Internationalisierungsstrategien des deutschen Profifußballs

Grundlagen, Status quo und kritische Analyse


Studienarbeit, 2017
67 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

II
Inhaltsverzeichnis
Abbildungs- und Tabellenverzeichnis ... IV
Abkürzungsverzeichnis ... V
1 Einleitung ... 1
1.1 Hinführung zum Thema ... 1
1.2 Problemstellung ... 3
1.3 Zielsetzung der Arbeit ... 4
1.4 Aufbau und Methodik ... 5
1.4.1 Experteninterviews ... 5
1.5 Eingrenzung ausgewählter Begrifflichkeiten ... 7
2 Theoretische Grundlagen zur Internationalisierung ... 8
2.1 Der Begriff der Internationalisierung ... 8
2.2 Einordnung in die Betriebswirtschaftslehre ... 9
2.3 Motive und Ziele der Internationalisierung ... 9
2.4 Theorieansätze zur Internationalisierung ... 10
2.5 Ausgewählte Strategien der internationalen Unternehmung ... 12
2.5.1 Markteintritts- und Marktbearbeitungsstrategien ... 15
2.5.2 Zielmarktstrategien ... 18
2.5.3 Timingstrategien ... 22
2.5.4 Allokationsstrategien ... 24
2.5.5 Koordinationsstrategien ... 25
3 Status quo der Internationalisierung des deutschen Profifußballs ... 27
3.1 Besonderheiten und Rahmenbedingungen der Clubinternationalisierung ... 27
3.1.1 Clubexterne Faktoren ... 27
3.1.2 Clubinterne Faktoren ... 29
3.2 Motive, Umsetzung und Zielmärkte der Clubinternationalisie-rung unterstützt
durch Experteninterviews ... 30
4 Ausgewählte Internationalisierungsstrategien der Clubs ... 31
4.1 Markteintritts- und Marktbearbeitungsstrategien der Clubs ... 32
4.1.1 Physische Präsenz der Mannschaft ... 32
4.1.2 Einsatz digitaler Medien ... 34
4.1.3 Kooperationen ... 36
4.1.4 Support von Jugendarbeit ... 38
4.1.5 Unicorn-Strategie ... 39
4.1.6 Omnibus-Strategie ... 40
4.2 Zielmarktstrategien der Clubs ... 41
4.3 Aktuelles Performing der Clubs unterstützt durch Experteninterviews ... 42

III
5 Schlussbetrachtung und Handlungsempfehlungen für Clubs ... 43
6 Literaturverzeichnis ... 45
Anhang:
Auswertung der Experteninterviews ... 49

IV
Abbildungs- und Tabellenverzeichnis
Abbildung 01: Pressemitteilung Borussia Dortmund ... 2
Abbildung 02: Materialreduzierung durch die Zusammenfassung ... 7
Abbildung 03: Ausgewählte Internationalisierungstheorien nach Macharzina ... 10
Abbildung 04: Systematisierung der Theorien internationaler Unternehmungen ... 11
Abbildung 05: Emergente Strategien nach Mintzberg ... 14
Abbildung 06: Zusammenfassender Überblick über Stoßrichtungen von
Internationalisierungsstrategien und deren Teilstrategien ... 15
Abbildung 07: Zentrale Varianten der Markteintritts- und Marktbearbeitungsstrategien,
eigene Darstellung in Anlehnung an Kutschker/Schmid ... 16
Abbildung 08: Systematisierung von Markteintrittsstrategien ... 17
Abbildung 09: Varianten der Marktpräsenzstrategien ... 19
Abbildung 10: Eine fiktive Einteilung von Ländern nach Schwerpunkt-, Präsenz- und
Gelegenheitsmärkten ... 20
Abbildung 11: Zentrale Verfahren der Marktselektion ... 21
Abbildung 12: Das Grundmuster der kombinierten Wasserfall-Sprinkler-Strategie ... 23
Abbildung 13: Konfigurations- und Leistungsstrategien ... 24
Abbildung 14: Überblick der koordinationsbedarfsdeckenden Strategien ... 26
Abbildung 15: S04 reist im Juli zum zweiten Mal nach China ... 33
Abbildung 16: Exportschlager FC Bayern München: Der Bundesliga-Club verkauft
Trikots und Fan-Artikel an chinesische Fans auch über die Alibaba-
Plattform TMall ... 34
Abbildung 17: Bundesliga en español ... 40
Tabelle 1:
Orientierung im EPRG-Modell nach Perlmutter ... 12

