Forschungsbericht über die Schlacht von Lützen. Welchen Forschungsgewinn liefert die Archäologische Forschung?


Bachelorarbeit, 2017

74 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Erweiterter Forschungsstand
2.1. Historiographische Quellen
2.2. Historiographische Forschungsliteratur
2.3. Der Wert von Schlachtfeldern als historische Quelle
2.4. Schlachtfeldarchäologischer Forschungsstand
2.5. Ausgrabungen Lützen

3. Historischer Rahmen
3.1. Gustav II. Adolf und die Schweden
3.2. Albrecht Wallenstein
3.3. Bis zur Schlacht bei Lützen

4. Heerwesen und Taktik des 17. Jahrhunderts
4.1. Handfeuerwaffen
4.2. Infanterie
4.2.1. Pikeniere
4.2.2. Musketiere
4.3. Kavallerie
4.4. Artillerie

5. Wesentliche Strömungen
5.1. Spanisch-mediterrane Schule
5.2. Die kaiserlich-/ lingistische Armee
5.3. Oranische Heeresreform
5.4. Die Armee Gustav Adolfs

6. Die Schlacht bei Lützen
6.1. Beschreibung Schlachtfeld
6.2. Archäologische Funde
6.3. Anmarsch , Aufstellung
6.4. Spielen mit Stücken
6.5. Kavallerie gegen Kavallerie
6.6. Infanterie gegen Kavallerie
6.7. Infanterie gegen Infanterie

7. Schluss

8. Literatur

1. Einleitung

„Lützen ist eine kleine Stadt in Sachsen-Anhalt, deren Name in Schweden wohl bekannter ist als in Deutschland“[1], schrieb Maik Reichel, ehemaliger Bürgermeister und Museumsleiter der Stadt Lützen. Nach julianischem Kalender, der von Schweden zum Teil bis in das 18. Jahrhundert verwendet wurde, fand am 06. November 1632, nord-östlich angelehnt an Lützen und der nach Leipzig führenden Via Regia, eine bedeutende Schlacht des dreißigjährigen Krieges statt.[2]

Sie ist weniger aus militärischer Sicht für die lebhafte Erinnerungskultur bedeutend. Inger Schuberth sieht auch nicht darin die Bedeutung Lützens, dass sich die beiden herausragenden Persönlichkeiten des dreißigjährigen Krieges, Gustav II. Adolf König von Schweden und Retter der Protestanten und Albrecht von Wallenstein Generalissimus der kaiserlichen Truppen, zum ersten Mal in einer offenen Feldschlacht gegenüberstanden. Sie sieht in dem Tod des lutherischen König Schwedens in dem protestantischen Kernland die Bedeutung, die der Schlacht beizumessen ist. Wohingegen Lützen kaum in Deutschland bekannt ist, ist es aus der schwedischen Erinnerungskultur nicht wegzudenken. Verwunderlich ist es nicht, dass die ereignisorientierte schwedische Geschichtswissenschaft, sich den Todesumständen dieser Ikone verschrieben hatte.[3]

Für die Erforschung des Militärwesens im 17. Jahrhundert und dementsprechend einer Schlacht im dreißigjährigen Krieg, wie Michael Kaiser feststellte, sind ältere Arbeiten weiterhin von Bedeutung und erfordern ihren Einbezug.[4] Jedoch erstrecken sich diese Arbeiten oft auf einzelne Teilbereiche. Besonders die zufriedenstellende Darstellung von Kampfesweisen lässt viele Fragen offen oder wird überhaupt nicht thematisiert. Brent Nosworthy schrieb einleitend in seinem Buch „The Anatomy of Victory“: „It is ironic that the area of combat wich many readers find the most interesting is rarely covered in more than sketchy narrative“[5].

Die deutsche wissenschaftliche Literatur weist einen Mangel an Arbeiten mit militärischen Themen in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts auf. Seidler legt in seinem Vorwort zu seiner Arbeit einen triftigen Grund für diese Tatsache offen. „Würde man mich aber da nicht verständnislos anstarren, weil ich mich in einer aus den Fugen geratenen Welt noch mit einer Schlacht bei Lützen abgebe?“[6]. Die Umstände, die der Zweite Weltkrieg mit sich brachte, begründeten eine allgemeine Kriegsmüdigkeit, in der selbst die wissenschaftliche Beschäftigung mit militärischen Themen nicht für relevant erachtet wurde. Auch H. Schwarz scheint sich erklären zu müssen, einleitend in seinem 1962 erschienenem Werk „Gefechtsformen der Infanterie und ihre Entwicklung in Mitteleuropa“.[7]

Erst mit dem 21. Jahrhundert wird Militärgeschichte wieder attraktiver, wie das neue Forschungsfeld der Archäologie, die Schlachtfeldarchäologie beweist.[8] Viele Publikationen beschäftigen sich mit Kriegsführung aber kaum eine Abhandlung beschäftig sich mit tatsächlichen Abläufen einer Schlacht. Brent Nosworthy meinte „the lack of detailknowledge about each tactical system, and precisely how it differed from its counterparts […]“ führt dazu, dass es eine Annahme über die taktischen Grundzüge der unterschiedlichen Parteien gibt, welche er als „[…] sameness of tactical systems […]“[9] beschreibt. Selbst für das 18. Jahrhundert ist dieses Phänomen zutreffend, obwohl es noch im Vergleich zum 17. Jahrhundert viel öfter behandelt wurde.[10]

„Was uns aber fast völlig fehlt [schilderte John Keegan über die Schlacht von Azincourt] ist das Verständnis für die Tatsächlichkeiten des Kämpfens und der Stimmung […]“[11]. Diese Aussage trifft in besonderem Maße für die Schlachten des 17. Jahrhunderts zu. Es scheint Auffällig, dass diese Epoche fast gänzlich ausgelassen wird. Um sich dieser Problematik zu nähern, wird in der Arbeit nicht versucht, die Schlacht in ihrem „klein klein“ darzustellen. Die Schlacht bildet den Gegenstand, um das Heerwesen der Zeit zu verstehen. Der methodische Ansatz, der in dieser Arbeit verfolgt wird, beruht auf der Herangehensweise von John Keegan, den er in seinem Werk „Das Antlitzt des Krieges“ von 1978 anwandte und die Schlachten nach einem viel allgemeineren Prinzip darstellte. Unterteilt in Infanterie gegen Infanterie oder Kavallerie gegen Artillerie, schafft er es anhand dieser Herangehensweise dem Leser die tatsächlichen Kampfweisen näher zubringen und vermittelt ihm das Gefühl bei der Schlacht dabei gewesen zu sein.[12]

2. Erweiterter Forschungsstand

Um das Schlachtgeschehen verlässlich zu rekonstruieren, dienen dem Historiker der frühen Neuzeit schriftliche und bildliche Quellen. Im Falle des dreißigjährigen Krieges handelt es sich dabei um Schlachtpläne, Kupferstiche, wie denen im Theatrum Europaeum, Malereien und Briefe. „Das andere, das bleibt, sind Spuren im Boden“[13], von Munitionsresten, Ausrüstungsteilen, Waffen, Skeletten oder verschütteten Laufgräben.[14]

Um eine überzeugende Darstellung der Schlacht von Lützen bemüht sich die historische Forschung seit inzwischen fast 150 Jahren“[15]. Doch Widersprüche in schriftlichen sowie bildlichen Quellen lassen keinen zufriedenstellenden Schluss zu. Den Anspruch dieses Rätsel zu lösen, erhebt die Schlachtfeldarchäologie. Denn nur das Schlachtfeld selber kann die objektive Wahrheit preisgeben, welche anhand von subjektiven Quellen nicht zu erlangen ist. Die Untersuchungen in Lützen haben sich zu dem größten Schlachtfeldarchäologischen Projekt in Europa herauskristallisiert.[16] Seit 2006 arbeiten Wissenschaftler unterschiedlicher Disziplinen daran, das Gelände der Schlacht zu erforschen und zu prospektieren. Das Projekt begründet ein Forschungsfeld in Deutschland, welches bis dato Hobbyhistorikern oder Schlachtfeldbuddlern überlassen wurde, die in Staaten wie Amerika, Großbritannien oder Polen schon für Aufsehen gesorgt haben. Dabei wurde ein Massengrab mit 47 gefallenen Soldaten entdeckt, welches in dieser Größenordnung Europaweit nicht zu finden war. Sie sollen erzählen, wie nicht nur ihre letzten Stunden abgelaufen sind sondern wie ihr Leben verlief. Anhand der Skelette lassen sich Aussagen zum Sterbealter, der Herkunft, den Lebensbedingungen und Aktivitäten, zu Vorerkrankungen und verheilten Verletzungen sowie zur möglichen Todesursache treffen.[17]

