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Aktuelle Tendenzen der schwedischen Neutralitätspolitik

Ist Schweden noch neutral?

Titel: Aktuelle Tendenzen der schwedischen Neutralitätspolitik

Hausarbeit , 2012 , 17 Seiten , Note: 2,3

Autor:in: Anonym (Autor:in)

Politik - Sonstige Themen zur Internationalen Politik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Mit dem Beitritt zur Europäischen Union (EU) im Jahr 1995 veränderte die schwedische Regierung die Auslegung der Neutralitätspolitik, die der schwedischen Bevölkerung bis dahin fast 200 Jahre Frieden und Wohlstand gesichert hatte. Zwar handelt es sich bei der EU um kein militärisches Bündnis, dennoch schränkt sie durch die Gemeinsame Sicherheits- und Verteidigungspolitik (GASP) die Souveränität auch nachfolgender schwedischer Regierungen ein.

Doch schon in den Jahrzehnten vor dem EU-Beitritt passte Schweden die Auslegung und Interpretation der Neutralitätspolitik an die zeitlichen Umstände und Gegebenheiten an. Die Schweden selbst halten sich nach wie vor für einen neutralen Staat, obwohl besonders in den Jahren nach dem Kalten Krieg die Zusammenarbeit, beispielsweise mit der North Atlantic Treaty Organisation (NATO), stetig ausgebaut wurde und noch weiter verstärkt wird. So engagiert sich Schweden innerhalb des Partnership for Peace (PfP) Programm, der Kosovo Force (KFOR) und der International Security Assistance Force (ISAF), was während der im Kalten Krieg betriebenen Neutralitätspolitik undenkbar gewesen wäre. Kann Schweden also weiterhin als neutral gelten, obwohl es international zunehmend an militärischen Einsätzen beteiligt ist?

Das Konzept der Sicherheits- und Außenpolitik Schwedens zur Zeit des Kalten Krieges war darauf ausgerichtet, eine drohende Invasion selbstständig abwehren zu können. Um dies zu gewährleisten, war der Aufbau einer technologisch und international konkurrenzfähigen Waffen- und Rüstungsindustrie eine Voraussetzung. Seit den 1990er Jahren änderte sich diese Verteidigungsstrategie radikal und das schwedische Militär richtete sich zunehmend auf Internationale Friedensmissionen und Anti-Terror Missionen aus. Damit brach für die zunehmend privatisierte Rüstungsindustrie ein Großabnehmer weg. In Folge dessen richtete sich die Produktion der in Schweden ansässigen Unternehmen zunehmend auf den Export von Rüstungsgütern aus. Doch ist es mit der Neutralität eines Staates vereinbar, große Mengen an technologisch hoch entwickeltem Kriegsmaterial zu exportieren, ohne damit international Position zu beziehen?

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

1. Schwedens Teilhabe an Internationalen Friedensmissionen

2. Schwedischer Waffenexport

2.1. Kontrolle des Waffenexports.

2.2. Die sicherheitspolitische Rolle der schwedischen Rüstungsindustrie

3. Transformation der schwedischen Streitkräfte

4. Fazit und Perspektiven für die Zukunft

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Entwicklung der schwedischen Außen- und Sicherheitspolitik vor dem Hintergrund ihrer traditionellen Neutralitätspolitik. Das primäre Ziel ist es zu analysieren, ob Schweden angesichts einer verstärkten internationalen militärischen Zusammenarbeit, einer veränderten Rüstungsexportpolitik und der Transformation der eigenen Streitkräfte weiterhin als neutraler Staat klassifiziert werden kann oder ob eine faktische Abkehr von diesem Prinzip stattfindet.

