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Ursachen und Verlauf der Herner Krawalle 1899

Titre: Ursachen und Verlauf der Herner Krawalle 1899

Mémoire d'Examen Intermédiaire , 2005 , 24 Pages , Note: 1,0

Autor:in: Julia Riedel (Auteur)

Histoire de l'Europe - Temps modernes, Absolutisme, Industrialisation
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Seitdem der Mensch dauerhaft sesshaft geworden ist, neigt er dazu, das Land, auf dem er lebt, als sein Eigentum anzusehen und es als solches zu verteidigen. Darüber hinaus ist er aber auch ständig auf der Suche nach neuem Land, sei es, um seinen Besitz zu vergrößern, weil er von seinem Land vertrieben wurde, oder weil das bisherige Eigentum nicht mehr ausreichend war für neue Bedürfnisse. Aufgrund der steigenden Bevölkerungsdichte wird es aber immer schwieriger, Land zu finden, das noch niemand zuvor für sich beansprucht hat. Da niemand sein Land und seine Vorrechte gern einfach so aufgibt, haben diese Wanderbewegungen auch seit jeher zu Konflikten geführt. Klaus J. Bade schildert im Vorwort seines Werks „Deutsche im Ausland-Fremde in Deutschland“ das Konfliktpotential mit den folgenden Worten: „Träume derer, die draußen sind und vielleicht kämen, wenn sie könnten, wecken drinnen Alpträume derer, die fürchten, dass die Fremden tatsächlich kommen und Teilhabe fordern könnten am vermeintlichen Glück in jener Mitte des Kontinents, die, wie man sagt, in Deutschland liegt.“
Diese Arbeit soll sich im speziellen mit der Einwanderung polnischer Arbeiter ins Ruhrgebiet des späten 19. Jahrhunderts beschäftigen und die Eskalation der sozialen Konflikte am Beispiel der „Herner Krawalle“ von 1899 darstellen. Um auch die Entstehung dieser Auseinandersetzung zu beleuchten, habe ich verschiedene Bücher zu Rate gezogen. Die wichtigsten Werke waren dabei „Arbeiter im Deutschen Kaiserreich 1871 bis 1914“ von Gerhard A. Ritter und Klaus Tenfelde sowie „Polnische Arbeitsmigranten im Ruhrgebiet“ von Valentina-Maria Stefanski.
Zunächst werde ich auf die Ursachen der polnischen Zuwanderung und deren Auswirkungen auf das Leben im Ruhrgebiet eingehen. Dazu gehören auch die Wohn- und Arbeitssituation der Zuwanderer. Als Folge dieser werde ich auf die steigende Unzufriedenheit der Polen im Ruhrgebiet und deren Eskalation in der „Herner Krawalle“ im Juni 1899 eingehen. Den Abschluss dieser Arbeit bilden die Reaktionen von Deutschen und Polen auf die Krawalle, einschließlich der Darstellung in der Presse, sowie ein Ausblick auf die Zukunft der polnischen Zuwanderer im Ruhrgebiet.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Konflikte durch Migration

2. Arbeiterzuzug aus dem Osten

a) Soziale Lage der polnischen Zuwanderer

b) Berufliche Situation auf den Zechen

c) Gründe für Unzufriedenheit

3. Die Herner Krawalle

a) Ursachen und Verlauf

b) Reaktionen aus der Bevölkerung

4. Die Situation nach dem Ersten Weltkrieg

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Hausarbeit untersucht die Einwanderung polnischer Arbeitskräfte in das Ruhrgebiet im späten 19. Jahrhundert sowie die damit verbundenen sozialen Spannungen, die in den sogenannten „Herner Krawallen“ von 1899 gipfelten. Im Zentrum steht dabei die Frage, wie sich die Lebens- und Arbeitssituation der Zuwanderer gestaltete und warum diese Bedingungen zu einer gewaltsamen Eskalation führten.

  • Ursachen und Phasen der polnischen Arbeitsmigration ins Ruhrgebiet.
  • Analyse der Wohn- und Arbeitssituation sowie der sozioökonomischen Diskriminierung der Zuwanderer.
  • Untersuchung der Hintergründe und des Verlaufs der Herner Unruhen von 1899.
  • Darstellung der Reaktionen von Gesellschaft, Staat und Gewerkschaften auf die Konflikte.
  • Bewertung der langfristigen Integrationsproblematik und der Situation nach dem Ersten Weltkrieg.

Auszug aus dem Buch

Die Herner Krawalle – Ursache und Verlauf

Die Informationen zu den Krawallen von Herne im Jahre 1899 sind relativ karg. Hauptquelle für den folgenden Text ist der Aufsatz „Die Krawalle von Herne“ von Klaus Tenfelde, veröffentlicht in der IWK von März 1979.