2.1. Historiographische Quellen

Historische Quellen sind im Zeitalter des dreißigjährigen Krieges Mangelware. Sie beschränken sich auf vereinzelte Zeitzeugen, wie die Predigt des Lützener Pfarrers Paul Stockmann, auf Augenzeugenberichte, wie die des General Heinrich von Holk oder Wallensteins, sowie diversen Flugschriften. In den Augenzeugenberichten der Schlacht bei Lützen sieht André Schürger eine wichtige und kaum beachtete Quelle zur Rekonstruktion des Geschehens. Es gibt jedoch nur wenige Augenzeugenberichte, die dazu nur sehr punktuell berichten. Des Weiteren können auch Gemälde, wie des Malers Peter Snayers, der die Schlacht bei Lützen 1651 darstellte, als Quelle genutzt werden. Die Archäologie nutzt sie schon lange zur Einordnung von Funden.[18]

Flugschriften bilden eine der wichtigsten historiographischen Quellen der Zeit. „Die meisten Flugschriften, die politische Stimmungsbilder aus dem Dreißigjährigen Krieg vermitteln, sind konfessionell geprägt“[19]. Sie sind demnach einem der beiden Lager zuzuordnen und entsprechend zu bewerten. Zu den protestantischen Flugschriften zählen die Relationen und zu den Kaiserlichen die Extracte.[20] Im Extract lassen sich Briefe hochrangiger kaiserlicher Personen finden, wie der erste Brief von Wallenstein an Aldringen, der kurz nach der Schlacht geschrieben wurde.[21] Aufgebaut ist das Extract auf einer 1632 bei München gedruckten Flugschrift.[22] Maßgebliche protestantische Flugschriften der Zeit waren, die Relation von 1632 auch Erfurter Relation betitelt. Sie wurden für einschlägige Publikationen, die sich mit der Schlacht bei Lützen beschäftigten, wie von Diemar und Droysen, als bevorzugte Quelle genutzt. Des Weiteren erschien die Relation von 1633 und die Declaration von 1633. Laut Seidler stützt sich das Theatrum Europaeum fast wörtlich auf die Relation von 1633. Dies sind die ursprünglichen protestantischen Flugschriften, die sich mit dem Thema beschäftigen, alle folgenden bauen auf den Aussagen dieser auf.[23]

Wie schon angesprochen, bauen die Inhalte des Theatrum Europaeum auf den Relationen auf. „Wer immer sich mit der Frühen Neuzeit insgesamt befasst, so der Konsens, kommt um das Theatrum Europaeum nicht herum“[24], auch Gerd Dethlefs hebt das Theatrum Europaeum als vielzitierte Text-und Bildquelle für das Europabild des 17. Jahrhunderts hervor. Matthaeus Merian und seine Erben schufen ein Werk von 21 Bänden zwischen 1633 bis 1738 und stellen damit einen Spiegel ihrer Zeit dar. Gerd Dethlefs betont aber auch, dass es genauso wie es seine Zeit reflektierte, diese auch beeinflusste.[25] Das Geschäft der Kriegsdarstellung stellte ein einträgliches Geschäft dar, welches von breiten Teilen der Bevölkerung intensiv verfolgt wurde.[26] Der Herausgeber war der reformierte Kupferstecher Matthaeus Merian, der einen, auf illustrierte Bücher, spezialisierten Verlag seines Schwiegervaters übernahm und sich in Frankfurt, einer protestantischen Stadt niederließ. Sein eigener Anspruch ist es, mit seinem Werk eine „[…] wahrhafte Beschreibung […]“[27] seiner Zeit abzuliefern und dabei im Sinne der Geschichtsschreibung keine Partei zu ergreifen. In Wirklichkeit waren seine Ausführungen im proschwedischen Sinne.[28] Vorbildlich für das Theatrum waren die in Köln und Frankfurt erschienenen Relationen. Die ursprünglichen Quellen sind aber die Flugblätter sowie die ersten gedruckten Zeitungen. Darunter sind die aus Frankfurt stammenden Meßrelationen zu nennen, die vornehmlich über den von europäischen Mächten kontrollierten Raum berichteten. Die Ordentliche Wochentliche Zeitung berichtete bereits am 17. November 1632 über die Schlacht. Jedoch berichteten nicht nur deutsche Zeitungen über die Ereignisse, auch die „Swedish Intelligence“ schrieb, nach André Schürger den längsten und detailliertesten Bericht darüber.[29] Kai Lohsträter schlussfolgerte, „überblickt man die Formen der Kriegsdarstellungen des 17. Jahrhunderts und stellt diese in Beziehung zur bisherigen Forschungsliteratur, muss man feststellen, dass die intermediale Perspektive […] bislang völlig unterbelichtet geblieben ist“[30].

2.2. Historiographische Forschungsliteratur

Nachdem sich, über mehrere hundert Jahre, unzählige Menschen mit der Rekonstruktion der Schlacht beschäftig haben und schon die Frage aufkam; „Besteht noch ein Lützenproblem?“[31], stellte Seidler in seinem 1954 erschienen Werk „Untersuchungen über die Schlacht bei Lützen 1632“ fest: „Der Ablauf dieser Schlacht ist nicht einmal in den Hauptteilen wissenschaftlich bewiesen“[32]. Erste historische Abhandlungen wurden schon in den 1640er Jahren verfasst, wie das Werk von Bogislaf Philipp von Chemnitz 1648, dessen Aussagen sich vornehmlich auf die Erschienen Relationen beziehen. Galeazzo Gualdo Priorat berichtet 1642 über die Kriegsführung Gustav Adolf mit Anmerkungen zur Schlacht bei Lützen und Breitenfeld.[33] Khevenhüllers Annalen von 1726 sollen auf einen Bericht, verfasst von Oberstleutnant Giulio Diodati, beruhen, der selber bei der Schlacht zugegen war, sowie auf den erschienen Relationen.[34]

In der neueren Forschung, so bewertet André Schürger, stellt die Arbeit Gustav Droysens 1864 die erste ernstzunehmende Untersuchung zur Schlacht bei Lützen dar, die trotz des Alters immer noch Gültigkeit besitzt. Schon Gustav Droysen schlussfolgert zur Untersuchung der Schlacht: „Eine quellenmäßige Darstellung der Schlacht bei Lützen muß sich bescheiden, mehr der Methode als der Resultate wegen von Interesse zu sein“[35]. Es gibt nur Quellen, wie Droysen beschreibt, die nur berichten oder Nacherzählen, „[…] die frühestens in dem Moment zu fließen beginnen, in welchem das Ereigniß selbst zerflossen ist […]“[36]. Er stellte damit fest, dass die zur Verfügung stehenden Quellen, auf ihren Wahrheitsgehalt nicht eindeutig überprüfbar sind. Damit setzte er sich massiver Kritik Joseph Seidlers aus, der dies polemisch als Lüge strafte. Er interpretierte darin, dass Droysen meinte, dass keine zufriedenstellende Darstellung möglich sei.[37] Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts waren die Forschungsarbeiten zu Lützen geprägt von quellenkritischen Untersuchungen und der Einschätzung, dass eine Unmöglichkeit nach historischer Erkenntnis bestünde, was die Rekonstruktion der Schlacht betrifft. Seidler bemängelt: „Eine Quellenzusammenstellung, wie sie Droysen und Diemar in ihren Arbeiten geboten haben, ist zwar fördernd, kann aber nicht Selbstzweck sein“[38]. Die Monographie Josef Seidlers über die Schlacht bei Lützen (1954) stellt weiterhin das renommierteste Werk im deutschsprachigen Raum dar, welches sich detailiert mit der Schlacht bei Lützen beschäftigt.[39]

