Interkulturelle Pragmatik. Eine kontrastive Analyse des Sprechakts "Aufforderung" in Deutschland und Mexiko


Bachelorarbeit, 2017
71 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

3
A
BSTRACT
La creciente influencia de la internacionalización y globalización en nuestra vida
cotidiana tendrá, cada vez más, un efecto de mayor coincidencia entre las más dis-
tintas culturas. Ese fenómeno no solamente se restringe al sector laboral, sino a
todas las áreas de la vida humana y dificulta la comunicación intercultural debido a
variaciones en las convenciones culturales. La investigación de similitudes y dife-
rencias en la realización lingüística de estos fenómenos es de gran importancia en
el ámbito pragmático, porque tiene el fin de facilitar la comunicación intercultural. El
tema del presente estudio lingüístico es relativamente reciente y se centrará, parti-
cularmente, en el análisis comparativo
del acto de habla `petición' en los idiomas
alemán y español de México con relación a los factores sociales, como la distancia
o el poder entre lo interactuantes. Además, este trabajo está enfocado hacia el des-
cubrimiento de diferencias específicas del sexo y problemas en la realización del
acto de habla con base en un método conocido de la perspectiva pragmática inter-
cultural. Se considera que este nuevo ámbito de estudios lingüísticos proporcionará
resultados fundamentales para la comunicación intercultural y precisará sugeren-
cias interesantes para recientes estudios.

2
I
NHALT
1
E
INLEITUNG
... 3
2
P
RAGMALINGUISTIK
... 5
2.1 Zur kommunikativ-pragmatischen Wende in der Sprachwissenschaft ... 5
2.2 Zur Definitionsproblematik von Pragmatik ... 5
3
E
IN
E
INBLICK IN DIE
S
PRECHAKTTHEORIE NACH
S
EARLE
... 8
3.1 Das Konzept der Sprechakte ... 8
3.2 Taxonomie der illokutionären Akte ... 9
3.2.1 Aufforderung - ein direktiver Sprechakt ... 10
3.2.2 Indirekte Direktiva und ihr Bezug zu sprachlicher Höflichkeit ... 11
4
V
ERBALE
H
ÖFLICHKEIT
... 13
4.1 Höflichkeit als Aufrechterhaltung des face
­
Brown und Levinson ... 13
4.1.1 Kalkül des Konfliktpotenzials einer face-Bedrohung ... 15
4.1.2 Höflichkeitsstrategien zur Reduzierung eines FTA ... 16
4.2 Höflichkeit im hispanophonen Sprachraum ... 19
4.2.1 El Programa EDICE ... 19
4.2.2 Autonomía y afiliación
­
Diana Bravo... 19
5
I
NTERKULTURELLE
P
RAGMATIK
... 22
5.1 Das CCSARP Projekt
­
Blum-Kulka/House/Kasper ... 22
5.2 Kodierungsschema zur Analyse von Aufforderungen ... 23
5.2.1 Head Act ... 23
5.2.1.1 Strategietypen ... 24
5.2.1.2 Perspektive ... 26
5.2.2 Interne Modifizierungen... 27
5.2.2.1 Downgrader ... 27
5.2.2.2 Upgrader ... 28
5.2.2
Aufmerksamkeitserreger ... 29
5.2.3 Externe Modifizierungen ... 29
6
F
ORSCHUNGSÜBERBLICK ZUM
S
PRECHAKT
,A
UFFORDERUNG
`
... 31
7
E
MPIRISCHER
T
EIL
:
K
ONTRASTIVE
A
NALYSE DES
S
PRECHAKTS
,A
UFFORDERUNG
'
... 34
7.1 Das Korpus ... 34
7.1.1 Die Probanden ... 34
7.1.2 Der DCT als Datenerhebungsmethode ... 37
7.1.3 Die verschiedenen Aufforderungssituationen ... 40
7.2 Untersuchungsziel und die zugrundeliegenden Hypothesen ... 41
7.3 Auswertung der Daten ... 41
7.3.1 Strategiewahl im Head Act ... 42
7.3.1.1 Situation 1
­
Im Kino ... 42
7.3.1.2 Situation 2
­
Studium ... 44
7.3.1.3 Situation 3
­
Schlaflose Nacht ... 45
7.3.1.4 Situation 4
­
Chefsache ... 46
7.3.1.5 Situation 5
­
Sein Lieblingsessen ... 48
7.3.1.6 Situation 6
­
Das geliehene Geld ... 48
7.3.1.7 Genderabhängige Ergebnisse ... 51
7.3.2 Interne Modifizierungen... 52
7.3.3 Aufmerksamkeitserreger ... 55
7.3.4 Externe Modifizierungen ... 57
7.3.5 Genderabhängig Ergebnisse
­
Aufmerksamkeitserreger und
interne/externe Modifizierungen ... 59
7.4 Interpretation der Daten ... 60
7.5 Fazit und Ausblick ... 62
8
B
IBLIOGRAPHIE
... 64

