Immer mehr Menschen leiden unter Rückenschmerzen. Schon jetzt haben rund 80 Prozent aller Mitteleuropäer mindestens einmal in ihrem Leben quälende Rückenschmerzen, bei vielen sind sie inzwischen sogar chronisch, und die Tendenz ist steigend. Nicht nur Erwachsene kennen das Problem. Bereits jeder dritte Grundschüler beklagt sich von Zeit zu Zeit über Schmerzen im Kreuz. In den Gesundheitsreports der Krankenkassen werden Rückenschmerzen bei fast jeder Statistik unter den fünf häufigsten Erkrankungen genannt. Die dadurch entstehenden volkswirtschaftlichen Kosten sind enorm. Jedes Jahr geben die deutschen Kranken- und Rentenversicherungs-träger knapp 20 Milliarden Euro allein für die Behandlung von Krankheiten des Stütz- und Bewegungsapparates aus. Und die indirekten Kosten, welche beispielsweise durch Arbeitsausfälle entstehen, sind dabei noch nicht mitgerechnet. Die Weltgesundheitsorganisation der Vereinten Nationen beziffert die Zahl der Muskel-Skelett-Erkrankungen weltweit auf mehrere hundert Millionen. Der Anstieg solcher Krankheiten verläuft derart schnell, dass die WHO die Jahre 2000 bis 2010 zum Jahrzehnt der Knochen und Gelenke ausgerufen hat (vgl. Michal 2004, S. 103). Aufgrund dieser Tatsachen gerät das Problem Rückenschmerzen immer mehr in den Fokus von Wissenschaftlern, Politikern und Ökonomen. Umfangreiche Präventionsprogramme wurden bereits initiiert. Alle mit der Botschaft, dass körperliche Bewegung die beste Vorbeugung ist. Umso erstaunlicher ist es, dass Sport als Krankheitsvorbeugung in der breiten Masse immer noch eine sehr geringe Rolle spielt. Rückenschmerzen sind also das Problem der Zukunft mit dem sich das Gesundheitswesen auseinandersetzen muss um es in den Griff zu bekommen. Ob Rückenschmerzen nun aus einem Phlegma der Personen resultieren und ob ein weiterer Anstieg von Rückenschmerzen verhindert werden kann soll Gegenstand dieser Arbeit sein.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Aktualität des Themas
1.2 Methodik und Quellen
1.3 Gliederung der Arbeit
2 Physiologische Aspekte
2.1 Überblick über Wirbelsäulenanatomie und -funktion
2.2 Erkrankungen der Wirbelsäule
2.3 Der Rückenschmerz
2.3.1 Ursachen
2.3.2 Vorbeugemaßnahmen
2.4 Therapieansätze
2.5 Zusammenfassung
3 Aspekte der Gesundheitsförderung
3.1 Einführung in die Gesundheitsförderung
3.2 Begriffsabgrenzung
3.3 Historische Entwicklung
3.4 Zur Ottawa-Charta
3.5 Ebenen der Gesundheitsförderung
3.6 Modelle der Gesundheitsförderung
3.7 Zusammenfassung
4 Gesundheitsökonomische Evaluationen
4.1 Einführung in das Thema
4.2 Die Bedeutung der Studienperspektive
4.3 Kosten und Nutzen im Gesundheitswesen
4.4 Grundlagen und Ziele von Wirtschaftlichkeitsanalysen im Gesundheitswesen
4.5 Vier Methoden einer Wirtschaftlichkeitsanalyse
4.5.1 Kostenminimierungs-Analyse
4.5.2 Kosten-Wirksamkeits-Analyse
4.5.3 Kosten-Nutzwert-Analyse und das Konzept Qualitätskorrigierter Lebensjahre
4.5.4 Kosten-Nutzen-Analyse
4.6 Zusammenfassung
5 Sozialwissenschaftliches Vorgehen
5.1 Zur empirischen Sozialforschung
5.2 Quantitative und qualitative Sozialforschung
5.3 Methoden der qualitativen Sozialforschung
5.4 Besonderheiten der Interviewmethode
5.5 Zur Expertenbefragung
5.6 Zur Dokumentenanalyse
5.7 Zum multimethodischen Vorgehen
5.8 Zusammenfassung
6 Methodik des Forschungsprojektes
6.1 Forschungsziel und Fragestellung