Die Erforschung militärgeschichtlicher Themen war im deutschsprachigen Raum lange Zeit sehr unattraktiv. Prägend und dominierend bis heute, sind deswegen die angelsächsischen Wissenschaftsergebnisse und Publikationen, die jedoch einen größeren zeitlichen Horizont und eine europäische Perspektive einnehmen. Zu nennen sind hierbei Roberts 1956 und seine These der militärischen Revolution, die von Parker aufgegriffen, zum Teil kritisiert und erweitert wurde. David A. Parrot und Jeremy Black knüpften an diesen Ergebnissen weiter an.[40]

Die deutsche Forschung in dem Bereich konzentriert sich noch zunehmend auf sozialgeschichtliche Fragestellungen wie bei Kroener und Junkelmann.[41] Die Forschungen von H. Delbrück und H. Schwarz zum Heerwesen und der Taktik des 17. Jahrhunderts sind maßgeblich und als Standartwerke zu betrachten. Auch Kaiser betrachtet die Forschungen von Schwarz als grundlegend, welche vor allem durch Skizzen, Pläne und schematische Darstellungen bestechen.[42]

H. Delbrücks mehrteilige Publikationsreihe „Geschichte der Kriegskunst“ basiert in seinen Ergebnissen zum Heerwesen und Infanterietaktik auf das Theatrum Europaeum, auf das 1902 erschienene Werk von Bogislav Philipp von Chemnitz und auf Spezialschriften „Arma Suecica“ von Arlanibaeus und „Kriegskunst nach königlich schwedischer Manier“ von Traupitz sowie auf Schlachtaufstellungen des Königs, publiziert im Archiv für schwedische Kriegsgeschichte.[43]

Eine eingehende Beschäftigung mit den Kampfweisen ist in der Sekundärliteratur kaum zu finden. Delbrück drückt sich dazu im Folgenden so aus; „Ich verzichte jedoch darauf, mich in die Frage […] zu vertiefen, da sie doch nur technischer Natur sind und über das kriegsgeschichtlich und weltgeschichtlich Wesentliche kein Zweifel besteht […]“[44]. Die tatsächliche Rekonstruktion von Kampfhandlungen ist häufig nicht gewollt, da sie häufig nicht zielführend sei. Jedoch wird die Unkenntnis, die über militärische Praktiken der Frühen Neuzeit herrscht, damit nur verschwiegen. Aber nicht nur der Forschungsgegenstand erweist sich an sich als unattraktiv. Auch H. Schwarz stellte den Mangel an Quellen fest, welche auf mehrere Gründe basieren, die dazu führen, dass die Beschäftigung dieses Themengebietes weiterhin viele Fragen offen lässt.[45]

2.3. Der Wert von Schlachtfeldern als historische Quelle

Die archäologische Forschung wird meist in Verbindung gebracht mit einem Erkenntnisgewinn für die Geschichtsschreibung vor der Zeit der Schriftlichkeit. „Aber selbst in Zeiten schriftlicher Überlieferung ist diese meist lückenhaft oder subjektiv gefärbt, sodass die Archäologie hier ein wichtiges Korrektiv darstellt“[46]. Die Schlachtfeldarchäologie beschäftigt sich mit kriegerischen Auseinandersetzungen, die Meller als geplanten und organisierten Waffengang zwischen autonomen Gruppen definiert. Im Gegensatz zu Schweden oder Großbritannien ist die Schlachtfeldarchäologie in Deutschland vornehmlich auf vormittelalterliche Schlachtfelder konzentriert gewesen und gerade in der Erforschung der römischen Epoche weit entwickelt.[47]

Schlachtfelder werden als ein direktes Zeugnis eingestuft, womit eine objektive Rekonstruktion z.B. des Schlachtverlaufes möglich werden soll. Der Unterschied zu historischen Quellen liegt am bewussten bzw. unbewussten Schaffen dieser. Archäologische Quellen sind dadurch „[…] zwar nicht vom Menschen verfälscht, aber sie sind ausschnitthaft und durch die Erhaltungsbedingungen verzerrt“[48]. Der Archäologie fällt damit die Aufgabe der „Indiziensicherung“ zu, die den historischen Quellen beiseite gestellt werden kann. Eine Schwierigkeit ist, aus den vielen Funden eine Schlüssige Interpretation schließen zu lassen. Schlachtfelder zählen nicht zu Schützenswerten, Denkmalpflichtigen Orten, weshalb Privatpersonen eine nicht einzuschätzende Menge an Funden ohne gezielte Prospektion und Kartierung regelmäßig Bergen, die damit ein mögliches Ergebnis verschleiern. Lützen bildet eine Ausnahme, da dieses bereits seit den Untersuchungen 2006 geschützt ist, aber nicht nachvollziehbar ist, wieviel schon entwendet wurde.[49]

2.4. Schlachtfeldarchäologischer Forschungsstand

Schlachtfeldarchäologie ist ein noch junger Forschungszweig in Deutschland und zählte hingegen schon seit den 1980er Jahren zu den etablierten Wissenschaftsbereichen in den Vereinigten Staaten und Großbritannien. 1984 waren die Forschungen durch Douglas D. Scott am Little Bighorn maßgebend und durch bahnbrechende Erkenntnisse beschert. Fortsetzend beschäftigten sie die Großbritannier, Schweden und Franzosen intensiver mit der Thematik. Aus den schlechten Erfahrungen, die aus den Weltkriegen gezogen wurden, war es nicht sehr populär, sich mit Schlachten und Schlachtfelder in Deutschland zu beschäftigen. „Vielmehr blieb dieses Feld den Heimatforschern, Militärsammlern und Raubgräbern überlassen“[50].[51]

Achim Rost sieht in der Beschäftigung mit Plätzen wo militärische Konflikte ausgetragen wurden keinesfalls einen neuen Forschungszweig der Archäologie. Jedoch sieht er den Einsatz und die Weiterentwicklung von Metalldetektoren als Maßgebend für die neuere Forschung. Damit können überhaupt erst großflächig Schlachtfelder systematisch prospektiert werden. Thomas Brock markiert den Begin der Kriegsarchäologie, wie er es bezeichnet, mit den Sensationsfunden, 2006 aus dem Tal der Tollense und Lützen, 2007 bei Wittstock und 2008 bei Alerheim und am Harzhorn. Sie sorgten nicht nur für einen medialen Fokus, sondern seit dem widmete sich die deutsche Wissenschaft vermehrt diesem Thema, was anhand von Tagungen, Büchern und Publikationen seit 2008 zu bemerken ist. Dabei unterscheidet er die Erforschung von Kriegsstätten, wie dem Schlachtfeld bei Lützen zu der Erforschung von Relikten, welches auch in Deutschland schon seit dem 18. Jahrhundert vorgenommen wird. Die Untersuchung von Kriegsstätten ist viel jünger und hat seinen Ursprung wie beschrieben in den Vereinigten Staaten und Großbritannien.[52]

2.5. Ausgrabungen Lützen

Das Forschungsprojekt startete 2006 durch die Prospektion einer statistisch relevanten Fläche von einmal einem Kilometer, welches von André Schürger, einem leitenden Archäologen des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalts, vor Ort betreut wurde und wird. Geleitet wird das Projekt von der stellvertretenden Leiterin der Abteilung für Bodendenkmalpflege Susanne Friedrich. Bis 2011 wurde etwa ein Drittel der gesamten 300 ha großen Fläche des Schlachtfeldes prospektiert. Damit handelt es sich um das größte systematisch untersuchte Schlachtfeld weltweit. Durchgeführt wurde eine Prospektion der Oberfläche mit Metallsonden und einer Kartierung der Funde nach Typen. Wie Achim Rost es formulierte, machen die Methoden zur Untersuchung des Schlachtfeldes deutlich, wie wichtig die Entwicklung von Metalldetektoren für die Schlachtfeldarchäologie ist. Die angewandte Methodik beruht auf Erfahrungen, die Archäologen im Rahmen von Feldbegehungen seit den 1960er Jahren gemacht haben. Für den Erfolg ist die strickte Einhaltung einer Prospektionsmethode erforderlich. In Lützen angewandt und durch viele Jahre der Erforschung unterschiedlichster Schlachtfelder erprobt, hat sich die Methode der einmaligen vollständigen Begehung der Fläche durchgesetzt. Dazu wird sie in gleich große Bahnen eingeteilt, die durch einen Sondengänger abgelaufen werden, der seinen Schwenkbereich in regelmäßigen Abständen markiert. Auf dem Rückweg kann er sich an diesen Linien orientieren, bis das gesamte Gebiet prospektiert wurde.[53]