2
A
BBILDUNGSVERZEICHNIS
Abb. 1: Höflichkeitsstrategien zur Reduzierung eines FTA
­
Bitte um einen Kuli
..
16
Abb. 2: Zusammensetzung des face-Konzepts ... 21
Abb. 3: Strategien zur Realisierung des Head Acts
­
Situation 1 ... 43
Abb. 4: Strategien zur Realisierung des Head Acts
­
Situation 2 ... 44
Abb. 5: Strategien zur Realisierung des Head Acts
­
Situation 3 ... 45
Abb. 6: Strategien zur Realisierung des Head Acts
­
Situation 4 ... 47
Abb. 7: Strategien zur Realisierung des Head Acts
­
Situation 6 ... 49
Abb. 8: Strategien zur Realisierung des Head Acts
­
geschlechterspezifische
Variation ... 51
Abb. 9: Interne Modifizierungen
­
deutsches Teilkorpus ... 53
Abb. 10: Interne Modifizierungen
­
mexikanisches Teilkorpus ... 54
Abb. 11: Aufmerksamkeitserreger
­
deutsches Teilkorpus ... 55
Abb. 12: Aufmerksamkeitserreger
­
mexikanisches Teilkorpus ... 56
Abb. 13: Externe Modifizierungen
­
deutsches Teilkorpus ... 57
Abb. 14: Externe Modifizierungen
­
mexikanisches Teilkorpus ... 58
Abb. 15: Aufmerksamkeitserreger, interne/externe Modifizierungen
­
geschlechterspezifische Variation ... 59
Abb. 16: Strategien zur Realisierung des Head Acts ... 60
T
ABELLENVERZEICHNIS
Tabelle 1: Gelingensbedingungen für Aufforderungen ... 11
Tabelle 2: Strategietypen eines Head Acts ... 25
Tabelle 3: Subkategorien downgrader ... 28
Tabelle 4: Subkategorien upgrader ... 28
Tabelle 5: Subkategorien Aufmerksamkeitserreger
...
... 29
Tabelle 6: Subkategorien externe Modifizierungen ... 30
Tabelle 7: Personenbezogene Daten der deutschen Studenten ... 36
Tabelle 8: Personenbezogene Daten der mexikanischen Studenten ... 36
Tabelle 9: Parameterverteilung in den Aufforderungssituationen ... 40
A
BKÜRZUNGSVERZEICHNIS
A
der Angesprochene
bzw.
beziehungsweise
CCSARP
Cross-Cultural Speech Act Realization Pattern
CI
Conventional Indirectness
D
distance
d.h.
das heißt
DCT
Discourse-Completion-Test
EDICE
Estudios del Discurso de la Cortesía en Español
FTA
face threatening act
H
hearer/Hörer, Handlung
ITAM
Instituto Tecnológico Autónomo de México
MP
Model Person
NCI
Non-Conventional Indirectness
Orig.
Original
P
power
R
rank of imposition
S
speaker/Sprecher
s.v.S.
siehe vor allem Seite
S1
­
6
Situation 1
­
6
W
weightiness

3
1
E
INLEITUNG
Culturally colored interactional styles create culturally determined expec-
tations and interpretative strategies, and can lead to breakdowns in in-
tercultural and interethnic communication (Gumperz 1978).
Was der amerikanische Sprachwissenschaftler John Joseph Gumperz hier so deut-
lich beschreibt, spiegelt die heutige Problematik unserer globalisierten und internati-
onalisierten Gesellschaft wider. Interkulturelles Aufeinandertreffen bezieht sich nicht
mehr nur lediglich auf die Zusammenarbeit internationaler Unternehmen, sondern ist
in der heutigen Gesellschaft in den verschiedensten Bereichen fest verankert. Be-
reits in der Schule lernen Kinder früh die Sprachen anderer Länder kennen und
durch schulische oder universitäre Austauschprogramme werden diese Kompeten-
zen erweitert. Nichtsdestotrotz birgt der interkulturelle Kontakt oft Probleme oder
Fehldeutungen in der Kommunikation der Gesprächspartner, da neben den nicht
immer einwandfrei beherrschten Sprachkenntnissen oft das Bewusstsein für sozio-
kulturelle und sprachliche Konventionen der jeweils anderen Kultur fehlt. Um dem-
nach erfolgreich mit anderen Kulturen kommunizieren zu können und Missverständ-
nisse zu vermeiden, ist eine Auseinandersetzung mit den Konventionen der jeweils
anderen Kultur essentiell.
Aus diesem Grund hat es sich die vorliegende Arbeit zum Ziel gemacht, kulturspezi-
fische Charakteristika in der sprachlichen Realisierung des Sprechakts Aufforderung
in den Sprachen mexikanisches Spanisch und Deutsch zu erkennen, um jene Miss-
deutungen in der sprachlichen Kommunikation zwischen den Kulturen zu vermei-
den. Gegenstand der Analyse werden hierbei die durch einen Discourse-
Completion-Test erhobenen und durch Studenten artikulierten Bitten sein. Diese
werden im Laufe der Untersuchung auf die Strategiewahl ihres Head Acts, interne
und externe Modifizierungen sowie Aufmerksamkeitserreger geprüft. Als Grundlage
für die Untersuchung der Daten dient das persönlich angepasste Kodierungssche-
ma des CCSARP-Projekts des Forschungszweigs der interkulturellen Pragmatik.
Neben der Untersuchung auf Basis des Kodierungsschemas wird unter anderem
versucht, genderabhängige Unterschiede im Bittverhalten aufzuweisen sowie Rück-
schlüsse auf die Sprachbiografie oder sozialen Variablen der Studienteilnehmer zu
geben.
Als Studentin der ,,Kultur und Wirtschaft" wurde es mir im Jahr
e 2015 ermöglicht, ein
Auslandssemester in Mexiko-Stadt zu absolvieren. Dort lernte ich die facettenreiche
Kultur Mexikos kennen und stellte im universitären Alltag fest, dass viele Mexikaner
Deutsch als Fremdsprache gelernt hatten und großes Interesse für die deutsche
Kultur und Sprache pflegten. Auf der anderen Seite kannte ich die Situation an der