V
Abkürzungsverzeichnis
AG
BSC
bspw.
bzw.
c/o
DFB
DFL
EPRG
e.V.
FC
GmbH
HSV
KGaA
RB
TV
USA
Aktiengesellschaft
Berliner Sport-Club
beispielsweise
beziehungsweise
care of
Deutscher Fußball-Bund
Deutsche Fußball Liga GmbH
Ethnozentrisch, polyzentrisch, regiozentrisch, geozentrisch
eingetragener Verein
Fußball-Club
Gesellschaft mit beschränkter Haftung
Hamburger Sportverein
Kommanditgesellschaft auf Aktien
RasenBall
Television
United States of America

1
1 Einleitung
1.1 Hinführung zum Thema
Jedes Jahr lässt sich in der Fußballsommerpause, sofern keine Welt- oder Europa-
meisterschaft stattfindet, feststellen, dass sich der Fokus in den Berichterstattungen
über deutsche Profifußballclubs auf Themen wie Vermarktung, Finanzierung und Inter-
nationalisierung richtet. Viele Clubs der Fußball-Bundesliga betrachten den Markt als
gesättigt, wobei die Verantwortlichen des FC Bayern München dies vermutlich anders
sehen als die Emporkömmlinge von RB Leipzig ­ und auch zwischen Erst- und Zweitli-
ga-Clubs oder Groß- und Kleinstädten gibt es womöglich Unterschiede. Für Clubs des
deutschen Profifußballs sind verschiedene Wachstumsstrategien spannend, wie bei-
spielsweise den bereits bestehenden Markt mit den bestehenden Produkten zu durch-
dringen.
1
Eine weitere Möglichkeit bietet die Produktdifferenzierung, in der Aktivitäten
auf dem bestehenden Markt mit veränderten oder neuen Produkten ergänzt werden
oder der Diversifikation, wo neue Produkte auf einem neuen Markt betrachtet werden.
2
Im Bereich der Markterweiterung versucht ein Fußballclub sein Kernprodukt auf einem
neuen, meist ausländischen Markt zu bewerben.
3
Besonders dieses Thema der Inter-
nationalisierung hat in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen und ist teilweise
fester Bestandteil von Vereinsstrukturen geworden. Schlagzeilen wie ,,HSV mit Millio-
nen-Kooperation"
4
, ,,FC Bayern in den USA ­ Mia san Soccer"
5
oder ,,Bayer Lever-
kusen und die Innere Mongolei"
6
durchziehen die Fachmagazine und deuten darauf
hin, dass sich die Clubs der Bundesliga mit dem Thema der Internationalisierung be-
fassen und ihre Bemühungen und Maßnahmen weiter ausbauen. So erhöhte sich in
den letzten Jahren zunehmend nicht nur die Anzahl an Nachrichten zu Auslandsaktivi-
täten der großen Clubs, sondern auch der kleineren Bundesliga-Clubs.
1
Vgl. Ostsieker, P., 2017
2
Vgl. Ostsieker, P., 2017
3
Vgl. Ostsieker, P., 2017
4
Oediger, F., 2017
5
Schürmann, L., 2014
6
Oediger, F., 2017

2
Abbildung 1: Pressemitteilung Borussia Dortmund
7
Jedoch tauchen auch immer wieder Meldungen auf, die die Bemühungen der Bundes-
liga-Clubs kritisieren. ,,Viele Klubs wollen internationaler werden, vor allem um auslän-
dische Sponsoren anzuziehen. Doch dabei gehen sie reichlich unkoordiniert vor. Nur
jeder fünfte Verein hat dafür eine eigene Abteilung geschaffen."
8
Zu beobachten ist, dass Fußballclubs ihre Handlungsbereiche seit vielen Jahren über
die eigene Region und das Heimatland hinaus ausdehnen.
9
Clubs wie Real Madrid aus
Spanien oder Manchester United aus England, die sowohl als First Mover und Bench-
mark im Rahmen von Internationalisierungsmaßnahmen von Fußballclubs gelten, en-
gagieren sich schon seit langem weltweit und generierten bereits 2005 zweistellige
Millionenbeträge aus diversen Freundschaftsspielen, Showspielen und Galaspielen im
Zuge von saisonvorbereitenden Reisen nach Asien und Amerika.
10
Zum Vergleich er-
7
Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA, 2017
8
Hofer, J., 2016
9
Vgl. van Overloop, P. C., 2013, S. 4
10
Vgl. van Overloop, P. C., 2013, S. 4