Problematisch sind die vielen Metallobjekte, die aufgrund der jungen Disziplin der Schlachtfeldarchäologie sowie der Archäologie der Neuzeit, nicht sicher verglichen werden können, da die sicheren Vergleichsstücke noch fehlen. Zur Einordung dienen deswegen noch vornehmlich Gemälde, die aber nicht einwandfrei zu bewerten sind. Ebenfalls ist ein deutlicher Mangel an Forschungsarbeit im Bereich der Waffentechnologie und deren Kaliber in der Frühen Neuzeit festzustellen. André Schürger sieht deswegen noch viel Forschungspotential in der Disziplin.[54]

Trotzdem kann die Vorgehensweise variieren. „Abhängig von der Größe des Schlachtfeldes, der Topographie, der wissenschaftlichen Fragestellung und nicht zuletzt der zur Verfügung stehenden finanziellen Mittel kann die Vorgehensweise stark variieren“[55].[56] Abgewichen wurde von dem eingesetzten Projektteam in Lützen vornehmlich von der Methodik der Schlachtfeldarchäologie im Vergleich zu den Kollegen in Großbritannien. Aufgrund von vielfacher Raubgräberei und Bebauung werden die Schlachtfelder möglichst schnell in einzelnen Bahnen, in Großbritannien, prospektiert, die einen Abstand von 10-50m zueinander haben. In Lützen wurde von Anfang an die gesamte Fläche untersucht. Dadurch lässt sich auch der reichhaltige Fund von Ausrüstungsgegenständen, wie Schnallen und Knöpfe erklären. Per GPS wurden die Funde eingemessen und in der Access-Datenbank des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen Anhalt erfasst. Mit ArcGIS wurden die Daten in Übersichtsplänen visualisiert.[57]

Vornehmlich wurden bei Lützen, wie jedoch für die Frühe Neuzeit üblich, Geschossteile, Ausrüstungsgegenstände und Waffenteile gefunden. Aus den Funden und deren „[…] Verteilung erschließen sich Kampfzonen, Rückzugswege, Aufmarschareale oder Lagerplätze welche […]“[58] die schriftlichen Quellen weiter präzisieren. „Der materielle Niederschlag der Schlachten […] bildet eine untrügliche Indizienkette, anhand derer sich Ort und Ablauf der Schlacht rekonstruieren lassen“[59]. Ergänzend zur Methode der Prospektion mit Metalldetektoren wurden für die Archäologie typische Methoden, wie die geophysikalische Methode und Luftbildarchäologie angewandt, um besondere Stellen für Sondierungsgrabungen ausfindig machen zu können.[60]

Mit dem Projekt in Lützen rückt die Schlachtfeldarchäologie dichter an die öffentliche und wissenschaftliche Wahrnehmung in Deutschland. Obwohl diese Wahrnehmung nicht immer positiv zu setzten war. Zu der Beschäftigung mit Schlachten wurde auch schnell Skepsis geäußert, kriegsverherrlichende Arbeit zu verrichten. Dazu findet einmal jährlich ein wissenschaftliches Komitee statt, bei dem international leitende Archäologen der Forschungsrichtung sowie Historiker zusammenkommen und die neuen Ergebnisse Zusammentragen und Bewerten. Seit 2009 besteht eine internationale Kooperation zwischen dem Swedish National Heritage Board unter der Leitung des Schlachtfeldarchäologen Dr. Bo Knarrström und dem Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt. Unterstützt wurden sie von internationalen Spezialisten wie Timothy Sutherland MSc BSc, Dr. Glenn Foard und Dr. Tony Pollard aus Großbritannien. Damit ist das Projekt zu einer internationalen Kooperation herangewachsen, die vorbildlich ist. Besonders für die methodologische Herangehensweise des Lützener Schlachtfeldes waren die unterschiedlichen internationalen Erfahrungen hilfreich.[61]

Durch die Kooperation konnten die besten Elemente jeder Methode vereint werden. Im Fall Lützen, wie generell in der Schlachtfeldforschung, war die Hoffnung des Projektes, mit den Ausgrabungen die schriftlichen Quellen, besonders die welche sich wiedersprechen, zu ergänzen. Ein Schlachtfeld der Frühen Neuzeit bietet dafür die besten Voraussetzungen, im Gegensatz zur Moderne oder zum Mittelalter. Die Schlachtfeldarchäologie ist gewissen Einschränkungen unterworfen, die zum einen für Schlachtfelder der Moderne zutreffen, welche oftmals zu weiträumig werden oder zum anderen für Schlachtfelder des Mittelalters sich äußerst kompliziert darstellen. Frühneuzeitliche Schlachtfelder sind hingegen in ihrer Ausdehnung begrenz, „[…] in ihrer historischen Bewertung unsicherer […]“[62] und die Metallfunde bestehen größtenteils aus Buntmetall, welches im Vergleich zu Eisen leichter zu erfassen ist.[63] Probleme gibt es dabei, dass die Forscher nicht wie in der Archäologie üblich, die Einzelfunde anhand von Beifunden datieren können. „Eine vorläufige Datierung wird daher teilweise über die reine Quantität einer identischen oder beinahe identischen auf dem Schlachtfeld vorkommenden Fundgattung vorgenommen“[64].

Besonders für das Schlachtfeld bei Lützen ist die große Menge an Kleinfunden, was der Ursache zu verdanken ist, dass die Ausgrabungen sich nicht um eine archäologische Rettungsaktion handelten und sich das Team damit nicht an eng gesteckte zeitliche Parameter halten musste. Harald Meller erwähnt eine Anzahl von 3500 Metallfunden und Thomas Rost vervollständigt sie auf 10000 Relikte, die bis 2011 gefunden wurden und kommen damit zu der Einschätzung, dass sich damit Aussagen zum Schlachtverlauf tätigen lassen. Für Thomas Rost gelang es vor allem in Lützen „[…] durch Schlachtfelduntersuchungen, den in Dokumenten überlieferten Schlachtverlauf teilweise zu korrigieren, entscheidende Details der bisherigen historischen Interpretation infrage zu stellen und grundlegende schlachtfeldarchäologische Erkenntnisse zu gewinnen“[65].[66]

Weitere bedeutende Grabungen, im Zuge der Erforschung des dreißigährigen Krieges, sind die Entdeckungen des Massengrabes bei Wittstock und der von 2009-2011 erfolgen schlachtfeldarchäologischen Erforschung des Schlachtfeldes, unter der Leitung des brandenburgischen Landesdenkmalamtes sowie die Bergung zweier Landsknechte, die in einem Laufgraben, bei der 1628 belagerten Stadt Stralsund, verschüttet wurden.[67]

3. Historischer Rahmen

Der Augsburger Religionsfrieden von 1555 sollte die Toleranz zwischen Katholiken und Protestanten zusichern. Die Bestimmungen verstärkten jedoch die konfessionellen Spannungen und unter Kaiser Ferdinand II. (1578-1637) spitzten sich die Zustände unter den Gegenreformationen weiter zu. Zusammen mit den Machtbestrebungen der europäischen Herrscherhäuser eskalierten im Mai 1618 die Verhältnisse und lösten den ersten Teilkonflikt, den Böhmisch-Pfälzischen Krieg, aus. Es wurde ein Flächenbrand ausgelöst mit vielen Teilkonflikten, der dreißig Jahre währen und als Katastrophe in die Geschichte eingehen sollte. Damit standen sich die katholische Liga und die protestantische Union unter stetig wechselnden Bündnispartnern, bei denen fast alle wesentlichen europäischen Mächte mit vertreten waren, gegenüber. Eingeteilt wurde er, nach den Hauptgegnern, in vier Teile. Da Schweden 1630 in den Konflikt mit einschritt, erhielt dieser Teil auch den passenden Namen, Schwedischer Krieg, wo die Schlacht bei Lützen mit hineinzurechnen ist. Da das protestantische Schweden durch das katholische Frankreich unterstützt wurde, machte es den konfessionellen Konflikt endgültig zur Farce und offenbarte das Machtkalkül der europäischen Häuser.[68]