4
Universität in Mannheim bezüglich des geteilten Interesses für hispanophone Län-
der und Kulturen. Dort entwickelte sich dann die Idee der kontrastiven Analyse des
Sprachenpaares Deutsch/Mexikanisch, um selbst auch persönliche Hindernisse im
alltäglichen Sprachgebrauch und in der interkulturellen Kommunikation überwinden
zu können. Zudem wurde bei intensiver Recherche festgestellt, dass es bisher keine
Studie im interkulturellen Vergleich dieses Sprachenpaares gibt.
Die vorliegende Arbeit geht zunächst auf den Terminus der Pragmalinguistik ein und
beschreibt, wie sich das Interesse der Sprachforschung im Laufe der letzten Jahre
hinsichtlich der Auffassung der Funktion von Sprache verändert hat. In einem zwei-
ten Schritt wird ein Einblick in die Sprechakttheorie von Searle gegeben, da diese
wichtig ist, um das Fundament Sprechakt, welches die Analyseebene dieser Studie
darstellt, zu verstehen. Hierbei wird das Augenmerk besonders auf das von Searle
entwickelte Klassifikationsschema gelegt, welches die Bitte der Kategorie der direk-
tiven Sprechakte zuordnet. Anschließend wird der Zusammenhang zwischen indi-
rekten Sprechakten und sprachlicher Höflichkeit als Kommunikationsfunktion illus-
triert, um den Übergang zur Höflichkeitstheorie von Brown und Levinson zu ermögli-
chen, in der Bitten als gesichtsbedrohende Akte definiert werden, die nur durch ge-
wisse Höflichkeitsstrategien in ihrer illokutionären Kraft gemildert werden können.
Anschließend ist es notwendig, das EDICE Programm und eine auf dem Modell von
Brown und Levinson aufbauende, aktuellere Studie der Sprachwissenschaftlerin
Diana Bravo zum Thema Höflichkeit im hispanophonen Sprachraum vorzustellen,
da auch in dieser Studie der Fokus teilweise auf dem hispanophonen Sprachgebiet
liegt. Das darauffolgende Kapitel stellt zunächst das CCSARP-Projekt vor, welches
Vorreiter im Bereich der Analyse interkultureller Differenzen ist, um anschließend
das für die Auswertung der Daten verwendete Kodierungsschema in seinen Einzel-
heiten vorzustellen. Dabei werden Beispiele aus dem eigenen Korpus herangezo-
gen, um die auftretenden Phänomene in ihrer Substanz besser erläutern zu können.
Später wird in einem kurzen Forschungsüberblick gezeigt, welche Studien schon
bezüglich der Analyse des Sprechakts der Bitte durchgeführt worden sind und wa-
rum gerade die kontrastive Analyse des Sprachenpaares Deutsch/Mexikanisch für
den Forschungszweig interkulturelle Pragmatik von Bedeutung ist. Nach diesem
Schritt wird die kontrastive Analyse des Bittverhaltens eingeleitet, indem die er-
forschten Gemeinsamkeiten und Differenzen anhand von Grafiken beschrieben
werden. Letztendlich werden nach einer kurzen Zusammenfassung der Ergebnisse
die aufgestellten Hypothesen im Fazit bestätigt oder verworfen, um anschließend
Anreize für weitere interessante Folgestudien zu geben.