3
zielte der FC Bayern München, Branchenprimus im deutschen Profifußball, nur ein
Jahr danach lediglich 1,5 Millionen Euro auf einer dreitägigen Tokio-Reise.
11
Neben den Einnahmen aus den Auslandsreisen selbst entstehen zusätzlich weitere
Einnahmemöglichkeiten aus absatzbezogenen Aktivitäten, wie beispielsweise aus den
Verkäufen von Merchandising-Artikeln oder medialen Verwertungsrechten vor Ort.
12
Inzwischen sind Maßnahmen entlang der gesamten Wertschöpfungskette der Clubs zu
beobachten, die sich beispielsweise in Form der Anzahl der wählbaren Sprachen der
Internetauftritte der Clubs oder anhand der Anzahl ausländischer Sponsoren erkennen
lassen.
13
Um zunächst ein Beispiel zu nennen, ist es auch nicht ungewöhnlich, die Sprachoption
zu besitzen, die Homepage eines Bundesligisten in die chinesische, japanische, indo-
nesische, arabische, russische oder gar malaysische Sprache umstellen zu können.
Anhand der möglichen Sprachoptionen lassen sich demnach mögliche Zielmärkte er-
kennen, die ein Bundesliga-Club bearbeitet oder in den Fokus seiner Internationalisie-
rungsbemühungen stellt.
Die Höhe der Einnahmen bzw. der Umsatzanteil durch Internationalisierungsmaßnah-
men belegen den Umfang und die Bedeutung der wirtschaftlichen Internationalisierung
für das Management im Profifußball und nahezu einhellig wird die Zukunft des Fußballs
als internationalisiert oder globalisiert angesehen.
14
Van Overloop und Herrmanns sprechen daher sogar von einer wirtschaftlichen Not-
wendigkeit der Internationalisierung im Profifußball, um zukünftig eigene Ziele errei-
chen zu können.
15
1.2 Problemstellung
Während insbesondere die Vereine der englischen Premier League, der spanischen
Liga und der italienischen Liga ihre Internationalisierungsaktivitäten bereits seit vielen
Jahren aktiv betreiben, steckt dieses Thema in der Bundesliga noch in den Kinder-
schuhen.
16
Insgesamt geht es beim Thema Internationalisierung in erster Linie um die
11
Vgl. van Overloop, P. C., 2013, S. 4
12
Vgl. van Overloop, P. C., 2013, S. 4
13
Vgl. van Overloop, P. C., 2013, S. 5
14
Vgl. van Overloop, P. C., 2013, S. 6
15
Vgl. van Overloop, P. C. und Herrmanns, A., 2009, S. 375
16
Vgl. Kawohl, J.; Zeibig, D. und Manz, E., 2016

4
Ausweitung der Reichweite.
17
Fragen zur Internationalisierung verfügen über eine ver-
gleichsweise junge Forschungstradition, da hier erst zu Beginn der 1980er Jahre we-
sentliche Problemstellungen aufgegriffen wurden.
18
Nach einer Studie von Wolf im Jahr
2007 sind sich die Clubs aus dem Fußball-Kernmarkt Deutschland dem Potential der
Internationalisierung bewusst, jedoch ist nicht eindeutig klar, welche Strategien deren
Internationalisierungsmaßnahmen zugrunde liegen.
Die zugrunde liegenden Strategien stellen dabei das Muster der Wahl grundlegender
potentieller Handlungsalternativen zur Erreichung strategischer Ziele in einem interna-
tionalen Umfeld dar
19
, die sowohl einzelne Geschäftsfelder als auch das gesamte Un-
ternehmen betreffen können
20
und individuell und für jeden Club frei wählbar sind. In-
wieweit diese Strategien mit Merkmalen der allgemeinen Literatur gekennzeichnet sind
und wie deren Umsetzung zu bewerten ist, gilt demnach als Problemstellung der nach-
folgenden Arbeit.
1.3 Zielsetzung der Arbeit
Die vorliegende Assistentenarbeit soll sich einerseits mit den Ursachen und Gründen
für Internationalisierungsmaßnahmen befassen und Besonderheiten bzw. Rahmenbe-
dingungen für deutsche Profifußballclubs aufzeigen aber vor allem die zugrunde lie-
genden Strategien erläutern und Erfolgskriterien ableiten, um einen Vergleich und eine
Gegenüberstellung ausgewählter Internationalisierungsstrategien aus der allgemeinen
Betriebswirtschaftslehre durchzuführen. Die kritische Analyse befasst sich fortlaufend
mit der Umsetzung von Internationalisierungsstrategien, indem sie angewandte Strate-
gien von Bundesliga-Clubs mit Strategiemöglichkeiten aus der allgemeinen Lehre ver-
gleicht. Eruierte Strategien ausgewählter Bundesliga-Clubs werden objektiv überprüft
und mit Nachweisen aus der Fachliteratur verglichen.
Mit Hilfe weitreichender Fachliteratur, ausgewählter Studien und geführten Expertenin-
terviews sollen Erkenntnisse gewonnen werden, die im Verlauf der Arbeit einen Beitrag
dazu leisten, die zugrunde liegenden Strategien zu durchleuchten und definieren zu
können.
17
Vgl. Kawohl, J.; Zeibig, D. und Manz, E., 2016
18
Vgl. Perlitz, 2004, S. 19
19
Vgl. Macharzina/Wolf, 2005, S. 945
20
Vgl. Steinmann/Schreyögg, 2005, S. 219 ff.

