Erfolgreiches Üben im Unterricht. Eine Betrachtung der Übungsformen nach Wittmann/Müller und Sorrentino/Linser/Paradies sowie Intelligentes Üben nach Meyer


Seminararbeit, 2017
22 Seiten, Note: 1

Leseprobe

2
Abstract
Der Inhalt meiner Arbeit beschäftigt sich mit der Frage ,,Wie kann ich im Unterricht erfolgreich
üben ?". Die Fragestellung rund um dieses Thema habe ich bewusst gewählt, da ich überzeugt bin,
dass mir die Aufarbeitung dieser Frage im späteren Berufsleben als Lehrperson sehr von Nutzen
sein wird.
Im Zuge meiner Recherchen zeigte sich, dass für die Umsetzung des Übens von diversen
Fachleuten unterschiedliche Formate, Gesetzmäßigkeiten und Instrumente ausformuliert und
Vorschläge für die Umsetzung im Unterricht abgeleitet wurden. Diese Aussagen werden
kapitelweise betrachtet und im Zuge einer Schlussreflexion analysiert.

3
Inhalt
1
Einleitung ... 4
2
Begriffsdefinitionen ... 5
2.1
Definition ,,Unterricht" ... 5
2.2
Definition ,,Üben" ... 5
3
Übungsformen ... 7
3.1
Übungsformen nach Wittmann/Müller ... 7
3.1.1
Üben nach dem Prinzip der kleinen und kleinsten Schritte ... 7
3.1.2
Üben nach dem Prinzip des aktiv-entdeckenden Lernens ... 7
3.2
Übungsformen nach Sorrentino/Linser/Paradies ... 10
3.2.1
Wiederholen ... 10
3.2.2
Anwenden ... 10
3.2.3
Vertiefen ... 11
3.2.4
Transfer ... 11
3.2.5
Lernkontrollen ... 12
3.3
Intelligentes Üben nach Meyer ... 12
4
Übungsregeln ... 14
5
Übungsinstrumente ... 16
5.1
Lernkarteien ... 16
5.2
Lernplakate ... 17
5.3
Lerntagebücher ... 17
5.4
Lernprogramme ... 18
5.5
Merkzettel ... 18
5.6
Spickzettel ... 18
5.7
Übungsspiele ... 19
6
Zusammenfassung ... 20
7
Literaturverzeichnis ... 21
8
Abbildungsverzeichnis ... 22

4
1
Einleitung
Schule hat sich im Laufe der Jahre hinsichtlich des Übens im Unterricht stark gewandelt. Am
Anfang des 19. Jahrhunderts waren die Voraussetzungen für ein optimales und
abwechslungsreiches Üben aufgrund der hohen Schülerzahlen in den einzelnen Klassen eher
schlecht. In dieser Zeit war die Schule noch sehr stark von ,,Drill" geprägt und hatte als Hauptziel
das ,,Auswendiglernen".
Durch diverse Reformen in der Pädagogik und Anpassungen der Lehrpläne wurden im Laufe der
Zeit verschiedenste Ansätze für die richtige Art des Übens entwickelt.
Heute ist das Üben ein maßgebliches Element des Unterrichtes geworden und hat den Zweck
erlerntes Wissen zu vertiefen, zu verstehen und dieses bei neuen Problemstellungen anwenden zu
können.
In Zuge meiner Arbeit ,,Üben im Unterricht" habe ich mich mit der Frage ,,Wie kann ich im
Unterricht erfolgreich üben?" auseinandergesetzt.
Meine Arbeit ist eine reine Literaturarbeit und stützt sich hauptsächlich auf die Werke von
Sorrentino/Linser/Paradies und Meyer. Ich habe noch drei weitere Quellen, nämlich von
Brinkmann, Einsiedler/Götz/Hartinger/Heinzel/Kahlert/Sandfuchs sowie von Wittmann/Müller,
verwendet. Weiters habe ich auf mehrere Artikel aus dem Internet Bezug genommen.
Als Erstes werde ich die Definitionen von ,,Unterricht" und ,,Üben" erklären. Im weiteren Verlauf
dieser Arbeit werden einige Übungsformen, die Übungsgesetze sowie verschiedene
Übungsinstrumente näher erörtert.

