Die Arbeit definiert zunächst die Begriffe Erstsprache, Zweitsprache und Bilingualität aus linguistischer Sicht. Daran schließt sich die Vorstellung der didaktischen Konzepte der interkulturellen kommunikativen Kompetenz sowie des bilingualen Unterrichts an. Die Umsetzung dieser Konzepte wird durch die Vorstellung des bilingualen Unterrichts zweier Schulen verdeutlicht, der Deutsch-Italienischen Gesamtschule Wolfburg und der Deutsch-Tschechischen Freien Schule "Schkola" (Grundschule und Gymnasium) in Ebersbach-Neugersdorf. Chancen und Herausforderungen biligualer Unterrichtskonzepte werden schließlich kritisch diskutiert und Rückschlüsse für die eigene Unterrichtspraxis gezogen.
Inhaltsverzeichnis
1. Bilinguale Erziehung – bilingualer Unterricht
1.1 Erstsprache, Zweitsprache – Bilingualität
1.2 Interkultureller didaktischer Ansatz
1.3 Bilingualer Unterricht
2. Bilingualer und interkultureller Sachunterricht an der Deutsch-Italienischen Gesamtschule Wolfsburg
2.1 Das Modell ‚one person – one language – one culture’
2.2 Konzeption des bilingualen Sachunterrichts
2.3 Curriculum und Leistungsbewertung
3. Bilingualer Unterricht Deutsch-Tschechisch an der Schkola Oberland Freie Schule an der Haine
3.1 Besonderheiten der Schule und des Schulkonzepts
3.2 Das Konzept ‚Nachbarschaft und Sprache’
4. Fazit
4.1 Chancen und Herausforderungen des bilingualen Unterrichts für Schüler und Lehrer
4.2 Mehr bilinguale Schulen in Sachsen?
4.3 Schlussfolgerungen für die persönliche Unterrichtspraxis
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Möglichkeiten und Rahmenbedingungen der Umsetzung bilingualer Schulkonzepte in der Primarstufe. Ziel ist es, durch die Analyse konkreter Praxisbeispiele – der Deutsch-Italienischen Gesamtschule Wolfsburg und der Schkola Oberland – aufzuzeigen, wie bilingualer und interkultureller Sachunterricht zur Entwicklung sprachlicher und interkultureller Kompetenzen beitragen kann und welche Herausforderungen dabei für Lehrkräfte und Schüler entstehen.
- Grundlagen von Bilingualität und Spracherwerb
- Methodische Konzepte bilingualen und interkulturellen Sachunterrichts
- Fallstudie: Deutsch-Italienische Gesamtschule Wolfsburg (one person – one language – one culture)
- Fallstudie: Schkola Oberland (Nachbarschaft und Sprache)
- Herausforderungen in der Leistungsmessung und Didaktik
- Perspektiven für bilinguale Bildung in Sachsen
Auszug aus dem Buch
2.1 Das Modell ‚one person – one language – one culture’
In der zweisprachigen Kindererziehung hat sich das Prinzip ‚one person – one language’ schon lange etabliert. Es wurde erstmals vom französischen Linguisten Jules Ronjat 1913 beschrieben und beruht darauf, dass die beiden vom Kind zu erlernenden Sprachen jeweils nur von einer Bezugsperson in der Familie gesprochen und repräsentiert werden sollen.
Die Bezugspersonen sollen niemals die Rollen tauschen. Das Kind würde daraufhin von allein und ohne dass es ihm selbst bewusst sei, beide Sprachen erwerben und im Gespräch mit der entsprechenden Person verwenden. Aufbauend auf das Konzept aus der bilingualen Familienerziehung, wurde das Konzept an der Deutsch-Italienischen Gesamtschule Wolfsburg zu ‚one person – one language – one culture’ weiterentwickelt. Im bilingualen Klassenzimmer sind immer zwei Bezugspersonen anwesend, die jeweils ihre Sprache aber gleichzeitig auch ihre Kultur repräsentieren.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Bilinguale Erziehung – bilingualer Unterricht: Definition grundlegender Begriffe wie Erst- und Zweitsprache sowie Bilingualität und Erläuterung des interkulturellen didaktischen Ansatzes im Kontext von Fremdsprachenlernen.