Wallensteins und Tillys militärische Erfolge im Niedersächsisch-Dänischen Krieg verschafften den Kaiserlich-Katholischen ein militärisches Übergewicht und nach dem Ausscheiden Dänemarks als Kriegsgegner, befand sich Kaiser Ferdinand II. auf dem Höhepunkt seiner Macht. Aufgrund der militärischen Überlegenheit wollte Kaiser Ferdinand eine „[…] politisch-rechtlich akzeptierte Friedensordnung […]“[69] nach seinen Bedingungen etablieren und versuchte dazu den Konflikt vom europäischen Umfeld weitestgehend einzudämmen.[70] Jedoch hatte schon der Verlauf der Regensburger Kurfürstentage angekündigt, dass die fehlende politische Einigkeit und die rein auf Ferdinands militärischer Überlegenheit gestützte Macht, unweigerlich zur weiteren Ausweiterung des Konfliktes führen musste.[71] Die militärische Dominanz könnte ein Faktor gewesen sein, den Kaiser Ferdinand II. dazu ermutigt hat, den Stimmen in seinem Umfeld nachzugeben, und den allzu unbeliebten und mächtig gewordenen Wallenstein abzusetzen. Nachdem bis 1630 aufgrund mangelnder Kompromissbereitschaft kein Frieden ausgehandelt werden konnte, der auch politisch für beide Seiten verträglich war, konnte mit dem Eingreifen Schwedens kein Frieden, ohne die Zustimmung einer auswärtigen Krone, im Reich geschlossen werden. Kampmann begründet dies mit der Verschiebung der etablierten Machtverhältnisse, besonders dem Verlust an Macht der katholischen Liga, sowie der reichsständisch-protestantischen Mittelpartei.[72]

Mit 13000 Mann landete er auf Usedom und beteiligte sich aktiv am Krieg. „Nach anfänglicher Zurückhaltung wurden seine Reihen durch protestantische Landesherren gestärkt, die bedeutendsten unter ihnen waren die Kurfürsten von Sachsen und Brandenburg“[73]. Nach der Schlacht bei Breitenfeld war es ihnen möglich, ungehindert in das katholische Süddeutschland zu ziehen. Gustav II. Adolf wurde zum Retter der Protestanten erklärt. Weitere Siege bei Rain am Lech sowie bei Wiesloch und dem Tod des berühmten Generals Tilly verschlimmerten die Lage der Liga zunehmend. Daraufhin war Kaiser Ferdinand II. gezwungen, den in Ungnade gefallenen Wallenstein wieder als Oberbefehlshaber und als Generalissimus einzusetzen. Er war der Einzige, der in der Lage war, schnell ein schlagkräftiges Heer aufzustellen, welches er auch selber finanzieren konnte.[74]

3.1. Gustav II. Adolf und die Schweden

Der Übergang vom 16. zum 17. Jahrhundert ließ im Norden des Reiches eine neue Großmacht entstehen. Schweden unter dem Wasa Geschlecht rüttelte am traditionellen Machtgefüge im Ostseeraum, welches eine Bevölkerungszahl von gerade einmal Brandenburg und Kursachsen umfasste. Bis dato war das Königreich Dänemark, welches unter Christian IV. aus vielen Teilreichen bestand, der Machtfaktor im Ostseeraum, da er den Zugang zur Ostsee, den Sund, kontrollierte, der eine bedeutende Einnahmequelle bildete.[75]

Die gängige wissenschaftliche Vorstellung war, dass Schweden aufgrund des Erhaltungswillens der nationalen Selbstständigkeit, gegenüber Dänemark und anhaltenden polnisch-schwedischen Kriegen, zu einem Militärstaat avancierte. Dazu soll hier in aller Kürze der Keim für die schwedisch-polnischen Auseinandersetzungen dargelegt werden.[76]

Nachdem der katholische Sigismund III. 1587 zum König von Polen und 1592 ebenfalls zum schwedischen König erhoben wurde, wurde er aufgrund der starken Machtstellung des protestantischen schwedischen Adels und seiner Politik der Förderung des Katholizismus, bereits 1600 abgesetzt. Sigismund setzte sich nach Polen ab und erhob weiterhin Anspruch auf den schwedischen Thron. Damit begannen andauernde polnisch-schwedische Kriege, die bis 1660 andauerten.[77] Aufgrund der anhaltenden militärischen Auseinandersetzungen, reformierten Sigismunds Nachfolger Karl IX. und sein Nachfolger Gustav II. Adolf die schwedische Monarchie. Dabei wurde besonderer Augenmerk auf den Ausbau des Militärs gelegt, sowie der politischen Zentralisation. Axel Oxenstierna als Reichskanzler unterstützte ihn dabei maßgeblich. Daraus resultierte, wie Kampmann beschreibt, „[…] ein außerordentlich effizientes schwedisches Militärwesen einschließlich eines Wehrsystems (des sog. Indelningsverk) […]“[78]. Im Gegensatz zu den Heeren der Schweizer und der Landsknechte bildeten sie nach Delbrück die erste nationale Armee. Auch wenn sich dieser Fakt im Laufe des Krieges verwässerte, da Schweden nicht in der Lage war, selbständig ein derart angewachsenes Heer zu erhalten.[79]

Aufgrund der neueren Forschung wurde Schwedens Außenpolitik neu bewertet und die ehemalige dominierende Vorstellung verworfen, da diese vornehmlich der Abwehr der polnischen Thronansprüche und des dänischen Vormachtstrebens galt. Das strategische Ziel bildete die Erlangung der Ostseeherrschaft. Ebenfalls ausschlaggebend war ein „[…] ausgeprägtes konfessionelles Sendungsbewusstsein Schwedens, als der berufenen Führungs- bzw. Schutzmacht des Protestantismus […]“[80]. Mit den Siegen 1617 gegen Russland und 1621 gegen Polen kündigte sie sich deutlich in der Weltpolitik an.[81]

Gustav Adolf und der schwedischen Sache blieben die Verhältnisse im Deutschen Reich keinesfalls verborgen. Auf der einen Seite tangierte ihn seine konfessionelle Ausrichtung, auf der anderen Seite beobachtete er jedoch zunehmend die Verschiebung der norddeutschen Verhältnisse zur Missgunst der Schweden. Des Weiteren bedeutete die Belehnung Wallensteins mit Mecklenburg einen direkten Affront. Dies bedeutete für Schweden, dass Habsburg einen andauernden Anspruch auf die Norddeutschen Regionen besitzt, mit einem Ausbau einer eigenen Ostseeflotte. Schweden verstand die als eine „[…] empfindliche Begrenzung des eigenen politisch-militärischen Aktionsradius […]“[82]. Die bis 1629 noch existierten Hindernisse zur Teilnahme an diesem Konflikt lösten sich im selben Jahr. Dänemark schied aus dem Konflikt aus und die Schweden schlossen einen Friedensvertrag mit Polen. Frankreich zeigt auf besondere Art und Weise, wie ein indirekter Krieg gegen Habsburg zu führen war. Eine „[…] Politik der Non-Intervention […]“[83], wie Kampmann es beschrieben hat, war für Frankreich keine Option. Im Grunde war ihre Auffassung, dass jede Passivität im deutschen Reich eine schlechte Auswirkung auf die Stellung im Konflikt mit Spanien hätte.[84] Trotzdem sollte ein direktes Eingreifen so lange wie möglich hingezogen werden. Damit lassen sich die Bemühungen Frankreichs um Dänemark erklären, die zwar scheiterten, dafür aber ermöglichten sie Maßgeblich die Friedensverhandlungen Schwedens sowie eine Finanzielle Zusicherung, für ein Eingreifen Schwedens in diesem Konflikt.[85]

[...]


