Hatten freigelassene und freigeborene Sklaven die gleichen Rechte?

Eine Untersuchung der Möglichkeiten zur Freilassung zu Zeiten der römischen Kaiserzeit


Hausarbeit (Hauptseminar), 2013

11 Seiten, Note: 2,3

Anonym


Leseprobe

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Inhalt
1. Einleitung ... 3
2.Grundlegendes ... 4
2.1 Gründe und Formen der Freilassung ... 4
2.2 Ethnische und soziale Hintergründe, sowie deren Rechtsstatus ... 5
3. Rechte und Beziehungen zwischen den Freigelassenen und ihren Patronen, sowie anderen
Freigeborenen ... 6
3.1 Ehen zwischen Senatoren und Freigelassenen ... 7
3.2 Kaiserliche Sklaven und Kaiserliche Freigelassene ... 7
3.3 Namensgebung der Sklaven ... 8
4. Betätigungsmöglichkeiten der Freigelassenen ... 8
5. Fazit ... 9
6. Quellen- und Literaturverzeichnis ... 10
6.1 Quellenverzeichnis ... 10
6.2 Literaturverzeichnis ... 10

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1. Einleitung
Freigelassene stellten, ganz gleich ob zur Republik- oder Kaiserzeit, eine bedeutende Schicht in der
stadtrömischen Gesellschaft dar. Auch wenn die Sklaven durch ihre Freilassung römische Bürger
wurden, herrschte Einigkeit darüber, dass sie nicht alle, auch den Freigeborenen (ingenui)
zugestandenen Privilegien genossen.
1
Stark diskutiert wird in diesem Zusammenhang die Frage, in welchem Ausmaß sich die Rechte und
Möglichkeiten der Freigelassenen, von denen der Freigeborenen unterscheiden.
Es ist entscheidend zu untersuchen, inwiefern es die offiziellen Gesetze oder die in Rom elementar
wichtige mos maiorum war, diese verweigerte ihnen einen vollständigen Aufstieg.
Diese Arbeit beschäftigt sich hauptsächlich mit der Frage, inwieweit es Sklaven möglich war,
freigelassen zu werden. Des Weiteren soll dargelegt werden, welche Faktoren ausschlaggebend für
die Verwehrung einer vollwertigen, gleichberechtigten, aktiven wie auch passiven Teilnahme am
politischen Leben waren. Die Untersuchung bezieht sich zeitlich größtenteils
auf die römische
Kaiserzeit, ungefähr von 27- 395 v Chr. Vereinzelt beziehen sich die Untersuchungen, auf die Späte
römische Republik. Angemerkt sei,
dass sich diese Betrachtung auf die männlichen Freigelassenen
bezieht, da nur diese das römische Bürgerrecht erhalten konnten, was die zwingende Voraussetzung
für eine Partizipation war.
Die Quellenauswahl legt den Schwerpunkt auf die Textauswahl und Übersetzung von Werner Eck
und Johannes Heinrichs, mit dem Titel ,, Sklaven und Freigelassene in der römischen Kaiserzeit.
Dies gründet sich einerseits auf der Tatsache, dass Eck verschiedene Quellen übersetzt, die während
der römischen Kaiserzeit geschrieben wurden.
Diese Arbeit geht ebenfalls
auf Schriften Marcus Tullius Ciceros ein, da dieser, am Wohlergehen
seiner Sklaven interessierter Freilasser
war. An dieser Stelle sei nochmals sein berühmtester Sklave
Tiro erwähnt, den Cicero sowohl wegen
seiner persönlichen Wertschätzung als auch wegen seiner
guten Dienste freigelassen hatte.
Die Problematik bei der Quellenarbeit in diesem Themenbereich besteht darin, dass es zwar einige
Andeutungen auf beispielsweise, die Wählbarkeit politische Ämter von Freigelassenen gibt, aber
viele relevante
Fragen in den Schriften nicht direkt behandelt werden. Somit sei vorweg gesagt,
dass oftmals Ergebnisse nur aufgrund von Rückschlüssen möglich sind. Konkret heißt dies, dass
gewisse Ereignisse angenommen werden müssen, weil sie in den Quellen nicht überliefert werden.
2
Ausgehend von den grundlegenden Fakten über
Freigelassene in der römischen Kaiserzeit soll
1 Vgl. Susan Treggiari: Roman Freedmen During the Late Republic, Oxford 1969, S. 162.
2 Vgl. Susan Treggiari: Roman Freedmen During the Late Republic, S. 252.

4
zunächst einleitend ein kurzer Überblick, über die rechtlichen Verhältnisse sowohl in Bezug auf
ihre ehemaligen Patronen, als auch allgemein über die Freigeborenen gegeben werden.
Weiterführend
werden die Sklaven der Kaiser
und Freigelassene anhand des Beispiels, der
Wasserleitungen erläutert, und über die Namen der Sklaven informiert.
Daran knüpft der zentrale Punkt an, welche Betätigungsmöglichkeiten sie zur Auswahl (oder
überhaupt) hatten.
Diese Ergebnisse werden in einem Fazit zusammengefasst, um auf die
oben formulierte Leit-These
zurückzuschließen.
2.Grundlegendes
2.1 Gründe und Formen der Freilassung
Es ist festzustellen, dass es viele verschiedene Gründe für eine Freilassung gab. Zum einen durch
die Anerkennung guter Dienste, welcher ebenso ein Ansporn für die Sklaven war. Hier zeigt sich im
Vergleich verschiedener Epochen in anderen Gesellschaften, die vergleichbar liberale Haltung der
Römer, in Bezug auf ihre Sklaven. Weitere Aussagekräftige Gründe waren wirtschaftlicher Art, da
die Haltung von älteren Sklaven nicht ökonomisch und teuer war. Somit hatten auch Sklaven mit
niedrigen Arbeiten , fern der
Hausherren, die Chance, bei der manumissio inter amicos freigelassen
zu werden. Damit konnten auch ältere Sklaven, deren Verkauf aufgrund
des hohen Alters nicht
mehr möglich war, einen wirtschaftlichen Gewinn erzielen.
Eine wichtige Rolle spielten die Freigelassenen lediglich in größeren Städten, sowie ,,aus der
Zusammenkunft von Völkern entstandenen"3
stadtrömischen Gesellschaften. Diese Aussage geht
auf Quintus Tullius Cicero, den Bruder des berühmten Marcus Tullius Cicero zurück, der in seinem
Commentariolum petitionis Rom so charakterisiert. Dieses ca. 65. v. Chr. entstandene Werk, das an
seinem Bruder adressiert war, thematisierte die Frage, wie das Consulat erreichbar war und ist in
der Form eines commentarius geschrieben.
4
Hier war zu beobachten, dass die römischen Freigelassenen immer diejenigen
waren, die im
Vergleich zu allen anderen Teilen, stammenden Gruppen, es schafften gesellschaftlichen Einfluss
zu erlangen.
5
Es gab verschiedene Formen der Freilassung. So gab es vier offizielle Arten, die den Sklaven das
volle Bürgerrecht verliehen. Das war zum einen die manumissio vindicta, die manumissio
3 Cicero, Commentariolum Petitionis, Darmstadt 2001.
4 Vgl. Günter Laser: Quintus Tullius Cicero. Commentariolum Petitionis, Darmstadt 2001, S.1f., S.4f..
5 Vgl. Hermann- Otto: Sklaverei und Freilassung, S.201; Vgl. Géza Alföldy: Römische Sozialgeschichte, 4. Aufl., Stuttgart 2011,
S.56.