5
2
P
RAGMALINGUISTIK
2.1 Zur kommunikativ-pragmatischen Wende in der Sprachwissenschaft
Bis in die späten 1960er Jahre hinein wurde Sprache stets aus systemlinguistischer
Perspektive betrachtet. Sie wurde als abstraktes System von Zeichen verstanden
(vgl. Holly 2001: 5), dessen Untersuchungsgegenstand die grammatikalische Re-
gelhaftigkeit (vgl. Metzler Lexikon Sprache 2016: Pragmatische Wende) und interne
syntaktische sowie semantische Eigenschaften waren (vgl. Azevedo do Campo
1998: 9).
Im Zuge einiger Interessensveränderungen im Forschungsbereich der Sprachwis-
senschaft, aber auch bedingt durch politische und gesellschaftliche Entwicklungen
Ende der 60er Jahre, darin eingeschlossen die Studentenbewegung im Jahre 1968,
etablierte sich eine modifizierte Betrachtungsweise des Forschungsgegenstandes
(vgl. Ernst 2011: 8). Von nun an sprach man von einer kommunikativ-pragmatischen
Wende, denn es wuchs das Interesse, Sprache fortan nicht mehr nur als ein abs-
traktes System von Zeichen zu verstehen, sondern diese im Zusammenhang mit
ihrer Kommunikationsfunktion in der Gesellschaft zu betrachten (vgl. Azevedo do
Campo 1998: 9).
Die pragmatische Wende ermöglichte zudem die Entstehung neuer Disziplinen im
Bereich der Linguistik
1
, darunter zu nennen seien die Pragmalinguistik
2
, Textlinguis-
tik oder auch Soziolinguistik. Diese hinzugewonnenen Disziplinen können jedoch
nicht immer zweifelsfrei voneinander abgegrenzt werden, in vielerlei Hinsicht ergän-
zen sie sich auch (vgl. ebd.). So geschieht es, dass aufgrund der Diversität der ver-
schiedenen Teilbereiche die Aufgabe, eine allgemein gültige Definition der Pragma-
linguistik zu formulieren, problematisch wird (vgl. Kilchert 2011: 15).
2.2 Zur Definitionsproblematik von Pragmatik
Der Terminus
,Pragmatik`
ist etymologisch auf das griechische Wort pr
gma
<
> zurückzuführen
und bedeutet übersetzt ,Handlung` (
vgl. Kilchert 2011:
16).
Obgleich es sich bei der Pragmalinguistik um eine neue Disziplin der Linguistik han-
delt, kann hierbei auf Arbeiten vor der pragmatischen Wende zurückgegriffen wer-
den (vgl. Metzler Lexikon Sprache 2016: Pragmatische Wende). So führt uns der
1
Die Begriffe Sprachwissenschaft und Linguistik werden in dieser Arbeit synonym verwendet.
2
Pragmatik und Pragmalinguistik werden in dieser Arbeit wie bei Metzler Lexikon Sprache 2016, s. v.
S. 529 oder Ernst 2011, s. v. S. 15 synonym verwendet.

6
Begriff der Pragmatik auf die im Jahre 1938 entstandene Zeichentheorie des ameri-
kanischen Philosophen und Sprachwissenschaftlers Charles William Morris zurück
(vgl. Kilchert 2011: 16), der mit seiner Unterteilung der drei Gruppen
,,
Semantik,
Syntax und Pragmatik die Grundlage[ ] für die moderne Pragmatik [legte
]
"
(Ernst
2011: 6).
In seinem semiotischen Modell gibt Morris an, dass sich Syntax auf
,,
die formale
Relation der Zeichen zueinander, [Semantik auf] die Beziehung zwischen den Zei-
chen und den Gegenständen, auf die sie anwendbar sind, [und die Pragmatik auf]
die Beziehung zwischen Zeichen und I
nterpret[en]" (Morris 1972: 24f
)
bzw. ,,den an
einer sprachlichen Interaktion beteiligten Personen" (Kilchert 2011: 17) bezieht
. Bei
letzterem geht es ,,vor allem um die Frage, wie durch Sprachgebrauch
etwas bewirkt
werden kann" (
Azevedo do Campo 1998: 12).
Neben der Auffassung, Pragmalinguistik beziehe sich auf das Verhältnis zwischen
Zeichen und Sprachbenutzern, gibt es eine Vielzahl von Sprachwissenschaftlern,
die sich daran versucht haben, eine allgemein gültige Definition für den Begriff der
Pragmatik zu finden.
Im Folgenden seien drei Definitionen vorgestellt, um die Komplexität des Problems
zu illustrieren:
(1)
,,Pragmatik [...] bezeichne[t] die Lehre vom sprachlichen Handeln"
(Ernst
2011: 15).
(2)
,,
Die Pragmatik erweitert unser Wissen über die kommunikativen Möglichkei-
ten und darüber, wie wir unsere Ziele gemeinsam mit Partnern erreichen
können"
(Ehrhardt/Heringer 2011: 14).
(3)
,,Unter dem Begriff
Pragmatik wird heute weniger eine Wissenschaftsrich-
tung verstanden als eher ein Sammelbecken für jede Art der Sprachbetrach-
tung, die sich mit der Einbeziehung der sprechenden Subjekte und der Be-
schreibung von Sprache in ihrer konkreten Verwendung beschäftigt"
(Ernst
2011: 4; Hervorhebung im Orig.).
Wie anhand der drei vorherigen Beispiele verständlich wird,
ist ,,der Gege
nstandsbe-
reich der linguistischen Pragmatik bislang keineswegs klar definiert"
(Schlieben-
Lange 1979: 11). Während sich die erste Definition nur auf die Etymologie
des Wor-
tes Pragmatik stützt, wird in der zweiten Definition auf die Kommunikationsfunktion
von Sprache eingegangen. Die dritte Definition betrachtet Pragmalinguistik allge-
meiner und wirkt zudem sichtbar komplexer.

