Jedes Individuum integriert sich im Laufe seiner Lebenszeit in unterschiedliche gesellschaftliche Systeme und passt sich ihnen an, indem entsprechende Rollen eingenommen werden. Durch die in Deutschland existierende Schulpflicht ist die Schule neben der Familie die wichtigste sozialisierende Instanz jedes Einzelnen.
In der Schule entsteht durch ein festgeschriebenes Curriculum, den besuchten Unterricht und die Anweisungen der Lehrkraft ein erster subjektiver Eindruck einer einflussreichen Organisation, die sich im Hintergrund beständig weiterentwickelt und den komplexen Anforderungen gerecht werden muss. Die mittlere Kindheit wird spätestens in der Schule, einer Non-Profit-Organisation (bei staatlichen Schulen), von der Welt und Kultur der Erwachsenen geprägt. Unterschiedliche Parteien setzen sich für die bestmögliche Förderung der nächsten Generation ein, was auch immer das heißen mag.
Daran sind nicht nur Wissenschaftler*innen , Pädagog*innen, Elternbeirat und Leitungsfunktionen beteiligt. Politiker*innen und/oder Minister*innen bestimmen durch zentrale Vorgaben und Anordnungen das Schulleben. So ist es nicht im Geringsten verwunderlich, dass gerade im schulischen Bereich konfliktreiche Auseinandersetzungen zwischen den Einzelnen an der Tagesordnung stehen. Ungelöste Konflikte führen dazu, dass sich bei den Beteiligten eine sichtbar negative Arbeitshaltung einschleicht. Dadurch wird die systematische Weiterentwicklung der Schule aufgehalten.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Falldarstellung
1.2 Relevanz für die Soziale Arbeit
1.3 Aufbau der Arbeit
2. Erster Akt der systemischen Schleife
2.1 Informationen
2.2 Hypothesen & Maßnahmen
2.3 Intervention
3. Erstgespräch
4. Zweiter Akt der systemischen Schleife
4.1 Neue Informationen
4.1.1 Erziehung und Persönlichkeitsmerkmale von Frau D.
4.1.2 Konflikt D./ H.
4.1.3 Einfluss der ehemaligen Schulleitung
4.2 Hypothesen und Maßnahmen
4.3 Interventionen
4.3.1 Der Kontrakt
5. Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, einen komplexen Konflikt innerhalb einer Bildungsorganisation durch eine systemische Organisationsentwicklungsberatung zu analysieren und lösungsrelevante Interventionsschritte abzuleiten. Die zentrale Forschungsfrage befasst sich dabei mit der Frage, wie durch systemisches Denken und professionelle Begleitung sowohl die Führungsrolle der Schulleitung gestärkt als auch die belastete Atmosphäre im Kollegium konstruktiv transformiert werden kann.
- Analyse von Organisationsstrukturen und Konfliktdynamiken in der Schule
- Anwendung des Modells der "systemischen Schleife" zur fallbasierten Problemlösung
- Reflexion der Rolle der Schulleitung und Herausforderungen des Führungsstils
- Konzeption von Interventionsmaßnahmen und Kontraktformulierung
- Identifikation von Faktoren zur Förderung der Arbeitszufriedenheit und Kommunikation
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung
Jedes Individuum integriert sich im Laufe seiner Lebenszeit in unterschiedliche gesellschaftliche Systeme und passt sich ihnen an, indem entsprechende Rollen eingenommen werden. Durch die in Deutschland existierende Schulpflicht ist die Schule neben der Familie die wichtigste sozialisierende Instanz jedes Einzelnen (vgl. Gottschalch et al, 1971: 33). In der Schule entsteht durch ein festgeschriebenes Curriculum, den besuchten Unterricht und die Anweisungen der Lehrkraft ein erster subjektiver Eindruck einer einflussreichen Organisation, die sich im Hintergrund beständig weiterentwickelt und den komplexen Anforderungen gerecht werden muss. Die mittlere Kindheit wird spätestens in der Schule, einer Non-Profit Organisation (bei staatlichen Schulen), von der Welt und Kultur der Erwachsenen geprägt.