5
2
Begriffsdefinitionen
2.1
Definition ,,Unterricht"
,,Unterricht kann als langfristig organisierte Abfolge von Lehr- und Lernsituationen verstanden
werden, die von ausgebildeten Lehrpersonen absichtsvoll geplant und initiiert werden und die dem
Aufbau von Wissen sowie dem Erwerb von Fertigkeiten und Fähigkeiten der Lernenden dienen. Sie
finden in der Regel in bestimmten dafür vorgesehenen Institutionen unter regelhaften Bedingungen
statt."
(Terhart, 1994 zit. nach
http://www.springer.com/cda/content/document/
cda_downloaddocument/9783642412905-c1.pdf?SGWID=0-0-45-1481819-p176436773
)
2.2
Definition ,,Üben"
Eine eindeutige Definition für den Begriff ,,Üben" gibt es nicht. Der Begriff wird auf
unterschiedliche Weise interpretiert. Nachstehend werden zwei repräsentative Definitionen
angeführt:
,,Die Übung ist die Wiederholung einer Tätigkeit zu dem Zwecke, dass man diese besser ausführen lerne."
(Willmann/Roloff 1913 zit. nach Sorrentino/Linser/Paradies, 2008, S. 13)
,,Unter >Üben seien alle eigenen Aktivitäten verstanden, die mir helfen, neu aufgenommene
Informationen, neu erkannte Zusammenhänge und im Prinzip erfasste Abfolgen von Denk-
und/oder Handlungsschritten auf eine Weise präsent zu machen, dass ich über sie in Situationen, in
denen ich sie brauche, möglichst problemlos (sozusagen >automatisch) verfügen kann. Durch Üben
werden also neu angeeignete Wissenselemente und Prozeduren zu anwendbarem Wissen und
Können verdichtet. Mit anderen Worten: Als Ergebnis des mit Übung verbundenen Lernens
entwickeln sich Kompetenzen."
(Heymann 2005 zit. nach
https://www.beltz.de/fachmedien/paedagogik/zeitschriften/
paedagogik/themenschwerpunkte/ueben_anwenden_vertiefen.html
)
Wie man aus den Definitionen entnehmen kann, ist es sehr wichtig Tätigkeiten oder
Gedankengänge immer wieder zu wiederholen. Üben kommt nach dem Ersterwerb von Wissen
und dient dazu das Gelernte zu vertiefen, zu festigen, zu automatisieren und abzuspeichern.
Man braucht eine gewisse Routine um die Tätigkeiten erfolgreich ausführen zu können. Wenn
nicht regelmäßig und konsequent geübt wird, ist der Lernprozess ohne Erfolg und es stellt sich kein
Lernfortschritt ein. Es gehören auch Misserfolge zum Üben. Dabei ist es wichtig nicht aufzugeben
und es erneut zu versuchen. Durch Fehler lernt man für den ,,Ernstfall". Üben hat oft den
negativen Beigeschmack von ,,Drill" und wird als notwendiges Übel betrachtet. Gängige
Sprichwörter wie ,,Üben, üben, üben" oder ,,Übung macht den Meister" zeigen, dass Üben schon

6
von je her eine wichtige Form des Lernens dargestellt hat. Üben begleitet uns das ganze Leben
(vgl. Brinkmann, 2012, S. 16-32).
In der modernen Pädagogik, in der Kreativität, Fantasie und offener Unterricht im Vordergrund
stehen, wird die Notwendigkeit des Übens oft missachtet. Um Neues sicher im Langzeitgedächtnis
zu verankern, ist aber ein Wiederholen von Lehrinhalten bzw. Tätigkeiten unerlässlich. Man kann
auch nur auf ein entsprechendes Grundwissen neue Kompetenzen aufbauen. Es liegt in der
Fantasie der Lehrperson Übungen kreativ zu gestalten, damit diese von den Schülerinnen und
Schülern nicht langweilig oder monoton empfunden werden (vgl. Sorrentino/Linser/Paradies,
2008, S. 17-18).
Im Zusammenhang mit der Unterrichtsqualität wird auch immer die Bedeutung des Übens für ein
erfolgreiches Lernen erwähnt. Empirisch-pädagogische Forschungsarbeiten um dies zu
unterstreichen gibt es jedoch sehr wenige. Meist haben derartige Studien nicht die Wirksamkeit
des Übens, sondern umfangreicher Lernprogramme als Grundlage (vgl. Einsiedler, S. 411-412).
Das Ziel des Übens ist einerseits die Festigung des Gelernten und andererseits der Lernfortschritt.
Daher muss genügend Zeit für das Üben im Unterricht eingeplant werden. Nur so ist gewährleistet,
dass Schülerinnen und Schüler Lernerfolge erzielen. Dabei ist es wichtig, dass die Lehrperson
Kreativität bei der Auswahl der Übungen beweist.
Übungen sollten im Unterricht immer zwischendurch stattfinden und nicht nur am Stundenende
oder als Hausaufgabe. Denn eine entsprechende Reflexion der Lehrperson ist unbedingt
notwendig. Wichtig ist auch, dass auf unterschiedliche Lerntypen Rücksicht genommen wird und
die unterschiedlichsten Übungsinstrumente verwendet werden (vgl.
http://www.fs.tum.de/
~danner/tutorium/Tutorium_%DCbung.doc
).

