Verfahren zur Wirtschaftlichkeitsuntersuchung. Praxisbeispiele aus der Logistik


Ausarbeitung, 2017
55 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis
Juni 2017
Inhaltsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis ... 4
Formelverzeichnis ... 5
Tabellenverzeichnis ... 6
1
Einleitung ... 7
2
Quantitative Bewertungsmethoden zur Wirtschaftlichkeitsuntersuchung ... 8
2.1
Statische Methoden ... 8
2.1.1
Kostenvergleichsrechnung ... 8
2.1.2
Statische Amortisationsrechnung ... 10
2.2
Dynamische Methoden ... 12
2.2.1
Dynamische Amortisationsrechnung ... 13
2.2.2
Kapitalwertmethode ... 13
2.2.3
Interner-Zinsfuß-Methode ... 16
2.2.4
Annuitätenmethode ... 17
2.3
Entscheidung unter Unsicherheit ... 18
2.3.1
Regeln zur Entscheidung unter Unsicherheit ... 19
2.3.1.1
Maximin-Regel ... 20
2.3.1.2
Maximax-Regel ... 21
2.3.1.3
Hurwicz-Regel ... 21
2.3.1.4
Bayes-Regel ... 22
2.3.2
Korrekturverfahren ... 23
2.3.3
Sensitivitätsanalyse ... 24
3
Qualitative Bewertungsmethoden zur Wirtschaftlichkeitsuntersuchung ... 25
3.1
Portfolioanalyse ... 25
3.1.1
Festlegung eines strategischen Geschäftsfeldes ... 27
3.1.2
BCG-Portfolio-Matrix ... 27
3.1.2.1
Lebenszyklus-Konzept ... 27
3.1.2.2
Lernkurve ... 28
3.1.2.3
Die BCG-Matrix als Beschreibungsmodell ... 29
3.1.2.4
Die BCG-Matrix als Entscheidungsmodell ... 30
3.1.2.5
Kritik an der BCG-Matrix ... 31
3.1.3
Marktattraktivitäts-/Geschäftsfeldstärken-Portfolio ... 31
3.2
Paarvergleich ... 32

Inhaltsverzeichnis
Juni 2017
Verfahren zur Wirtschaftlichkeitsuntersuchung
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4
Mischverfahren zur Wirtschaftlichkeitsuntersuchung ... 35
4.1
Nutzwertanalyse ... 35
4.2
Die Nutzen-Kosten-Analyse ... 38
5
Bewertung der quantitativen Methoden zur Wirtschaftlichkeitsuntersuchung ... 40
6
Praxisbeispiel ... 42
6.1
Beschreibung des gewählten Szenarios ... 42
6.2
Anwendung der Kapitalwertmethode anhand des Praxisbeispiels ... 42
6.3
Anwendung des Paarvergleichs anhand des Praxisbeispiels ... 43
6.4
Anwendung der Nutzwertanalyse anhand des Praxisbeispiels ... 46
7
Fazit und Bewertung anhand des Szenarios ... 52
Quellenverzeichnis ... 54

Abbildungsverzeichnis
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Verfahren zur Wirtschaftlichkeitsuntersuchung
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Abbildungsverzeichnis
Abbildung 2-1: Barwerte der Einzahlungsüberschüsse bei jährlicher Zahlung ... 14
Abbildung 2-2: Internet Zinsfluss-Methode, Graphische Lösung ... 17
Abbildung 3-1: Produkt-Lebenszyklus ... 28
Abbildung 3-2: BCG-Portfolio-Matrix der Boston Consulting Group ... 29
Abbildung 3-3: Normstrategien für die einzelnen Segmente der BCG-Matrix ... 31
Abbildung 3-4: Marktattraktivitäts-/Geschäftsstärken-Portfolio ... 32

