Wie greift die Zeitschrift „Erziehungskunst“ der Jahrgänge 1948 und 1949 die Etablierung und Expansion der deutschen Waldorfschulen nach 1945 auf? Um sich der Fragestellung zu nähern, werden methodisch:
- die Fundstellen angenommener Etablierungsfaktoren von Waldorfschulen (siehe Kapitel 3) aus den ausgewählten Zeitschriften tabellarisch erfasst (siehe Kapitel 4),
- aus den untersuchten Zeitschriften relevante Artikel bezüglich eines ausgewählten Etablierungsfaktors „pädagogisches Leistungsvermögen“ analytisch betrachtet (siehe Kapitel 5) und
- hermeneutische Argumentationsansätze sowie Arbeitsweisen der historischen Bildungsforschung einbezogen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Eine Annäherung an die „Erziehungskunst“
3. Versuch einer Kategorienbildung für positiv wirkende Etablierungs- und Expansionsfaktoren von Waldorfschulen nach 1945
4. Tabellarischer Überblick über die Fundstellen der kategorisierten Etablierungs- und Expansionsfaktoren in der „Erziehungskunst“
5. Beispielhafter analytischer Einblick in die in der „Erziehungskunst“ thematisierten Kategorie „pädagogisches Leistungsvermögen“
6. Resümee und Ausblick
7. Quellen- und Literaturverzeichnis
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht historisch-kritisch, wie die Zeitschrift „Erziehungskunst“ in den Jahren 1948 und 1949 die Etablierung und Expansion der deutschen Waldorfschulen nach 1945 thematisierte, um ein tieferes Verständnis für die damaligen Wachstumsfaktoren dieser Schulbewegung zu gewinnen.
- Analyse der Zeitschrift „Erziehungskunst“ als Sprachrohr der Waldorfbewegung
- Kategorisierung von Etablierungs- und Expansionsfaktoren der Nachkriegszeit
- Tabellarische Erfassung der Fundstellen relevanter Themen in der Zeitschrift
- Qualitative Untersuchung der Kategorie „pädagogisches Leistungsvermögen“
- Reflexion der Rolle der Waldorfbewegung in der frühen Bundesrepublik Deutschland
Auszug aus dem Buch
Versuch einer Kategorienbildung für positiv wirkende Etablierungs- und Expansionsfaktoren von Waldorfschulen nach 1945
Es werden die nachstehenden Bedingtheiten als sinnvoll erachtet, um als Thesenkatalog zur Überprüfung in den Forschungsdiskurs eingebracht werden zu können: 1) Wirken von Initiatoren, Fürsprechern und Financiers (inklusive ehemaliger Schüler): Auszugehen ist davon, dass die Expansion zum einen entscheidend mitbedingt wurde durch einen Personenkreis, der stark überzeugt vom Leitgedanken der Waldorfpädagogik (und ggf. der Anthroposophie) war. Zum anderen scheint unbestritten, dass aufgrund des Finanzierungsbedarfs großzügige Geldgeber, wie z.B. angesehene Industrielle, eine tragende Säule für Entwicklungsmöglichkeiten boten. In diesem Zuge sind auch Befürworter aus dem schulpolitischen Sektor zu nennen, die das Wachstum zusätzlich auf schulrechtlicher Ebene beförderten.
2) Elternbeziehungen zur Schule (und Bewegung): Vermutet werden kann, dass positive Elternbeziehungen zur Schule das stetige Wachstum ebenfalls vorantrieben. In finanzieller Hinsicht fallen diesbezüglich folgende Besonderheiten auf: - das Begleichen von Elternbeiträgen und - häufig aufgewendete weitere Eigenleistungen der Eltern, bspw. beim Bau außergewöhnlicher Schulbauten. Zudem mag das aktive, unentgeltliche, pädagogisch beabsichtigte Einbringen der Eltern nicht unterschätzt werden, z.B. beim Übernehmen handwerklicher Tätigkeiten. Als weiterer Grund für eine enorme Ausbreitung darf der außerordentliche, unmittelbare Anmeldungsdrang von Kindern, auch aus anthroposophisch fernen Kreisen, an die (neu-)begründeten Schulen ins Auge gefasst werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung umreißt das Forschungsdesiderat sowie die Fragestellung zur Rolle der Zeitschrift „Erziehungskunst“ für die Expansion der Waldorfschulen nach 1945.