7
3
Übungsformen
3.1
Übungsformen nach Wittmann/Müller
3.1.1
Üben nach dem Prinzip der kleinen und kleinsten Schritte
Der Lernstoff wird in kleinste Teile aufgeteilt und unabhängig voneinander unterrichtet. Dabei
wird zuerst das zu erlernende Wissen basierend auf Musteraufgaben erklärt und anhand einer
großen Anzahl von Aufgaben ,,Musterlösungen" eingeübt. Alle Schwierigkeiten bei der Umsetzung
werden von der Lehrperson aus dem Weg geräumt. Ziel dieser Art des Unterrichtes ist es, Wissen
zur Lösung von identen Aufgabentypen zu vermitteln.
Gegen eine ständige Nutzung dieser Art des Übens nennt Wittmann folgende Gründe:
·
das Schulkind macht sich keine eigenen Gedanken zur Lösung der Aufgaben, sondern vertraut
darauf, dass die Lehrperson die Lösungswege vorgibt und erklärt.
·
die Fähigkeit, Aufgaben eigenständig durchzudenken und dann zu lösen, wird nicht entwickelt.
Es wird auch keine Selbstverantwortung für das Lernen übernommen.
·
das stupide Üben gleichartiger Aufgaben hat keinen Langzeiterfolg.
·
das Aufspüren von Zusammenhängen und Gesetzmäßigkeiten wird dabei nicht geschult und
somit kann das erlernte Wissen auch nicht angewendet werden.
(Vgl.
http://www.eduhi.at/dl/Entdeckender_MAunterricht.pdf
, S. 5-6)
Aus pädagogischer Sicht ist diese Art des Übens veraltet und wird daher nur mehr selten
angewendet. Heutzutage wird eher die nachfolgende Art des Übens von sehr vielen Lehrpersonen
bevorzugt.
3.1.2
Üben nach dem Prinzip des aktiv-entdeckenden Lernens
,,Die einzelnen
Lernabschnitte sind großzügiger bemessen und schaffen Sinnzusammenhänge, aus denen
heraus sich für die
Schüler vielfältige Aufgaben unterschiedlichen Schwierigkeitsniveaus ergeben".
(Wittmann, 1994 zit. nach
http://www.eduhi.at/dl/Entdeckender_MAunterricht.pdf
, S. 10).
Bei dieser Form des Übens müssen sich die Schülerinnen und Schüler Teile der Wissenselemente
und Lösungswege selbst erarbeiten.
Merkmale für produktives Üben und aktiv-entdeckendes Lernen (Wittmann):
1)
,,Der Schüler wird veranlasst, eigene Denkleistungen zu erbringen, Hindernisse und Widerstände
werden ihm nicht aus dem Weg geräumt, nur so lernt er, sie zu überwinden. An den
Ende der Leseprobe aus 22 Seiten

Details

Titel
Erfolgreiches Üben im Unterricht. Eine Betrachtung der Übungsformen nach Wittmann/Müller und Sorrentino/Linser/Paradies sowie Intelligentes Üben nach Meyer
Hochschule
Kirchliche Pädagogische Hochschule Wien / Krems
Note
1
Autor
Jahr
2017
Seiten
22
Katalognummer
V387105
ISBN (eBook)
9783668612914
ISBN (Buch)
9783668612921
Dateigröße
692 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Wittmann, Müller, Meyer, Unterricht, Üben, Intelligentes Üben
Arbeit zitieren
Katrin Streimelweger (Autor), 2017, Erfolgreiches Üben im Unterricht. Eine Betrachtung der Übungsformen nach Wittmann/Müller und Sorrentino/Linser/Paradies sowie Intelligentes Üben nach Meyer, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/387105

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