Lernen im Zusammenhang mit Multimedia nimmt in unserem Zeitalter einen immer größeren Stellenwert ein. Schon seit den 1970ern wurde auf Videos im Kontext von Lernen zurückgegriffen und mit den Jahren etablierte sich das Video bzw. der Film immer mehr im Schulalltag.
Auch außerhalb der Schule gibt es zahlreiche Möglichkeiten, mit Videos zu lernen. Seien es handwerkliche Fähigkeiten oder aber Lehrvideos, die einem Themen näher bringen sollen. Die größte Videoplattform der Welt ist hierbei YouTube, weshalb ein Teil dieser Arbeit einen Fokus auf die Plattform legt.
In der vorliegenden wissenschaftlichen Arbeit wird untersucht, wie Lernen mit Videos im Spezialfall von YouTube als Lernplattform funktioniert und ob die Verwendung des Videoportals als Lernplattform geeignet ist. Die Antwort auf diese Frage soll durch die Schwerpunktsetzungen im Bereich des Lernens, des Videos als didaktisches Medium und der Plattform YouTube im Laufe dieser Arbeit ausgearbeitet werden.
Relevant ist in diesem Zusammenhang zuerst ein Blick auf die Funktion von Videos als didaktisches Medium. Des Weiteren stellt sich die Frage, welche Kriterien und Funktionen bei der Eigenproduktion eines Videos beachtet werden sollten.
Anschließend wird ein Blick auf Lerntheorien geworfen, die grundsätzlich erklären, wie Lernen abläuft. Im Mittelpunkt stehen hier die weit verbreiteten Theorien des Kognitivis-mus und Konstruktivismus, sowie Kognitive Theorien, welche berücksichtigt werden, um Lernvorgänge genauer erklären zu können.
Nun kann das erlangte Wissen auf das Videoportal YouTube angewandt werden. Auch wenn YouTube vorrangig als Unterhaltungsmedium anzusehen ist, sind dort dennoch zahlreiche Lehrvideos zu finden. Nach Klärung der Beschaffenheit und der Funktionen von YouTube wird das Spektrum existierender Lehrvideos aufgelistet und näher betrachtet.
Anschließend erfolgt eine Analyse eines selbst produzierten Lehrvideos, welches im Zusammenhang eines Seminares hergestellt wurde. Hier sind die vorher genannten Kriterien zur Produktion eines Lehrvideos von besonderer Bedeutung.
Zuletzt werden die Chancen und Grenzen von YouTube als Lernplattform abgewogen: Es wird geklärt, inwiefern YouTube effektiv zum Lernen verwendet werden kann und in wie weit es eine Unterhaltungsplattform bleibt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Videos als didaktisches Medium
2.1 Funktionen von Video in Multimedia-Anwendungen
2.2 Spezifika von Lehrvideos
3. Theoretische Modelle & Ansätze
3.1 Lerntheoretische Ansätze
3.1.1 Kognitivismus
3.1.2 Konstruktivismus
3.2 Kognitive Theorien
4. YouTube als Lernplattform
4.1 Beschaffenheit und Funktionen des Videoportals
4.2 Existierende Lehrvideos
4.3 Analyse eines selbstproduzierten Lehrvideos
4.4 Chancen und Grenzen von YouTube als Lernplattform
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das didaktische Potenzial von YouTube als Lernplattform, indem sie theoretische Grundlagen des Lernens mit Multimedia auf die spezifischen Bedingungen des Videoportals überträgt und durch die Analyse eines eigenen Lehrvideos auf ihre Praxistauglichkeit hin überprüft.
- Didaktische Funktionen und Gestaltungskriterien von Lehrvideos
- Lerntheoretische Einordnung von Videobasiertem Lernen
- Funktionalität und Charakteristika von YouTube im Lernkontext
- Analyse der Erstellung und Strukturierung eines eigenen Lehrvideos
- Evaluation der Chancen und Grenzen von YouTube für informelle und formelle Lernprozesse
Auszug aus dem Buch
4.1 Beschaffenheit und Funktionen des Videoportals
Das Videoportal YouTube wurde am 15. Februar 2005 mit der Idee, Videos möglichst einfach für alle Personen mit Internet zugänglich zu machen, gegründet. Bereits im Oktober 2006 übernahm Google das Portal für 1,6 Milliarden Dollar. YouTube selbst hat keine definierte Zielgruppe: Menschen aus allen Altersstufen verwenden YouTube sowohl passiv, sprich beim Rezipieren, als auch aktiv, also beim Hochladen von Videos. Eine der größten Gruppen sind dabei die Zielgruppen von 18-24 Jahren und die Gruppe der jungen Erwachsenen, welche zwischen 24 und 35 Jahren alt sind.
