Der Bologna-Prozess im Vergleich zum nordamerikanischen Hochschulstudium und -system unter Berücksichtigung der europäischen Universitätsgeschichte

Harmonisierung des europäischen Hochschulraumes


Hausarbeit, 2015

21 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

2
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung ... 3
2. Der Bologna-Prozess ... 4
2.1 Ziele des Bologna-Prozesses ... 5
2.2 Forderungen und Erwartungen der Wirtschaft ... 7
2.3. Entwicklung und Umsetzung ... 8
3. Der Bologna-Prozess im Vergleich zum nordamerikanischen Hochschulsystem ... 10
3.1 Implementierung nordamerikanischer Hochschulelemente ... 10
3.1.1 Hochschulrat ... 10
3.1.2 Bachelor ... 11
3.1.3 Juniorprofessorinnen und -professoren ... 15
3.2 Vergleich der Universitäten und Studenten ... 16
3.2.1 Research Universitys ... 17
3.2.2 Two Year Colleges ... 18
4. Resümee ... 19
5. Literaturverzeichnis ... 20

3
1. Einleitung
Die vorliegende Hausarbeit beschäftigt sich mit dem Bologna-Prozess im Vergleich zum
nordamerikanischen Hochschulstudium und -system. In dieser Arbeit soll der Bologna -
Prozess als Harmonisierung des europäischen Hochschulraumes im Vergleich zum
nordamerikanischen Hochschulsystem anhand diverser ausgewählter Literatur dargestellt
werden. Diese Arbeit erhebt jedoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit, da dies in dem
Umfang dieser Hausarbeit nicht möglich ist. Die der Hausarbeit zugrundeliegenden
Fragen lauten, kann man von einer Amerikanisierung des europäischen und vor Allem
deutschen Hochschulraumes sprechen und inwiefern ist die Implementierung
nordamerikanischer Hochschulstrukturen im europäischen Hochschulraum von Vor- oder
Nachteil.
Mit dem amerikanischen beziehungsweise nordamerikanischen Hochschulraum ist in
dieser Hausarbeit das (Hochschul-) Bildungssystem der Vereinigten Staaten von Amerika
gemeint.
"Der grundlegende Wandel der europäischen Universitäten ist unübersehbar: Spätestens
seit bzw. mit der Schaffung eines ,,Europäischen Forschungsraums" im
Rahmen der Lissabon-Strategie (2000) und der Konstruktion sowie Durchsetzung
eines ,,Europäischen Hochschulraums" im sogenannten ,,Bologna-Prozess"
(1999) hat sich das Gesicht der Universität in nahezu jeder Hinsicht verändert." (Ricken
et al. 2013, S. 11)
Dieses Zitat soll die Relevanz der Thematik dieser Hausarbeit verdeutlichen. Das Gesicht
des europäischen Hochschulraumes hat sich in den letzten zwei Jahrzehnten rasant
geändert. Und ein solcher Strukturwandel geht nicht ohne radikale Umbrüche einher.
Natürlich stehen diese Umbrüche in der Öffentlichkeit zu häufigen Diskussionen aus.
Durch Ähnlichkeiten mit dem Nordamerikanischen Hochschulsystem wird Desöfteren
von einer Amerikanisierung des europäischen Hochschulraumes gesprochen.
In dem ersten Teil der Hausarbeit wird der Bologna-Prozess aus historischer Perspektive
betrachtet. Neben der Geschichte und Entwicklung des Bologna-Prozesses werden seine
Ziele und die Forderungen aus der Wirtschaft dargestellt. Auch wird ein kurzer Blick auf
die Entwicklung und Umsetzung geworfen.