7
Diese Problematik lässt sich auch deutlich in Literaturen zur Einführung in die
Pragmalinguistik wiederfinden, deren Autoren in den meisten Fällen verschiedene
Definitionsversuche vorstellen, letztendlich dann jedoch keine gültige und abschlie-
ßende Aussage treffen (vgl. Kilchert 2011: 16).
Im Folgenden soll sich daher auf eine für diese Abschlussarbeit zutreffende Definiti-
on festgelegt werden. Es gilt:
[Pragmatic is] [...]
the study of LANGUAGE from the point of view of the
users, especially of the choices they make, the CONSTRAINTS they en-
counter in using language in social interaction, and the effects their use
of language has on the other participants in an act of communication (A
Dictionary of Linguistics and Phonetics 2008: pragmatics; Hervorhebung
im Orig.).
Diese Definition ist für die vorliegende Arbeit passend, da auf die kommunikative
Funktion von Sprache eingegangen wird, bei der nicht nur pragmalinguistische, d.h.
die Realisierung einer Äußerung betreffende Faktoren, sondern auch soziopragma-
tische Aspekte wie Macht, soziale Nähe bzw. Distanz oder soziale Normen wie Höf-
lichkeit betrachtet werden. Des Weiteren trifft auf die empirische Forschungsarbeit in
dieser Arbeit auch eine sprecherorientierte Perspektive zu, da Aufforderungen be-
züglich ihrer Realisierung betrachtet werden und dies zudem den Effekt, der beim
Kommunikationspartner bewirkt wird, miteinschließt.
Die wohl bekannteste Theorie, die diesen zentralen Kernbereich der Pragmatik, d.h.
Sprechhandlungen, aufgreift, ist die Sprechakttheorie von Searle basierend auf dem
Modell von Austin. Zudem ist auch die Erforschung von verbaler Höflichkeit als so-
ziopragmatischer Aspekt immer mehr ins Interesse der Sprachwissenschaftler ge-
rückt, sodass besonders der Höflichkeitstheorie von Brown und Levinson basierend
auf dem face Begriff von Goffman große Bedeutung zugeschrieben wird. Da die
Bereiche der Sprechakte, mit besonderem Augenmerk auf der Aufforderung als sol-
cher, sowie der Höflichkeit das theoretische Fundament dieser Arbeit bilden, gilt es
im Folgenden diese beiden Theorien in ihren Grundzügen darzustellen.

8
3
E
IN
E
INBLICK IN DIE
S
PRECHAKTTHEORIE NACH
S
EARLE
Es war die Sprechaktt
heorie, die ,,die sogenannte "pragmatische Wende" in der Lin-
gui
stik ganz entscheidend forciert [hat]" (Azevedo do Campo: 1998: 17
; Hervorhe-
bung im Orig.).
Ihren Ursprung besitzt die Sprechakttheorie in einer von John Langshaw Austin im
Jahre 1955 gehaltenen Vorlesungsreihe. Nach dem Tod des englischen Philoso-
phen wurde seine Theorie in dem Werk How to do things with words veröffentlicht.
Bekanntheit erlang sie jedoch erst später, als John Searle, ein Schüler Austins, sie
weiterentwickelte und in dem berühmten Buch Speech acts vorstellte (vgl. ebd.).
Die Hypothese dieses Buches ist
[...], daß
eine Sprache sprechen eine
regelgeleitete Form des Verhaltens darstellt. Um es deutlicher auszu-
drücken: Sprechen bedeutet, in Übereinstimmung mit Regeln Akte zu
vollziehen (Searle 1977: 38).
Des Weiteren beschreibt Searle diese
Sprechakte als ,,die grundlegenden oder
kleinsten Einheiten der sprachlichen Kommunikation
"
(ebd.: 30). Aufbauend auf die-
ser Definition strukturierte er einige Ideen Austins um und konzipierte Sprechakte
neu.
3.1 Das Konzept der Sprechakte
In seinem Modell unterscheidet Searle, auf Basis der von Austin erstellten Konzep-
tionierung, zwischen vier verschiedenen Arten von Sprechakten. So geht er davon
aus, dass eine Kategorisierung der Akte in den Äußerungsakt, propositionalen Akt,
illokutionären Akt und perlokutionären Akt sprachwissenschaftlich wichtig ist (vgl.
Searle 1977: 40ff).
Unter dem Äußerungsakt versteht Searle ,,die Artikulation sprachlicher Elemente in
bestimmter
grammatischer Ordnung" (Lexikon
der Sprachwissenschaft 1990:
Sprechakttheorie).
,,Man bewegt die Stimmwerkzeuge, gibt Laute von sich [
...
]
[und
realisiert dabei] abstrakte Muster eines Sprachsystems [, wie zum Beispiel] Phone-
me, Morpheme [oder] Wörter" (Azevedo do Campo 1998: 17).
"[En el
acto proposicional] el emisor del enunciado se refiere a los objetos del mun-
do real [...] [y]
el hablante les atribuye ciertas características a
estos objetos"
(Siebold 2008: 45). Die Aussagen, die dabei über das Objekt getroffen werden,
nennt Searle die Proposition, die letzten Endes als wahr oder falsch bewertet wer-
den kann (vgl. Kilchert 2011: 31).

