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Interkulturelle Kompetenzentwicklung durch Weiterbildung. (K)ein Angebot für Migrationsandere?

Título: Interkulturelle Kompetenzentwicklung durch Weiterbildung. (K)ein Angebot für Migrationsandere?

Tesis de Máster , 2012 , 122 Páginas

Autor:in: Wasiliki Exarchos (Autor)

Pedagogía - Formación profesional, capacitación profesional
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Aus der Beschäftigung mit mehreren theoretischen Konzepten und Hypothesen hat sich der Autor die Frage gestellt, ob Interkulturelle Kompetenzentwicklung durch Weiterbildung tatsächlich kein explizites Angebot für Migrationsandere ist bzw. Migrationsandere keine explizite Zielgruppe für Lehrgänge bzw. Kurse zur Interkulturellen Kompetenzentwicklung sind. Dem Autor ist in diesem Kontext wichtig, sowohl universitäre als auch niederschwellige Angebote, bei denen die Aufnahmevoraussetzungen entsprechend niedriger sind, zu untersuchen und danach einander gegenüberzustellen.

Für seine empirischen Untersuchungen geht er von folgenden Annahmen bzw. Fragestellungen aus: (1) Inwieweit sind Migrationsandere eine explizite Zielgruppe von Lehrgängen zum Erwerb Interkultureller Kompetenz? Wird eventuell davon ausgegangen, dass sie bereits per se über eine Interkulturelle Kompetenz verfügen? (2) Welche der untersuchten Angebote an Lehrgängen zum Erwerb Interkultureller Kompetenz werden von Migrationsanderen genutzt? Wie sind Migrationsandere in solchen Lehrgängen berücksichtigt?

Ziel dieser Masterarbeit ist es zum einen im theoretischen Teil die entsprechenden gesellschaftlichen Rahmenbedingungen zu den Themen Migration, Kulturen und Interkulturelles Lernen in der Weiterbildung zu beschreiben, sowie den bisherigen Verlauf und den aktuellen Stand der Weiterbildungsangebote zum Erwerb Interkultureller Kompetenz für Einheimische und Migrationsandere aufzuzeigen. Im empirischen Teil wird der Autor oben genannten Thesen nachgehen und untersuchen, ob die laut Literatur gegebene Unterrepräsentation von Migrationsanderen in Weiterbildungsmaßnahmen zur Interkulturellen Kompetenz tatsächlich auch in der Praxis existiert und die Gründe für eine mögliche Unterrepräsentation diskutieren. Auf diese Ergebnisse aufbauend, möchte der Autor mögliche Strategien zur Weiterentwicklung bzw. Verbesserung im Hinblick auf die spezielle Zielgruppe Migrationsandere aufzeigen.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Zielsetzung und Vorgehensweise

