In den letzten Jahrzehnten entwickelten sich unzählige Formen und Umsetzungsarten tiergestützter Interventionen nicht nur in Deutschland, sondern vor allem in den angelsächsischen Ländern. So wurden im Laufe der Jahre viele unterschiedliche Begriffe der verschiedenen tiergestützten Maßnahmen in der Literatur aufgeführt. Diese Begriffe beschreiben alle eine Form der Arbeit mit Tieren, beziehen sich aber teilweise auf verschiedene Arbeitsbereiche.
Diese Arbeit bietet einen guten Einstieg in das Thema Hundegestützte Pädagogik. Es werden Möglichkeiten und Grenzen des Schulhundeinsatzen aufgezeigt und auf die Rahmenbedingungen für diese Arbeit eingegangen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Hundegestützte Pädagogik – Begriffserklärung und -definition
3 Ausbildung des Mensch-Hund-Teams
4 Warum soll ein Hund in die Schule?
4.1 Wirkeffekte von Hunden in der Schule
4.2 Argumente für die „Hundegestützte Pädagogik“ – 10 Thesen
5 Bedingungen/Voraussetzungen für den Einsatz eines Schulhunds
5.1 Hund
5.2 Lehrkraft
5.3 Schule
5.4 SchülerInnen
6 Einsatzmöglichkeiten von Schulhunden und damit verbundene Ziele
6.1 Der Schulhund im Klassenverband
6.2 Der Schulhund in der Kleingruppen- und Einzelarbeit
7 Grenzen der hundegestützten Pädagogik
8 Fazit
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Diese Arbeit untersucht den Einsatz von Hunden in Schulen als pädagogische Unterstützung, insbesondere für Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf. Die Forschungsfrage fokussiert sich darauf, inwiefern ein Schulhund zur Förderung der sozio-emotionalen Entwicklung beitragen kann, welche Rahmenbedingungen hierfür notwendig sind und wo die Grenzen dieses pädagogischen Ansatzes liegen.
- Grundlagen und Definitionen der hundegestützten Pädagogik
- Anforderungen an die Ausbildung zum Mensch-Hund-Team
- Wissenschaftlich belegte Wirkeffekte von Hunden im Schulalltag
- Voraussetzungen für den rechtssicheren und tiergerechten Schuleinsatz
- Einsatzszenarien in Einzel-, Kleingruppen- und Klassenarbeit
Auszug aus dem Buch
4.1 Wirkeffekte von Hunden in der Schule
Den Anstoß für die wissenschaftliche und praktische Auseinandersetzung mit dem Thema Hundegestützte Pädagogik/Therapie gab der Kinderpsychotherapeut Boris M. Levinson. Er bemerkte während einer Therapiestunde, wie ein kleiner Junge, der in seinen vorherigen Therapiestunden bei anderen Therapeuten keinen Kontakt zu Erwachsenen oder seiner Umwelt aufnahm, gleich in der ersten Therapiesitzung in Kontakt mit seinem Hund Jingles trat. Der Junge begegnete dem Hund zufällig und streichelte ihn augenblicklich. Nach mehreren Therapiesitzungen mit dem Hund nahm der Junge dann über Jingles Kontakt zu Levinson auf. Seitdem setzte Levinson den Hund bewusst in Therapiestunden ein. Seine Erfahrungen und Erkenntnisse veröffentlichte er in wissenschaftlichen Artikeln und Büchern.
„Durch den Kontakt mit einem Hund können verschüttete, verdrängte Bedürfnisse nach Kontakt und Nähe reaktiviert werden. Soziale Ängste, die den Umgang mit anderen Menschen erschweren, verhindern oder in sozial nicht akzeptable Bahnen lenken, können in der Interaktion mit dem Hund eher abgebaut werden als mit Menschen. Das Arbeiten mit einem Schulhund hilft Schülern Rücksichtnahme, soziale Sensibilität und angemessene Formen der Selbstbehauptung (Konsequenz) zu erlernen.“ (Heyer/Kloke 2013, 21)
Im Bereich der sozio-emotionalen Entwicklung, im Lern- und Arbeitsverhalten und im Bereich der Kommunikation werden bei Kindern und Jugendlichen immer häufiger Defizite beobachtet, und dies nicht nur an speziellen Förderschulen. Diese Defizite können den Schulalltag enorm beeinträchtigen, da sie zu umfassenden Verhaltensproblemen der SchülerInnen führen können.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung erläutert die persönliche Motivation der Autorin und steckt den Rahmen für die Analyse der hundegestützten Pädagogik ab.
