Die Fähigkeit zur angemessenen Kommunikation über fachliche Inhalte stellt heute einen wichtigen Bestandteil der schulischen, akademischen und beruflichen Karriere dar. Entsprechend ist die Förderung der sprachlichen Kompetenz längst in die Bildungsstandards der Sachfächer eingeflossen. Doch insbesondere für Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund kann der Fachunterricht in der Zweitsprache Deutsch eine besondere Herausforderung darstellen, die ohne Berücksichtigung durch die Lehrenden nicht immer gelöst werden kann. Auch auf die Lehrkräfte des Fachunterrichts kommen in diesem Zusammenhang neue Aufgabenbereiche zu, wenn sie neben ihren fachlichen Inhalten in der Zukunft noch mehr auf die sprachliche Förderung ihrer Schülerinnen und Schüler eingehen sollen.
Diese wissenschaftliche Arbeit soll die Wichtigkeit der Sprachförderung im schulischen Fachunterricht aufzeigen und Möglichkeiten zum Umgang mit den neuen Herausforderungen darstellen. Zu diesem Zweck wird zunächst eine begriffliche Annäherung vorgenommen, um eine Abgrenzung zwischen Alltags-, Fach- und Bildungssprache zu vollziehen und im weiteren Verlauf auf die Zusammenhänge von Kognition und Spracherwerb einzugehen, um auf diese Weise eine theoretische Grundlage zu schaffen. Im darauffolgenden Kapitel werden die erarbeiteten Grundlagen der Sprachforschung auf den zweitsprachlichen Fachunterricht angewendet. Dabei sollen einerseits mögliche Probleme mit ihren Herausforderungen und Konsequenzen dargestellt, aber auch bereits bekannte Lösungsansätze präsentiert werden. Neben den theoretischen Konzepten zur Umgehung der Schwierigkeiten wird zudem der von Josef Leisen entwickelte „Methoden-Werkzeugkasten“ zur praktischen Sprachförderung im Fachunterricht vorgestellt, der ein integraler Bestandteil seines Konzepts des sprachsensiblen Fachunterrichts ist. Im abschließenden Kapitel dieser Arbeit soll zudem ein Fazit gezogen werden, welches die gewonnenen Erkenntnisse noch einmal zusammenfasst, um die Bedeutung der Sprachförderung im Fachunterricht gebündelt darzulegen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Spracherwerb und Fachunterricht
2.1 Begriffliche Annäherung
2.2 Kognition und Zweitspracherwerb
3 Bedeutung der Sprache für den Fachunterricht
3.1 Fachsprache als Herausforderung für den Fachunterricht
3.2 Konsequenzen
3.3 Lösungsansätze
3.3.1 Scaffolding
3.3.2 SIOP
3.3.3 CLIL
4 Praktische Sprachförderung im Fachunterricht am Beispiel des „Methoden Werkzeugkasten“ von Joseph Leisen
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die zentrale Bedeutung der sprachlichen Förderung im schulischen Fachunterricht, um Lernenden mit Migrationshintergrund den Zugang zu Bildungschancen und einer akademischen Laufbahn zu ermöglichen. Sie analysiert die theoretischen Grundlagen des Spracherwerbs und zeigt auf, wie durch gezielte methodische Konzepte eine sprachsensible Unterrichtsgestaltung gelingen kann.
- Abgrenzung von Alltags-, Fach- und Bildungssprache
- Zusammenhang zwischen Kognition und Zweitspracherwerb
- Herausforderungen der Fachsprache im schulischen Kontext
- Vorstellung bewährter Sprachförderkonzepte (Scaffolding, SIOP, CLIL)
- Praktische Anwendung des „Methoden-Werkzeugkastens“ nach Josef Leisen
Auszug aus dem Buch
3.3.1 Scaffolding
Die Bezeichnung „Scaffolding“ geht auf das englische Wort für „Baugerüst“ zurück und steht für eine vorübergehende Hilfestellung (vgl. Kniffka 2010: 1). Im Zusammenhang mit dem Erlernen einer Zweitsprache geht dieses Konzept vor allem auf die Arbeit der Australierin Pauline Gibbons zurück und dient als Unterstützungsinstrument im zweitsprachlichen Fachunterricht (vgl. Beese & Benholz 2013: 40). Dabei werden die Unterrichtsmaterialien und Lerngelegenheiten so konzipiert, dass diese eine Gelegenheit bieten, den sprachlichen und fachlichen Bildungsstand der Lernenden berücksichtigend, eine gemeinsame Entwicklung von der Alltagssprache zu abstrakten fachsprachlichen Phänomenen zu ermöglichen. Dazu werden den Lernenden sprachliche Grundgerüste zur Seite gestellt, an denen sich diese orientieren können und mit deren Hilfe sie ermutigt werden sollen, sich an der Lösung fachsprachlicher Aufgaben zu versuchen, die sie ohne diese Hilfestellung noch nicht bewältigen könnten (vgl. Kniffka 2010: 1).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung begründet die Notwendigkeit sprachlicher Förderung im Fachunterricht angesichts steigender Anforderungen an kommunikative Kompetenzen in Schule und Beruf.
