David Hume war ein schottischer Philosoph und gilt als einer der Hauptvertreter des Empirismus. Er machte es sich in erkenntnistheoretischer Weise zur Aufgabe, das Zustandekommen von Erkenntnis aus Erfahrung zu analysieren. Dabei war er gegenüber dem menschlichen Erkenntnisvermögen stets skeptisch eingestellt.
Humes Wirkungs- und Schaffenszeit war die Epoche der Aufklärung. Zu dieser Zeit wird ein neues, naturwissenschaftliches Weltbild mittels Vernunft, Erfahrung und Wahrnehmung begründet. Der Skeptizismus ist dabei eine wichtige Methode der Aufklärung, welche den herrschenden Dogmatismus kritisiert. In seinem Buch "An Enquiry Concerning Human Understanding" (1758) beschäftigt er sich im zwölften Abschnitt mit dem Skeptizismus. Unter dem Titel "Über die akademische oder skeptische Philosophie" bringt er in drei Teilen seine Überzeugungen über die Definition und Abgrenzung verschiedener Arten des Skeptizismus zum Ausdruck und stellt außerdem seinen eigenen gemäßigten Skeptizismus dar.
Diese Arbeit beschäftigt sich mit Humes Ausführungen zum Skeptizismus als philosophischer Methode und untersucht seine subjektive Differenzierung unterschiedlich starker Ausprägungen dessens.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
2. PROBLEMSTELLUNG
3. BEGRIFFSABGRENZUNGEN
3.1 Die Skepsis im Allgemeinen
3.2 Der Skeptizismus als Methode
4. DER VORHERGEHENDE SKEPTIZISMUS
5. DER KONSEQUENTE SKEPTIZISMUS GEGEN DIE EVIDENZ DER SINNE
6. DER KONSEQUENTE SKEPTIZISMUS IN BEZUG AUF DIE VERNUNFT
6.1 Einwände gegen die abstrakten Denkakte
6.2 Einwände gegen Tatsachenurteile
6.3 Humes Einwand gegen den extremen Skeptizismus
7. HUMES GEMÄßIGTER SKEPTIZISMUS
8. ZUSAMMENFASSUNG UND FAZIT
8.1 Zusammenfassung
8.2 Kritik und Fazit
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, David Humes Analyse des Skeptizismus im zwölften Abschnitt seines Werkes "An Enquiry Concerning Human Understanding" systematisch darzustellen. Dabei wird untersucht, wie Hume verschiedene Ausprägungen des Skeptizismus differenziert, welche Argumentationsstrukturen er verwendet und warum er den gemäßigten Skeptizismus als philosophisch sinnvollste Methode befürwortet.
- Systematische Differenzierung der skeptischen Grundpositionen bei David Hume
- Gegenüberstellung von vorhergehendem und konsequentem Skeptizismus
- Kritische Analyse der Argumente gegen die Evidenz der Sinne und die menschliche Vernunft
- Herleitung und Begründung des gemäßigten bzw. akademischen Skeptizismus
- Kritische Würdigung der humeschen Argumentationsweise und der skeptischen Methode
Auszug aus dem Buch
6. Der konsequente Skeptizismus in Bezug auf die Vernunft
Nachdem Hume im ersten Teil des zwölften Abschnittes - Über die akademische oder skeptische Philosophie - den Cartesianischen Zweifel, sowie den konsequenten Skeptizismus gegen die Evidenz der Sinne dargestellt hat, widmet er sich im zweiten Teil ausführlich dem konsequenten Skeptizismus in Bezug auf die Vernunft. Das Ziel der Skeptiker sei es, „die Vernunft durch Argument und Vernunftschluß zerstören zu wollen.“ 33 Dabei kann zwischen zwei Arten skeptischer Einwände unterschieden werden, sie sind entweder a priori oder a posteriori. Einwände a priori richten sich gegen die abstrakten Denkakte und Einwände a posteriori gegen Tatsachen oder Existenz bezogene Denkakte. Beides erläutert Hume folgend an weiteren Beispielen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Einführung in David Humes erkenntnistheoretische Position im Kontext der Aufklärung und Vorstellung der thematischen Zielsetzung der Arbeit.
2. PROBLEMSTELLUNG: Erläuterung der Fragestellung nach der Anwendung der Skepsis und Humes Motivation, die verschiedenen Arten des Skeptizismus in seinem Werk zu strukturieren.
