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Wie kommt man heute an Informationen über "blat", das in den 70er Jahren in der Sowjetunion herrschte?

Title: Wie kommt man heute an Informationen über "blat", das in den 70er Jahren in der Sowjetunion herrschte?

Essay , 2015 , 10 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Irina Koch (Author)

Politics - Basics and General
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Ein Essay über "blat", das in der damaligen Sowjetunion praktiziert wurde und bis heute Teil russischer Kultur ist. Es werden Methoden herausgearbeitet, mit denen man heutzutage noch Informationen über "blat" herausfinden kann.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Ursprung und Entstehung des Begriffs „blat“

3. Beispiele von „blat“

4. Einige positive und negative Aspekte über „blat“

5. Tagebücher

6. Interviews mit Zeitzeugen

7. Schwierigkeiten bei der Suche nach Zeitzeugen

8. Andere Recherchequellen zum Thema „blat“

9. Fazit

Zielsetzung & Themen

Das Hauptziel dieser Arbeit besteht darin, den in der ehemaligen Sowjetunion verbreiteten Begriff „blat“ zu definieren, seine Funktionsweise in den 1970er Jahren zu beleuchten und geeignete methodische Ansätze zur historischen Informationsbeschaffung über dieses informelle System zu evaluieren.

  • Definition und historischer Ursprung des Begriffs „blat“.
  • Analyse der sozialen und wirtschaftlichen Rolle von „blat“ als Mangelbewältigungsstrategie.
  • Untersuchung von Quellenarten wie Tagebüchern und Zeitzeugeninterviews.
  • Bewertung der Herausforderungen bei der empirischen Recherche über illegale Praktiken.
  • Reflektion über die Subjektivität und Objektivität bei der historischen Aufarbeitung.

Auszug aus dem Buch

3. Beispiele von „blat“

Wollte jemand zum Beispiel seine Kinder an eine bestimmte Universität schicken oder benötigte er eine gute Schulnote, damit sie die Prüfungen bestehen, konnte er dies ohne großen Aufwand tun, indem er dem Professor eine Gegenleistung anbietet oder ihn einfach mit Geld besticht. Dies war damals, sowie auch teilweise heute noch eine gängige Praxis.

War früher aufgrund der Konsumknappheit vielmehr der Verkauf von Waren unter der Hand weit verbreitet, sind es heute eher die wirtschaftlichen und politischen Beziehungen, in denen sowas wie „blat“ noch praktiziert wird. Hohe Staatsposten werden untereinander weitergereicht und lukrative Wirtschaftsbeziehungen ziehen gegenseitigen Nutzen von sich. Jeder profitiert von jedem. Der Kreis, der von „blat“ profitierte, war aber begrenzt, da man bereits vorhandene Beziehungen haben musste, um durch sie an Vorteile zu kommen. Es war schwer für Menschengruppen, die aus sozial schwachen Verhältnissen kamen, in bereits bestandene Bekanntennetzwerke reinzukommen, da sie keine Gegegnleistung anbieten konnten und daher wirtschaftlich gesehen nutzlos waren.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit definiert das Phänomen „blat“ und stellt die methodische Untersuchung zur Informationsgewinnung über dieses System in den Fokus.

2. Ursprung und Entstehung des Begriffs „blat“: Dieses Kapitel erläutert die etymologische Herkunft des Begriffs und beschreibt „blat“ als notwendige informelle „Währung“ in der sowjetischen Mangelwirtschaft.

3. Beispiele von „blat“: Es werden konkrete Anwendungsbereiche wie Bildungszugänge und Warenbeschaffung beschrieben sowie der Wandel von Konsumknappheit hin zu politischen Netzwerken aufgezeigt.

4. Einige positive und negative Aspekte über „blat“: Das Kapitel diskutiert das Spannungsfeld zwischen Solidarität innerhalb informeller Netzwerke und der daraus resultierenden Korruption sowie sozialen Ungleichheit.

5. Tagebücher: Es wird analysiert, inwiefern persönliche Aufzeichnungen als authentische und subjektive Beweismittel für die Existenz von „blat“ dienen können.

6. Interviews mit Zeitzeugen: Die Möglichkeiten und Grenzen der Kontaktaufnahme zu Zeitzeugen mittels moderner Kommunikationsmedien werden kritisch betrachtet.

7. Schwierigkeiten bei der Suche nach Zeitzeugen: Hier werden die Hürden der Befragung thematisiert, insbesondere die Angst vor negativen Konsequenzen und der schlechte Ruf, der „blat“ anhaftet.

8. Andere Recherchequellen zum Thema „blat“: Das Kapitel verweist auf alternative Quellen wie Karikaturen, Satiren und Zeitungsberichte zur Informationsgewinnung.

9. Fazit: Die Autorin resümiert, dass eine Kombination verschiedener Quellenmethoden notwendig ist, um ein objektives Bild dieses komplexen sozialen Phänomens zu erhalten.

Schlüsselwörter

Blat, Sowjetunion, Mangelwirtschaft, Korruption, Informelle Netzwerke, Zeitzeugen, Recherchemethoden, Tagebücher, Sozialkapital, 70er Jahre, Transformation, Geschichte, Gesellschaft, Solidarität, Wissensgewinnung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit dem informellen System „blat“, das in den 1970er Jahren in der Sowjetunion existierte, und untersucht Wege, wie dieses historische Phänomen heute erforscht werden kann.

Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?

Zu den Themenfeldern gehören der historische Ursprung des Begriffs, die soziale Funktion in der Mangelwirtschaft, die Korruptionsproblematik sowie die methodische Quellenarbeit.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die am besten geeigneten Methoden zu identifizieren, um verlässliche Informationen über das damalige informelle Beziehungsnetzwerk „blat“ zu sammeln.

Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse und eine methodische Reflexion über die Nutzung von Primärquellen wie Tagebüchern und Experteninterviews.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Entstehung und Anwendung von „blat“, diskutiert positive wie negative gesellschaftliche Aspekte und bewertet die Recherchemethoden zur Informationsgewinnung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind „blat“, Sowjetunion, Mangelwirtschaft, soziale Netzwerke, Korruption und historische Recherchemethoden.

Warum ist es laut Autorin schwierig, Zeitzeugen zum Thema „blat“ zu befragen?

Viele Zeitzeugen lehnen Gespräche ab, da „blat“ in der Vergangenheit einen kriminellen Ruf hatte und viele Menschen weiterhin negative Konsequenzen oder soziale Ächtung fürchten.

Welchen Stellenwert räumt die Autorin Tagebüchern gegenüber Interviews ein?

Die Autorin hält Tagebücher für aussagekräftiger, da sie zum Zeitpunkt der Geschehnisse geheim verfasst wurden und somit eine unmittelbare, ungefilterte Stimmung wiedergeben, während Interviews durch die Distanz von über 40 Jahren subjektiv verfälscht sein können.

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Details

Title
Wie kommt man heute an Informationen über "blat", das in den 70er Jahren in der Sowjetunion herrschte?
College
University of Bremen
Course
Qualitative Methoden der Politikwissenschaft
Grade
1,0
Author
Irina Koch (Author)
Publication Year
2015
Pages
10
Catalog Number
V387604
ISBN (eBook)
9783668624085
ISBN (Book)
9783668624092
Language
German
Tags
Qualitative Methoden Sowjetunion blat
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Irina Koch (Author), 2015, Wie kommt man heute an Informationen über "blat", das in den 70er Jahren in der Sowjetunion herrschte?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/387604
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