[1] Schuberth, Inger: Schlacht und Erinnerung. Lützen 1632, Wettin-Löbejün OT Dößel 2016, S. 7.

[2] Vgl. Meller H.; Schefzik M. (Hrsg.): Krieg. Eine archäologische Spurensuche. Begleitheft zur Sonderausstellung „Krieg – eine archäologische Spurensuche“ in Halle (Saale) von 6. November 2015, Halle (Saale) 2015, S. 26/ Vgl. Reichel, Maik: Die Schlacht bei Lützen vom 6./16. November 1632 und der Tod des schwedischen Königs Gustav II. Adolf in: Meller, Harald: Schlachtfeldarchäologie. Battlefield Archaeology. 1. Mitteldeutscher Archäologentag vom 09. Bis 11. Oktober 2008 in Halle (Saale), Halle (Saale) 2009, S. 127. Nach gregorianischem Kalender fand sie genau 10 Tage später am 16. November statt.

[3] Vgl. Schuberth 2016, S. 12f/ Vgl. Langer, Herbert: Wallenstein – Kriegsmann, Machtmensch, Politiker in: Schuberth, Inger; Reichel, Maik (Hrsg.): Die Blut’ge Affair‘ bei Lützen. Wallensteins Wende, Wettin 2012, S. 78.

[4] Wie die Arbeiten von G. Droysen 1865 und J. Seidler 1954.

[5] Nosworthy, Brent: The Anatomy of Victory. Battle Tactics 1689 – 1763, New York 1990, Einband.

[6] Seidler, Josef: Untersuchungen über die Schlacht bei Lützen 1632, Memmingen 1954, S. 4f.

[7] Vgl. Schwarz, Herbert: Gefechtsformen der Infanterie und ihre Entwicklung in Mitteleuropa. Ein Beitrag zur Heereskunde, München 1962, S. 5.

[8] Vgl. Seidler 1954, S. 4f/ Vgl. Kaiser, Michael: Politik und Kriegsführung. Maximilian von Bayern, Tilly und die katholische Liga im Dreißigjährigen Krieg, Münster 1999, S. 12.

[9] Nosworthy 1990, S. XIII.

[10] Vgl. Nosworthy 1990, S. XIff.

[11] Keegan, John: Das Antlitz des Krieges, Düsseldorf und Wien 1978, S. 98.

[12] Vgl. Keegan 1978, S.97ff/ Vgl. Ebd. S. 101ff.

[13] Brock, Thomas: Archäologie des Krieges: die Schlachtfelder der deutschen Geschichte, Darmstadt 2015, S. 6.

[14] Vgl. Brock 2015, S. 6.

[15] Stiftung zur Förderung der Archäologie in Sachsen-Anhalt: Lützen. Archäologische Prospektion auf dem Schlachtfeld Lützen, http://www.archaeologiestiftung.de/projekte/luetzen/, 15.12.2016.

[16] Vgl. Ebd.

[17] Vgl. Meller Krieg 2015, S. 30/ vgl. Ebd., S. 47ff.

[18] Vgl. Schürger, André: The Archaeology of the Battle of Lützen: An examination of 17th century military material culture. Submitted in fulfilment of the requirements for the Degree of Doctor of Philosophy, Glasgow 2015, S. 33ff. Zu bedenken ist, bei der Verwendung von Augenzeugenberichten, dass sie der Wahrnehmung und Erinnerungsgabe des Individuums unterliegen und dementsprechend von der Realität stark abweichen können. Vgl. dazu Schürger 2015, S. 35-42/ Vgl. Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen Anhalt: Der Prospektionsleiter erklärt die Arbeit auf dem Schlachtfeld. Methodik und Ergebnisse der Schlachtfeldarchäologie, http://www.lda-lsa.de/filme/schlachtfeldarchaeologie/der_prospektionsleiter_erklaert/ 15.12.2016.

[19] Schmidt, Georg: Das Reich und Europa in deutschsprachigen Flugschriften. Überlegungen zur räsonierenden Öffentlichkeit und politischen Kultur im 17. Jahrhundert in: Bußmann, Klaus; Werner, Elke Anne (Hrsg.): Europa im 17. Jahrhundert. Ein politischer Mythos und seine Bilder, Wiesbaden 2004, S. 125.

[20] Vgl. Seidler 1954, S. 11f/ Vgl. Lorenz, Gottfried (Hrsg.): Quellen zur Geschichte Wallensteins, Darmstadt 1987 S. 252ff/ Droysen, Gustav (Hrsg.): Gedruckte Relationen. Materialien zur neueren Geschichte, Halle 1903, S. 44ff.

Relation von 1632 auch Erfurter Relation betitelt. Die „Wahrhaffte und eygentliche Relation, von der blutigen Schlacht zwischen Königl. Mayestät zu Schweden etc. und der Kayserl. Armee den 5. Und 6. Novemb, deß Jahres 1632 bey Lützen 2 Meil wegs von Leipzig vorgangen und geschehen“. Die Relation von 1633 „Relation von erhaltener Victori der Königl. May. Zu Schweden, wider die Keyß. U. Ligist. Armeen bey Lützen, den 6. Nov. Anno 1632. Gedruckt im Jahr 1633“. Declaration von 1633 „Declaration oder wahrhaftige Beschreibung der Victorie, welche der unüberwindlichste, glorwürdigste Heldt und Septentrionalische Monarcha Gustavus Adolphus Victor, der abermalig in Meissen, bei dem Städtchen Lützen, gegen die Wallensteinische Armee durch Göttliche Hülffe erhalten, auch die Evangelische Religion undt deutsche libertet mit freudigster Darsetzung ihres höchst Edlen Königlichen Leibes und Lebens, heroisch geschützt und conserviret. So geschehen am 6. November Anno 1632. Gedruckt im Jahr 1633“.

[21] „Extract underschiedlicher Schreiben, deß jüngst gehaltenen ernstlichen Treffens, zwischen ihren fürstlichen Herrn Generalissimo, Herzog zu Mechelburg, Fridlandt und Sagan und dem König aus Schweden, Geschehen bei Lupen, zo Meil von Leipzig, den 16. Nov. J.J. 1632“.

[22] Vgl. Seidler 1954, S. 12f. „Gründlicher und Außführlicher Bericht, wie und was gestalt die blutige Schlacht zwischen Ihrer Kayserl. Majest. Generalen Hertzogen von Mechelburg und Fridlandt, dann auch dem König in Schweden, bei Lützen, zwo Meyl von Leipzig gelegen, den 16. Novembris dises 1632 Jahrs abgelaufen. Getruckt zu München im Jahr 1632“

[23] Vgl. Seidler 1954, S. 11f.

[24] Roßbach, Nikola u.a.: Das Theatrum Europaeum. Wissensarchitektur einer Jahrhundertchronik, Wolfenbüttel 2012, Einführung, http://diglib.hab.de/ebooks/ed000081/start.htm., 15.12.2016.

[25] Vgl. Dethlefs, Gerd: Schauplatz Europa. Das Theatrum Europaeum des Matthaeus Merian als Medium kritischer Öffentlichkeit in: Bußmann, Klaus; Werner, Elke Anna: Europa im 17. Jahrhundert. Ein politischer Mythos und seine Bilder, Wiesbaden 2004, S. 149.

[26] Vgl. Lohsträter, Kai: Alles Kriegstheater? Das Theatrum Europaeum im Kontext der Kriegsberichterstattung des 17. Jahrhunderts, Zusammenfassung und Ausblick, http://diglib.hab.de/ebooks/ed000081/id/ebooks_ed000081_06/start.html, 15.12.2016.

[27] Merian, Matthaeus: Vortitel zum Theatrum Europaeum, Bd. 2, 1633.

[28] Vgl. Dethlefs 2004, S. 153ff.

[29] Vgl. Dethlefs 2004, S. 157ff/ Vgl. Schürger 2015, S. 45/ Ebd., S. 48.

[30] Lohsträter, Kai: Alles Kriegstheater? Das Theatrum Europaeum im Kontext der Kriegsberichterstattung des 17. Jahrhunderts , http://diglib.hab.de/ebooks/ed000081/id/ebooks_ed000081_06/start.htm, 15.12.2016.

