Neben Begriffen wie „Globalisierung“, „Multioptionsgesellschaft “, „Wissensgesellschaft“ und „Cyber-Community“ sind die Termini „(soziale) Netzwerke“ und „Netzwerkgesellschaft“ in den letzten Jahren zu Modewörtern avanciert. Dabei erfreut sich der Netzwerkgedanke bereits seit etlichen Jahren einer ungebrochenen Popularität in der Wirtschaftspraxis, in der ökonomischen und sozialwissenschaftlichen Forschung wie auch in der Industriepolitik (vgl. Weyer, 2000, S.1). In der postmodernen Organisationssoziologie wird der Begriff des Netzwerkes nicht selten als paradigmatische Metapher für einen neuen Typus von Gesellschaft gebraucht, der sich durch netzwerkartige Verflechtungen sowohl auf der direkten Handlungsebene (Interaktionsnetzwerke), wie auch im intermediären Bereich (interorganisationale Netzwerke) und auf der Makroebene (Netzwerkgesellschaft, internationale Netzwerke) auszeichnet (vgl. Raab 2004).
Die vorliegende Seminararbeit fasst den Stand der soziologischen Netzwerkforschung kurz zusammen und rekonstruiert die geistesgeschichtlichen Ursprünge der Thematik, um vor diesem Hintergrund die Nützlichkeit des Netzwerkgedankens für die gegenwärtige Organisationstheorie darzulegen. Sie schreckt nicht davor zurück, eine Prognose für die Bedeutung des Netzwerkes in einer zukünftigen Gesellschaft abzugeben.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Zum Stand der soziologischen Netzwerkforschung
- Netzwerkbegriff
- Soziale Netzwerke und soziologische Theorie
- Vom Netzwerk zur Netzwerkgesellschaft
- Geistesgeschichtliche Ursprünge des Netzwerk-Gedankens
- Die archaische Gesellschaft als organisationale Urform
- Gesellschaftliche Ausdifferenzierung und Übergang zur organischen Solidarität moderner Gesellschaftsformen
- Von der bürokratisch-fordistischen Gesellschaft der Moderne zur post-fordistischen Netzwerkgesellschaft
- Fazit
- Literaturverzeichnis
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Seminararbeit befasst sich mit der soziologischen Netzwerkforschung und untersucht die geistesgeschichtlichen Ursprünge des Netzwerk-Gedankens. Ziel ist es, die Nützlichkeit des Netzwerk-Gedankens für die gegenwärtige Organisationstheorie aufzuzeigen und eine Prognose für die Bedeutung des Netzwerkes in einer zukünftigen Gesellschaft abzugeben.
- Stand der soziologischen Netzwerkforschung
- Geistesgeschichtliche Ursprünge des Netzwerk-Gedankens
- Netzwerk-Gedanken in der gegenwärtigen Organisationstheorie
- Prognose für die Bedeutung des Netzwerkes in einer zukünftigen Gesellschaft
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung
Der Begriff des Netzwerkes erlangt in verschiedenen Disziplinen zunehmende Bedeutung und wird als Metapher für einen neuen Typus von Gesellschaft verwendet. Die Arbeit will die soziologische Netzwerkforschung zusammenfassen und den Netzwerk-Gedanken in seiner historischen Entwicklung beleuchten.
Zum Stand der soziologischen Netzwerkforschung
Das Kapitel beleuchtet den Netzwerkbegriff, betrachtet soziale Netzwerke im Kontext soziologischer Theorien und untersucht die Entwicklung vom Netzwerk zur Netzwerkgesellschaft. Der Netzwerkbegriff wird als eine Form der Koordination von Interaktionen beschrieben, die auf vertrauensvoller Kooperation autonomer Akteure basiert. Der Beitrag der Transaktionskostenökonomie zur Analyse von Netzwerken wird erläutert.
Geistesgeschichtliche Ursprünge des Netzwerk-Gedankens
Der Abschnitt untersucht die Entwicklung des Netzwerk-Gedankens von der archaischen Gesellschaft über die gesellschaftliche Ausdifferenzierung bis hin zur modernen Netzwerkgesellschaft. Die Rolle der bürokratisch-fordistischen Gesellschaft und deren Übergang zur post-fordistischen Netzwerkgesellschaft wird beleuchtet.
Schlüsselwörter
Soziologische Netzwerkforschung, Netzwerkgesellschaft, Transaktionskostenökonomie, Interorganisationsnetzwerke, Organisationstheorie, Geistesgeschichte, Archaische Gesellschaft, Moderne, Postmoderne, Bürokratisch-fordistische Gesellschaft, Post-fordistische Gesellschaft.
Häufig gestellte Fragen
Was ist der zentrale Gegenstand der soziologischen Netzwerkforschung?
Die soziologische Netzwerkforschung untersucht die netzwerkartigen Verflechtungen auf der Handlungsebene, im intermediären Bereich (Organisationen) sowie auf der Makroebene der Gesellschaft.
Wie wird der Begriff der Netzwerkgesellschaft definiert?
Die Netzwerkgesellschaft beschreibt einen neuen Typus von Gesellschaft, der durch dezentrale, flexible Strukturen und vertrauensvolle Kooperation autonomer Akteure anstelle von starren Hierarchien geprägt ist.
Welche Rolle spielt die Transaktionskostenökonomie in der Analyse?
Die Transaktionskostenökonomie liefert Erklärungsansätze dafür, warum Netzwerke als Koordinationsform zwischen Markt und Hierarchie effizient sein können, insbesondere bei spezifischen Investitionen und Unsicherheit.
Was sind die geistesgeschichtlichen Ursprünge des Netzwerk-Gedankens?
Die Arbeit rekonstruiert die Entwicklung von der archaischen Gesellschaft über die industrielle Moderne (Bürokratie/Fordismus) bis hin zur postmodernen Netzwerkgesellschaft.
Warum ist der Netzwerkgedanke für die heutige Organisationstheorie nützlich?
Er bietet eine paradigmatische Metapher, um komplexe Interorganisationsnetzwerke und flexible Arbeitsformen zu verstehen, die in einer globalisierten Wirtschaft notwendig sind.
Was unterscheidet die organische Solidarität von modernen Gesellschaftsformen?
Im Gegensatz zur mechanischen Solidarität beruht die organische Solidarität auf funktionaler Differenzierung und gegenseitiger Abhängigkeit, die in Netzwerken besonders deutlich wird.
- Quote paper
- Markus Wolf (Author), 2004, Netzwerkgesellschaft - der Stand der soziologischen Netzwerkforschung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/38795