Formelverzeichnis
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Verfahren zur Wirtschaftlichkeitsuntersuchung
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Formelverzeichnis
Formel 2-1: Kostenvergleichsrechnung ... 8
Formel 2-2: kalkulatorische Abschreibung ... 9
Formel 2-3: kalkulatorische Zinsen ... 9
Formel 2-4: Kostenvergleichsrechnung ... 9
Formel 2-5: Statische Amortisationszeit, konstante Jahresbeträge ... 11
Formel 2-6: Statische Amortisationszeit, Rationalisierungsinvestition ... 11
Formel 2-7: Statische Amortisationszeit Kosten und Leistungen ... 11
Formel 2-8: Amortisationsrechnung, schwankende Jahresbeiträge ... 12
Formel 2-9: Dynamische Amortisationsrechnung ... 13
Formel 2-10: Kapitalwertmethode, konstante Jahreszahlungen ... 14
Formel 2-11: Kapitalwertmethode, unterschiedliche Jahreszahlungen ... 15
Formel 2-12: Kapitalwertmethode, Wirtschaftlichkeit einer Investition ... 15
Formel 2-13: Interne-Zinsfuß-Methode ... 16
Formel 2-14: Regula Falsi ... 16
Formel 2-15: Kapitalwertwiedergewinnungsfaktor ... 18
Formel 2-16: DJE mit Restwert ... 18
Formel 2-17 : Maximin Regel... 20
Formel 2-18: Maximax-Regel ... 21
Formel 2-19: Hurwicz-Regel ... 22
Formel 2-20: Bayes-Regel ... 22

Tabellenverzeichnis
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Verfahren zur Wirtschaftlichkeitsuntersuchung
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Tabellenverzeichnis
Tabelle 2-1: Amortisationskriterien ... 10
Tabelle 3-1: Übersicht über mögliche Portfoliokonzepte ... 26
Tabelle 3-2: Portfolio Kreuztabelle ... 33
Tabelle 3-3: Ergebnis der Portfolio Kreuztabelle ... 34
Tabelle 4-1: Verfahrensdarstellung einer Nutzwertanalyse ... 36
Tabelle 4-2: Ermittlung des gewichteten Teilnutzen der Nutzwertanalyse ... 38
Tabelle 5-1: Paarvergleich der quantitativen Methoden ... 40
Tabelle 5-2: Ergebnis des Paarvergleichs der quantitativen Methoden ... 41
Tabelle 6-1: Eckdaten LKW Praxisbeispiel ... 42
Tabelle 6-2: Kapitalwertmethode anhand des Praxisbeispiels ... 43
Tabelle 6-3: Paarvergleich am Praxisbeispiel, Gesamtvergleich der Hauptkriterien ... 43
Tabelle 6-4: Paarvergleich am Praxisbeispiel, Kosten und Finanzierung ... 44
Tabelle 6-5: Paarvergleich am Praxisbeispiel, Performance ... 44
Tabelle 6-6: Paarvergleich am Praxisbeispiel, Lieferant ... 44
Tabelle 6-7: Paarvergleich am Praxisbeispiel, Umwelt ... 45
Tabelle 6-8: Gesamtbetrachtung des Paarvergleichs am Praxisbeispiel ... 45
Tabelle 6-9: Kriteriengruppen ... 46
Tabelle 6-10: Nutzwertanalyse, Gewichtung der Kriteriengruppen aus dem Paarvergleich .. 47
Tabelle 6-11: Nutzwertanalyse, Erfüllungsgrad ... 49
Tabelle 6-12: Nutzwertanalyse, Teilnutzen der gewichteten Kriteriengruppen ... 50

