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Probleme der Begriffsbildung "Religion". Unterschiedliche Terminologien im Hinduismus, Buddhismus, Judentum und Islam

Title: Probleme der Begriffsbildung "Religion". Unterschiedliche Terminologien im Hinduismus, Buddhismus, Judentum und Islam

Seminar Paper , 2007 , 13 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Britta Warmuth (Author)

Theology - Comparative Religion Studies
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Der Religionsbegriff ist für die Religionswissenschaft von grundlegender Bedeutung, immerhin definiert er den Gegenstandbereich dieser Wissenschaft. Problematisch ist jedoch, dass in vielen Kulturen häufig ein entsprechender Begriff fehlt. Dadurch erweist sich eine genauere Bestimmung als schwierig. Über 100 Religionsdefinitionen gibt es inzwischen, aber keine konnte sich als allgemein anerkannt durchsetzen. Alle vorgeschlagenen Definitionen erscheinen lückenhaft, da sie Aspekte bestimmter Religionen vernachlässigen und ihre Eignung sich letztlich darauf reduziert, vorhandene religiöse Phänomene zu beschreiben.

Die vorliegende Protokollausarbeitung versucht zu thematisieren, worin die Probleme einer Begriffsbildung Religion liegen. Nach einem Überblick über die „historische“ Entwicklung des Religionsbegriffes wird auf die unterschiedlichen Terminologien in den einzelnen Religionen Hinduismus, Buddhismus, Judentum und Islam eingegangen, die verbunden sind mit einem Religionsverständnis, dass nicht ohne weiteres mit dem westlich-europäischen kompatibel ist. Die Arbeit schließt mit einem Resümee, in dem diskutiert wird, was diese Problematik für Konsequenzen für den LER-Unterricht haben könnte.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Ein Blick in die Geschichte

Der Religionsbegriff

Der Hinduismus

Der Buddhismus

Das Judentum

Der Islam

Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Problematik einer universellen Begriffsbildung für "Religion" und analysiert, wie sich das westlich-geprägte Religionsverständnis auf die Betrachtung unterschiedlicher Weltreligionen auswirkt, um daraus Konsequenzen für den LER-Unterricht abzuleiten.

  • Historische Entwicklung des westlichen Religionsbegriffs
  • Kritische Analyse der Anwendbarkeit westlicher Terminologien auf außereuropäische Religionen
  • Vergleichende Untersuchung der Konzepte in Hinduismus, Buddhismus, Judentum und Islam
  • Reflexion über die Gefahr einer verzerrten Wahrnehmung durch eurozentrische Kategorien
  • Pädagogische Implikationen für interreligiöses Lernen im Schulunterricht

Auszug aus dem Buch

Der Religionsbegriff

Man unterscheidet zwischen dem exklusivistischen und komparatistischen Religionsbegriff. Der exklusivistische Religionsbegriff bezieht sich nur auf die eigene Religion, er dient zur Selbstbezeichnung und hat die Funktion der Abgrenzung nach außen. „Demgegenüber sind Begriffe, die dazu dienen, die eigenen Religion und andere Religionen unter einem gemeinsamen Oberbegriff zusammenzufassen, als komparatistische Religionsbegriffe zu bezeichnen.“7 Manchmal entstehen aber auch Mischformen, zum Beispiel beim Vergleich der eigenen mit einer anderen Religion, da sie in vielen Bereichen auch vergleichbar sind. Im Christentum näherte man sich in manchen Bereichen an andere Religionen an, in diesem Zusammenhang wird dann von falschen Religionen gesprochen, wobei der Religionscharakter aber nicht gänzlich abgesprochen wird.

Religionsbegriffe unterscheiden sich nicht nur hinsichtlich Exklusivität und Komparativität, sie sind auch in intensionaler und extensionaler Hinsicht verschieden.8 Begriffe sind verbunden mit unterschiedlichen Aspekten, wobei unterschiedliche Schwerpunkte gesetzt werden können. In diesem Zusammenhang kann man im wesentlichen fünf Aspekte (oder im Sinne des amerikanischen Soziologen C. Y. Glock von Dimensionen) sprechen: 1. der theologisch-glaubensmäßige bzw. objektiv-glaubensmäßige Aspekt 2. der emotionale bzw. subjektiv-glaubensmäßige Asepkt 3. der kultisch-rituelle Aspekt 4. der allgemein bzw. ethisch-moralische Verhaltensaspekt 5. der soziologisch-organisatorische Aspekt

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Schwierigkeit, eine allgemein anerkannte Definition für Religion zu finden, und skizziert die Problematik bei der Anwendung westlicher Begriffe auf andere Kulturkreise.

Ein Blick in die Geschichte: Dieses Kapitel beschreibt, wie die Religionswissenschaft als westliches Produkt christlich geprägte Terminologien übernahm und warum dies bei der Erforschung außereuropäischer Phänomene problematisch sein kann.

Der Religionsbegriff: Hier werden die theoretischen Klassifizierungen wie Exklusivismus und Komparativität eingeführt sowie fünf grundlegende Aspekte vorgestellt, anhand derer Religionen strukturell beschrieben werden können.

Der Hinduismus: Der Text analysiert den Begriff "dharma" als zentrales, vielschichtiges Konzept im Hinduismus, das in westlichen Kategorien nur unzureichend erfasst werden kann.

Der Buddhismus: Es wird dargelegt, wie der Dharma-Begriff im Buddhismus sowohl eine abstrakte Weltordnung als auch einen moralischen Handlungskodex beschreibt und somit weit über klassische Religionsbegriffe hinausgeht.

Das Judentum: Das Kapitel erläutert die Entwicklung des Judentumsbegriffs als Abgrenzung zum Christentum und betont die praktische, auf das jüdische Volk zentrierte Ausrichtung statt einer abstrakten Religionsdefinition.

Der Islam: Es wird untersucht, wie sich im Islam mit dem Begriff "din" eine komparatistische Sichtweise entwickelte, die jedoch hierarchische Abfolgen zwischen den Religionen etablierte.

Fazit: Das Fazit fasst die Komplexität der Begriffsfindung zusammen und mahnt zu einer sensibleren Herangehensweise im LER-Unterricht, um eine verfälschte Wahrnehmung fremder Religionen zu vermeiden.

Schlüsselwörter

Religionsbegriff, Religionswissenschaft, Exklusivismus, Komparativität, Hinduismus, Dharma, Buddhismus, Judentum, Islam, Din, Interreligiöses Lernen, LER-Unterricht, Westliche Denkkultur, Religiöse Praxis, Weltordnung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der Problematik, Religion mit Hilfe von Begrifflichkeiten zu definieren, die primär aus einer westlich-christlichen Tradition stammen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die historische Genese der Religionswissenschaft, die Analyse verschiedener Religionsbegriffe (exklusivistisch vs. komparatistisch) sowie deren Anwendung auf nicht-westliche Religionen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Grenzen einer vereinheitlichten Religionsdefinition aufzuzeigen und die Notwendigkeit einer differenzierten Betrachtungsweise für den schulischen LER-Unterricht zu begründen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine theoretische Literaturanalyse, um Begriffe aus verschiedenen Religionen zu kontextualisieren und deren Inkompatibilität mit westlichen Kategorien darzustellen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die unterschiedlichen Begriffsverständnisse in den Weltreligionen Hinduismus, Buddhismus, Judentum und Islam detailliert analysiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselbegriffe sind unter anderem Religionsbegriff, Dharma, Komparativität, interreligiöses Lernen und eurozentrische Perspektive.

Warum wird im Hinduismus das Konzept "dharma" als problematisch für westliche Begriffe angesehen?

Dharma umfasst soziale Pflichten, Kastenregeln und eine kosmische Ordnung, die sich einer rein religiösen Kategorisierung entziehen und daher nicht eins zu eins mit "Religion" gleichgesetzt werden können.

Was macht das Interview mit der Inderin so bedeutsam für das Fazit?

Das Zitat verdeutlicht die Gefahr, dass westliche Kategorisierungen die religiöse Identität von Gläubigen verfälschen, indem ihnen eine Struktur übergestülpt wird, die sie selbst so nicht empfinden.

Welche Rolle spielt der LER-Unterricht bei dieser Thematik?

Lehrkräfte müssen im Unterricht lernen, Fakten über Religionen nicht unreflektiert in westliche Schemata zu pressen, sondern die Vielfalt und die Eigendynamik fremder Religionen wertzuschätzen.

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Details

Title
Probleme der Begriffsbildung "Religion". Unterschiedliche Terminologien im Hinduismus, Buddhismus, Judentum und Islam
College
University of Potsdam  (LER Lebensgestaltung Ethik Religion, philosophische Fakultät)
Course
Vorlesung: Themen der Religionen – Grundfragen der Religionen im interreligiösen Vergleich – Religionsbegriff und Religionsverständnis
Grade
1,0
Author
Britta Warmuth (Author)
Publication Year
2007
Pages
13
Catalog Number
V386908
ISBN (eBook)
9783668608795
ISBN (Book)
9783668608801
Language
German
Tags
Religionsbegriff Religionsverständnis
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Britta Warmuth (Author), 2007, Probleme der Begriffsbildung "Religion". Unterschiedliche Terminologien im Hinduismus, Buddhismus, Judentum und Islam, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/386908
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