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Die Angliederung Burgunds an das Reich unter Berücksichtigung der Ansätze transpersonaler Staatsvorstellungen bei Kaiser Konrad II.

Title: Die Angliederung Burgunds an das Reich unter Berücksichtigung der Ansätze transpersonaler Staatsvorstellungen bei Kaiser Konrad II.

Seminar Paper , 2005 , 17 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Henriette Kunz (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
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Mit der Königkrönung Konrads II. am 8. September 1024 in Mainz übernahm eine neue Dynastie die Herrschaft über das Römische Reich: das Geschlecht der Salier gelangte nun nach dem sächsischen Haus – dessen männliche Linie mit dem Tod Heinrichs II. erlosch – an die Macht.
In der Regierungszeit des ersten Saliers können erstmals unmittelbar fassbare Ansätze bezüglich der Transpersonalität im Herrschaftsdenken, das noch im 10. Jahrhundert durch stark personal-gentile Vorstellungen geprägt war, ausgemacht werden.
Dennoch muss betont werden, dass dies ausschließlich Ansätze sind, denn Konrad II. war nachweislich noch zu sehr mit der ottonischen Tradition verhaftet, sodass dies nicht zu einer allgemeingültigen Ansicht erhoben werden kann. Politische Interessen schienen hier doch eher die vorrangige Rolle gespielt zu haben: als Begründer eines neuen Königsgeschlechtes forderte Konrad II. alle Rechte seines ottonischen Vorgängers für sich und musste daher auf die Kontinuität des Reiches bauen.
Der beschriebenen Problematik versucht die vorliegende Arbeit anhand des Beispiels der Angliederung Burgunds an das mittelalterliche Imperium, das diese neuartigen Schritte in Richtung der Konstituierung des Königtums als eine überdauernde Institution unmittelbar berühren, gerecht zu werden.
Den Beginn bildet eine Darstellung der burgundischen Frage unter Heinrich II., daran anschließend werden zum weiteren Verständnis die transpersonalen Ansichten Konrads II. näher erläutert, was weiterhin in einen Abriss der burgundischen Problematik in der Herrschaftszeit Konrads II. mündet. Ein Überblick über die Bedeutung und Stellung Burgunds im Reichsverband wurde im letzten Kapitel des Hauptteils realisiert.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das burgundische Erbe

3. Ansätze zur transpersonalen Staatsansicht bei Konrad II.

4. Die burgundische Frage unter Konrad II.

4.1. Die Erneuerung des Vertrages von Mainz und die Situation beim Tod Rudolfs III.

4.2. Die Konfrontation mit Odo I. von der Champagne und die endgültige Angliederung Burgunds

5. Bedeutung und Stellung Burgunds im Reichsverband

6. Zusammenfassung

7. Quellen- und Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Forschungsschwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die Angliederung des Königreichs Burgund an das mittelalterliche Römische Reich unter Kaiser Konrad II. Dabei steht die zentrale Forschungsfrage im Mittelpunkt, inwiefern Konrad II. durch neue Ansätze einer transpersonalen Staatsvorstellung – also das Verständnis des Königtums als überdauernde Institution unabhängig von der Person des Herrschers – in der Lage war, dieses Territorium erfolgreich in das Reichsgefüge zu integrieren.

  • Analyse des burgundischen Erbes und der vertraglichen Bindungen unter Heinrich II.
  • Untersuchung der herrschaftstheoretischen Innovationen bei Konrad II.
  • Darstellung der politischen Auseinandersetzungen mit Odo I. von der Champagne.
  • Bewertung der administrativen Bedeutung Burgunds als Durchgangsland für die Italienpolitik.
  • Beurteilung der Integration Burgunds im Vergleich zu anderen Reichsgebieten.

Auszug aus dem Buch

3. Ansätze zur transpersonalen Staatsansicht bei Konrad II.

Si rex periit, regnum remansit, sicut navis remanet, cuius gubernator cadit.49 Diese Worte, die Konrad II. laut der Überlieferung Wipos in einer Auseinandersetzung mit aufrührerischen Pavesern geäußert haben soll, scheinen den Auftakt zu einer neuen, transpersonalen Staatsvorstellung zu bilden. 50

Die Vorgeschichte sei hier kurz erwähnt: in dem Glauben, dass Herrschaft und Reich untrennbar mit der Person des jeweiligen Herrschers verbunden war, zerstörte nach dem Tod Heinrichs II. ein Teil der Bevölkerung Pavias den Königspalast, der damals als eine „Zwingburg“51 empfunden wurde. Nach ihrer Auffassung hatten sie damit niemanden beleidigt, denn der Tod des Herrschers machte diese Pfalz sozusagen herrenlos und stand demnach jeder fremden Bemächtigung offen: [...] quo defunco cum nullum regem haberemus, regis nostri donum destruxisse non iure accusabimur.52

Der König lässt im folgenden jedoch eine andere Perspektive einfließen: Scio [...], quod donum regis vestri non destruxistis, cum eo tempore nullum haberetis; sed donum regalem scidisse, non valetis inficiari.53 Die Ersetzung von domus regis durch domus regalis impliziert die Unterscheidung von „Haus“- und „Reichsgut“ und stellt das regnum der eingangs zitierten Worte „als eine von der Person des Herrschers unabhängige überpersönliche Größe“54 dar.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema der burgundischen Angliederung ein und skizziert die methodische sowie theoretische Herangehensweise hinsichtlich der transpersonalen Herrschaftskonzeption Konrads II.