Einleitung
Juni 2017
1 Einleitung
Jedes Unternehmen muss im Laufe seiner Geschäftstätigkeit Investitionen tätigen und prüfen,
ob diese wirtschaftlich sind. Hierzu dienen verschiedene Methoden der Wirtschaftlichkeitsana-
lyse, die in dieser Ausarbeitung erarbeitet und vorgestellt werden. Unterteilt werden diese Me-
thoden in quantitative, qualitative und Mischverfahren. Während die quantitativen Methoden
die finanziellen Aspekte einer Investition beleuchten und bewerten, zeigen die qualitativen Ver-
fahren auch andere Aspekte auf. Dies können beispielsweise der Einfluss auf die Umwelt, aber
auch verschiedene andere qualitative Parameter sein.
Es werden jedoch nicht alle Verfahren zur Wirtschaftlichkeitsuntersuchung betrachtet, da dies
den Rahmen der Ausarbeitung überschreiten würde. So gibt es neben der Kostenvergleichs-
und Amortisationsrechnung weitere statische quantitative Methoden wie die Gewinnver-
gleichs- und Rentabilitätsrechnung, wobei lediglich die beiden erstgenannten Methoden näher
betrachtet wurden. Da die Gewinnvergleichs- und Rentabilitätsrechnung als Erweiterungen
der Kostenvergleichsrechnung angesehen werden können, wurde eine differenzierte Betrach-
tung als redundant eingestuft. Bei den dynamischen Methoden wird der Fokus auf die Kapital-
wert- und Annuitätenmethode gelegt und durch die Interner-Zinsfuß-Verfahren ergänzt. Bei
den dynamischen Verfahren wird die Endwertmethode nicht berücksichtigt, da in dieser Aus-
arbeitung Investitionen lediglich durch das Abzinsen zum Investitionszeitpunkt verglichen wer-
den sollen. Die qualitativen Methoden beinhalten die Portfolioanalyse und den Paarvergleich,
da mit diesen beiden Methoden strategische Investitionsentscheidungen anhand der bereits
getätigten Investitionen bewertet werden können. Im Kapitel der Mischverfahren werden die
betrachteten quantitativen und qualitativen Methoden zu einer Nutzwertanalyse zusammen-
geführt.
In der Gesamtbetrachtung zeigen die Verfahren zur Wirtschaftlichkeitsuntersuchung daher
mehrere, nicht nur monetäre, Facetten einer Investition auf. Als Erweiterung wurde die Ent-
scheidung unter Unsicherheit in die Betrachtung mit einbezogen, um der Realität von Investi-
tionen gerecht zu werden. Diese bietet selten die stabilen finanziellen Verhältnisse, welche in
der Literatur zur Unterstützung und Berechnung der quantitativen Methoden angenommen
werden.
Im Anschluss werden die quantitativen Methoden mithilfe des Paarvergleichs bewertet, um so
eine Rangordnung der wirkungsvollsten Instrumente aufzuzeigen. Hierfür werden Kriterien wie
Komplexität und Prognosegenauigkeit betrachtet.
Abschließend wird eine Auswahl der vorgestellten Methoden an einem selbst entwickelten
Praxisbeispiel aus dem Logistiksektor angewandt. Dies dient dazu, das Verständnis der vor-
gestellten Methoden zu fördern und die Anwendbarkeit aufzuzeigen.

Quantitative Bewertungsmethoden zur Wirtschaftlichkeitsuntersuchung
Juni 2017
Verfahren zur Wirtschaftlichkeitsuntersuchung
Seite 8 von 55
2 Quantitative Bewertungsmethoden zur Wirtschaftlichkeits-
untersuchung
Die quantitativen Verfahren der Wirtschaftlichkeitsuntersuchung dienen der Bewertung und
Entscheidungsfindung von Investitionen. Innerhalb dieser Methoden wird zwischen statischen
und dynamischen Verfahren unterschieden. Demzufolge befasst sich der erst Abschnitt des
Kapitels mit den statischen Bewertungsmethoden und darauf aufbauend werden die dynami-
schen Verfahren erläutert.
2.1 Statische Methoden
Die statischen Bewertungsmethoden zählen zu den Einperiodenverfahren der Wirtschaftlich-
keitsuntersuchung. Sie dienen lediglich einer ersten Kostenkalkulation einer Investition, da
Ein- und Auszahlungen nicht berücksichtigt werden. Ein großer Nachteil dieser Methoden ist
jedoch der geringe Realitätsbezug, da der Zeitpunkt des Eintreffens von Rechengrößen keine
Berücksichtigung findet. Dennoch können statische Ansätze besonders in frühen Projektpha-
sen zweckmäßig sein, da ein geringer Rechercheaufwand vorausgesetzt wird und die Durch-
führung zur Ermittlung der Vorteilhaftigkeit von Investitionsobjekten relativ einfach ist.
2.1.1
Kostenvergleichsrechnung
Die Kostenvergleichsrechnung zählt zu den statischen Verfahren der quantitativen Investiti-
onsrechnung, bei der als Zielgröße lediglich die Kosten verschiedener Investitionsalternativen
verglichen werden. Die Kosten werden dabei als Durchschnittsgröße, entweder für den ermit-
telten Planungszeitraum (z.B. Geschäftsjahr) oder für eine bestimmte Leistungseinheit (bei-
spielsweise bearbeiteter Vorgang) berechnet und sind zum Teil abhängig von der produzierten
Menge.
1
Ergeben sich durch beide Investitionsalternativen beispielsweise unterschiedliche
Kapazitätsauslastungen, müssen die Kosten pro Leistungseinheit (Stückkosten) betrachtet
werden.
2
Entsprechend ergeben sich für die Kostenvergleichsrechnung folgende Formeln:
<
<
Formel 2-1: Kostenvergleichsrechnung
Sowohl bei der Ganzkosten- als auch bei der Stückkostenbetrachtung ergeben sich die Kosten
aus der Summe der Kapitalkosten und der Betriebskosten.
1
Vgl. Götze (Investitionsrechnung, 2014), S.58.
2
Vgl. Poggensee (Investitionsrechnung, 2009), S.51.