  • Wandel der schwedischen Neutralitätspolitik seit dem EU-Beitritt
  • Teilnahme an internationalen Friedensmissionen und Kooperation mit der NATO
  • Entwicklung und Kontrolle der schwedischen Rüstungsexporte
  • Sicherheitspolitische Transformation und Neuausrichtung der Streitkräfte
  • Konflikt zwischen ökonomischen Interessen und Neutralitätsprinzipien

Auszug aus dem Buch

2. Schwedischer Waffenexport

Schweden hat international den Ruf, eine auf Ausgleich und Frieden ausgerichtete Außenpolitik zu betreiben. Interessant ist allerdings, dass die schwedische Rüstungsindustrie im Zeitraum von 2006-2010 konventionelle Waffen im Wert von 2 Milliarden US-Dollar exportiert und damit einen Anteil von 2% des weltweiten Waffenhandels einnimmt. Dies erscheint zunächst, als wäre es nicht besonders viel, jedoch ist es gemessen an der Bevölkerung ein hoher Anteil (Großbritannien nahm während des selben Zeitraums etwa 4% des weltweiten Waffenhandels ein). Ursache für die große schwedische Rüstungsindustrie war die Strategie der Neutralität und Selbstverteidigung im Kriegsfall. Schweden musste daher früher ständig in der Lage sein, sich ohne fremde Hilfe zu verteidigen und war somit gezwungen, eine eigenständige Rüstungsindustrie aufzubauen. Im Bezug auf die offiziell nach wie vor angestrebte Neutralitätspolitik ergeben sich allerdings Probleme.

Schwedens vorbildlicher Ruf in der internationalen Politik hat, neben der guten Zusammenarbeit mit den UN, auch in der Informationspolitik der schwedischen Regierung zu ihren Waffenexporten ihren Ursprung, So veröffentlichte die schwedische Regierung bereits 1985 einen Bericht zu den Waffenexporten der heimischen Industrie und nahm damit eine Vorreiter-Rolle in Europa ein Ziel war es, eine bessere Kontrolle des internationalen Waffenhandels und die Weiterverbreitung von militärischer Ausrüstung und Dual-use-Products (DP) zu unterbinden.

Weiterhin arbeitet die schwedische Regierung eng mit den Forschungsinstituten wie der Swedish Agency for Non-Proliferation and Export Controls (ISP), dem Stockholm International Peace Research Institute und der Swedish Radiation Safety Authority (SSM) zusammen. Diese Institute genießen international einen guten Ruf. So bietet die ISP auch Seminare für Banker und Finanzinstitute an, da auch viele Banken in Waffengeschäfte verwickelt sind. So unterhielt die Deutsche Bank etwa Geschäftsbeziehungen zu Unternehmen, die völkerrechtswidrige Waffen produzierten.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Dieses Kapitel erläutert den Wandel der schwedischen Neutralitätspolitik seit dem EU-Beitritt 1995 und stellt die zentrale Forschungsfrage nach der Vereinbarkeit dieser Politik mit dem aktuellen internationalen Engagement des Landes.

1. Schwedens Teilhabe an Internationalen Friedensmissionen: Es wird analysiert, wie Schweden seine Außenpolitik durch verstärkte Kooperation mit der EU und NATO auf internationale Krisen ausrichtet und dabei zunehmend von der strikten Neutralität abweicht.

2. Schwedischer Waffenexport: Dieses Kapitel untersucht die Rolle der schwedischen Rüstungsindustrie, die trotz Neutralitätsanspruchs zu einem bedeutenden Waffenexporteur geworden ist, und diskutiert die moralischen und politischen Konflikte, die sich daraus ergeben.

2.1. Kontrolle des Waffenexports.: Der Fokus liegt hier auf den offiziellen Berichts- und Kontrollmechanismen Schwedens, die zwar transparent wirken sollen, aber durch kritische Exporte in politisch instabile Regionen in die Schlagzeilen geraten.

2.2. Die sicherheitspolitische Rolle der schwedischen Rüstungsindustrie: Hier wird verdeutlicht, wie sich die Rüstungspolitik von der nationalen Selbstverteidigung hin zur internationalen Kooperation und Kosteneffizienz gewandelt hat, was ökonomische Interessen über neutralitätspolitische Grundsätze hebt.