In den letzten Jahren des 19. Jahrhunderts hatte sich die Belegschaft auf den Zechen, ebenso wie deren Produktionsraten, verdoppelt. Die Zuwanderung aus den Ostprovinzen, die nach wie vor andauerte, hatte die Zusammensetzung der Arbeiterschicht grundlegend gewandelt. Zum Teil hatten die Zechen einen Ausländeranteil von mehr als 80%, wovon ein Großteil aus Polen stammte. Gruppenbeziehungen hielten nie lange, da die Arbeiter häufig die Zechen wechselten und immer da arbeiteten, wo der Lohn am besten war. Fast täglich änderten sich die Belegschaften, die Möglichkeit, neue Kontakte zu knüpfen, war durch die sprachlichen Differenzen sehr eingeschränkt. Technische Veränderungen machten die alten Gruppierungen der Arbeiter unnötig, sodass auch in diesem Feld alles neu gemischt wurde. Über die Familien- und sozialen Verhältnisse dieser Arbeiter ist wenig bekannt, fest steht nur, dass die steigenden Mieten und Lebenshaltungskosten durch die steigenden Löhne kaum gedeckt werden konnten und somit viele Familien weiterhin am Existenzminimum lebten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Konflikte durch Migration: Dieses einleitende Kapitel skizziert die historischen Hintergründe von Wanderbewegungen und setzt den Fokus auf die polnische Einwanderung ins Ruhrgebiet als Ausgangspunkt der Untersuchung.

2. Arbeiterzuzug aus dem Osten: Hier wird der Prozess der Anwerbung polnischer Arbeitskräfte detailliert beleuchtet sowie deren schwierige soziale und berufliche Lebensumstände im Ruhrgebiet analysiert.

3. Die Herner Krawalle: Dieses Kapitel behandelt die konkreten Ursachen und den Verlauf der Unruhen von 1899 sowie die verschiedenen Reaktionen innerhalb der Bevölkerung und der gesellschaftlichen Institutionen.

4. Die Situation nach dem Ersten Weltkrieg: Der abschließende Teil bewertet die langfristigen Auswirkungen der Migration, die Rückwanderungstendenzen und den schwierigen Integrationsprozess der verbliebenen polnischstämmigen Bevölkerung.

Schlüsselwörter

Ruhrgebiet, polnische Zuwanderung, Herner Krawalle, Bergbau, Arbeitsmigration, soziale Konflikte, Zechen, Diskriminierung, Gewerkschaften, Integration, 1899, preußische Ostprovinzen, Koloniebau, Kostgängerwesen, Nationalgefühl.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die soziokulturellen und ökonomischen Konflikte, die durch die polnische Zuwanderung in das Ruhrgebiet Ende des 19. Jahrhunderts entstanden sind.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Im Zentrum stehen die Wohn- und Arbeitssituation polnischer Zuwanderer, der Diskriminierungsprozess durch die einheimische Bevölkerung sowie die Entwicklung hin zu gewaltsamen Auseinandersetzungen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Entstehung und Eskalation der „Herner Krawalle“ von 1899 vor dem Hintergrund der allgemeinen Integrationsschwierigkeiten und politischen Rahmenbedingungen zu erklären.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine historische Analyse, die auf einer Auswertung zeitgenössischer Quellen und einschlägiger wissenschaftlicher Literatur zur deutschen Sozialgeschichte basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Zuwanderungsursachen, der Lebensrealität der Zuwanderer in den Zechenkolonien und eine chronologische Rekonstruktion der Unruhen in Herne.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind unter anderem Ruhrpolen, soziale Diskriminierung, Zechenleben, Gewerkschaftsverhältnis, nationale Spannungen und industrielle Expansion.

Warum kam es bei den Herner Krawallen zu einer Eskalation?

Die Eskalation resultierte aus einer Kombination von schlechten Arbeitsbedingungen, einer unzureichenden gewerkschaftlichen Interessenvertretung, sozialen Vorurteilen und einer tief sitzenden Verbitterung über politische Reglementierungen.

Welche Rolle spielten die Gewerkschaften bei der Situation der polnischen Arbeiter?

Die deutschen Gewerkschaften versagten weitgehend darin, die polnischen Arbeiter zu integrieren; sie distanzierten sich von deren Protesten, was bei den Zuwanderern das Gefühl der Ausgrenzung noch verstärkte.

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Résumé des informations

Titre
Ursachen und Verlauf der Herner Krawalle 1899
Université
University of Duisburg-Essen
Note
1,0
Auteur
Julia Riedel (Auteur)
Année de publication
2005
Pages
24
N° de catalogue
V38736
ISBN (ebook)
9783638377171
Langue
allemand
mots-clé
Ursachen Verlauf Herner Krawalle
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Julia Riedel (Auteur), 2005, Ursachen und Verlauf der Herner Krawalle 1899, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/38736
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Extrait de  24  pages
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