Lernen mit Videos. YouTube als Lernplattform


Hausarbeit, 2016
18 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1
2. Videos als didaktisches Medium
2
2.1
Funktionen von Video in Multimedia-Anwendungen
2
2.2
Spezifika von Lehrvideos
3
3. Theoretische Modelle & Ansätze
4
3.1
Lerntheoretische Ansätze
5
3.1.1
Kognitivismus
5
3.1.2
Konstruktivismus
6
3.2
Kognitive Theorien
7
4. YouTube als Lernplattform
8
4.1
Beschaffenheit und Funktionen des Videoportals
8
4.2
Existierende Lehrvideos
9
4.3
Analyse eines selbstproduzierten Lehrvideos
10
4.4
Chancen und Grenzen von YouTube als Lernplattform
12
5. Fazit
14
6. Literaturverzeichnis
15

1
1.
Einleitung
Lernen im Zusammenhang mit Multimedia nimmt in unserem Zeitalter einen immer größe-
ren Stellenwert ein. Schon seit den 1970ern wurde auf Videos im Kontext von Lernen zu-
rückgegriffen und mit den Jahren etablierte sich das Video bzw. der Film immer mehr im
Schulalltag.
Auch außerhalb der Schule gibt es zahlreiche Möglichkeiten mit Videos zu lernen. Seien
es handwerkliche Fähigkeiten oder aber Lehrvideos, die einem Themen näher bringen sol-
len. Die größte Videoplattform der Welt ist hierbei YouTube, weshalb ein Teil dieser Arbeit
einen Fokus auf die Plattform legt.
In der vorliegenden wissenschaftlichen Arbeit wird untersucht, wie Lernen mit Videos im
Spezialfall von YouTube als Lernplattform funktioniert und ob die Verwendung des Video-
portals als Lernplattform geeignet ist. Die Antwort auf diese Frage soll durch die Schwer-
punktsetzungen im Bereich des Lernens, des Videos als didaktisches Medium und der
Plattform YouTube im Laufe dieser Arbeit ausgearbeitet werden.
Relevant ist in diesem Zusammenhang zuerst ein Blick auf die Funktion von Videos als
didaktisches Medium. Des Weiteren stellt sich die Frage, welche Kriterien und Funktionen
bei der Eigenproduktion eines Videos beachtet werden sollten.
Anschließend wird ein Blick auf Lerntheorien geworfen, die grundsätzlich erklären, wie
Lernen abläuft. Im Mittelpunkt stehen hier die weit verbreiteten Theorien des Kognitivis-
mus und Konstruktivismus, sowie Kognitive Theorien, welche berücksichtigt werden, um
Lernvorgänge genauer erklären zu können.
Nun kann das erlangte Wissen auf das Videoportal YouTube angewandt werden. Auch
wenn YouTube vorrangig als Unterhaltungsmedium anzusehen ist, sind dort dennoch zahl-
reiche Lehrvideos zu finden. Nach Klärung der Beschaffenheit und der Funktionen von
YouTube wird das Spektrum existierender Lehrvideos aufgelistet und näher betrachtet.
Anschließend erfolgt eine Analyse eines selbst produzierten Lehrvideos, welches im Zu-
sammenhang eines Seminares hergestellt wurde. Hier sind die vorher genannten Kriterien
zur Produktion eines Lehrvideos von besonderer Bedeutung.
Zuletzt werden die Chancen und Grenzen von YouTube als Lernplattform abgewogen: Es
wird geklärt, inwiefern YouTube effektiv zum Lernen verwendet werden kann und in wie
weit es eine Unterhaltungsplattform bleibt.