9
,,The illocutionary act is the most important and studied act in speech act theory"
(Flores Salgado 2011: 9). Er gibt die eigentliche Handlung bzw. Intention an,
,,to get
somebody to do something, to assert something, etc., in such a way that the listener
can recognize the speaker's intention" (Trosborg 1995: 18).
Zusammengefasst kann also bis hierhin gesagt werden, dass Äußerungsakte ledig-
lich aus der Wiedergabe von Wortreihen bestehen, propositionale und illokutionäre
Akte jedoch dadurch bestimmt sind, dass einzelne Worte eines Satzes kontextbe-
zogen, unter bestimmten Konditionen und mit bestimmter Bestrebung formuliert
werden (vgl. Searle 1977: 41f). Außerdem sagt
Searle, dass es ,,für den Vollzug
eines illokutionären Aktes [...]
charakteristisch [sei
], [...]
gleichzeitig ebenfalls
propositionale und Äußerungsakte
[zu] vollzieh[en]" (ebd.:
40).
Der zu betrachtende letzte Akt ist der perlokutionäre Akt, welcher die Wirkung be-
schreibt, die die Illokution auf die Gedanken, Anschauungen oder Handlungen des
Gesprächspartners
3
hat. Durch Auffordern kann ein Gegenüber zum Beispiel dazu
gebracht werden, etwas zu tun genauso wie er durch bloßes Argumentieren überre-
det oder von etwas überzeugt werden kann (vgl. ebd.: 42).
Daraus folgt, dass ,,the
difference between illocutionary acts and perlocutionary acts lies in the speaker's
hopes to achieve different sorts of effects" (Trosborg 1995
: 18).
Abschließend kann gesagt werden: ,,El co
mponente del acto de habla más relevante
para el presente estudio es, sin duda, el acto i
locutivo" (Siebold
2008: 45). Aus die-
sem Grund wird weiterführend auf Searles Klassifikation der Sprechakttypen einer
Illokution eingegangen.
3.2 Taxonomie der illokutionären Akte
In seinem Werk unterscheidet Searle zwischen verschiedenen Möglichkeiten der
Sprachnutzung, indem er illokutionäre Akte in fünf größere Kategorien einteilt (vgl.
Trosborg 1995: 14). Hierbei handelt es sich um Repräsentativa, Direktiva, Kommis-
siva, Expressiva und Deklarativa. Seiner Klassifizierung legte er die folgenden drei
Unterscheidungskriterien zugrunde:
1)
,,
illokutionäre[r] Zweck (illocutionary point) des Sprechakts
"
2)
,,
psychische Einstellung (psychological state), die der Sprecher mit
dem Sprechakt zum Ausdruck bringt
"
3)
,,
Entsprechungsrichtung zwischen den Worten und Tatsachen (direc-
tion of fit)
" (Hindelang 2010:
44).
3
Alle in dieser Arbeit verwendeten Bezeichnungen, die sich auf Personen beziehen, werden aus
Gründen der Übersichtlichkeit in der männlichen Form generisch verwendet.

10
Basierend auf diesen Kriterien handelt es sich um Repräsentativa, wenn der Spre-
cher sich auf die Wahrheit der ausgedrückten Proposition festlegen muss. Dies ist
zum Beispiel bei den Verben feststellen, beschreiben oder behaupten der Fall. Da-
hingegen charakterisieren sich Direktiva, indem der Sprecher versucht, den Hörer
zu einer bestimmten Handlung zu veranlassen. Typische Verben dieser Gruppe sind
unter anderem auffordern oder befehlen. Kommissiva liegen vor, wenn sich der
Sprecher bei seinen Aussagen auf eine zukünftige Handlung festlegt. Dies tritt bei
den Verben versprechen oder drohen auf. Die Gruppe der Expressiva ist dadurch
gekennzeichnet, dass der Sprecher seine psychische Haltung, das heißt Gefühle
sowie Gedanken, zu einem Sachverhalt zum Ausdruck bringt. Hier werden Verben
wie beglückwünschen, danken oder kondolieren genannt. Zu guter Letzt bleibt die
Gruppe der Deklarativa, bei der es dem Sprecher glückt, die Realität in Einklang mit
dem Gesagten zu bringen. Dargestellt wird dies durch Verben wie kündigen, nennen
oder Krieg erklären (vgl. Searle 1982: 17ff).
Dentro de dicha clasificación, [el
]
acto[ ] que más interés ha[ ] suscitado
en los estudios de la comunicación intercultural pertenece[ ] al grupo de
los actos directivos, aquí especialmente el acto de habla de [exhortar/]
pedir (Siebold 2008: 49).
Auch in dieser Abschlussarbeit werden Aufforderungshandlungen in den Mittelpunkt
des Interesses gerückt. Daher ist es von großer Bedeutung, zunächst ein kurzes
Unterkapitel über deren Rolle im Bereich der Direktiva zu eröffnen.
3.2.1 Aufforderung
­
ein direktiver Sprechakt
Aufforderungen ,,kennzeichnen [...] den prot
otypischen Kern des pragmatischen
Felds
" (Frank 2011: 27).
Sie sind der Oberbegriff für eine Vielzahl verschiedener
Handlungsmuster. Darunter seien Ratschläge, Gebote oder auch Bitten zu nennen,
4
weshalb sie in der Literatur
auch als ,,bunter Haufen"
(Hare 1983: 22) bezeichnet
werden. Searles Klassifikation zufolge können Aufforderungen der Gruppe der Di-
rektiva zugeordnet werden, da sie den Sprecher zu einer Handlung bewegen.
A request
5
is an illocutionary act whereby a speaker (requester) conveys
to a hearer (requestee) that he/she wants the requestee to perform an
act which is for the benefit of the speaker (Trosborg 1995: 187).
4
Verwiesen sei hierbei auf das Werk von Hindelang (1978), in dem ausführlich auf die Untertypen
des Aufforderns und ihre sprachlichen Realisierungsformen eingegangen wird. In dieser Arbeit ste-
hen Bitten jedoch im Vordergrund, weshalb auf eine tiefergehende Erläuterung der möglichen Hand-
lungsmuster verzichtet wird.
5
Da der englische Begriff request sowohl Bitten als auch Aufforderungen umfasst, werden diese
fortan synonym verwendet. Falls Bezug zu einem anderen Untermuster der Aufforderung genom-
men wird, wird dies an der Stelle explizit erwähnt.