3. Migration – eine Begriffserklärung

3.1 Ursachen von Migrationsbewegungen

3.2 Historischer Überblick über die Migration in Europa und Österreich

3.2.1 Wanderungsraum Europa

3.2.2 Migrationsbewegungen in Österreich im 19. und 20. Jahrhundert

3.2.3 Österreich als Einwanderungsland – die aktuelle Situation

4. Die Situation von Migrationsanderen in Österreich

4.1 Die rechtliche Situation

4.1.1 Zuwanderung nach Österreich – gesetzliche Bestimmungen

4.1.2 Asylgesetz

4.1.3 Einbürgerungspolitik

4.1.4 Arbeitsmarktpolitik

4.2 Die soziale Situation

4.2.1 Aufenthaltssituation

4.2.2 Wohnungssituation

4.2.3 Arbeitsmarktsituation

4.2.4 Bildungssituation

5. Kulturbegriffe – aktuelle Diskurse

5.1 Das Konzept der Multikulturalität

5.2 Das Konzept der Interkultur nach Mark Terkessidis

5.3 Das Konzept der Transkulturalität nach Wolfgang Welsch

5.4 Der Begriff der Leitkultur nach Bassam Tibi

6. Interkulturelle Pädagogik

6.1 Konzepte Interkultureller Erziehung und Bildung

6.1.1 Ausländerpädagogik als kompensatorische Erziehung

6.1.2 Kritik an der Ausländerpädagogik

6.1.3 Interkulturelle Pädagogik

6.1.4 Exkurs: Antidiskriminierungspädagogik

6.1.5 Weiterführungen der Interkulturellen Bildung

6.2 Interkulturelles Lernen und Migrationsandere als Thema in der Weiterbildung

6.3 Interkulturelle Kompetenz – eine Schlüsselqualifikation

7. Empirischer Teil

7.1 Forschungsfrage und Erhebungsmethode der Untersuchung

7.1.1 Forschungsfrage

7.1.2 Untersuchungsmethode

7.1.2.1 Das qualitative Interview

7.1.2.2 Das Leitfadeninterview

7.2. Untersuchungsgruppen und Interviewsituation

7.2.1 Die Untersuchungsgruppen

7.2.2 Die Interviewsituation

7.3 Der Interviewleitfaden

7.4 Bestimmung der Auswertungskategorien

7.5 Aufbereitungsverfahren

7.6 Auswertung der Interviews – qualitative Inhaltsanalyse

7.7 Darstellung der Ergebnisse

7.7.1 Ergebnisse der Befragungen der VertreterInnen universitärer Angebote

7.7.2 Ergebnisse der Befragungen der Vertreterinnen niederschwelliger Angebote

7.7.3 Vergleich der beiden Gruppen

7.8 Interpretation und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die Masterarbeit untersucht, inwieweit Migrationsandere eine explizite Zielgruppe von Weiterbildungsangeboten zum Erwerb interkultureller Kompetenz sind und inwiefern diese Angebote von ihnen genutzt werden. Dabei wird analysiert, ob die in der Literatur beschriebene Unterrepräsentation dieser Personengruppe auch in der praktischen Weiterbildungslandschaft existiert.

  • Gesellschaftliche Rahmenbedingungen von Migration und interkulturellem Lernen
  • Analyse der rechtlichen und sozialen Lebenssituation von Migrationsanderen in Österreich
  • Kritische Auseinandersetzung mit aktuellen Diskursen und Konzepten zum Kulturbegriff
  • Entwicklung und Bedeutung der interkulturellen Pädagogik
  • Empirische Untersuchung mittels qualitativer Leitfadeninterviews mit Anbietern unterschiedlicher Bildungsniveaus

Auszug aus dem Buch

3.2.1 Wanderungsraum Europa

Bis in die 20er und 30er Jahre des 20. Jahrhunderts war Europa ein klassisches Auswanderungsland, allein zwischen 1750 und 1960 kehrten rund 70 Millionen Menschen dem Kontinent den Rücken. Die meisten EmmigrantInnen gingen nach Süd- und Nordamerika, weitere Ziele waren Australien, Neuseeland und das südliche Afrika. Die Hauptgründe für die Auswanderungen waren primär wirtschaftliche Aspekte wie Armut, Überbevölkerung, Ressourcenknappheit oder Beschränkungen zünftiger Ordnungen, erst danach folgten politische und religiöse Motive (vgl. Münz 2008, S. 17). Die quantitativ bedeutendste Migrationsform der europäischen Geschichte der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts stellen Zwangsmigrationen bzw. ethnische Säuberungen dar. Insgesamt waren rund 20 Millionen Menschen davon betroffen während bzw. nach den beiden Weltkriegen ihre Heimat zu verlassen und zwangsumgesiedelt zu werden. Das waren beispielsweise der griechisch-türkische Bevölkerungsaustausch von 1923, von dem etwa 1,7 Millionen Menschen betroffen waren oder die deutsche und polnische Vertreibung und Umsiedlung, bei der Millionen von Menschen ihre Heimat verlassen mussten. Im Frühjahr 1992 fand in Europa die jüngste ethnische Säuberung im Zuge eines Völkermordes in Bosnien-Herzegowina statt, in Folge derer etwa zwei Millionen BosnierInnen ihr Land verlassen mussten (vgl. Oswald/Schmelz 2008, S. 158ff.).

Erst nach dem zweiten Weltkrieg wurde Europa – bedingt durch einen Arbeitskräftemangel – von einem Auswanderungs- zu einem Einwanderungsland. Länder Westeuropas warben gezielt um ArbeiterInnen aus den Mittelmeerländern wie Italien, Spanien, Portugal, Griechenland, Türkei, Jugoslawien und Marokko. Länder, die Kolonien hatten, wie Großbritannien, Niederlande oder Frankreich, warben ihre Arbeitskräfte hauptsächlich von dort an (vgl. Münz 2008, S. 18f.). Den „GastarbeiterInnen“ wurde zu diesem Zeitpunkt noch nicht viel Aufmerksamkeit geschenkt bzw. wurden sie nicht als Störfaktor oder Gefahr wahrgenommen. Ein Grund dafür ist wohl auch, dass die Besetzung von unattraktiven Positionen am Arbeitsmarkt mit einem Wirtschaftsaufschwung einherging (vgl. Sprung 1997, S. 21).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz interkultureller Kompetenz als Schlüsselqualifikation ein und thematisiert die Diskrepanz zwischen dem Bedarf an dieser Kompetenz und der Unterrepräsentation von Migrationsanderen in entsprechenden Weiterbildungsangeboten.