2
2.
Videos als didaktisches Medium
Medien im didaktischen Zusammenhang sollen neues Wissen übermitteln, aber auch ge-
lerntes Wissen vertiefen. Besonders geeignet ist die Form des Videos zur Vermittlung von
Inhalten. Dabei wird nicht nur Orientierungswissen übermittelt, sondern auch vertieftes
Wissen.
1
So ist bis heute das meist verwendete Medium der Film, wobei der erste Bil-
dungsfilm 1902 hergestellt wurde
2
. Videosequenzen werden zunehmend Teil multimedialer
Lernumgebungen
3
, da sie vor allem komplizierte Zusammenhänge gut erklären können
4
.
Das Video selbst wird definiert als ,,elektronisch vermittelte bzw. gespeicherte (Ton-)
Filmaufnahme"
5
und versteht sich ,,als eine Reihe von Einzelbildern, die so schnell hinter-
einander aufgezeichnet bzw. abgespielt werden, dass sie den Eindruck fließender Bewe-
gung erzeugen"
6
. Während das Wort ,,Video" als Oberbegriff für jegliche Formate mit me-
dialen Bewegtbildern benutzt wird, bezieht sich die spezifischere Bedeutung des Videos
auf die fotografisch produzierten Bewegtbilder
7
. Zu unterscheiden hiervon sind Animatio-
nen, in welche ,,zeichnerische, gegenständliche oder computergenerierte Objekte"
8
durch
Tricktechnik oder Animationssoftware in filmische Bewegung versetzt werden.
Am besten geeignet im didaktischen Zusammenhang sind kurze Videosequenzen
9
, wobei
im Bereich des E-Learnings zwischen zwei Präsentationen des Videos differenziert werden
sollte. Während in der linearen Struktur der Bezug zwischen Text und Video essentiell ist
und diese vor allem bei schwierigen Sachverhalten geeignet ist, stellt die parallele Struktur
die simultane Präsentation von Text und Video dar.
10
Doch auch, wenn das Medium Video von vielen Positionen befürwortet wird, sind viele
konzeptionelle Alternativen nicht empirisch überprüft
11
.
2.1
Funktionen von Video in Multimedia-Anwendungen
Im Gegensatz zu rein textbasierten Informations- und Wissensvermittlungen hat die Form
des Videos zahlreiche Vorteile, welche im Folgenden genannt und näher erklärt werden.
Zuallererst ist die Informationsdichte zu nennen. Hier können auch komplexe Informatio-
nen durch die Kamera um ein Vielfaches schneller und besser gezeigt werden, als es mit
1
Vgl. Niegemann, Helmut M.[u.a.]: Kompendium E-Learning. Berlin: Springer 2004, S. 153.
2
Vgl. Niegemann: Kompendium E-Learning, S. 147.
3
Vgl. Ebd. S. 147.
4
Vgl. Ebd. S. 153.
5
Vgl. Ebd. S. 153.
6
Vgl. Petko, Dominik: Einführung in die Mediendidaktik: Lehren und Lernen mit digitalen Medien. Wein-
heim: Beltz 2014, S. 62.
7
Vgl. Petko: Einführung in die Mediendidaktik, S. 62.
8
Vgl. Ebd. S. 62.
9
Vgl. Niegemann: Kompendium E-Learning, S. 153.
10
Vgl. Ebd. S. 154.
11
Vgl. Ebd. S. 155.

3
der Sprache möglich wäre. Dies hängt nicht zuletzt mit dem Zeitbezug einer Videosequenz
zusammen. Die Darstellung zeitbezogener Zusammenhänge, Handlungen oder Prozesse
kann somit in Echtzeit oder aber in Zeitlupe bzw. Zeitraffer gezeigt werden. Durch die
Dreidimensionalität der Kamera lassen sich Verhältnisse darstellen, die allein mit Bildern
oder Text nicht ausreichen würden. Auch kann ein raumzeitlicher Bezug geschaffen und
komplexe Bewegungsabläufe genauer gezeigt werden, was den Lernprozess erneut fördert.
Des Weiteren ist das Medium Video bzw. Film realitätsnäher und in Verbindung mit der
Emotionalität eines Videos lassen sich dargestellte Inhalte besser behalten. Zudem besteht
beim Video die Möglichkeit mehrere Symbolsysteme wie Schrift und Video oder Bild und
Text zu verbinden, sodass dies das Lernen bestärkt. Diese Annahme stammt aus der Dop-
pelcodierungstheorie von Paivio, welche später genauer erklärt wird. Durch die Verbin-
dung der Symbolsysteme entsteht sowohl eine bessere Behaltens- und Verstehensleistung
als auch eine Authentizität und Anschaulichkeit, die sonst nicht möglich wäre. Zuletzt ist
noch die Dynamik und Interaktionsmöglichkeit eines Videos zu nennen. So kann der Ler-
nende mitentscheiden, was als nächstes gelernt wird, wodurch die eigene Motivation, auch
intrinsische Motivation genannt, steigt.
12
2.2
Spezifika von Lehrvideos
Obwohl Video in Multimedia-Anwendungen zahlreiche Vorteile gegenüber Bild und Text
hat, ist es unumgänglich bestimmte Kriterien bei der eigenen Gestaltung eines Lehrvideos
einzuhalten. Die sieben Gestaltungskriterien nach Mayer (2001)
13
für Multimedia setzen
sich wie folgt zusammen:
Das Multimediaprinzip besagt, dass Inhalte durch eine Text-Bild-Kombination besser ge-
lernt werden, als nur mit Text. Dabei müssen Text und Bild sinnvoll miteinander in Verbin-
dung gebracht werden. Besonders lernwirksam sind Graphiken, die Beziehungen veran-
schaulichen, eine Schnittstelle zur Aufgabe ermöglichen oder thematisch organisiert sind.
14
Bei dem Räumlichen Kontiguitätsprinzip sollen Text und Bild in der Nähe voneinander
positioniert sein. Für den Lernenden muss ersichtlich sein, dass sowohl die Graphik zu der
Textstelle gehört als auch der Text zu der Graphik.
15
Das Zeitliche Kontiguitätsprinzip funktioniert ähnlich wie das Räumliche Kontiguitäts-
prinzip, allerdings ist hier die Zeitbedingtheit zu beachten. Text und Bild sollen gleichzei-
tig gezeigt werden und nicht nacheinander.
16
12
Vgl. Niegemann: Kompendium E-Learning, S. 148f.
13
Vgl. Petko: Einführung in die Mediendidaktik, S. 65f.
14
Vgl. Niegemann: Kompendium E-Learning, S. 194.
15
Vgl. Ebd. S. 194.
16
Vgl. Petko: Einführung in die Mediendidaktik, S. 65.