6.2 Methodenkombination und Erhebungsinstrumente
6.3 Forschungsraum und Forschungsgruppe
6.4 Vorgehensweise und Ablauf
6.5 Erwartungen und Prognose
6.6 Dokumentation und Auswertung
6.7 Kritische Würdigung
7 Ergebnisse und Schlussfolgerungen
7.1 Einzelergebnisse von Erhebung I und Erhebung II
7.2 Zusammenfassung der Ergebnisse der Patientendaten
7.3 Zusammenfassung der Ergebnisse der Expertenbefragung
7.4 Schlussfolgerungen und Beantworten der Forschungsfrage
8 Interpretation
8.1 Zum Interpretationsansatz
8.2 Sportwissenschaftlicher Ansatz
8.3 Gesundheitsförderungsansatz
8.4 Gesundheitsökonomischer Ansatz
8.5 Zusammenfassung
9 Gesundheitspsychologie
9.1 Begriffsabgrenzungen und Vertreter
9.2 Zur künftigen Bedeutung
9.3 Gesundheitserziehung
9.4 Gesundheitsverhaltensmodelle
9.5 Zusammenfassung
10 Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Problematik von Rückenschmerzen unter gesundheitspsychologischen und ökonomischen Gesichtspunkten. Das zentrale Ziel ist es, zu klären, ob Rückenschmerzen aus einem mangelnden Gesundheitsverständnis resultieren und wie einem weiteren Anstieg von Patienten entgegengewirkt werden kann.
- Anatomische Grundlagen und physiologische Aspekte des Rückenschmerzes
- Methoden und Modelle der Gesundheitsförderung
- Gesundheitsökonomische Evaluationsverfahren
- Empirische Sozialforschung und qualitative Expertenbefragung
- Rolle der Gesundheitspsychologie bei der Krankheitsprävention
Auszug aus dem Buch
2.1 Überblick über Wirbelsäulenanatomie und -funktion
Die Wirbelsäule ist die wichtigste Stützkonstruktion des menschlichen Körpers. Sie besteht aus 33 übereinander angeordneten Knochen, den Wirbeln. Jeder Wirbel ist mit dem darüber oder darunter liegenden Wirbel durch Gelenke und Bänder verbunden. Zwischen den einzelnen Wirbeln befindet sich jeweils eine Bandscheibe, eine Art Gewebepolster, das eine elastische und bewegliche Verbindung zwischen den Knochen darstellt. Jede Scheibe umfasst zwei deutlich voneinander zu unterscheidende Teile: einen zentralen Bereich, den so genannten Nucleus pulposus, und einen äußeren Ring, den Annulus fibrosus. Ersterer besteht aus einer geleeartigen Masse, die sich leicht zusammendrücken lässt und sich dadurch den verschiedenen Belastungen, denen die Wirbelsäule im Lauf der Zeit ausgesetzt ist, anpassen kann. Diese Masse wird durch den äußeren Ring, sowie die darüber und darunter liegenden Wirbel in Form gehalten. Entlang der gesamten Wirbelsäule treten aus den Öffnungen zwischen den Wirbelkörpern Nerven aus, die dann zu den einzelnen Körperteilen verlaufen.
Die Wirbelsäule wird in fünf Regionen eingeteilt. Nämlich in die Halswirbelregion, die Brustwirbelregion, die Lendenwirbelregion, die Kreuzwirbel oder das Kreuzbein und schließlich das Steißbein. Die Wirbelsäule hat vier wichtige und miteinander zusammenhängende Funktionen. Sie wirkt als eine Art Halteorgan für die Aufhängung der inneren Organe. Außerdem unterstützt sie die oberen und unteren Extremitäten, den Oberkörper und den Kopf. Eine weitere Funktion ist die Mobilität, welche sich bei der Wirbelsäule durch das Vorwärtsbeugen und Rückwärtsbeugen zeigt.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Einführung in die enorme Belastung durch Rückenschmerzen als Volkskrankheit und Vorstellung des methodischen Vorgehens der Arbeit.