2. Bilingualer und interkultureller Sachunterricht an der Deutsch-Italienischen Gesamtschule Wolfsburg: Detaillierte Darstellung des ‚one person – one language – one culture’-Modells sowie der unterrichtspraktischen Organisation, inklusive Lehr- und Lernmaterialien.
3. Bilingualer Unterricht Deutsch-Tschechisch an der Schkola Oberland Freie Schule an der Haine: Vorstellung eines ganzheitlichen, inklusiven Schulkonzepts, das auf regionaler Grenznähe basiert und das Prinzip ‚Nachbarschaft und Sprache’ fokussiert.
4. Fazit: Kritische Reflexion der Chancen und Hürden bei der Implementierung bilingualer Programme sowie Überlegungen zur persönlichen didaktischen Praxis und zur Schulentwicklung in Sachsen.
Schlüsselwörter
Bilingualer Unterricht, Sachunterricht, Primarstufe, Interkulturelle Kompetenz, Sprachbewusstheit, CLIL, Mehrsprachigkeit, Erstsprache, Zweitsprache, Schkola, Deutsch-Italienische Gesamtschule Wolfsburg, Sprachstandsniveau, Alphabetisierung, Leistungsmessung, Spracherfahrungsansatz
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert die theoretischen Grundlagen und praktischen Umsetzungsmöglichkeiten von bilingualen Bildungskonzepten in der Primarstufe, insbesondere im Hinblick auf den Sachunterricht.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Im Zentrum stehen der bilinguale Sachunterricht, interkulturelles Lernen, die Rolle der Lehrkräfte als Sprach- und Kulturvermittler sowie die Bedeutung von Mehrsprachigkeit im schulischen Kontext.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, durch Praxisbeispiele zu zeigen, wie bilinguale Ansätze die sprachliche und interkulturelle Bildung von Kindern fördern können und welche strukturellen Bedingungen dafür erforderlich sind.
Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse zu bilingualen Lernkonzepten sowie der Untersuchung und deskriptiven Darstellung von Fallbeispielen real existierender Schulversuche.
Was wird im Hauptteil der Arbeit inhaltlich behandelt?
Der Hauptteil analysiert zwei spezifische Konzepte: das Modell der Deutsch-Italienischen Gesamtschule Wolfsburg und das Konzept der Schkola Oberland, jeweils unter Berücksichtigung von Didaktik, Material und Schulkonzept.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am stärksten?
Die Arbeit ist stark geprägt durch Begriffe wie Bilingualität, interkulturelle Kompetenz, Sprachbewusstheit, CLIL (Content and Language Integrated Learning) und kooperatives Lernen.
Wie unterscheidet sich das Modell der Schule in Wolfsburg von anderen Ansätzen?
Das Besondere ist die Weiterentwicklung des Familienprinzips ‚one person – one language’ zu ‚one person – one language – one culture’, bei dem zwei Lehrkräfte im Tandem nicht nur Sprachen, sondern auch kulturelle Identitäten authentisch repräsentieren.
Welche Rolle spielt die räumliche Lage für das Konzept der Schkola Oberland?
Die unmittelbare Grenznähe zur Tschechischen Republik wird als Chance genutzt, um durch das Konzept ‚Nachbarschaft und Sprache’ und regelmäßige Begegnungstage grenzübergreifendes Lernen und Völkerverständigung direkt erfahrbar zu machen.
- Arbeit zitieren
- Kerstin Thiemann (Autor:in), 2017, Bilingualer Sachunterricht in der Primarstufe, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/387125