5
Die Auswahl des Themas fußt darauf, da es in naher Zukunft weiter an Relevanz ge-
winnen wird und eine womöglich tragende Rolle im Bereich der Organisation eines
deutschen Profifußballclubs einnimmt.
1.4 Aufbau und Methodik
Nach einer Einleitung, in der die Relevanz der Internationalisierung für deutsche Profi-
fußballclubs aufgezeigt, eine Problemstellung formuliert und die Zielsetzung der Arbeit
definiert wurden, soll die vorliegende Arbeit zunächst theoretische Grundlagen zur In-
ternationalisierung vermitteln. Um im weiteren Verlauf einen geeigneten Vergleich zu
angewandten Strategien der Clubinternationalisierung zu ermöglichen, werden vorab
ausgewählte Strategien der internationalen Unternehmung genannt und analysiert.
Nach einer Untersuchung des Status quo und einer Analyse der Besonderheiten und
Rahmenbedingungen der Clubinternationalisierung werden eruierte Strategien der
Clubs untersucht. Die kritische Analyse befasst sich in diesem Zusammenhang fortlau-
fend mit der Umsetzung der Strategien, indem eine Gegenüberstellung zur allgemei-
nen Lehre stattfindet.
Aufgrund der Tatsache, dass die Internationalisierung im deutschen Profifußball ein
relativ neu verwendetes und wenig erforschtes Instrument ist, werden gezielt Experten-
interviews mit verantwortlichen Personen der Bundesliga-Clubs geführt.
1.4.1 Experteninterviews
Die Auswahl der Experten und Expertinnen erfolgt nach bereichsspezifischem Wissen
und fachlicher Kompetenzen. Anhand der publizierten Strukturen und Stellenbeschrei-
bungen konnten so vier Experten von Clubs der Fußball-Bundesliga gewonnen wer-
den, die sich mit dem Thema der Clubinternationalisierung direkt befassen. Die Kon-
taktaufnahme erfolgte per E-Mail, der Fragebogen wurde übersendet und beantwortet.
Vorab zu erwähnen ist, dass eine Befragung in diesem geringen Umfang nicht reprä-
sentativ ist und lediglich Tendenzen erahnen lässt.
Ausgewählte Experten sind Sara Classmann von der Bayer 04 Leverkusen Fußball
GmbH, Simon Gubisch vom FC Gelsenkirchen-Schalke 04 e.V., Philipp Liesenfeld von
der 1. FC Köln GmbH & Co.KGaA und Thorben Jeß von der Lagardère Sports Germa-
ny GmbH c/o Hertha BSC.
Alle vier genannten Personen arbeiten in Bereichen und Positionen, die sich direkt mit
Internationalisierung befassen. Die Teilnahme an den Interviews war freiwillig und wur-