Grund für die Beliebtheit der Videoplattform sind unter anderem das unkomplizierte Hochladen von Videos, das Einbinden der Videos auf anderen Webseiten, aber auch das Versenden der Videos mithilfe von Links und das Bewerten einzelner Videos. Nicht zuletzt ist YouTube deshalb die weltgrößte Videoplattform mit über einer Milliarde Nutzern, die einem Drittel aller Internetnutzer entsprechen (Stand 2015). So vereinnahmt YouTube als Plattform rund 10 Prozent des gesamten Datenvolumens im Internet und hat einen Marktanteil von 50,5 Prozent, während die nächstgrößeren Anteile im einstelligen Bereich liegen.
YouTube als Videoplattform ist keine Einweg-Kommunikation, weshalb dieses Portal auch so besonders ist. Im Gegenteil wird die Selbstbestimmtheit des Users in den Mittelpunkt gestellt, sodass die Entscheidung bei einem selbst liegt, welches Video rezipiert wird.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz von Videos als Lernmedium ein und formuliert das Ziel der Arbeit, YouTube als Lernplattform kritisch zu untersuchen.
2. Videos als didaktisches Medium: Hier werden die Funktionen von Videos in Lernumgebungen beleuchtet und spezifische Gestaltungskriterien für die Produktion effektiver Lehrvideos erläutert.
3. Theoretische Modelle & Ansätze: Das Kapitel bietet einen Überblick über lerntheoretische Ansätze (Kognitivismus, Konstruktivismus) und kognitive Theorien, die das Lernen mit digitalen Medien erklären.
4. YouTube als Lernplattform: Dieser Teil analysiert YouTube als Videoportal, kategorisiert existierende Lehrvideos und präsentiert eine praktische Analyse eines selbstproduzierten Videos unter didaktischen Gesichtspunkten.
5. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Lernen mit YouTube zwar möglich ist, aber hohe Anforderungen an die Eigenmotivation und Medienkompetenz der Lernenden stellt.
Schlüsselwörter
YouTube, Lehrvideos, Mediendidaktik, Multimedia-Lernen, Kognitivismus, Konstruktivismus, E-Learning, Videoportale, Lernplattform, Multimediaprinzip, Selbstbestimmtes Lernen, Erklärvideos, Wissensvermittlung, Gestaltungskriterien, Medienpädagogik
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit dem Einsatz von YouTube als Lernplattform und analysiert, unter welchen Bedingungen das Videoportal als didaktisches Medium effektiv genutzt werden kann.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die zentralen Themen sind didaktische Gestaltungskriterien für Lehrvideos, lerntheoretische Grundlagen des multimedialen Lernens sowie eine praktische Analyse von YouTube im Hinblick auf seine Eignung für Bildungsprozesse.
Welches primäre Ziel verfolgt die Autorin?
Das Ziel ist es, zu untersuchen, wie Lernen mit Videos auf YouTube funktioniert und ob das Portal für Bildungszwecke geeignet ist, indem die Chancen und Grenzen der Plattform kritisch abgewogen werden.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewandt?
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Literaturanalyse sowie eine qualitative Analyse eines im Rahmen eines Seminars selbst produzierten Lehrvideos auf Basis mediendidaktischer Gestaltungsprinzipien.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung durch Lern- und Kognitionstheorien, die Untersuchung der Portalbeschaffenheit von YouTube sowie eine Fallanalyse eines Lehrvideos zur Weltgeografie.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Untersuchung?
Die Untersuchung ist durch Begriffe wie Mediendidaktik, Multimediaprinzip, Kognitivismus, Konstruktivismus und das Konzept des informellen Lernens auf YouTube charakterisiert.
Warum spielt das Multimediaprinzip für die Analyse eine wichtige Rolle?
Das Multimediaprinzip dient als Qualitätsmaßstab für die Gestaltung der untersuchten Lehrvideos, um sicherzustellen, dass durch eine sinnvolle Kombination von Text und Bild die Behaltensleistung der Lernenden optimiert wird.
Welches Fazit zieht die Autorin bezüglich der Lernwirksamkeit von YouTube?
YouTube ist eine wertvolle, aber ergänzungsbedürftige Lernressource, die aufgrund der hohen Ablenkungsgefahr eine starke intrinsische Motivation und kritische Medienkompetenz des Lernenden erfordert.
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- Vitalina Reisenhauer (Autor), 2016, Lernen mit Videos. YouTube als Lernplattform, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/387029