4
Der zweite Teil befasst sich mit dem Bologna-Prozess im Vergleich zum
nordamerikanischen Hochschulsystem. Hier werden ausgewählte Implementierungen
nordamerikanischer Elemente dargestellt und ihre Umsetzung im deutschen
Hochschulraum erarbeitet.
In dem Resümee soll schließlich versucht werden, die anfangs gestellten Fragen anhand
der ausgewählten Literatur zu bearbeiten.
2. Der Bologna-Prozess
Mit dem Bologna-Prozess wird eine bedeutende Reform des Europäischen
Hochschulraumes bezeichnet. Mit ihm geht eine transnationale Harmonisierung von
Studiengängen und -abschlüssen einher.
Die ersten Grundlagen für einen gemeinsamen Rahmen für die europäische
Hochschulbildung wurde in einem Abkommen zur gegenseitigen Anerkennung der
Zugänge und Studienabschlüsse mit der Lissabon-Konvention am 11. April 1997 des
Europarates geschaffen. Weitere Grundlagen wurden in einem Treffen der
Bildungsminister Deutschlands, Frankreichs, Italiens und Großbritanniens im Mai 1998
in der Universität Sorbonne in Paris gesetzt. Hier wurde bereits eine erste Erklärung - die
Sorbonne-Erklärung - verfasst.
Am 19. Juni 1999 wurde dann in der italienischen Universitätsstadt Bologna die Bologna-
Erklärung veröffentlicht. Sie wurde von 30 europäischen Staaten, wobei Lichtenstein
nachträglich aufgenommen wurde, unterzeichnet und somit der Grundstein für die
Etablierung
eines
Europäischen
Hochschulraumes
gesetzt.
(Vgl.
Kultusministerkonferenz 2015, S. 5f.)
In dem folgenden Abschnitt sollen die Ziele des Bologna Prozesses und die
einhergehenden Forderungen aus der Wirtschaft dargestellt werden. Grundlage hierfür
dient überwiegend der aktuelle Nationale Bericht der Kultusministerkonferenz und des
Bundesministerium für Bildung und Forschung über die Umsetzung der Ziele des
Bologna- Prozesses aus dem Jahr 2015.

5
2.1 Ziele des Bologna-Prozesses
Mit der Bologna-Erklärung von 1999 sollte bis zum Jahr 2010 ein einheitlicher
Europäischer Hochschulraum geschaffen werden. Hierzu wurden sechs Kernziele
verfasst:
" [...]
­ die Einführung gestufter Studiengänge (undergraduate/graduate),
­ die Vereinfachung der Anerkennung,
­ die Einführung eines Kreditpunktesystems wie ECTS,
­ die europäische Zusammenarbeit im Bereich der Qualitätssicherung,
­ die Förderung der Mobilität der Hochschulangehörigen und
­ die Stärkung einer europäischen Dimension der Hochschulbildung."
(Kultusministerkonferenz 2015, S. 5)
Bis zum Jahr 2009 folgten im Zwei-Jahres-Rhythmus fünf weitere Konferenzen. Die
ersten sechs Kernziele wurden dann auf der Konferenz im Jahr 2001 in Prag und im Jahr
2003 in Berlin um weitere Punkte ergänzt:
" [...]
­ Lebenslanges Lernen,
­ Einbeziehung der Hochschulen und Studierenden,
­ Förderung der weiteren Entwicklung der Qualitätssicherung,
­ Erhöhung der weltweiten Attraktivität des Europäischen Hochschulraums und des
Europäischen Forschungsraums als die zwei Säulen der Wissensgesellschaft."
(Kultusministerkonferenz 2015, S. 5f.)

6
Abbildung 1: (Fuchs und Reuter 2003, S. 12)
Weitere Ziele waren die Reform der Doktorandenausbildung als dritter Studienzyklus,
die Anerkennung außerhalb des Studiums erbrachter Lernleistungen und die
Berücksichtigung sozial benachteiligter Studierendengruppen. In der Jubiläumskonferenz
in Wien und Budapest im Jahr 2010 wurde durch die Bildungsminister eine
unterschiedlich gute Umsetzung der Ziele festgestellt. (Vgl. Konegen-Grenier 2012, S.
6f.)
In der Bildungsministerkonferenz am 26. und 27. April 2012, der siebten Bologna-
Konferenz, wurde die Wichtigkeit einer umfassenderen Investition in die Bildung als
Folge beziehungsweise zur Bekämpfung der Finanzkrise festgestellt. Ein weiterer
wichtiger Aspekt war die Verabschiedung der Mobilitätsstrategie 2020. Durch
verschiedene Mobilitätsprogramme soll das Kernziel der Förderung der Mobilität der
Hochschulangehörigen wieder aufgenommen und erweitert werden. Auch sprachen sich