11
Damit ein direktiver illokutionärer Akt sprachlich erfolgreich realisiert werden kann,
formuliert Searle speziell für Bitten folgende Gelingensbedingungen (felicity conditi-
ons):
Einleitungsregeln (preparatory)
1. Der Sprecher S glaubt, dass der Ange-
sprochene A in der Lage ist, die Handlung H
auszuführen.
2. Es ist nicht sicher, dass H von A ausge-
führt werden würde, würde S ihn nicht darum
bitten.
Regeln der Aufrichtigkeit (sincerity) S möchte, dass H von A ausgeführt wird.
Regeln des propositionalen Ge-
halts (propositional content)
Zukünftige Handlung H von A
Wesentliche Regeln (essential)
Eine Aufforderung gilt als ein Versuch, A da-
zu zu bringen, H auszuführen.
Tabelle 1: Gelingensbedingungen für Aufforderungen (vgl. Searle 1977: 100).
Diese Bedingungen stehen in Verbindung mit den Überzeugungen und Einstellun-
gen der Gesprächspartner sowie deren Verständnis über die Verwendung sprachli-
cher Mittel in der Kommunikation (vgl. Flores Salgado 2011: 10). Verläuft die Reali-
sierung einer Bitte nicht ,,glücklich", d
.h. ist eine Bedingung nicht erfüllt, dann kann
das Scheitern zum Missverständnis zwischen beiden Parteien führen (vgl. ebd.).
Neben der glücklichen Ausführung einer direkten Bitte gibt es noch die Möglichkeit,
einen indirekten direktiven Sprechakt zu vollziehen. Das folgende Kapitel geht kurz
auf letzteren Fall ein, um die Verbindung zwischen Indirektheit und sprachlicher Höf-
lichkeit herauszustellen.
3.2.2 Indirekte Direktiva und ihr Bezug zu sprachlicher Höflichkeit
Ein Sprechakt wird dann als indirekt angesehen, wenn der durch sprachliche Mittel
ausgedrückte Illokutionstyp nicht mit dem grundsätzlichen Handlungsziel des Spre-
chers übereinstimmt (vgl. Azevedo 1998: 31). So kann an dem Beispiel Searles
,,Can you pass me the salt?" erklärt werden, dass ,,la oración interrogativa parece
indicar la ilocución de una pregunta, pero en realidad se trata de una petición indi-
recta" (Siebold 2008: 51).
Da bei dem indirekten Sprechakt somit kein Zusammen-
hang zwischen der Struktur und der sprachlichen Funktion herrscht (vgl. Flores
Salgado 2011: 11), muss sich der Angesprochene die Bitte mittels eines gemeinsa-
men Hintergrundwissens beider Gesprächspartner verständlich machen. Dies hilft
ihm, die notwendigen Schlüsse zu ziehen, die über die bloße wörtliche Auffassung
der Illokution hinausgehen (vgl. Siebold 2008: 51).

12
Einer der häufigsten Gründe, Aufforderungshandlungen durch indirekte Sprechakte
auszudrücken, ist das Prinzip der Höflichkeit. So geschieht es, dass in einer ausge-
wählten Kultur einige lingui
stische Formen der Indirektheit ,,tend to become the con-
ventionally polite ways
"
(Searle 1975: 76), während sich in anderen Kulturen abwei-
chende bevorzugte Formen entwickeln können (vgl. Siebold 2008: 52). Somit wird
deutlich, dass es kulturelle Unterschiede in der Realisierung von Sprechakten gibt,
,,tanto en lo que res
pecta a su realización lingüística, como a su frecuencia de uso y
a las condiciones contextuales en las que se originan" (ebd.:
53). Das Hauptau-
genmerk dieser Arbeit ist darauf gerichtet, diese kulturellen Unterschiede zwischen
Mexiko und Deutschland in Aufforderungshandlungen zu analysieren. Hierfür ist die
von Searle beschriebene Analyseebene, nämlich die der Sprechakte, wichtig, um
auf Basis dieser eine linguistische Untersuchung der Höflichkeitsphänomene zu
ermöglichen (vgl. Ehrhardt 2002: 91).