2 Physiologische Aspekte: Detaillierte Betrachtung der Wirbelsäulenanatomie, der Krankheitsbilder sowie der aktuellen Therapieansätze bei Rückenschmerzen.
3 Aspekte der Gesundheitsförderung: Darstellung der historischen Entwicklung und theoretischen Modelle der Gesundheitsförderung, mit einem Fokus auf die Ottawa-Charta.
4 Gesundheitsökonomische Evaluationen: Erläuterung der ökonomischen Methoden zur Bewertung medizinischer Leistungen und der Relevanz für eine optimale Ressourcenallokation.
5 Sozialwissenschaftliches Vorgehen: Theoretische fundierte Einführung in empirische Forschungsmethoden, insbesondere in Hinblick auf qualitative Erhebungsverfahren.
6 Methodik des Forschungsprojektes: Beschreibung der konkreten Vorgehensweise, bestehend aus der Auswertung von Patientendaten und der Durchführung von Experteninterviews.
7 Ergebnisse und Schlussfolgerungen: Präsentation der erhobenen Daten aus der Patientenanalyse und der Expertenbefragung sowie deren Interpretation.
8 Interpretation: Zusammenfassende Deutung der Untersuchungsergebnisse aus sportwissenschaftlicher, gesundheitsförderischer und gesundheitsökonomischer Perspektive.
9 Gesundheitspsychologie: Analyse der zukünftigen Bedeutung der Gesundheitspsychologie, insbesondere für die Prävention und Gesundheitserziehung.
10 Ausblick: Zusammenfassende Reflexion der Arbeit mit Fokus auf die Notwendigkeit eines Paradigmenwechsels in Richtung Prävention.
Schlüsselwörter
Rückenschmerzen, Gesundheitsförderung, Prävention, Gesundheitsökonomie, Wirbelsäule, biopsychosozialer Ansatz, empirische Sozialforschung, Expertenbefragung, Gesundheitspsychologie, Lebensqualität, Bewegungsmangel, Gesundheitsverständnis, Kosten-Nutzen-Analyse, Ressourcenallokation, Patientenaktenanalyse
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das verbreitete Krankheitsbild Rückenschmerz und hinterfragt die Ursachen sowie die Wirksamkeit aktueller Therapie- und Präventionsmaßnahmen.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Zentral sind die medizinischen Grundlagen, Strategien der Gesundheitsförderung, wirtschaftliche Evaluierung von Behandlungen und psychologische Faktoren der Gesundheitserhaltung.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Es wird untersucht, ob Rückenschmerzen primär aus einem mangelnden Gesundheitsverständnis resultieren und ob ein Anstieg der Patientenzahlen durch präventive Maßnahmen verhindert werden kann.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Methodenkombination aus quantitativer Dokumentenanalyse von Patientendaten und qualitativen Experteninterviews.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine anatomische Bestandsaufnahme, eine theoretische Abhandlung über Gesundheitsförderung und Ökonomie sowie die Darstellung des eigenen Forschungsprojektes.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Schlagworte sind Rückenschmerzen, Prävention, Gesundheitsförderung, Gesundheitsökonomie, Gesundheitspsychologie und Bewegungsmangel.
Warum spielt das Thema "Phlegma" eine so große Rolle für den Autor?
Der Autor identifiziert eine weit verbreitete Passivität (Phlegma) gegenüber der eigenen Gesundheit als Hauptursache dafür, dass präventive Sportprogramme trotz theoretischen Wissens nicht konsequent genutzt werden.
Was schlussfolgert der Autor hinsichtlich der klassischen Therapieformen?
Der Autor kritisiert, dass klassische konservative Maßnahmen wie Massagen oft lediglich eine symptomatische Linderung bewirken, statt die Ursachen durch eine nachhaltige Verhaltensänderung der Patienten zu bekämpfen.
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- Dipl. Pflegewirt (FH) Thorsten Lezius (Author), 2004, Volkskrankheit Rückenschmerzen - ein Forschungsprojekt unter gesundheitspsychologischen Aspekten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/38694