6
de durch den Verfasser der vorliegenden Assistentenarbeit durchgeführt. In Form eines
offenen Interviews konnten die Experten auf gestellte Fragen frei antworten.
Die Auswertung erfolgte nach Mayring und orientiert sich an seinem Ablaufmodell der
qualitativen Inhaltsanalyse mit dem Ziel, das Material so zu reduzieren, dass wesentli-
che Inhalte erhalten bleiben und durch Abstraktion einen überschaubaren Corpus zu
schaffen, der immer noch Abbild des Grundmaterials ist.
21
Im ersten Schritt der Zu-
sammenfassung erfolgt eine Paraphrasierung, die im zweiten Schritt generalisiert
wird.
22
Das so gekürzte und komprimierte Textmaterial wird dann einer Reduktion un-
terworfen, die insgesamt zweimal wiederholt wird.
23
Das so gewonnene Kategoriensys-
tem kann im Zusammenhang mit der Fragestellung interpretiert werden und lässt einen
Vergleich einzelner Interviews zu.
24
Ziel ist es, im Vergleich von mehreren Interviews das ,,Überindividuell-Gemeinsame
herauszuarbeiten, Aussagen über Repräsentatives, über gemeinsam geteilte Wissens-
bestände, Relevanzstrukturen, Wirklichkeitskonstruktionen, Interpretationen und Deu-
tungsmuster zu treffen"
25
. Aussagen der Experten sollen Hypothesen unterstützen und
einen Beitrag dazu leisten, direkte Einblicke in die Praxis zu erhalten. Anhand der
durchgeführten Interviews soll zudem eine Differenzierung der einzelnen Strategien der
Internationalisierung ermöglicht werden, die einen Vergleich und eine Gegenüberstel-
lung der Clubstrategien mit Internationalisierungsstrategien aus der allgemeinen Lehre
zulässt.
21
Vgl. Mayring, P., 2015, S. 50 ff.
22
Vgl. Mayring, P., 2015, S. 72
23
Vgl. Mayring, P., 2015, S. 72
24
Vgl. Mayring, P., 2015, S. 50 ff.
25
Meuser, M. und Nagel, U., 1991, S. 452

7
Abbildung 2: Materialreduzierung durch die Zusammenfassung
26
Eine entsprechende Auswertung der geführten Experteninterviews liegt dem Anhang
der vorliegenden Arbeit bei.
1.5 Eingrenzung ausgewählter Begrifflichkeiten
Profifußball in Deutschland erstreckt sich über mehrere Ligen, wobei in der vorliegen-
den Arbeit lediglich die 18 Clubs der Fußball-Bundesliga betrachtet werden, die in der
Saison 2016/2017 am Spielbetrieb teilnehmen. Ob Clubs in der Rechtsform eines Ver-
eines, einer GmbH, einer Aktiengesellschaft oder in Form von weiteren Kapitalgesell-
schaftsformen auftreten, wird in der vorliegenden Arbeit nicht berücksichtigt. Überge-
ordnet werden alle teilnehmenden Subjekte als ,,Club" bezeichnet, um einen geeigne-
ten und verständlichen Vergleich zu ermöglichen.
26
Mayring, P., 2015, S. 85

8
2 Theoretische Grundlagen zur Internationalisierung
2.1 Der Begriff der Internationalisierung
Unternehmen sehen sich vermehrt einer internationalen Konkurrenz ausgesetzt und
ein differenziertes Konsumentenverhalten erfordert eine zunehmende Produktdiversifi-
kation.
27
Entscheidend für die Wettbewerbsfähigkeit ist, das gesamte Produktspektrum
schnell und besser als andere Konkurrenten auf Kundenbedürfnisse zuzuschneiden
und einen Zugang zu eigenen Produkten zu ermöglichen.
28
Mit Kooperationsbeziehun-
gen und Netzwerkbildungen können Unternehmen wichtige strategische Wettbewerbs-
vorteile erzielen, die es wiederum ermöglichen, größenbedingte Nachteile zu kompen-
sieren und die Wettbewerbsfähigkeit zu steigern und auszubauen.
29
Durch eine Zu-
sammenführung und gemeinsamer Nutzung der unterschiedlichen Kernkompetenzen
und des Knowhows aller Partner kann eine neue Problemlösequalität geschaffen wer-
den.
30
Notwendig hierfür sind allerdings ein erfolgreicher Aufbau, eine funktionierende
Organisation und ein effektives und dynamisches Management, so dass Aktivitäten in
einer globalisierten Wirtschaft effizient genutzt werden können.
31
Der Begriff ,,Internationalisierung" wird im allgemeinen Sprachgebrauch häufig genutzt.
Vom Wort ,,international" abgeleitet, welches aus dem Englischen stammt und ,,über
den Rahmen eines Staates hinausgehend" bedeutet, tritt ein Zusammenhang zwischen
Unternehmen bereits auf, wenn diese beginnen, sich auf ausländischen Märkten zu
engagieren.
32
Somit drückt Internationalisierung für einzelne Unternehmen Geschäfts-
aktivitäten im Ausland aus, wie bspw. der Export von Erzeugnissen oder der Export
bzw. der Transfer von Managementwissen.
33
Meistens fehlgedeutet befasst sich die Internationalisierung von Unternehmen aller-
dings nicht nur mit bestimmten Formen des Markteintritts, sondern betrifft neben den
Bereichen Marketing und Absatz ebenso Funktionen wie Personal, Beschaffung, Pro-
duktion, Finanzierung oder Forschung und Entwicklung.
34
27
Vgl. Seitz, B., 2000
28
Vgl. Seitz, B., 2000
29
Vgl. Seitz, B., 2000
30
Vgl. Seitz, B., 2000
31
Vgl. Seitz, B., 2000
32
Vgl. Hartling, D., 2006
33
Vgl. Gutmann, J. und Kabst, R., 2000, S. 8
34
Vgl. Hartling, D., 2006