13
4
V
ERBALE
H
ÖFLICHKEIT
In der zwischenmenschlichen Kommunikation verfolgt Höflichkeit das
übergeordnete Ziel, das soziale Miteinander einzelner Individuen auf
Basis von gemeinsamen Wertstrukturen zu sichern und so reibungslos
wie möglich zu gestalten (Siebold 2010: 123).
Höflichkeit kann somit als ,,pragmatischer Mechanismus"
(Weydt 1983, zit. n. Tros-
borg 1995: 24)
6
angesehen werden, bei dem der Sprecher versucht, durch sprachli-
che sowie nonverbale Handlungen Beziehungsgestaltung zu vereinfachen (vgl.
Trosborg 1995: 24).
Vor allem seit dem Ende der 1970er Jahre ist gerade der verbale Aspekt der Höf-
lichkeit immer mehr ins Forschungsinteresse der Sprachwissenschaftler gerückt. Als
eines der bekanntesten Konzepte kann die Höflichkeitstheorie von Brown und Le-
vinson genannt werden, die heute noch als ein wichtiger Anknüpfungspunkt für
sprachwissenschaftliche Arbeiten fungiert.
4.1 Höflichkeit als Aufrechterhaltung des face
7
­
Brown und Levinson
In ihrem Konzept haben sich die beiden Sprachwissenschaftler Brown und Levinson
der Aufgabe gewidmet, auf Basis einer vergleichenden Analyse
,,
drei[er
]
historisch,
kulturell und geographisch unabhängige[r] Sprachen
" (
Jung 2004: 19)
,,
universal
[gültige
]
Prinzipien höfliche
n Sprachgebrauchs" (Frank 2011: 78) zu entwickeln.
Herangezogen wurden hierfür das mexikanische Tzeltal, Englisch und der Dialekt
Tamil aus dem Süden Indiens (vgl. Metzger 2004: 13). Ihren theoretischen Rahmen
fundieren die beiden Autoren unter anderem auf der Theorie der Sprechakte, dem
Konzept des face nach Goffman und den Griceschen Implikaturen (vgl. Ogiermann
2009: 11).
Für ihr Modell entwerfen beide Autoren eine Idealperson (Model Person, MP), die
einen kompetenten Sprecher einer natürlichen Sprache darstellt, der auf Basis der
zuletzt genannten grundlegenden Theorien über die beiden Eigenschaften Rationali-
tät und face verfügt. Über die Eigenschaft der Rationalität sagen Brown und Levin-
son Folgendes:
By `rationality` we mean something very specific ­
the availability to our
MP of a precisely definable mode of reasoning from ends to the means
that will achieve those ends (Brown/Levinson 2009: 58; Hervorhebung
im Orig.).
6
Wey
dt, Harald: ,,Überlegungen zum bitten". In:
Rosengren, Inger (Hrsg.): Sprache und Pragmatik.
Stockholm: Almqvist and Wiksell (Lunder Symposium 1982, S. 269-280).
7
In der vorliegenden Arbeit wird der Begriff des face beibehalten und nicht übersetzt, wohingegen in
anderen Quellen
sowohl die Begriffe ,Gesicht` als auch ,Image` synonym verwendet werden.
Ende der Leseprobe aus 71 Seiten

Details

Titel
Interkulturelle Pragmatik. Eine kontrastive Analyse des Sprechakts "Aufforderung" in Deutschland und Mexiko
Hochschule
Universität Mannheim
Note
1,3
Autor
Jahr
2017
Seiten
71
Katalognummer
V388169
ISBN (eBook)
9783668623484
Dateigröße
1971 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Kommentar des Dozenten: Beurteilung: Aus der Gesamtsicht handelt es sich bei der Qualifikationsschrift von Frau Bien um eine umfassende und eigenständige, formal wie inhaltlich hochsolide Abschlussarbeit, die sogar als Masterarbeit angenommen werden könnte. Die Kandidatin erzielt auf der Grundlage neuer Daten spannende Ergebnisse zu einem bislang pragmalinguistisch kaum erforschten Sprachenpaar und illustriert diese umfassend. Sie leistet damit - mit minimalen Einschränkungen - einen wertvollen Beitrag zur interkulturellen Pragmatik.
Schlagworte
interkulturelle, pragmatik, eine, analyse, sprechakts, aufforderung, deutschland, mexiko
Arbeit zitieren
Elaine Bien (Autor), 2017, Interkulturelle Pragmatik. Eine kontrastive Analyse des Sprechakts "Aufforderung" in Deutschland und Mexiko, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/388169

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