Quantitative Bewertungsmethoden zur Wirtschaftlichkeitsuntersuchung
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Obwohl der mathematische Aufwand gering ist, hängt die Eignung der Ergebnisse zur Ent-
scheidungsfindung stark von der Qualität der verwendeten Daten und der getroffenen Annah-
men ab.
3
Die Ermittlung der Kapitalkosten erfolgt unter An
wendung der sogenannten ,,Ingenieursfor-
mel". Bei den Kapitalkosten handelt es sich um
jährlichen Kosten, die durch das Einführen
einer Lösungsalternative entstehen. Diese müssen anteilsmäßig über den gesamten Nut-
zungszeitraum verteilt werden, da, wie einleitend erwähnt, eine Durchschnittsperiode betrach-
tet wird. Die Kapitalkosten ergeben sich somit aus der Summe der kalkulatorischen Abschrei-
bungen und der kalkulatorischen Zinsen. Die kalkulatorischen Abschreibungen werden als
Kosten (nur in der Kostenrechnung), welche sich durch die Wertminderung des Arbeits-/ Be-
triebsmittels während seiner Nutzungszeit ergeben, wie folgt berechnet:
. . =
() - ()
()
Formel 2-2: kalkulatorische Abschreibung
Die kalkulatorischen Zinsen sind die Kosten für das gebundene Kapital. Dazu wird das durch-
schnittlich gebundene Kapital berechnet und anschließend mit dem Kalkulationszinssatz mul-
tipliziert.
4
. =
+
2
100
Formel 2-3: kalkulatorische Zinsen
Zur Berechnung der Betriebskosten werden beispielsweise die Kosten für Löhne, Material,
Energie, Instandhaltung, Absatz und Miete betrachtet. Sollten sich die Investitionsalternativen
auf verschiedene Leistungsmenge beziehen, müssen die laufenden Kosten pro Stück berech-
net werden, um eine gemeinsame Kalkulationsbasis zu schaffen.
5
Im letzten Schritt werden beide Kostenblöcke addiert und die Investitionsalternativen anhand
ihrer Kosten verglichen.
6
+
-
+
+
2
<
>
+
-
+
+
2
Formel 2-4: Kostenvergleichsrechnung
3
Vgl. Götze (Investitionsrechnung, 2014), S.63.
4
Vgl. Götze (Investitionsrechnung, 2014), S.61.
5
Vgl. Poggensee (Investitionsrechnung, 2009), S.52.
6
Vgl. Götze (Investitionsrechnung, 2014), S.61.

