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Resilienzförderung in der Arbeit mit unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen

Einsatzmöglichkeiten der Resilienzforschung im Rahmen der Sozialen Arbeit

Título: Resilienzförderung in der Arbeit mit unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen

Tesis (Bachelor) , 2017 , 67 Páginas , Calificación: 1,7

Autor:in: Jochen Rusina (Autor)

Trabajo social
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2016 kamen über 35.000 unbegleitete minderjährige Asylsuchende nach Deutschland. Im Vergleich zur Gesamtzahl der im Jahr 2016 gestellten Asylanträge ist diese Zahl zwar verhältnismäßig klein. Doch die Gruppe der unbegleiteten Kinder und Jugendlichen stellt die Behörden vor besondere Herausforderungen, denn häufig ist die Lebenswelt der jungen MigrantInnen von traumatisierenden Erfahrungen geprägt.

Wie kann diesen Kindern und Jugendlichen auf dem Gebiet der Sozialen Arbeit geholfen werden? Welche Ansätze stellen trotz der gravierenden Belastungen eine gesunde psychische Entwicklung sicher? Jochen Rusina geht diesen Fragen nach und behandelt in seiner Publikation den möglichen Einsatz von Resilienzförderung. Deren Ziel ist es, die personalen und sozialen Schutzfaktoren zu stärken.

Rusina zeigt auf, wie Kunsttherapie die Bindungsfähigkeit, Kreativität und Wahrnehmung der eigenen Identität fördert. Die Publikation liefert so neben detailliertem Hintergrundwissen auch praktische Ansatzpunkte, anhand derer sich Resilienzförderung im Rahmen der Sozialen Arbeit konkret umsetzen lässt.

Aus dem Inhalt:
- Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge;
- Resilienzförderung;
- Soziale Arbeit;
- Kunsttherapie;
- Resilienzforschung

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Unbegleitete ausländische Minderjährige

2.1 Definition von Flüchtlingen und unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen

2.2 Lebenslage von unbegleiteten ausländischen Minderjährigen in Deutschland

2.3 Innere Prozesse von unbegleiteten Minderjährigen

3 Resilienz

3.1 Merkmale von Resilienz

3.2 Protektive Faktoren

3.3 Risikofaktoren

3.4 Schutzfaktor Beziehung

3.5 Resilienz ist Haltung und Fähigkeit – eine personale Ressource

4 Resilienzförderung von unbegleiteten Minderjährigen

4.1 Individuelle Kompetenzförderung durch Kunsttherapie mit minderjährigen Migrantinnen

4.2 Resilienzförderung von Jugendlichen durch die Gestaltung einer förderlichen Umwelt

5 Spezifika in der Sozialen Arbeit mit unbegleiteten Minderjährigen

5.1 Spezifische Bedarfe von unbegleiteten minderjährigen Mädchen

5.2 Spezifische Bedarfe von unbegleiteten minderjährigen Jungen

5.3 Sprachliche Anschlussfähigkeit

5.4 Traumata

5.5 Sozialisation

5.6 Religion

5.7 Kindeswohlgefährdung

5.8 Grenzen der Pädagogik

6 Anforderungen an die Fachkräfte Sozialer Arbeit

6.1 Kultursensibilität

6.2 Reflexionsfähigkeit, Anerkennung und Diversitätsbewusstsein

6.3 Empowerment

7 Schlussbemerkung

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht, wie unbegleitete ausländische Minderjährige durch Ansätze der Resilienzforschung im Rahmen der Sozialen Arbeit bei der Bewältigung ihrer komplexen Lebenssituationen unterstützt werden können.

  • Analyse der Lebenslagen und inneren Prozesse unbegleiteter Minderjähriger
  • Grundlagen und zentrale Konzepte der Resilienzforschung
  • Praktische Möglichkeiten der Resilienzförderung (u.a. durch Kunsttherapie)
  • Spezifische Anforderungen und Kompetenzen für Fachkräfte der Sozialen Arbeit

Auszug aus dem Buch

3.4 Schutzfaktor Beziehung

Manche Schutzfaktoren haben mehr Einfluss auf die Entwicklung als andere. Sichere Bindungen haben eine entscheidende Schutzfunktion. Ein wichtiges Kriterium dieser Bindungen sind die Kontinuität, der Respekt und Wertschätzung (vgl. a.a.O.: 30 f.). Der differenzierte emotionale Austausch mit nahestehenden und vertrauten Personen hilft den unbegleiteten Minderjährigen dabei, Erlebnisse und Vorstellungen zu verarbeiten. Die Erfahrung von Mitgefühl und Zuneigung in der Peergroup, durch Freunde-innen, eine*n Partner*in, Familie, Lehrer*innen oder Bezugsbetreuer*innen, erlauben eine positive Entwicklung, in der das eigene Leben erkundet und bewältigt werden kann.

Die prominenten Bindungsforscher Karin und Klaus Grossmann postulieren im Zusammenhang mit den individuellen Schutzfaktoren die Aussage, dass psychische Sicherheit nur in Beziehungen entsteht. Nach Auffassung der beiden Forscher kann das Resilienzkonzept daher auf individueller Ebene nichts erklären (vgl. Grossmann 2007: 32).

„Positive Abwehr“ im Sinne einer konstruktiven Anpassungsleistung scheinen in ihren Untersuchungen nur in sicheren Beziehungen vorzukommen und beruhen auf Humor, Reflexivität, Altruismus und Sublimation (vgl. a.a.O.: 33).

Es ist naheliegend zu behaupten, dass die Herstellung von verlässlichen und unterstützenden sozialen Bindungen im Kontext der Flüchtlingshilfe umso bedeutungsvoller wird, je mehr belastende Erfahrungen ein UM auf der Flucht gemacht hat. Die Inobhutnahme durch das Jugendamt und die stationäre Unterbringung ist aber nur bedingt ein Schutzfaktor. Wenn übergriffiges Verhalten durch Bindungspersonen (Mitbewohner-innen oder Betreuer*innen) in den Einrichtungen Angst und Schmerz in den Betroffenen verursachen oder durch Zurückweisung das Bindungssystem von Kindern und Jugendlichen aktiviert wird, dann ist die, dem Kindeswohl verpflichtete Kinder- und Jugendhilfe in Form der stationären Heimunterbringung Schutz- und Risikofaktor zugleich und führt zu der Situation, dass UM von Bezugspersonen gequält werden, die sie zugleich am meisten brauchen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Thesis thematisiert die Lebenssituation unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge und erforscht, wie die Resilienzforschung Möglichkeiten zur Unterstützung in der Sozialen Arbeit aufzeigen kann.

2 Unbegleitete ausländische Minderjährige: Dieses Kapitel definiert die Zielgruppe rechtlich und beschreibt deren komplexe Lebenslagen sowie Fluchterfahrungen und innere Prozesse.

3 Resilienz: Hier werden theoretische Grundlagen zur Resilienz, protektive Faktoren, soziale Schutzfaktoren und die Bedeutung von Resilienz als personale Ressource erläutert.

4 Resilienzförderung von unbegleiteten Minderjährigen: Dieser Abschnitt stellt praktische Methoden der Resilienzförderung vor, unter anderem durch Kunsttherapie und die Gestaltung einer förderlichen Umwelt.

5 Spezifika in der Sozialen Arbeit mit unbegleiteten Minderjährigen: Hier werden spezifische Herausforderungen wie Geschlecht, Sprachbarrieren, Traumata, Religion und Kindeswohlgefährdung im Kontext der Sozialen Arbeit behandelt.

6 Anforderungen an die Fachkräfte Sozialer Arbeit: Dieses Kapitel benennt notwendige Kompetenzen wie Kultursensibilität, Reflexionsfähigkeit und Empowerment für professionell Handelnde.

7 Schlussbemerkung: Die Arbeit fasst zentrale Aspekte zusammen und betont die Bedeutung von Resilienzförderung sowie einer wertschätzenden Haltung für eine gelingende Integration.

Schlüsselwörter

Resilienz, unbegleitete minderjährige Flüchtlinge, Soziale Arbeit, Schutzfaktoren, Traumata, Kunsttherapie, Identität, Empowerment, Bindung, Fluchterfahrung, Integration, pädagogische Haltung, Kultursensibilität, Diversitätsbewusstsein, Selbstwirksamkeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Situation unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge in Deutschland und untersucht, wie Konzepte der Resilienzforschung genutzt werden können, um diese jungen Menschen im Rahmen der Sozialen Arbeit zu unterstützen.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zentrale Schwerpunkte sind die rechtliche und psychosoziale Lebenslage der Jugendlichen, die Bedeutung von Resilienzfaktoren, therapeutische Interventionsmöglichkeiten sowie die spezifischen Anforderungen an Fachkräfte.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie unbegleiteten Minderjährigen trotz traumatischer Erlebnisse und gravierender Belastungen geholfen werden kann, eine gesunde psychische Entwicklung zu nehmen.

Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine fundierte Literaturanalyse sowie die Einbeziehung von Studien zur Resilienzförderung, insbesondere im Bereich der Kunsttherapie.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Lebensbedingungen (Fluchtgründe, rechtlicher Status), die theoretische Herleitung der Resilienz, praktische Ansätze der Förderung sowie die spezifische Anwendung dieser Methoden durch die Soziale Arbeit.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe umfassen Resilienz, unbegleitete minderjährige Flüchtlinge, Soziale Arbeit, Traumata, Empowerment und Bindungsaufbau.

Welche Rolle spielt die Kunsttherapie in diesem Kontext?

Die Kunsttherapie dient als niederschwellige Methode, die weitgehend sprachunabhängig funktioniert und den Jugendlichen hilft, ihre Widerstandskraft und Selbstwirksamkeit zu stärken.

Warum ist das Thema „Bindung“ in dieser Arbeit so zentral?

Bindung gilt als einer der wichtigsten Schutzfaktoren für resiliente Entwicklung, insbesondere weil unbegleitete Minderjährige oft den Verlust ihrer wichtigsten Bezugspersonen und familiären Netzwerke verkraften müssen.

Final del extracto de 67 páginas  - subir

Detalles

Título
Resilienzförderung in der Arbeit mit unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen
Subtítulo
Einsatzmöglichkeiten der Resilienzforschung im Rahmen der Sozialen Arbeit
Universidad
University of Applied Sciences Fulda
Calificación
1,7
Autor
Jochen Rusina (Autor)
Año de publicación
2017
Páginas
67
No. de catálogo
V387814
ISBN (Ebook)
9783960952428
ISBN (Libro)
9783960952435
Idioma
Alemán
Etiqueta
Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge Resilienzförderung Soziale Arbeit Kunsttherapie Resilienzforschung
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Jochen Rusina (Autor), 2017, Resilienzförderung in der Arbeit mit unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/387814
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