4
Von zentraler Bedeutung für das Kohärenzprinzip ist es irrelevante Informationen aus dem
Lernprozess auszuschließen, da sie den Prozess einerseits durch Ablenkung und anderer-
seits durch Unterbrechung und Verlockung einschränken können. Nach Möglichkeit sollte
auf Hintergrundmusik, detailgenaue Beschreibungen und unterhaltsame Inhalte verzichtet
werden, die nicht notwendig sind, um den Lerninhalt zu verstehen. Der Fokus des Lernen-
den soll auf dem Inhalt und nicht auf den unterhaltsamen Begleiterscheinungen einer An-
wendung liegen.
17
Dass gesprochener Text zu Videos und Animationen besser geeignet ist als geschriebener,
besagt das Modalitätsprinzip. Durch die Aufteilung auf zwei Sinneskanäle werden Split-
Attention-Probleme vermieden. Dadurch muss der Lernende seine Aufmerksamkeit nicht
zwischen zwei Informationen aufteilen, sondern kann beide gleichzeitig verarbeiten.
18
In
diesem Zusammenhang sind auch die Multimodalität und Multicodalität zu erwähnen.
Multimodal sind Medien die ,,unterschiedliche Sinneskanäle ansprechen"
19
, während mul-
ticodale Medien ,,unterschiedliche Zeichensysteme miteinander [...] kombinieren"
20
.
Ähnlich wie das Modalitätsprinzip ist auch das Redundanzprinzip aufgebaut. ,,Die gleich-
zeitige Darbietung von geschriebenem und gesprochenem Text kann das Lernen beein-
trächtigen"
21
. Sind bereits Graphiken zu gesprochenem Text bereitgestellt, sollen identi-
sche geschriebene Texte vermieden werden. Dieses Prinzip beruft sich wie das Modalitäts-
prinzip darauf, dass ein Sinneskanal nur eine bestimmte Menge von Informationen auf-
nehmen kann und es folglich zu Split-Attention-Problemen kommen kann, falls die Menge
überschritten werden sollte.
22
Einen anderen Aspekt behandelt das Individuelle Differenzprinzip. Während Lernende mit
hohem Vorwissen schlechtes Multimediadesign kompensieren können, fällt dies Lernenden
mit geringem Vorwissen schwerer. So haben gutes bzw. schlechtes Design ,,stärkere Aus-
wirkungen auf Lernende mit geringem Vorwissen"
23
.
Werden alle Gestaltungskriterien bei der Produktion beachtet, kann ein Lehrvideo entste-
hen, mit welchem geeignet gelernt werden kann.
3.
Theoretische Modelle & Ansätze
Um Lernen mit Videos zu verstehen, muss erst ein Blick auf relevante Theorien geworfen
werden, welche das Lernen an sich erklären. Als allgemeine Definition des Lernens gilt:
17
Vgl. Niegemann: Kompendium E-Learning, S. 199.
18
Vgl. Ebd. S. 196.
19
Vgl. Petko: Einführung in die Mediendidaktik, S. 65.
20
Vgl. Ebd. S. 65.
21
Vgl. Niegemann: Kompendium E-Learning, S. 197.
22
Vgl. Ebd. S. 198.
23
Vgl. Petko: Einführung in die Mediendidaktik, S. 66.
Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Lernen mit Videos. YouTube als Lernplattform
Hochschule
Universität zu Köln  (Humanwissenschaftliche Fakultät)
Note
1,0
Autor
Jahr
2016
Seiten
18
Katalognummer
V387029
ISBN (eBook)
9783668625280
ISBN (Buch)
9783668625297
Dateigröße
873 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Medien, YouTube, Lernen, Lernplattform, Video, Lehrvideo, Lernen mit Videos, Lernen mit YouTube, Videoportal
Arbeit zitieren
Vitalina Reisenhauer (Autor), 2016, Lernen mit Videos. YouTube als Lernplattform, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/387029

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