7
die Bildungsminister für eine weitere Umsetzung der Bologna-Reformen aus. (Vgl.
Kultusministerkonferenz 2015, S. 6)
2.2 Forderungen und Erwartungen der Wirtschaft
Bevor die Forderungen und Ziele der Wirtschaft herausgestellt werden, müssen die
Beteiligten bei der Umsetzung des Bologna-Prozess innerhalb Deutschlands erwähnt
werden:
"In Deutschland obliegt die Umsetzung der Reformen Bund, Ländern und Hochschulen
im Rahmen ihrer jeweiligen Zuständigkeiten. Begleitet wird der Reformprozess durch die
Bund-Länder Arbeitsgruppe "Fortführung des Bologna-Prozesses" unter dem
gemeinsamen Vorsitz des BMBF und der Länder. An ihr wirken auch Vertreter der
Hochschulrektorenkonferenz (HRK), des Deutschen Akademischen Austauschdienstes
(DAAD), des Akkreditierungsrats, der Studierenden (fzs), der Arbeitgeber (BDA), der
Gewerkschaften (GEW) und des Deutschen Studentenwerks (DSW) mit."
(Kultusministerkonferenz 2015)
Auf Seiten der Wirtschaft stehen bei der Umsetzung also die Bundesvereinigung der
Deutschen Arbeitgeberverbänder (BDA) und die Gewerkschaft für Erziehung und
Wissenschaft (GEW). Die Interessen und Erwartungen der Wirtschaft bei der Umsetzung
des Bologna-Prozesses spielen also nicht nur durch die Lobbyarbeit eine wichtige Rolle.
Durch diverse Stellungnahmen zu den Reformen im Bologna-Prozess äußerten sich die
Wirtschaftsverbände zu ihren Interessen. Die Bundesvereinigung der Deutschen
Arbeitgeberverbände (BDA) veröffentlichte schließlich folgende Ziele:
" [...]
­ Eine praxisnäher gestaltete Hochschulausbildung, die über die fachliche Ausbildung
hinaus auch überfachliche Qualifikationen vermittelt.
­ Eine Verkürzung der realen Studiendauer, damit die Absolventen auf dem nationalen
wie internationalen Arbeitsmarkt konkurrenzfähiger werden.
­ Eine stärkere Internationalisierung der Hochschulausbildung, zu der neben
Auslandsaufenthalten während des Studiums auch fremdsprachige Unterrichtseinheiten
gehören." (Konegen-Grenier 2012, S. 7)
Ende der Leseprobe aus 21 Seiten

Details

Titel
Der Bologna-Prozess im Vergleich zum nordamerikanischen Hochschulstudium und -system unter Berücksichtigung der europäischen Universitätsgeschichte
Untertitel
Harmonisierung des europäischen Hochschulraumes
Hochschule
Helmut-Schmidt-Universität - Universität der Bundeswehr Hamburg
Note
1,0
Autor
Jahr
2015
Seiten
21
Katalognummer
V387787
ISBN (eBook)
9783668621305
ISBN (Buch)
9783668621312
Dateigröße
1297 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Bologna, Europäischer Hochschulraum, Bologna-Prozess, Nordamerika, Universität, Wandel, Vergleich
Arbeit zitieren
Sebastian Rieger (Autor), 2015, Der Bologna-Prozess im Vergleich zum nordamerikanischen Hochschulstudium und -system unter Berücksichtigung der europäischen Universitätsgeschichte, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/387787

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Der Bologna-Prozess im Vergleich zum nordamerikanischen Hochschulstudium und -system unter Berücksichtigung der europäischen Universitätsgeschichte



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden