliche Primärbank am Beispiel des Geschäftsmodells der Volks- und Raiffeisenbanken einschließlich ihrer selbst definierten Werte erläutert. Anschließend werden die zum Verständnis notwenigen Inhalte und Annahmen der Transaktionskostentheorie beschrieben. Nach Abschluss der Analyse wird als Ergebnis die optimale Organisationsform dargestellt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Bankdienstleister Genopace
3. Geschäftsmodell genossenschaftlicher Primärbanken
4. Aktuelle Lage im Bereich der Baufinanzierungen
5. Die Transaktionskostentheorie
6. Transaktionskostenanalyse
6.1. Faktorspezifität
6.2. Unsicherheit
6.3. Häufigkeit/Transaktionsvolumen
6.4. Strategische Bedeutung
6.5. Transaktionsatmosphäre
7. Organisatorische Lösungsmöglichkeiten
8. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht auf Basis der Transaktionskostentheorie, welche Organisationsform für die Kooperation zwischen einer genossenschaftlichen Primärbank und dem Bankdienstleister Genopace optimal ist, um im Bereich der Immobilienfinanzierung effizient und wettbewerbsfähig zu agieren.
- Transaktionskostentheoretische Analyse von Kooperationen im Bankensektor
- Geschäftsmodell und genossenschaftliche Werte der Volks- und Raiffeisenbanken
- Marktentwicklung und Digitalisierung im Bereich der privaten Baufinanzierung
- Bewertung von Faktorspezifität, Unsicherheit und strategischer Bedeutung in Finanzkooperationen
- Herleitung einer geeigneten Hybrid-Organisationsform
Auszug aus dem Buch
6.2. Unsicherheit
Unsicherheit, die durch begrenzte Rationalität der Wirtschaftssubjekte bedingt ist, kann in primäre und sekundäre Unsicherheit unterteilt werden.
Das Erkennen und der Umgang mit der Unsicherheit sind ein zentrales Problem der Ökonomie.14
Unter primärer Unsicherheit versteht man die Unsicherheit in Bezug auf die Rahmenbedingungen, die mit der Transaktion verbunden sind. Hierzu zählen sowohl unvorhersehbare Veränderungen, die aus der Umwelt resultieren, als auch Veränderungen der Verbraucherpräferenzen. Beispiele hierfür sind die Preise oder die Nachfrage.
Sekundäre Unsicherheit hingegen ist das Ergebnis der Verhaltensunsicherheit über die Absichten des Transaktionspartners. Die Ansichten von Koopmans und Williamson unterscheiden sich in diesem Punkt. Koopmans unterstellt keine absichtliche Verzerrung von Informationen eines Transaktionspartners. Williamson hingegen bezieht sich auf seine Annahme des opportunistischen Verhaltens der Wirtschaftssubjekte.15
Genau wie bei der Faktorspezifität gilt in diesem Punkt: Je höher die Unsicherheit, desto mehr vertragliche Absicherung ist notwendig.
Gleichzeitig gilt jedoch, dass eine gute Absicherung für beide Partner vorteilhaft sein kann. Wenn Vertrauen und Sicherheit bei einer Transaktion auf beiden Seiten vorhanden sind, sind die Transaktionspartner eher gewillt, zu investieren und Informationen preiszugeben.
Im vorliegenden Fall ist die primäre Unsicherheit durch die unbekannte Preis- und Nachfrageveränderung der Kunden und der angeschlossenen Kooperationspartner gegeben.
Es ist schwierig, das Zinsniveau und die Immobilienpreise langfristig eindeutig zu prognostizieren, sodass die aus dem Baufinanzierungsgeschäft resultierende Marge sich für die genossenschaftliche Primärbank nicht exakt bestimmen lässt. Zusätzlich erschwerend wirkt die steigende Anzahl von Single-Haushalten und Haushalten mit geringer Personenanzahl. Bewohner kleiner Haushalte besitzen deutlich seltener Immobilien, als beispielsweise Haushalte mit mehr als drei Personen. Dies könnte zukünftig eine sinkende Anzahl von Immobilienfinanzierungen zur Folge haben.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Definiert das Ziel der Seminararbeit, die optimale Organisationsform für die Kooperation mit dem Dienstleister Genopace mittels Transaktionskostenanalyse zu ermitteln.
2. Bankdienstleister Genopace: Stellt das Unternehmen Genopace vor, dessen Ziel die Vereinfachung des Prozesses der Immobilienfinanzierung für angeschlossene Partner ist.
3. Geschäftsmodell genossenschaftlicher Primärbanken: Erläutert die genossenschaftliche Philosophie und die Werte von Volks- und Raiffeisenbanken im Kontext ihrer Mitgliederorientierung.
4. Aktuelle Lage im Bereich der Baufinanzierungen: Analysiert Markttrends wie steigende Immobilienpreise und die Verschiebung der Zinsbindungsfristen.
5. Die Transaktionskostentheorie: Legt die theoretischen Grundlagen basierend auf Williamson und Coase dar, um Transaktionen und die Wahl der Organisationsform zu bewerten.
6. Transaktionskostenanalyse: Untersucht die Transaktion anhand von fünf Dimensionen: Faktorspezifität, Unsicherheit, Häufigkeit, strategische Bedeutung und Transaktionsatmosphäre.
7. Organisatorische Lösungsmöglichkeiten: Bewertet die Eignung von Markt, Hierarchie und Hybridlösungen für die betrachtete Kooperation.
8. Fazit: Kommt zu dem Ergebnis, dass eine Hybridlösung die optimale Organisationsform für die genossenschaftliche Primärbank darstellt.
Schlüsselwörter
Transaktionskostentheorie, Genopace, Genossenschaftsbanken, Baufinanzierung, Kooperation, Organisationsform, Faktorspezifität, Unsicherheit, Digitalisierung, Transaktionskosten, Hybridlösung, Strategische Bedeutung, Immobilienmarkt, Volksbanken, Raiffeisenbanken
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit analysiert die Zusammenarbeit zwischen genossenschaftlichen Primärbanken und dem Bankdienstleister Genopace unter Anwendung der Transaktionskostentheorie.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die Organisation von Kooperationen im Bankensektor, das Geschäftsmodell von Genossenschaftsbanken und die Dynamik des Baufinanzierungsmarktes.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Das Ziel ist die Ermittlung der optimalen Organisationsform für die genossenschaftliche Primärbank im Rahmen der Kooperation mit Genopace.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Untersuchung basiert auf einer transaktionskostentheoretischen Analyse, die verschiedene Dimensionen wie Faktorspezifität und Unsicherheit beleuchtet.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Vorstellung der Beteiligten, die theoretischen Grundlagen, die detaillierte Analyse der Transaktionsdimensionen und die Ableitung der Organisationsform.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Transaktionskostentheorie, Genopace, Genossenschaftsbanken, Baufinanzierung, Hybridlösung und Digitalisierung.
Warum ist die strategische Bedeutung der Kooperation für Primärbanken so hoch?
Aufgrund des Margendrucks bei niedrigen Zinsen ist die effiziente Abwicklung langfristiger Forderungen aus der Baufinanzierung über die Kooperation strategisch essenziell.
Welchen Einfluss hat die Transaktionsatmosphäre auf die Kooperation?
Durch die geteilten Werte des genossenschaftlichen Verbunds besteht eine sehr gute Transaktionsatmosphäre, die opportunistisches Verhalten reduziert und die Kommunikation effizient gestaltet.
Warum wird eine Hybridlösung als optimale Organisationsform bewertet?
Sowohl Markt- als auch Hierarchielösungen weisen in reiner Form Nachteile auf, während die Hybridlösung Flexibilität bei gleichzeitigem Schutz vertrauter Partnerschaften bietet.
- Citar trabajo
- B.Sc. Sebastian Mielke (Autor), 2016, Kooperation mit dem Bankdienstleister GENOPACE? Eine transaktionskostentheoretische Analyse aus Perspektive einer genossenschaftlichen Primärbank, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/386842