Quantitative Bewertungsmethoden zur Wirtschaftlichkeitsuntersuchung
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Verfahren zur Wirtschaftlichkeitsuntersuchung
Seite 10 von 55
2.1.2
Statische Amortisationsrechnung
Die Amortisationsrechnung, oftmals auch bezeichnet als pay-off-, pay-back-, pay-out-Rech-
nung oder auch Kapitalrückflussrechnung, ist generell in zwei Verfahren zu unterscheiden: Die
statische und die dynamische Vergleichsrechnung. Bei der statischen Methode wird der Zeit-
raum ermittelt, der vergeht, bis die Anfangsauszahlung mithilfe der später anfallenden positi-
ven Nettoeinzahlungen wiedergewonnen wird. Etwaige Zinsansprüche der Investoren werden
bei dieser Rechnungsart vernachlässigt und mit einem Zinssatz von null gerechnet. Die dyna-
mische Variante ist eine Weiterentwicklung der statischen Methode und beseitigt diese
Schwachstelle. Sie ermittelt den Zeitraum, in dem das eingesetzte Kapital zuzüglich einer Ver-
zinsung der ausstehenden Beträge zurückgewonnen wird.
7
Mit der statischen Amortisationsrechnung wird ermittelt, wie lang die Amortisationszeit einer
Investition ist. Diese wird verglichen mit der vom Unternehmen vorgegebenen maximal zuläs-
sigen. Als Amortisationszeit (t) wird die Anzahl an Jahren bezeichnet, die benötigt wird, um
den Kapitaleinsatz einer Investition aus den Rückflüssen wiederzugewinnen. Die maximale
zulässige Amortisationszeit (t
max
) ist subjektiv und wird von der Unternehmensleitung festge-
legt. Sie gibt an, nach wie vielen Jahren sich die Investition amortisiert haben muss und ver-
gleicht diese mit der tatsächlichen Amortisationszeit. Nur Projekte die die Bedingung von t
t
max
erfüllen, werden zur Realisierung in Betracht gezogen und realisiert. Das Amortisations-
kriterium wird bei verschiedenartigen Entscheidungssituationen angewendet:
Tabelle 2-1: Amortisationskriterien
Entscheidungssituation
Amortisationskriterien
Interpretation
Einzelinvestition
t
t
max
Wenn die Wiedergewinnung des einge-
setzten Kapitals innerhalb der maximal
zulässigen Amortisationszeit liegt, gilt
die Einzelinvestition als vorteilhaft.
Alternativenvergleich
t
l
t
ll
t
l
t
max
t
ll
t
max
Beim Alternativenvergleich ist die In-
vestition mit der kürzesten Amortisati-
onsdauer entscheidend, wobei die ma-
ximal zulässige Amortisationszeit nicht
überschritten werden darf.
Ersatzproblem
t
t
max
Eine Altanlage wird nur dann verschrot-
tet, wenn sich die Neuanlage über ihre
jährlichen Minderkosten innerhalb der
zulässigen Zeit bezahlt macht.
Quelle: Eigene Darstellung nach Däumler/ Grabe (Investitions- und Wirtschaftlichkeitsrechnung,
2007), S.211.
7
Vgl. Däumler/ Grabe (Investitions- und Wirtschaftlichkeitsrechnung, 2007), S.211ff.

Quantitative Bewertungsmethoden zur Wirtschaftlichkeitsuntersuchung
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Verfahren zur Wirtschaftlichkeitsuntersuchung
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Die Berechnung der Amortisationszeit kann auf zwei unterschiedliche Arten erfolgen. Sie kann
nach der Durchschnittsrechnung, die konstante Jahresbeiträge voraussetzt oder der Kumula-
tionsrechnung, bei der die Jahresbeträge schwanken können, berechnet werden.
Die Durchschnittsrechnung wird in zwei Fälle untergliedert. Ersterer geht davon aus, dass der
Restwert am Ende der Periode null ist (
= 0
) und der zweite Fall geht von einem Restwert
größer null aus (
> 0
). Im ersten Fall wird der Anschaffungswert (A) durch die jährlichen Net-
toeinzahlungen dividiert. In der zweiten Variante wird zuerst der Restwert vom Anschaffungs-
wert subtrahiert und im Anschluss das Verhältnis zur Differenz aller Ein- und Auszahlungen
gebildet.
=
( - )
(
= 0
)
=
-
( - )
(
> 0
)
Formel 2-5: Statische Amortisationszeit, konstante Jahresbeträge
Bei einer Rationalisierungsinvestition sind die jährlichen Minderauszahlungen zu berücksich-
tigen.
=
ä
Formel 2-6: Statische Amortisationszeit, Rationalisierungsinvestition
Bei statischen Investitionsrechnungen wird mit Kosten und Leistungen und nicht mit Zahlungs-
größen gerechnet, wodurch der durchschnittliche jährliche Rückfluss auch als die Addition des
durchschnittlichen jährlichen Gewinns pro Jahr (
) und den jährlichen Abschreibungen an-
gegeben werden kann.
=
+
(
= 0
)
=
-
+
(
> 0
)
Formel 2-7: Statische Amortisationszeit Kosten und Leistungen
Damit nach Ablauf der Abschreibungszeit die Summe der Abschreibungsgegenwerte den ur-
sprünglichen Anschaffungskosten des Objekts entspricht, müssen die verdienten Abschrei-
bungen als Wiedergewinnungsanteil betrachtet werden.
8
Da diese aber bei der jährlichen Ge-
winnermittlung (Gewinn = Erlös
­
Kosten) abgezogen werden, müssen sie bei der Berechnung
der Amortisationszeit zum Dividenden hinzuaddiert werden.
8
Vgl. Däumler/ Grabe (Investitions- und Wirtschaftlichkeitsrechnung, 2007),
S.213f.