2 Spracherwerb und Fachunterricht: Dieses Kapitel erläutert theoretische Konzepte wie Bildungssprache sowie den Zusammenhang zwischen Kognition und Zweitspracherwerb.
3 Bedeutung der Sprache für den Fachunterricht: Hier wird die Fachsprache als Hürde analysiert und verschiedene Lösungsansätze wie Scaffolding, SIOP und CLIL werden kurz vorgestellt.
4 Praktische Sprachförderung im Fachunterricht am Beispiel des „Methoden Werkzeugkasten“ von Joseph Leisen: Das Kapitel widmet sich der konkreten Anwendung von Leisens Methoden-Werkzeugen, die Lehrende bei der Planung und Gestaltung sprachsensibler Lernsituationen unterstützen.
5 Fazit: Das Fazit fasst die Relevanz der Sprachförderung zusammen und betont, dass Fachunterricht und Sprachbildung in der Schulpraxis untrennbar miteinander verbunden sein sollten.
Schlüsselwörter
Sprachförderung, Fachunterricht, Zweitspracherwerb, Bildungssprache, Scaffolding, SIOP, CLIL, Sprachsensibler Unterricht, Josef Leisen, Kognition, Lernersprache, Fachsprache, Schulerfolg, Migrationshintergrund, Didaktik
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie Fachunterricht gestaltet sein muss, um Schülerinnen und Schüler bei der Entwicklung notwendiger sprachlicher Kompetenzen zu unterstützen, damit sie fachliche Inhalte erfolgreich bewältigen können.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die zentralen Themen umfassen die Definition von Sprachstilen (Alltags- vs. Fachsprache), psychologische Aspekte des Zweitspracherwerbs sowie didaktische Ansätze zur Verknüpfung von Fach- und Sprachlernen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, die Wichtigkeit der Sprachförderung im Fachunterricht aufzuzeigen und Möglichkeiten vorzustellen, wie Lehrende durch geeignete Methoden diese Herausforderungen praktisch meistern können.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse bestehender Forschungsstände zu Spracherwerbsmodellen sowie auf der Auseinandersetzung mit dem sprachsensiblen Konzept von Josef Leisen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung über Sprachformen und Kognition, eine Analyse der Schwierigkeiten der Fachsprache und die Vorstellung spezifischer Förderkonzepte wie den „Methoden-Werkzeugkasten“.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist charakterisiert durch Begriffe wie Sprachförderung, Zweitspracherwerb, Bildungssprache, sprachsensibler Fachunterricht und didaktische Methodenwerkzeuge.
Warum ist die Unterscheidung zwischen BICS und CALP für Lehrkräfte so wichtig?
Die Unterscheidung hilft Lehrkräften zu verstehen, warum Kinder, die im Alltag (BICS) flüssig sprechen, im Unterricht dennoch an komplexen, kognitiv-akademischen Fachtexten (CALP) scheitern können.
Wie unterscheidet sich der „Methoden-Werkzeugkasten“ von anderen Konzepten?
Im Gegensatz zu sehr standardisierten Protokollen bietet dieser Werkzeugkasten dem Lehrenden eine flexible Sammlung konkreter Verfahren und Materialien, die direkt in den Unterrichtsalltag integrierbar sind.
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- Bachelor Kamila Cyrulik (Autor), 2017, Sprachliche Förderung im Fachunterricht in Bezug auf den Zweitspracherwerb, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/387837