3. Transformation der schwedischen Streitkräfte: Es wird aufgezeigt, wie sich die schwedischen Streitkräfte unter dem Einfluss internationaler sicherheitspolitischer Rahmenbedingungen und der EU-Integration in Richtung einer Interventionsfähigkeit umgestaltet haben.

4. Fazit und Perspektiven für die Zukunft: Das Fazit stellt fest, dass Schweden sich zwar völkerrechtlich neutral verhält, politisch und militärisch jedoch immer stärker in westliche Bündnissysteme integriert ist, was einen NATO-Beitritt in der Zukunft denkbar erscheinen lässt.

Schlüsselwörter

Neutralitätspolitik, Schweden, Waffenexporte, Außenpolitik, Sicherheitspolitik, Friedensmissionen, NATO, Europäische Union, GASP, Rüstungsindustrie, Konfliktmanagement, Transformation, Allianzfreiheit, Militärstrategie, Internationale Kooperation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die aktuelle Ausrichtung der schwedischen Außen- und Sicherheitspolitik und prüft kritisch, ob das traditionelle Konzept der Neutralität angesichts neuer sicherheitspolitischer Herausforderungen noch haltbar ist.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die Schwerpunkte liegen auf der schwedischen Beteiligung an internationalen Friedensmissionen, der Entwicklung und Kontrolle der nationalen Rüstungsexporte sowie der strukturellen Transformation der Streitkräfte.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die zentrale Frage ist, ob Schweden trotz intensiver militärischer Kooperation und Waffenexporten weiterhin als neutraler Staat gelten kann oder ob bereits eine deutliche Annäherung an sicherheitspolitische Bündnisse wie die NATO stattgefunden hat.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Methodisch stützt sich die Arbeit primär auf die Analyse von Regierungserklärungen des schwedischen Außenministeriums sowie auf aktuelle Berichte und Dokumente zur sicherheitspolitischen Strategie.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Friedensmissionen, die kritische Beleuchtung der Rüstungsindustrie inklusive Exportskandalen sowie die Analyse der Transformation der Streitkräfte im Kontext der europäischen Sicherheitsintegration.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Neutralitätspolitik, Rüstungsexporte, Allianzfreiheit, GASP, NATO-Kooperation und internationale Sicherheit definieren.

Wie unterscheidet sich die schwedische Position von der Finnlands?

Im Gegensatz zu Schweden, das seine Kapazitäten zugunsten internationaler Missionen umgestellt hat, hält Finnland an der Doktrin der Allianzfreiheit in Kombination mit einem stärkeren Fokus auf die individuelle Landesverteidigung fest.

Welche Rolle spielen ökonomische Faktoren bei den Rüstungsexporten?

Die Privatisierung der Rüstungsindustrie hat dazu geführt, dass wirtschaftliche Profitinteressen zunehmend mit sicherheitspolitischen Überlegungen konkurrieren und teilweise zu politisch umstrittenen Exportentscheidungen führen.

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Details

Titel
Aktuelle Tendenzen der schwedischen Neutralitätspolitik
Untertitel
Ist Schweden noch neutral?
Hochschule
Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn  (Institut für Politische Wissenschaft und Soziologie)
Note
2,3
Autor
Anonym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2012
Seiten
17
Katalognummer
V387613
ISBN (eBook)
9783668620568
ISBN (Buch)
9783668620575
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Schweden Neutral Waffen Waffenexport SIPRI Neutralitätspolitik GASP NATO KFOR Rüstungsindustrie Außenpolitik Internationale Beziehungen Streitkräfte ISAF
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anonym (Autor:in), 2012, Aktuelle Tendenzen der schwedischen Neutralitätspolitik, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/387613
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  17  Seiten
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