2. Das burgundische Erbe: Dieses Kapitel behandelt die erbrechtliche Ausgangslage und die vertraglichen Vorbemühungen Heinrichs II. zur Sicherung Burgunds für das Reich.

3. Ansätze zur transpersonalen Staatsansicht bei Konrad II.: Der Autor erläutert hier die theoretische Abkehr von rein personalen Herrschaftsvorstellungen hin zu einer institutionellen Staatsauffassung am Beispiel der Auseinandersetzung mit der Stadt Pavia.

4. Die burgundische Frage unter Konrad II.: Dieser Abschnitt analysiert die konkrete Umsetzung der Integration Burgunds, die Erneuerung der Verträge und die militärische Durchsetzung gegenüber konkurrierenden Anwärtern.

5. Bedeutung und Stellung Burgunds im Reichsverband: Hier wird der Status Burgunds als Fernzone sowie seine strategische Relevanz als Durchgangsland für die Italienpolitik diskutiert.

6. Zusammenfassung: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, wonach Konrad II. durch ein neues Herrschaftsverständnis und konsequentes Vorgehen die Angliederung Burgunds erfolgreich realisieren konnte.

7. Quellen- und Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Primärquellen und der einschlägigen wissenschaftlichen Sekundärliteratur zur mittelalterlichen Geschichte.

Schlüsselwörter

Konrad II., Burgund, transpersonale Staatsvorstellung, Salier, Reichsstruktur, Rudolf III., Odo I. von der Champagne, Herrschaftslegitimation, Mittelalter, Regnum, Italienpolitik, Alpenpässe, Institution, Lehnsrecht.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit im Kern?

Die Arbeit untersucht, wie es Kaiser Konrad II. gelang, das Königreich Burgund durch einen rechtlichen und politischen Integrationsprozess dauerhaft in das Römische Reich einzugliedern.

Welche zentralen Themenfelder werden analysiert?

Die Schwerpunkte liegen auf der Entwicklung mittelalterlicher Staatsvorstellungen, der Bedeutung dynastischer Erbansprüche und der strategischen Rolle Burgunds als geographische Brücke nach Italien.

Was ist die primäre Forschungsfrage der Arbeit?

Die Forschungsfrage konzentriert sich darauf, inwiefern der Übergang von einer personalen zu einer transpersonalen Staatsansicht die Grundlage für die Einbindung Burgunds in die salische Herrschaft bildete.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Es handelt sich um eine historisch-analytische Arbeit, die primär auf der Auswertung zeitgenössischer Chroniken (Thietmar, Wipo) sowie moderner Sekundärliteratur zu den salisch-ottonischen Herrschaftsstrukturen basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Untersuchung der theoretischen Grundlagen (Ansätze zur Transpersonalität), die historische Aufarbeitung der burgundischen Erbe-Frage und die Darstellung der machtpolitischen Auseinandersetzungen mit Odo I. von der Champagne.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Neben dem historischen Kontext des 11. Jahrhunderts sind die Begriffe "transpersonale Staatsvorstellung", "salische Herrschaft", "Burgundische Angliederung" und "Reichsintegration" für das Verständnis essentiell.

Welche Rolle spielte die Kaiserin Gisela bei der Integration Burgunds?

Als Nichte des burgundischen Königs Rudolf III. fungierte Gisela als zentrale Vermittlungsfigur, die entscheidend dazu beitrug, den lehnsrechtlichen Zugriff Konrads II. auf den burgundischen Thron zu legitimieren und zu sichern.

Warum war die Kontrolle über Burgund für Konrad II. so bedeutend?

Burgund war vor allem aufgrund der zentralen Alpenpässe (z.B. Großer Sankt Bernhard, Simplon) von überragender strategischer Bedeutung für die Verbindung des deutschen Reiches mit dem Regnum Italiae.

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Details

Title
Die Angliederung Burgunds an das Reich unter Berücksichtigung der Ansätze transpersonaler Staatsvorstellungen bei Kaiser Konrad II.
College
Dresden Technical University  (Geschichte)
Course
Reichsstruktur in ottonisch-salischer Zeit (Proseminar) - Sommersemester 2004
Grade
1,7
Author
Henriette Kunz (Author)
Publication Year
2005
Pages
17
Catalog Number
V38818
ISBN (eBook)
9783638377782
ISBN (Book)
9783638790369
Language
German
Tags
Angliederung Burgunds Reich Berücksichtigung Ansätze Staatsvorstellungen Kaiser Konrad Reichsstruktur Zeit Sommersemester
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Henriette Kunz (Author), 2005, Die Angliederung Burgunds an das Reich unter Berücksichtigung der Ansätze transpersonaler Staatsvorstellungen bei Kaiser Konrad II., Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/38818
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