Unterschiedliche Parteien setzen sich für die bestmögliche Förderung der nächsten Generation ein, was auch immer das heißen mag. Daran sind nicht nur Wissenschaftler*innen, Pädagog*innen, Elternbeirat und Leitungsfunktionen beteiligt. Politiker*innen und/oder Minister*innen bestimmen durch zentrale Vorgaben und Anordnungen das Schulleben. So ist es nicht im Geringsten verwunderlich, dass gerade im schulischen Bereich konfliktreiche Auseinandersetzungen zwischen den Einzelnen an der Tagesordnung stehen. Ungelöste Konflikte führen dazu, dass sich bei den Beteiligten eine sichtbar negative Arbeitshaltung einschleicht. Dadurch wird die systematische Weiterentwicklung der Schule aufgehalten. Die auf der folgenden Seite angefertigte Falldarstellung beschreibt eine wahrheitsgetreue Erfahrung aus meiner Berufspraxis als Lehrkraft an einem staatlichen Berufskolleg für Sozialpädagogik.
Ich beobachtete das Geschehen im Praxissemester als Bachelorstudentin der Kindheitspädagogik. In dieser Zeit nahm ich aktiv an Lehrergesamtkonferenzen und Einzelgesprächen teil. Nun werde ich den Fall aus datenschutzrechtlichen Gründen mit abgeänderten Namen rekonstruieren und mich in die neue Rolle einer selbständigen systemisch denkenden Organisationsberaterin einfühlen. Bereits Fatzer beschreibt bedeutungsvoll, dass die „Schulentwicklung folglich als Organisationsentwicklung“ verstanden werden muss (vgl. Fatzer, 1993: 305 f.)
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die theoretische Relevanz von Schulentwicklung als Organisationsentwicklung ein und stellt den Kontext sowie die Zielsetzung der Falldarstellung dar.
2. Erster Akt der systemischen Schleife: Hier erfolgt eine erste Analyse der Organisationsstruktur mittels eines Organigramms sowie die Formulierung erster Hypothesen und potenzieller Interventionsmaßnahmen.
3. Erstgespräch: Das Kapitel schildert den Ablauf und die Erkenntnisse aus dem direkten Dialog mit der Schulleitung zur Erfassung der akuten Konfliktsituation.
4. Zweiter Akt der systemischen Schleife: Basierend auf den neuen Informationen aus dem Erstgespräch werden die Hypothesen validiert und ein konkreter Kontrakt für die Beratung erarbeitet.
5. Schlussbetrachtung: Hier wird der Prozess der systemischen Beratung reflektiert und die professionelle Haltung der Autorin kritisch hinterfragt sowie ein Ausblick gegeben.
Schlüsselwörter
Organisationsentwicklung, Systemische Beratung, Schulleitung, Konfliktmanagement, Führungskräfte, Supervision, Soziale Arbeit, Schulentwicklung, Partizipation, Coaching, Bildungsmanagement, Resilienz, Arbeitsklima, Systemische Schleife, Fachberatung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die professionelle Begleitung einer Schulleiterin bei der Bewältigung eines komplexen Konflikts innerhalb ihres Kollegiums durch Methoden der systemischen Organisationsberatung.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Schwerpunkten zählen Organisationsentwicklung, Führungsstile im Schulkontext, Konfliktlösung, die Bedeutung von Partizipation sowie die psychosoziale Belastung von Führungskräften.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, den Veränderungsbedarf der Schule zu identifizieren und einen wirksamen Kontrakt für ein Coaching zu erstellen, um die Führungskompetenzen zu stärken und das Schulklima zu verbessern.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt die "systemische Schleife" als methodisches Instrument, um Informationen systematisch zu erheben, Hypothesen zu bilden, zu prüfen und daraus zielgerichtete Interventionen abzuleiten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Ausgangslage, die Durchführung eines Erstgesprächs mit der Schulleitung, die systematische Hypothesenbildung sowie die konkrete Ausformulierung eines Beratungskontrakts.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die wichtigsten Begriffe sind Organisationsentwicklung, systemische Beratung, Schulleitung, Konfliktmanagement und Partizipation.
Warum spielt das "Erstgespräch" eine so entscheidende Rolle in der Arbeit?
Es dient als essenzielle Datenquelle, um die subjektive Perspektive der Schulleiterin zu erfassen und die tieferliegenden Ursachen der Konflikte von bloßen Vermutungen zu unterscheiden.
Wie geht die Autorin mit dem Wunsch der Schulleiterin nach einer möglichen Kündigung um?
Sie adressiert die berufliche Neuorientierung als mögliches Thema im Coaching, betont jedoch die Eigenverantwortung der Klientin und nutzt den Beratungsprozess zur Stärkung der Entscheidungsfähigkeit.
- Citation du texte
- Nadja Ksiazek (Auteur), 2017, Organisationsberatung an staatlichen Schulen. Die Methode der systemischen Schleife, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/387429