Quantitative Bewertungsmethoden zur Wirtschaftlichkeitsuntersuchung
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Verfahren zur Wirtschaftlichkeitsuntersuchung
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Im Gegensatz zum Durchschnittsverfahren werden beim Kumulationsverfahren die Unter-
schiede in der Höhe der jährlichen Nettoeinzahlungen während der Laufzeit miteinbezogen,
weshalb sie bei schwankenden Jahresbeträgen Anwendung findet. Um bei der Kumulations-
rechnung die Amortisationszeit zu berechnen, wird die Gesamtsumme aller Ein- und Auszah-
lungen der Periode inklusive Anschaffungskosten und Restwert gebildet und null gesetzt.
9
0 = (e
1
­
a
1
) + (e
2
­
a
2
) + ... + (e
t
+ R
­
a
t
)
­
A
Formel 2-8: Amortisationsrechnung, schwankende Jahresbeiträge
Je kürzer die Wiedergewinnungszeit eines Investitionsobjektes ist, desto vorteilhafter ist seine
Realisierung. Um einen Vergleich anstellen zu können, sind mindestens zwei Alternativen von-
nöten. Dieser Vergleich wird von Bank und Gerke als relative Vorteilhaftigkeitsaussage be-
zeichnet. Wird eine maximale Durchführzeit vorgegeben, dann wird die Investition nur reali-
siert, wenn diese unterschritten wird. Die Amortisationsdauer kann man auch als eine Risiko-
kennziffer interpretieren, welche neben dem absoluten Vorteilhaftigkeitskriterium auch zur Ri-
sikoabschätzung einer Investition genutzt werden kann. Durch unsichere zukünftige Zahlun-
gen und einer zunehmenden Amortisationszeit, steigt mit hoher Wahrscheinlichkeit das Risiko
einer Fehlprognose und somit kann eine kurze Kapitalwiedergewinnungszeit dieses Risiko be-
grenzen. Das maximale Risiko, welches ein Entscheidungsträger eingehen möchte, wird somit
durch die Höchstgrenze der Amortisationsdauer (t
max
) dargestellt.
10
2.2 Dynamische Methoden
Der Grundgedanke aller dynamischen Methoden ist, nicht den absoluten, nominalen Wert der
Ein- und Auszahlungen einer Investition zu betrachten, sondern ihren Wert in Abhängigkeit
von Zeit t und Zins i. Das für eine Investition notwendige Kapital kann auch am Kapitalmarkt
angelegt werden und dort eine Rendite erwirtschaften. Deshalb muss jede Zahlung auf- oder
abgezinst werden. Dies folgt dem Gedan
ken: "Ein Euro heute ist mehr wert als ein Euro mor-
gen"
.
11
Gleichzeitig sichern schnelle, zeitnahe Einzahlungen die Liquidität des Unternehmens
und sind daher attraktiver als spätere. Es erfolgt daher eine Abzinsung aller zukünftigen Zah-
lungen auf den Investitionsbeginn, um den sogenannten Barwert zu ermitteln.
12
Durch die Be-
trachtung der Zahlungen jeder Alternative über die gesamte Nutzdauer hinweg, die unter Be-
9
Vgl. Däumler/ Grabe (Investitions- und Wirtschaftlichkeitsrechnung, 2007),
S.215.
10
Vgl. Bank/ Gerke (Finanzierung, 2016), S.132.
11
Schmidlin (Unternehmensbewertung und Kennzahlenanalyse, 2013), S.151.
12
Vgl. Däumler/ Grabe (Investitions- und Wirtschaftlichkeitsrechnung, 2007), S.48.
Ende der Leseprobe aus 55 Seiten

Details

Titel
Verfahren zur Wirtschaftlichkeitsuntersuchung. Praxisbeispiele aus der Logistik
Hochschule
Jade Hochschule Wilhelmshaven/Oldenburg/Elsfleth
Note
1,3
Autoren
Jahr
2017
Seiten
55
Katalognummer
V387726
ISBN (eBook)
9783668618275
ISBN (Buch)
9783668618282
Dateigröße
1410 KB
Sprache
Deutsch
Reihe
Aus der Reihe: e-fellows.net stipendiaten-wissen
Schlagworte
Controlling, Logistik
Arbeit zitieren
Tristan Lizardo (Autor)Alina Lüerßen (Autor)Tim Steege (Autor)Brunke Koop (Autor)Nicolai Kiauka (Autor), 2017, Verfahren zur Wirtschaftlichkeitsuntersuchung. Praxisbeispiele aus der Logistik, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/387726

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