[31] Seidler, Josef: Besteht noch ein Lützenproblem?. Eine Antwort an Walther Hubatsch, Berthold Kitzig u.a., Memmingen 1971.

[32] Seidler 1954, S. 7.

[33] Seine Ausführungen, auf denen die Forschungen André Dufresne Franchville basierten, gerieten in Kritik, als herausgefunden wurde, dass er jedes kaiserliche Regiment, welches er kannte, mit auflistete.

[34] Vgl. Seidler 1954, S. 13/ Vgl. Schuberth, Inger: 6 Fragen an das Schlachtfeld von Lützen in: Leben und Sterben auf dem Schlachtfeld von Lützen, Lützen/ Göteburg 2011, S. 84f/ Vgl. Schürger 2015, S. 49ff.

[35] Droysen, Gustav: Die Schlacht bei Lützen 1632 in: Forschungen zur Deutschen Geschichte, Bd. 5, Osnabrück 1864, S. 71.

[36] Droysen 1864, S. 72.

[37] Vgl. Schürger, André: 30 Jahre Schlachtfeldarchäologie: von Little Big Horn bis Lützen in: Schuberth, Inger: Die blut`ge Affair`bei Lützen: Wallensteins Wende, Wettin-Löbejün, OT Dößel 2012, S. 251/ Vgl. Droysen 1864, S. 71f/ Vgl. Seidler 1954, S. 9.

[38] Seidler 1954, S. 9.

[39] Vgl. Reichel in: Meller Schlachtfeldarchäologie 2009, S. 127/ Vgl. Junkelmann, Marcus: Gustav Adolf (1594-1632). Schwedens Aufstieg zur Großmacht, Regensburg 1993, S. 455/ Vgl. Guthrie, William P.: Battles oft he Thirty Years War. From White Mountain to Nordlingen, 1618-1635, Westport 2002, S. 219.

[40] Roberts, Michael: The Military Revolution, 1560-1660 in: Rogers, Clifford J. Rogers: The military revolution Debate. Readings on the Military Tranformation of Early Modern Europe, Oxford 1995, S. 13f/ Vgl. Kaiser 1999, S. 12f/ Parker, Geoffrey: The ‚Military Revolution‘ 1560-1660-A Myth? In: Rogers, Clifford J. Rogers: The military revolution Debate. Readings on the Military Tranformation of Early Modern Europe, Oxford 1995, S. 37.

[41] Vgl. Kaiser 1999, S. 12f.

[42] Kaiser 1999, S. 107 Fußnote 10.

[43] Vgl. Delbrück, Hans: Geschichte der Kriegskunst. Bd. 4 Die Neuzeit, Berlin/ New York 2000, S. 233.

[44] Delbrück 2000, S. 224.

[45] Vgl. Schwarz 1962, S. 5.

Die schriftliche Überlieferung war noch nicht so gefestigt und erfahrene Heerführer gaben ihr Wissen eher mündlich an ihre Emporkömmlinge weiter. Wie es im Fall von Tilly, Alba und Farnese waren, die ihm ihre spanischen Grundzüge vermittelten. Des Weiteren ist die Zeit des 16.- bis 17. Jahrhunderts eine Zeit des Übergangs, in der viel Improvisiert wurde. Alles bestimmende Regelwerke haben sich noch nicht vollends durchgesetzt. Auch Armeen, die nach einem reformierten Regelwerk, wie der Oranischen Ordonanz, ausgebildet wurden, mussten nicht siegreich aus einer Schlacht hervorgehen. Das, was im Nachhinein als die entwicklungsträchtigste Idee vermittelte wird, musste in der Zeit ihrer Entwicklung sich nicht sofort durchsetzen.

Des Weiteren wurden Vorschriften vertraulich Behandelt und mussten in Notfällen verbrannt werden. Auch die Fehlinterpretationen von Schriften, aufgrund sprachlicher oder taktischer Defizite, führte zum erstellen von fehlerhaften Schriften. Die Verwechslung von Schritt und Fuß ist nur ein Beispiel.

[46] Meller Krieg 2015, S. 6f/ Vgl. Ebd., S. 11.

[47] Vgl. Meller Krieg 2015, S. 11ff/ Vgl. Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen Anhalt: 1. Mitteldeutscher Archäologentag 2008, http://www.lda-lsa.de/tagungen/archiv_tagungen/1_mitteldeutscher_archaeologentag_2008//, 15.12.2016/ Vgl. Meller, Harald: Vom Little Big Horn bis Lützen - zur Strategie der Schlachtfeldarchäologie in Mitteldeutschland in: Reichel, Maik; Schuberth, Inger (Hrsg.): Leben und Sterben auf dem Schlachtfeld von Lützen. Beiträge eines wissenschaftlichen Kolloquiums der Schwedischen Lützen-Stiftung Göteborg in Zusammenarbeit mit der Stadt Lützen vom 5. bis 8. November 2009 in Lützen, Lützen/ Göteborg 2011, S. 96ff./ Vgl. Brock, Thomas: Archäologie des Krieges: die Schlachtfelder der deutschen Geschichte, Darmstadt 2015.Junkelmann, Marcus: Gustav Adolf (1594-1632). Schwedens Aufstieg zur Großmacht, Regensburg 1993, S. 363.

[48] Brock 1993, S. 6f.

[49] Vgl. Lohmeier, Jens: Bericht über die >>Fields of Conflict Conference<< 2011 in Osnabrück und Kalkriese in: Militärgeschichtliche Zeitschrift 70 (2011), S. 364/ Vgl. Brock 1993, S. 6f. Durch die Bergung und den Verkauf von Funden über Ebay, wird jede Aussagekraft der Gegenstände entzogen und damit wird es zu Militärschrott, weiterführend dazu Lohmeier 2011, S. 364.

[50] Vgl. Schürger, André: Die Schlacht von Lützen 1632: Archäologische Untersuchungen auf dem linken kaiserlichen Flügel in: Meller, Harald (Hrsg.): Schlachtfeldarchäologie. Battlefield Archaeology. 1. Mitteldeutscher Archäologentag vom 09. Bis 11. Oktober 2008 in Halle (Saale), Halle 2009, S. 134.

[51] Mit der Prospektion des Schlachtfeldes im Nordwesten der USA, konnte erstmals der Abläufe eines Kampfgeschehens, anhand von archäologischen Funden, nachverfolgt werden.

[52] Vgl. Rost, Achim: Zur Entwicklung der Schlachtfeldarchäologie. >>6th Fields of Conflict Conferrence<<- 15. Bis 18. April 2011 in Osnabrück und Kalkries. Schlachtfeldarchäologie als neues Forschungsgebiet in: Militärgeschichtliche Zeitschrift 70 (2011), S. 363/ Vgl. Meller Krieg 2015, S. 11ff/ Vgl. Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen Anhalt: 1. Mitteldeutscher Archäologentag 2008, http://www.lda-lsa.de/tagungen/archiv_tagungen/1_mitteldeutscher_archaeologentag_2008//, 15.12.2016/ Vgl. Meller in: Reichel Leben und Sterben 2011, S. 96ff/ Vgl. Brock 1993, S. 8/ Weiterführend dazu Brock 1993, S. 11-17.

[53] Vgl. Schürger in: Schuberth blut’ge Affair, S. 250.

[54] Vgl. Schürger in: Schuberth blut’ge Affair, S. 252.

[55] Schürger in: Meller Schlachtfeldarchäologie 2009, S. 135.