3. BEGRIFFSABGRENZUNGEN: Differenzierung zwischen der allgemeinen Skepsis als Zweifel und dem philosophisch entwickelten, methodischen Skeptizismus.
4. DER VORHERGEHENDE SKEPTIZISMUS: Analyse des Cartesianischen Zweifels als Vorbereitung auf die Forschung und Humes Einwände dagegen.
5. DER KONSEQUENTE SKEPTIZISMUS GEGEN DIE EVIDENZ DER SINNE: Untersuchung der populären und philosophischen Einwände gegen die Zuverlässigkeit der Sinneswahrnehmungen.
6. DER KONSEQUENTE SKEPTIZISMUS IN BEZUG AUF DIE VERNUNFT: Darlegung der skeptischen Kritik an abstrakten Denkakten und Tatsachenurteilen mittels a priori und a posteriori Argumenten.
7. HUMES GEMÄßIGTER SKEPTIZISMUS: Beschreibung der von Hume favorisierten, moderaten skeptischen Methode als notwendige Bescheidenheit in der philosophischen Erkenntnissuche.
8. ZUSAMMENFASSUNG UND FAZIT: Zusammenführende Betrachtung der humeschen Argumentationsstruktur sowie kritische Reflexion der Rezeption und der begrifflichen Klarheit des untersuchten Kapitels.
Schlüsselwörter
David Hume, Skeptizismus, Erkenntnistheorie, Empirismus, Aufklärung, Pyrrhonismus, methodischer Zweifel, Cartesianischer Zweifel, Vernunft, Evidenz der Sinne, Tatsachenurteile, Substanz-Analyse, gemäßigter Skeptizismus, akademische Philosophie, Hume's Fork.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Hausarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit David Humes Auseinandersetzung mit dem Skeptizismus, wie er sie im zwölften Abschnitt seines Werkes "An Enquiry Concerning Human Understanding" unter dem Titel "Über die akademische oder skeptische Philosophie" darlegt.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zentral sind die Abgrenzung verschiedener Skeptizismus-Formen, die Auseinandersetzung mit René Descartes' methodischem Zweifel, die Kritik an den Sinnen und der Vernunft sowie die Definition eines gemäßigten Skeptizismus.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, Humes Struktur der verschiedenen Arten des Skeptizismus aufzuzeigen und seine spezifische Argumentationsweise zu analysieren, um zu verstehen, warum er eine gemäßigte skeptische Haltung vertritt.
Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer textanalytischen und philosophischen Untersuchung, bei der die Argumentationsstruktur von Humes "Enquiry" rekonstruiert und durch den Einbezug fachwissenschaftlicher Literatur kritisch reflektiert wird.
Welche Inhalte werden im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des vorhergehenden Skeptizismus, den konsequenten Skeptizismus gegenüber Sinnen und Vernunft (unterteilt in abstrakte Denkakte und Tatsachenurteile) sowie Humes eigene Position des gemäßigten Skeptizismus.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Hume, Skeptizismus, Erkenntnistheorie, Empirismus, gemäßigter Skeptizismus und methodischer Zweifel geprägt.
Wie unterscheidet Hume den vorhergehenden vom nachfolgenden Skeptizismus?
Der vorhergehende Skeptizismus findet vor der Forschung statt (wie bei Descartes als methodischer Zweifel), während der nachfolgende (konsequente) Skeptizismus aus der Erfahrung resultiert, dass der Verstand an seine Grenzen stößt.
Warum lehnt Hume den extremen Skeptizismus (Pyrrhonismus) ab?
Hume argumentiert, dass ein extremer Skeptizismus gesellschaftlich unbrauchbar ist und das menschliche Leben praktisch unmöglich machen würde, da er zu völliger Lethargie führt.
Welche Rolle spielt die "Substanz-Analyse" in Humes Argumentation?
Hume nutzt die Substanz-Analyse als Beispiel für philosophische Einwände, um zu zeigen, dass unsere Außenwelt nicht zweifelsfrei bewiesen werden kann und wir unseren natürlichen Instinkten nicht voll vertrauen können.
- Citar trabajo
- Bachelor of Arts Betriebswirtschaftslehre Juliane Koch (Autor), 2015, David Humes Ausführungen des Skeptizismus in seinem Werk "Eine Untersuchung über den menschlichen Verstand", Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/386848