9
In einem weiteren Begriffsverständnis kann Internationalisierung auch als langsam
fortschreitender Prozess mit der Zunahme, Integration und Nutzung ausländischer
Märkte und Aktionen auf diesen verstanden werden.
35
Auf die umfangreichen Auslegungsmöglichkeiten des Begriffs der Internationalisierung
wird im Rahmen dieser Arbeit jedoch nicht weiter eingegangen, sondern gezielt ein
Bezug zum Sport, speziell zum Einsatz der Internationalisierungsstrategien von Clubs
der Fußball-Bundesliga, hergestellt, um im weiteren Verlauf ein zielgerichtetes Be-
griffsverständnis eruieren zu können.
2.2 Einordnung in die Betriebswirtschaftslehre
Eine eindeutige Definition im Bezug zur Betriebswirtschaftslehre ist aufgrund der viel-
fältigen Auslegungsmöglichkeiten schwer umzusetzen. Auf den ersten Blick kann die
wirtschaftliche Internationalisierung als Teil der Erforschung internationaler Geschäfts-
tätigkeiten und damit der Betriebswirtschaftslehre zugeordnet werden, in der sich ent-
sprechende Forschung in Form des Internationalen Managements manifestiert.
36
Das
internationale Management befasst sich in diesem Zusammenhang mit Problemlösun-
gen für Fragestellungen, die sich aus der Internationalisierung von Unternehmen erge-
ben.
37
Fragestellungen aus diesem Bereich können sich unter anderem mit den Moti-
ven von Internationalisierungsmaßnahmen, der Suche nach geeigneten Zielmärkten
oder Strategien des Markteintritts befassen.
2.3 Motive und Ziele der Internationalisierung
Oberflächig betrachtet lassen sich Motive zur Internationalisierung in außerökonomi-
sche und ökonomische Ziele unterscheiden. Ökonomische Ziele können bspw. absatz-
politische Entscheidungen, Kostenreduktion oder Risikostreuung sein, wohingegen
persönliche Beweggründe, zufällig entstandene Kontakte oder auch Prestigegründe
den außerökonomischen Motiven zuzuordnen sind.
38
Diesen Motiven liegen, wie in
Abbildung 3 zu erkennen, einige theoretische Erklärungsmodelle zugrunde, auf die in
dieser Arbeit, aufgrund des hohen Umfangs und der Komplexität, jedoch nicht weiter
35
Vgl. Hartling, D., 2006
36
Vgl. van Overloop, P. C., 2013, S. 31
37
Vgl. van Overloop, P. C., 2013, S. 31
38
Vgl. Hartling, D., 2006
Ende der Leseprobe aus 67 Seiten

Details

Titel
Internationalisierungsstrategien des deutschen Profifußballs
Untertitel
Grundlagen, Status quo und kritische Analyse
Hochschule
Internationale Berufsakademie der F+U Unternehmensgruppe Heidelberg
Note
1,7
Autor
Jahr
2017
Seiten
67
Katalognummer
V387582
ISBN (eBook)
9783668621992
ISBN (Buch)
9783668622005
Dateigröße
3152 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Internationalisierung, Bundesliga, Fussball
Arbeit zitieren
Benedict Hoidn (Autor), 2017, Internationalisierungsstrategien des deutschen Profifußballs, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/387582

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