2. Eine Annäherung an die „Erziehungskunst“: Dieses Kapitel beschreibt die Zeitschrift als zentrales Organ der Waldorfbewegung und identifiziert den damaligen Leserkreis.
3. Versuch einer Kategorienbildung für positiv wirkende Etablierungs- und Expansionsfaktoren von Waldorfschulen nach 1945: Es werden verschiedene Faktoren, von finanziellen Aspekten bis zum pädagogischen Selbstverständnis, theoretisch hergeleitet und definiert.
4. Tabellarischer Überblick über die Fundstellen der kategorisierten Etablierungs- und Expansionsfaktoren in der „Erziehungskunst“: Die Kapitelinhalte werden hier systematisch in einer Tabelle den Jahrgängen 1948 und 1949 der Zeitschrift zugeordnet.
5. Beispielhafter analytischer Einblick in die in der „Erziehungskunst“ thematisierten Kategorie „pädagogisches Leistungsvermögen“: Hier erfolgt eine detaillierte qualitative Untersuchung des spezifischen Faktors „pädagogisches Leistungsvermögen“ anhand der Quellentexte.
6. Resümee und Ausblick: Das Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen, kritisiert die einseitige Perspektive der Quellen und schlägt weiterführende historische Forschungsansätze vor.
7. Quellen- und Literaturverzeichnis: Hier werden alle verwendeten Primärquellen aus der Zeitschrift „Erziehungskunst“ sowie die herangezogene Sekundärliteratur aufgelistet.
Schlüsselwörter
Waldorfschulen, Erziehungskunst, Nachkriegszeit, Etablierung, Expansion, Schulpädagogik, Anthroposophie, pädagogisches Leistungsvermögen, Schulpolitik, Bildungsgeschichte, Selbstverwaltung, Privatschulen, Bundesrepublik Deutschland, Forschungsdesiderat, historisch-kritische Analyse
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Hausarbeit untersucht, wie die Waldorfschulbewegung in der Zeitschrift „Erziehungskunst“ der Jahre 1948 und 1949 thematisiert wurde, um Rückschlüsse auf ihre schnelle Etablierung und Expansion nach 1945 zu ziehen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Im Zentrum stehen die identifizierten Wachstumsfaktoren der Waldorfschulen, wie beispielsweise das Wirken von Financiers, Elternbeziehungen, pädagogische Ansätze und schulpolitische Rahmenbedingungen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die Arbeit fragt danach, wie die Zeitschrift „Erziehungskunst“ als „Organ“ der Bewegung die Etablierungs- und Expansionsprozesse nach dem Zweiten Weltkrieg in ihren Beiträgen aufgriff und darstellte.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Verfasser nutzt eine Kategorienbildung, eine tabellarische Auswertung der Fundstellen in den Quellentexten sowie hermeneutische Ansätze der historischen Bildungsforschung.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil erarbeitet zunächst einen Thesenkatalog für Expansionsfaktoren, ordnet diese tabellarisch den Artikeln der „Erziehungskunst“ zu und analysiert exemplarisch das „pädagogische Leistungsvermögen“.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Kernbegriffe sind Waldorfschulen, Erziehungskunst, Nachkriegszeit, Etablierung, Expansion, Anthroposophie und pädagogisches Leistungsvermögen.
Welche Rolle spielt die Zeitschrift „Erziehungskunst“ in der Analyse?
Sie dient als Primärquelle, die als Sprachrohr der anthroposophischen Kreise und des Bundes der Freien Waldorfschulen fungierte und somit die Selbstdarstellung der Bewegung dokumentiert.
Wie bewertet der Autor die Objektivität der untersuchten Quellen?
Der Autor stellt eine klare Parteinahme der zeitgenössischen Autoren fest und kritisiert das Fehlen einer wissenschaftlich-kriteriengeleiteten Belegstruktur in der „Erziehungskunst“.
- Quote paper
- Nico Schloß (Author), 2017, Thematisierung von Etablierung und Expansion der deutschen Waldorfschulen in der "Erziehungskunst" von 1948 und 1949, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/387036