[56] Vgl. Meller Krieg 2015, S. 36f/ vgl. Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen Anhalt: Schlachtfeldarchäologie Lützen, http://www.lda-lsa.de/de/forschung/weitere_projekte/schlachtfeldarchaeologie_luetzen/, 15.12.2016/ Vgl. Meller in: Schuberth Leben und Sterben 2011, S. 92/ Vgl. Brock 1993, S. 171. In der Methode unterscheidet sich die Schlachtfeldarchäologie am deutlichsten von der Archäologie. Wo hingegen bei der Archäologie der Grundsatz gilt, Geschichte bleibt erhalten, solange es unberührt bleibt und der Einsatz von Ausgrabungen in der Regel örtlichen Baumaßnahmen geschuldet ist, wird bei der Schlachtfeldarchäologie grundsätzlich ohne behördlichen Grund nach Schlachtfeldern gesucht. Des Weiteren wird bei der Schlachtfeldarchäologie vornehmlich die Oberfläche durch die Prospektion mit Metallsonden erforscht, wohingegen bei der Archäologie schweres Baugerät zum Einsatz kommt, um damit direkt die erste Schicht abzutragen. Vgl. Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen Anhalt: Schlachtfeldarchäologie in Sachsen Anhalt. Schlachtfelder als historische Quellen: die Projektleiterin im Gespräch, http://www.lda-lsa.de/filme/schlachtfeldarchaeologie/schlachtfeldarchaeologie_in_sachsen_anhalt/, 15.12.2016. Was bedeutet systematische Prospektion? Schlachtfeld wird mit Metallsonden abgelaufen. Diese bereits abgelaufenen Flächen werden Markiert. Die Funde werden mit GPS eingemessen und danach Kartiert. Daraus werden im weiteren Verlauf die Rückschlüsse gezogen. Vgl. Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen Anhalt: Der Prospektionsleiter erklärt die Arbeit auf dem Schlachtfeld. Methodik und Ergebnisse der Schlachtfeldarchäologie, http://www.lda-lsa.de/filme/schlachtfeldarchaeologie/der_prospektionsleiter_erklaert/ 15.12.2016/ Vgl. Schürger in: Meller Schlachtfeldarchäologie 2009, S. 135.

[57] Vgl. Schürger in: Meller Schlachtfeldarchäologie 2009, S. 136f.

[58] Meller Krieg 2015, S. 37.

[59] Meller in: Schuberth Leben und Sterben 2011, S. 98.

[60] Vgl. Meller Krieg 2015, S. 37/ Vgl. Meller in: Schuberth Leben und Sterben 2011, S. 98.

[61] Vgl. Schürger in: Meller Schlachtfeldarchäologie 2009, S. 135.

[62] Meller in: Schuberth Leben und Sterben 2011, S. 99.

[63] Vgl. Meller Krieg 2015, S. 36f/ Vgl. Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen Anhalt: Schlachtfeldarchäologie Lützen, http://www.lda-lsa.de/de/forschung/weitere_projekte/schlachtfeldarchaeologie_luetzen/, 15.12.2016/ Vgl. Meller in: Schuberth Leben und Sterben 2011, S. 92/ Vgl. Ebd., S. 98f/ Vgl. Ebd., S. 100f/ Vgl. Stiftung zur Förderung der Archäologie in Sachsen-Anhalt: Lützen. Archäologische Prospektion auf dem Schlachtfeld Lützen, http://www.archaeologiestiftung.de/projekte/luetzen/, 15.12.2016/ Vgl. Lohmeier, Jens: Bericht über die >>Fields of Conflict Conference<< 2011 in Osnabrück und Kalkriese in: Militärgeschichtliche Zeitschrift 70 (2011), S. 364f. Eisen ist nicht per se schwerer zu Detektieren. Nur liegt viel Eisen auf den Feldern verstreut, wodurch die Einordnung umso Umfangreicher wird und viel nicht zu gebrauchendes Material darunter wäre. Vgl. Meller in: Schuberth Leben und Sterben Fußnote 17. Die mögliche Zukunft der Schlachtfeldarchäologie wurden in der >>Fields of Conflict Conference<< 2011 in Osnabrück und Kalkriese vorgestellt. Darunter zählt Computergestützte Simulationen von Schlachtverläufen, die das wahrscheinlichste Verhalten der Soldaten berechnet sowie den Einsatz von Computerprogrammen, die anhand von historischen Karten und den Munitionsfunden im Gelände einen Schlachtverlauf rekonstruieren. Weiterführend dazu Lohmeier in: Militärgeschichtliche Zeitschrift 2011, S. 365.

[64] Schürger in: Meller Schlachtfeldarchäologie 2009, S. 136.

[65] Brock 1993, S. 171.

[66] Vgl. Meller in: Schuberth Leben und Sterben 2011, S. 101/ Vgl. Brock 1993, S. 169ff.

[67] Vgl. Brock 1993, S. 173f.

[68] Vgl. Bachmann, Gerhard H.; Klamm, Mechthild; Stahl, Andreas: Exkursion zu den Schlachtfeldern. Lützen, Roßbach, Auerstedt und Großgörschen in: Meller, Harald (Hrsg.): Kleine Hefte zur Archäologie in Sachsen Anhalt. Heft 8, Halle (Saale) 2011, S. 7/Vgl. Meller Krieg 2015, S. 21ff/ Vgl. Brock 1993, S. 167ff.

[69] Kampmann, Christoph: Europa und das Reich im Dreißigjährigen Krieg. Geschichte eines europäischen Konflikts, Stuttgart 2008, S. 70.

[70] Kampmann erklärt diese Interpretation anhand der Friedensverträge des Kaisers mit Dänemark und Frankreich 1629/30 sowie die Nichteinmischung im niederländisch-spanischen Krieg. Vgl. Kampmann 2008, S. 70f.

[71] Vgl. Ebd., S. 70f.

[72] Vgl. Ebd., S. 73f.

[73] Reichel in: Meller Schlachtfeldarchäologie 2009, S. 127.

[74] Vgl. Bachmann in: Meller kleine Hefte 2011, S. 7/ Vgl. Meller Krieg 2015, S. 22f/ Vgl. Brock 1993, S. 169/ Reichel in: Meller Schlachtfeldarchäologie 2009, S. 127f.

[75] Vgl. Kampmann 2008, S. 11f.

[76] Vgl. Ebd., S. 12.

[77] Vgl. Kampmann 2008, S. 12/ Vgl. Schuberth in: Schuberth Blut’ge Affair, S. 158ff/ Vgl. Ebd., S. 161ff/ Vgl. Ebd., S. 164ff

[78] Kampmann 2008, S. 13.

[79] Vgl. Delbrück 2000, S. 221ff/ Vgl. Kampmann 2008, S. 12f/ Vgl. Schuberth in: Schuberth Blut’ge Affair, S. 161.

[80] Kampmann 2008, S. 13.

[81] Vgl. Ebd., S. 13ff.

[82] Ebd., S. 71.

[83] Ebd., S. 73.

[84] Frankreich und Spanien bildeten seit dem 15. Jahrhundert die beiden stärksten europäischen Mächte der Christenheit und ihr Konflikt miteinander beruhte auf den Kampf um die europäische Vorherrschaft. Dieser Gegensatz verblasste, etwa durch den spanisch-niederländischen Krieg ab 1566, durch den Spanien Ende des 16. Jahrhunderts in den Staatsbankrott verfiel sowie den Religionskriegen in Frankreich, die es schwer erschütterten. Vgl. Kampmann, S. 7-11

[85] Vgl. Kampmann, S. 71ff. Schweden ging aus den Verhandlungen mit Polen gestärkt heraus. Zwar mussten die Truppen aus allen eroberten Gebieten, bis auf Livland, geräumt werden, dafür erhielt Schweden aber die Hafenzölle der polnisch/ preußischen Hafenstädte, welche einem Drittel der Einnahmen aus dem schwedischen Staatshaushalt entsprachen.

Ende der Leseprobe aus 74 Seiten

Details

Titel
Forschungsbericht über die Schlacht von Lützen. Welchen Forschungsgewinn liefert die Archäologische Forschung?
Hochschule
Helmut-Schmidt-Universität - Universität der Bundeswehr Hamburg
Note
1,7
Autor
Jahr
2017
Seiten
74
Katalognummer
V386984
ISBN (eBook)
9783668610415
ISBN (Buch)
9783668610422
Dateigröße
917 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Schlacht von Lützen, dreißigjähriger Krieg
Arbeit zitieren
Alexander Gebelein (Autor), 2017, Forschungsbericht über die Schlacht von Lützen. Welchen Forschungsgewinn liefert die Archäologische Forschung?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/386984

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Forschungsbericht über die Schlacht von Lützen. Welchen Forschungsgewinn liefert die Archäologische Forschung?



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden