Die Unternehmensumwelt unterliegt einer permanent schneller werdenden Veränderung. Dies erschwert es Organisationen, dauerhafte Wettbewerbsvorteile zu schaffen und beizubehalten. Wie sich Unternehmen dennoch dem Mitbewerb stellen und durch Adaption von Ressourcen behaupten können, stellt die zentrale Frage des erstmals von David Teece et al. publizierten Ansatzes der Dynamic Capabilities dar. Ziel dieser Literaturarbeit ist es ein Verständnis für Dynamic Capabilities zu schaffen und deren Abhängigkeiten, Einflussgrößen und Zusammenhänge in Organisationen aufzuzeigen. Dies wird anhand nachfolgender bezugnehmender Literatur zur Thematik Dynamic Capabilities, welche sowohl Konsens als auch Dissens aufweist, diskutiert. Ebenso wird eine Möglichkeit, Dynamic Capabilities in der Unternehmensstrategie zu etablieren, veranschaulicht. Um das inhärente Potential des Konzeptes zu beweisen, wird die Arbeit anhand eines konkreten Beispiels, der Entwicklung des Marktes zur Behandlung erektiler Dysfunktion, finalisiert.
Da Unternehmen offene Systeme darstellen und in Interaktion mit der Unternehmensumwelt stehen, ist proaktives Handeln voreiteilhaft, um im Wettbewerb einer dynamischen Umwelt bestehen zu können.3 Die daraus resultierende Frage, wie es Unternehmen gelingen kann, in einer zunehmend dynamischen Umwelt Wettbewerbsvorteile zu schaffen und etablieren, stellt das Ziel des Dynamic Capabilitiy (DC) Ansatzes dar. Der vor ca. 20 Jahren von David Teece et al. publizierte Ansatz stellt eine Weiterentwicklung der Ressource-Based View (RBV) dar und wird häufig als Grundlage zur Thematik DC gesehen. Hierbei werden Wettbewerbsvorteile auf Basis von Ressourcenausstattung aus der Unternehmensinnenperspektive erklärt, während die Market-Based View (MBV) das Hauptaugenmerkt auf die Wettbewerbsposition und somit auf die Unternehmensaußenperspektive legt.4 Seit der Publikation des DC Ansatzes 1997 erschienen eine Vielzahl weiterer Veröffentlichungen, welche bis dato kein einheitliches Verständnis von DC schaffen.5 Ziel der Arbeit ist es, einen Einblick in die theoretischen Ansätze der DC zu geben. Weiters soll ein Verständnis der Abhängigkeiten der DC geschaffen werden und eine Möglichkeit zur Integration der DC in die Unternehmensstrategie veranschaulicht werden. Abschließend wird mit einem praktischen Beispiel das Potenzial der DC zur Generierung von Wettbewerbsvorteilen untermauert.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Theoretischer Hintergrund zu Dynamic Capabilities
2.1 Wettbewerbsvorteil – eine Frage der Perspektive
2.2 Von der Ressource-Based View zu Dynamic Capabilities
2.3 Systematisierung von Capabilities als Hierarchie
2.3.1 Ordinary Capabilities
2.3.2 Ad-Hoc Capabilities und Improvisation
2.3.3 Dynamic Capabilities
2.4 Einflussgrößen auf Dynamic Capabilities
2.4.1 Dynamische Märkte
2.4.2 Kosten
2.4.3 Pfadabhängigkeiten
2.5 Strategische Einbindung der Dynamic Capabilities
3 DC und die Marktentwicklung zur Behandlung erektiler Dysfunktion
4 Gesamtwürdigung und Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, wie Unternehmen in einem durch schnellen Wandel und zunehmende Globalisierung geprägten Umfeld dauerhafte Wettbewerbsvorteile schaffen und behaupten können. Hierbei steht die Forschungsfrage im Fokus, wie das Konzept der Dynamic Capabilities (DC) theoretisch fundiert, strategisch in Organisationen integriert und praktisch zur Marktentwicklung beigetragen werden kann.
- Grundlagen des Resource-Based View (RBV) und des Market-Based View (MBV)
- Hierarchische Einordnung von organisationalen Kompetenzen
- Analyse interner und externer Einflussgrößen auf Dynamic Capabilities
- Strategische Einbindung und Entscheidungspfade für Unternehmen
- Praktische Anwendung des Konzepts am Beispiel der Pharmaindustrie
Auszug aus dem Buch
2.3.3 Dynamic Capabilities
Seit der Erscheinung des Werkes von Teece et al. (1997), gab es eine Vielzahl weiterer Publikationen unterschiedlicher Autoren. Eine Erklärung hierfür wäre die praktische Bedeutung der Kompetenz, durch eben diese Veränderungen in Unternehmen herbeiführen zu können.38 Während sich die meisten Autoren in Bezug auf die Notwendigkeit von DC zur Sicherstellung von Wettbewerbsvorteilen einig sind, herrscht kein einheitliches Verständnis, was DC im Detail sind, vor. Die nachfolgende Tabelle zeigt einige wesentliche Definitionen, welche unterschiedliche Lösungsvorschläge zur Generierung von Wettbewerbsvorteilen bereitstellen.
Teece et al. (1997): We define dynamic capabilities as the firm’s ability to integrate, build, and reconfigure internal and external ressources to address rapidly changing environments.
Eisenhardt & Martin (2000): The firm’s processes that use resources—specifically the processes to integrate, reconfigure, gain and release resources—to match and even create market change.
Winter (2003): Those capabilities that operate, estend, modify, or create ordinary capabilities.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende Dynamik der Unternehmensumwelt und führt in die Fragestellung ein, wie Unternehmen durch Dynamic Capabilities Wettbewerbsvorteile sichern können.
2 Theoretischer Hintergrund zu Dynamic Capabilities: Dieses Kapitel liefert eine theoretische Abgrenzung der Dynamic Capabilities von anderen Strategieansätzen und systematisiert die organisationalen Kompetenzen in einer Hierarchie.
3 DC und die Marktentwicklung zur Behandlung erektiler Dysfunktion: Anhand des pharmazeutischen Marktes und des Produkts Viagra wird die praktische Anwendung und Bedeutung von Dynamic Capabilities konkretisiert.
4 Gesamtwürdigung und Fazit: Das Fazit fasst die wesentlichen Erkenntnisse über die Abhängigkeiten, die strategische Einbindung und die Bedeutung von Dynamic Capabilities für den Unternehmenserfolg zusammen.
Schlüsselwörter
Dynamic Capabilities, Ressourcen, Wettbewerbsvorteil, Einflussgrößen, Unternehmensstrategie, Marktveränderung, Ordinary Capabilities, Ad-Hoc Capabilities, Marktdynamik, Pfadabhängigkeit, Strategische Einbindung, Innovation, Wissensmanagement, Wertschöpfung, Organisationsentwicklung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt den Ansatz der Dynamic Capabilities als Strategieinstrument, um in sich schnell verändernden Märkten dauerhafte Wettbewerbsvorteile zu generieren und zu bewahren.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Zu den zentralen Themen gehören die theoretische Einbettung von Kompetenzen, die systematische Unterteilung in verschiedene Capability-Ebenen sowie die strategische Implementierung in Unternehmensprozesse.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Das Ziel ist es, ein Verständnis für die Wirkungsweise von Dynamic Capabilities zu schaffen und aufzuzeigen, wie diese durch gezielte strategische Entscheidungen zur Unternehmensentwicklung beitragen können.
Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturarbeit, die existierende Definitionen und Theorien analysiert, diskutiert und durch ein konkretes Fallbeispiel aus der Pharmabranche untermauert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst die theoretischen Grundlagen (MBV, RBV) und die hierarchische Struktur von Kompetenzen erläutert, gefolgt von einer detaillierten Untersuchung der Einflussgrößen wie Kosten und Pfadabhängigkeiten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Dynamic Capabilities, Wettbewerbsvorteil, Marktdynamik, strategische Einbindung und Ressourcenkonfiguration definiert.
Wie unterscheidet der Autor zwischen Ordinary und Dynamic Capabilities?
Ordinary Capabilities sind für das Tagesgeschäft und die Standard-Wertschöpfung notwendig, während Dynamic Capabilities gezielt für die Anpassung, Rekonfiguration und Weiterentwicklung eben jener Prozesse in dynamischen Umwelten zuständig sind.
Welche Rolle spielt die Pfadabhängigkeit bei der Entwicklung neuer Kompetenzen?
Die Pfadabhängigkeit beschreibt, dass die Entwicklungsgeschichte eines Unternehmens dessen zukünftige Möglichkeiten einschränkt oder vorgibt, wodurch radikale Strategiewechsel oft unökonomisch oder unmöglich sind.
- Arbeit zitieren
- Robert Blatnik (Autor:in), 2017, Wettbewerbsvorteile durch Dynamic Capabilities, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/387697