5
testamento, die manumissio fideicommisaria, und die manumissio censu. Die manumissio censu
geschah durch die persönliche Eintragung der Sklaven in die Zensurlisten, wodurch sie rechtlich
frei wurden. Voraussetzung dafür war die vorherige Zustimmung des Herren. Die Art und Weise
der Freilassung war
abhängig von der Zeit und den sozialen Umständen, sowie von den Gründen
für die Freilassung. ,,Nimmt der Kaiser eine Freilassung vor, so berührt er nicht mit der vindicta,
sondern durch bloße Willensbekundung erlangt der Freizulassende die Freiheit, aufgrund eines
augusteischen Gesetzes".6
Somit waren die Sklaven des Kaisers, von der Art des manumissio
vindicta ausgeschlossen. Die manumissio testamento wurde sehr oft angewandt, gerade in
wohlhabenderen Häusern. Vier weitere inoffizielle Freilassungsarten konnten lediglich ein
minderes Bürgerrecht verleihen. Nach der manumissio wurde der libertinus jedoch generell zum
paterfamilias.7
2.2 Ethnische und soziale Hintergründe, sowie deren Rechtsstatus
Die Freigelassenen stellten eine wichtige Schicht dar.
Um die Freigelassenen besser einordnen zu können, ist es zunächst wichtig, ihren ethnischen und
sozialen Hintergrund zu beschreiben. Somit sei erwähnt, dass es oftmals die ungebildeten und zur
harten Arbeit fähigen Männer waren, die durch Sklavenhändler versklavt wurden. Intellektuelle
gehörten eher weniger, zu den versklavten, und wurden, wenn prinzipiell nur im Rahmen von
kriegerischen Auseinandersetzungen versklavt. Es war allerdings Tatsache, dass die meisten
Intellektuellen eine große Chance auf manumissio, also Freilassung hatten. Diese stammten oft aus
dem hellenischen Raum, aus Städten wie Alexandria oder Amisus.
Demnach hatten Ungebildete im ländlichen Raum, die zur harten Arbeit eingesetzten Sklaven
deutlich weniger Chancen auf eine Freilassung, als die Gebildeten.
Dies folgte aus der Tatsache, dass die intellektuellen Sklaven eine deutlich persönlichere Beziehung
zu ihren Herren hatten, welche den Anstieg der Chancen auf eine Freilassung bedeutete. Es gab
Ausnahmen wie Petronius in seinen Schriften erwähnt. Hier wird von dem ,,Gastmahl des
Trimalchio" erzählt, der ein ungebildeter, und neureicher Freigelassener ist, der es zu einigem
Ansehen brachte.
8
Trotz alldem fasste Hermann- Otto richtig zusammen, dass die Sklaven der städtischen Haushalte,
6 Eck, Werner; Heinrichs, Johannes: Sklaven und Freigelassene in der Gesellschaft der römischen Kaiserzeit, Band 61,
Darmstadt 1993, S.209.
7
Vgl. Hahn, Johannes: Art. Freigelassene, in : DNP 4(1998), Sp. 644-651, Sp. 646; Vgl. Hermann- Otto: Sklaverei und
Freilassung, S. 199-200.
8 Rütten; Loening: Petronius- Satiricon, 4. Aufl., Berlin 1984.S. 102.
Ende der Leseprobe aus 11 Seiten

Details

Titel
Hatten freigelassene und freigeborene Sklaven die gleichen Rechte?
Untertitel
Eine Untersuchung der Möglichkeiten zur Freilassung zu Zeiten der römischen Kaiserzeit
Hochschule
Universität Siegen
Note
2,3
Jahr
2013
Seiten
11
Katalognummer
V387693
ISBN (eBook)
9783668620629
ISBN (Buch)
9783668620636
Dateigröße
428 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
römische Kaiserzeit, Sklaven, Freilassung, Bürgerrecht, Rom
Arbeit zitieren
Anonym, 2013, Hatten freigelassene und freigeborene Sklaven die gleichen Rechte?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/387693

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