2. Zielsetzung und Vorgehensweise: Dieses Kapitel erläutert die zentrale Forschungsfrage der Masterarbeit und gibt einen Überblick über den inhaltlichen Aufbau sowie die methodische Herangehensweise an die empirische Untersuchung.

3. Migration – eine Begriffserklärung: Hier werden zentrale Begriffe der Migrationsforschung definiert und ein historischer Abriss der Migrationsbewegungen in Europa und Österreich dargelegt.

4. Die Situation von Migrationsanderen in Österreich: Das Kapitel analysiert tiefgreifend die rechtlichen Rahmenbedingungen sowie die soziale, ökonomische und bildungsbezogene Lebensrealität von Migrationsanderen in Österreich.

5. Kulturbegriffe – aktuelle Diskurse: Es erfolgt eine kritische Auseinandersetzung mit verschiedenen Kulturkonzepten wie Multikulturalität, Interkultur, Transkulturalität und dem politischen Begriff der Leitkultur.

6. Interkulturelle Pädagogik: Dieser Teil betrachtet die historische Entwicklung und die unterschiedlichen Konzepte der interkulturellen Erziehung, inklusive des Lernens im Erwachsenenbereich und der Bedeutung interkultureller Kompetenz.

7. Empirischer Teil: Im Zentrum stehen die Auswertung der qualitativen Experteninterviews sowie der Vergleich zwischen universitären und niederschwelligen Angeboten hinsichtlich der Zielgruppenansprache und Partizipation.

Schlüsselwörter

Interkulturelle Kompetenz, Migration, Migrationsandere, Weiterbildung, Erwachsenenbildung, Diskriminierung, Bildungsbarrieren, interkulturelle Pädagogik, Multikulturalität, Transkulturalität, Leitkultur, qualitative Inhaltsanalyse, Partizipation, Ethnizität, Sozialisation

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Masterarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die (Unter-)Repräsentation von Migrationsanderen in Weiterbildungsmaßnahmen, die Kompetenzen im interkulturellen Bereich vermitteln.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Themen sind Migrationssoziologie, die rechtliche und soziale Situation von Migranten in Österreich, verschiedene pädagogische Kulturkonzepte sowie die Qualität und Barrieren von Weiterbildungsangeboten.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage ist, ob Migrationsandere tatsächlich keine explizite Zielgruppe solcher Lehrgänge sind und warum eine Unterrepräsentation laut Literatur in der Praxis besteht oder begründet wird.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?

Die Autorin nutzt eine qualitative Forschungsmethode und führt leitfadengestützte Experteninterviews mit Vertretern universitärer und niederschwelliger Bildungsangebote durch, die mittels qualitativer Inhaltsanalyse nach Mayring ausgewertet werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Abschnitte zu Migration, Kulturbegriffen (Multikulturalität, Transkulturalität) und interkultureller Pädagogik sowie einen empirischen Teil zur Auswertung der Experteninterviews.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Interkulturelle Kompetenz, Migrationsandere, Bildungspartizipation, Diskriminierung und interkulturelle Pädagogik.

Warum verwendet die Autorin den Begriff „Migrationsandere“?

Die Autorin übernimmt den Begriff von Paul Mecheril, um die Konstruktion ethnischer Identitäten hervorzuheben und den Fokus auf Zugehörigkeit und Ausgrenzung anstelle von pauschalen ethnischen Zuschreibungen zu lenken.

Welche spezifische Erkenntnis liefert die Untersuchung in Bezug auf die untersuchten Lehrgänge?

Die Untersuchung zeigt, dass die befragten Einrichtungen keine expliziten Zielgruppen definieren, sondern den beruflichen Hintergrund als Kriterium nutzen; zudem wird deutlich, dass sprachliche Hürden und systembedingte Schwierigkeiten beim Prüfungswesen die Partizipation erschweren.

Final del extracto de 122 páginas  - subir

Detalles

Título
Interkulturelle Kompetenzentwicklung durch Weiterbildung. (K)ein Angebot für Migrationsandere?
Autor
Wasiliki Exarchos (Autor)
Año de publicación
2012
Páginas
122
No. de catálogo
V388044
ISBN (Ebook)
9783668621589
ISBN (Libro)
9783668621596
Idioma
Alemán
Etiqueta
interkulturelle kompetenzentwicklung weiterbildung angebot migrationsandere
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Wasiliki Exarchos (Autor), 2012, Interkulturelle Kompetenzentwicklung durch Weiterbildung. (K)ein Angebot für Migrationsandere?, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/388044
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