2 Hundegestützte Pädagogik – Begriffserklärung und -definition: Dieses Kapitel differenziert zwischen verschiedenen Formen tiergestützter Interventionen und führt eine fachliche Definition für den pädagogischen Kontext ein.
3 Ausbildung des Mensch-Hund-Teams: Hier werden die fehlenden einheitlichen Standards in Deutschland thematisiert und ein Drei-Stufen-Modell für die fachgerechte Ausbildung vorgestellt.
4 Warum soll ein Hund in die Schule?: Das Kapitel beleuchtet wissenschaftliche Wirkmechanismen und stellt zehn Thesen auf, die den positiven Einfluss eines Schulhundes auf Klima und Lernen begründen.
5 Bedingungen/Voraussetzungen für den Einsatz eines Schulhunds: Dieser Abschnitt erläutert die notwendigen Rahmenbedingungen hinsichtlich rechtlicher Aspekte, der Anforderungen an Hund, Lehrkraft und Schule sowie den Umgang mit SchülerInnen.
6 Einsatzmöglichkeiten von Schulhunden und damit verbundene Ziele: Hier werden konkrete pädagogische Ziele und Einsatzformen des Hundes in Klassen- oder Kleingruppensettings dargelegt.
7 Grenzen der hundegestützten Pädagogik: Dieses Kapitel kritisiert die Vorstellung eines Allheilmittels und weist auf notwendige Erholungsphasen für das Tier sowie die Grenze der Verantwortlichkeit hin.
8 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Schulhunde eine wertvolle Unterstützung bei Inklusion und Förderbedarf darstellen, mahnt jedoch mehr Professionalität und Struktur in der Ausbildung an.
Schlüsselwörter
Hundegestützte Pädagogik, Schulhund, Mensch-Hund-Team, Soziale Entwicklung, Inklusion, Klassenklima, Angstabbau, Sonderpädagogik, Motivationsförderung, Stressreduktion, Bindung, Tiergestützte Intervention, Schulalltag, Resilienz, Erziehung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Integration von Hunden in das schulische Umfeld als pädagogisches Instrument, um Lernprozesse und die sozio-emotionale Entwicklung von Schülern zu unterstützen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die Definition der hundegestützten Pädagogik, die Ausbildungskriterien, die Wirkeffekte auf die Klassengemeinschaft sowie die organisatorischen und ethischen Rahmenbedingungen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie ein Schulhund effektiv zur Förderung von SchülerInnen eingesetzt werden kann und welche Voraussetzungen und Grenzen dabei beachtet werden müssen.
Welche wissenschaftlichen Hintergründe werden verwendet?
Es werden Konzepte wie die „Biophilie-Hypothese“ und die „Du-Evidenz“ sowie einschlägige Fachliteratur (z. B. Beetz, Heyer/Kloke) herangezogen, um die Wirksamkeit zu untermauern.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung, die detaillierte Beschreibung des Drei-Stufen-Ausbildungsmodells, die Analyse der Wirkeffekte und die praktischen Anforderungen an Schule und Lehrkraft.
Welche Rolle spielt die Inklusion in der Arbeit?
Der Einsatz des Schulhundes wird insbesondere im Kontext der Inklusion als Chance gesehen, um auf die Bedürfnisse traumatisierter oder verhaltensauffälliger Kinder gezielter einzugehen.
Was bedeutet das „Drei-Stufen-Modell“ konkret?
Es beschreibt den Ausbildungsweg des Hundes: Angefangen bei der Prüfung der Charaktereigenschaften, über die Grundausbildung und Erziehung bis hin zur spezifischen Spezialisierung für den Schuleinsatz.
Wie wird mit dem Thema Allergien umgegangen?
Die Arbeit erläutert, dass eine Hundeallergie kein generelles Ausschlusskriterium sein muss, da durch Hygienemaßnahmen und räumliche Distanzierung oft Lösungen gefunden werden können.
- Arbeit zitieren
- Sharon Wynne (Autor:in), 2017, Hundegestützte Pädagogik. Schulhunde im Klassenzimmer, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/388179