Planung, Organisation und Steuerung von Schulsozialarbeit und Jugendsozialarbeit an Schulen


Studienarbeit, 2016
19 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

2
Inhaltsverzeichnis
A. Themenaufriss ... 3
B. Schulsozialarbeit und Jugendsozialarbeit an Schulen ... 3
1. Definition von Schulsozialarbeit und Jugendsozialarbeit ... 3
1.1 Konkrete Arbeit der Jugendsozialarbeit ... 4
1.2 Rechtliche und organisatorische Strukturen ... 7
2. Verankerung von Kindheit und Jugend in Schule und Jugendhilfe ... 8
2.1 Rechtliche Verankerung und Leistungen ... 8
2.2 Rahmenbedingungen der Schulsozialarbeit ... 9
2.3 Finanzielle Rahmenbedingungen ... 13
2.4 Räumliche Rahmenbedingungen ... 13
2.5 Materiell-technische Rahmenbedingungen ... 14
2.6 Kooperationsbezogene Rahmenbedingungen ... 14
3. Qualitätssicherung in der Jugendsozialarbeit an Schulen ... 15
3.1 Qualifikationsrahmen für das Berufsfeld Schulsozialarbeit ... 15
3.2 Landesarbeitsgemeinschaft Schulsozialarbeit Bayern e.V. ... 16
C. Fazit ... 18
Literaturangaben ... 19

3
A. Themenaufriss
Im Folgenden wird der Vermutung nachgegangen, dass Schule und Jugendhilfe in der Lage
sind, der Planung, Organisation und Steuerung von Schulsozialarbeit und Jugendsozialarbeit
an Schulen (in Bayern) im Kontext der Verankerung von Kindheit und Jugend so
beizutragen, dass Schulsozialarbeit gelingt.
Ein erstes Überdenken der vorzufindenden Probleme, Voraussetzungen und
Bedingungen der Planung, Organisation und Steuerung von Schulsozialarbeit und
Jugendsozialarbeit an Schulen (in Bayern) im Kontext der Verankerung von Kindheit und
Jugend (Schule und Jugendhilfe) führt zur zentralen These dieser Arbeit, die sich wie folgt
zusammensetzt:
A: Welche Aspekte müssen abgedeckt werden, damit Schulsozialarbeit gelingt?
B: Welcher Träger ist am besten geeignet?
C: Welche Rahmenbedingungen müssen gegeben sein?
Ausgehend von dieser zentralen These wird die Planung, Organisation und Steuerung von
Schulsozialarbeit und Jugendsozialarbeit an Schulen (in Bayern) im Kontext der
Verankerung von Kindheit und Jugend (Schule und Jugendhilfe) verstanden als ein
komplexes Konstrukt, welches sich aus vielen Ebenen zusammensetzt und von allen getragen
und angenommen werden muss.
In diesem Kontext wird angestrebt, die vorangestellten Fragen und die These weiter zu
entwickeln, zu erläutern, exemplarisch darzustellen und letztlich zu beantworten.
B. Schulsozialarbeit und Jugendsozialarbeit an Schulen
1. Definition von Schulsozialarbeit und Jugendsozialarbeit
Schulsozialarbeit und Jugendsozialarbeit (JaS) ist die intensivste Form der Zusammenarbeit
von Jugendhilfe und Schule und steht unter der Hauptverantwortung des Jugendamtes. Als
Zielgruppe sind junge Menschen mit erzieherischen, sozialen, familiären, psychosozialen
Problemen, einer erhöhter Aggressivität bzw. Gewaltbereitschaft und/oder erschwerter
Integration in das soziale beziehungsweise berufliche Umfeld, bedingt durch einen
Migrationshintergrund zu nennen. Trotz der unterschiedlichen Hintergründe der Klienten
sind auch allgemeine Ziele für alle zu nennen: Förderung der Entwicklung, Schaffung von
Entwicklungschancen und Aufklärung der Erziehungsberechtigten. Dies soll durch
Einzelhilfe wie Beratung der SchülerInnen, ihrer Eltern und LehrerInnen, Gruppen- und
Projektarbeiten, Trainingskurse, verschiedene Freizeitgestaltungsangebote, Themenabende zu

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speziellen Erziehungsproblemen und einer eventuellen Vermittlung weiterer Leistungen der
Jugendhilfe.
1
Dies ist im §13 SGB VIII festgehalten:
§13 Jugendsozialarbeit
(1) Jungen Menschen, die zum
Ausgleich sozialer Benachteiligungen
oder zur
Überwindung
individueller Beeinträchtigungen
in erhöhtem Maße auf Unterstützung angewiesen sind,
sollen im Rahmen der Jugendhilfe
sozialpädagogische Hilfen
angeboten werden, die ihre
schulische und berufliche Ausbildung, Eingliederung in die Arbeitswelt und ihre soziale
Integration fördern.
(2) Soweit die Ausbildung dieser jungen Menschen nicht durch Maßnahmen und Programme
anderer Träger und Organisationen sichergestellt wird, können geeignete sozialpädagogisch
begleitete
Ausbildungs- und Beschäftigungsmaßnahmen
angeboten werden, die den
Fähigkeiten und dem Entwicklungsstand dieser jungen Menschen
Rechnung tragen.
(3) Jungen Menschen kann während der Teilnahme an schulischen oder beruflichen
Bildungsmaßnahmen oder bei der beruflichen Eingliederung Unterkunft in sozialpädagogisch
begleiteten Wohnformen angeboten werden. In diesen Fällen sollen auch der notwendige
Unterhalt des jungen Menschen sichergestellt und Krankenhilfe nach Maßgabe des § 40
geleistet werden.
(4) Die Angebote sollen mit den Maßnahmen der Schulverwaltung, der Bundesagentur für
Arbeit, der Träger betrieblicher und außerbetrieblicher Ausbildung sowie der Träger von
Beschäftigungsangeboten abgestimmt werden.
2
1.1 Konkrete Arbeit der Jugendsozialarbeit
3
Jugendsozialarbeit wird nach §13 SGB VIII als Zweigstelle des Jugendamtes definiert. Die
dort arbeitenden Fachkräfte sind zugleich Ansprechpartner und Vermittler.
Zu den wichtigsten Aufgaben gehören:
- Öffentlichkeitsarbeit
Dies bedeutet, dass das herrschende Konzept und die Arbeitswesen gegenüber dem
Lehrerkollegium, dem Elternbeirat, den Schülern und auch bei Elternabenden präsentiert
werden müssen.
1
1
vgl. Bundesweite Informations- und Vernetzungsseite zur Schulsozialarbeit in Deutschland 2013,
Landeshauptstadt München Sozialreferat Stadtjugendamt, Abteilung Kinder, Jugend und Familie
2
vgl. Bundesministerium der Justiz und Verbraucherschutz
3
vgl. Renges, Lerch-Wolfrum S.24-33

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Auch andere Methoden, wie die Einrichtung einer eigenen Homepage, eine Informationsseite
im Jahresbericht bzw. in der Schülerzeitung usw., sollten genutzt werden.
- Einschätzung der Situationen von Klassen, Gruppen und Individuen
Um erfolgreich agieren zu können, müssen sich die MitarbeiterInnen der JaS zunächst einmal
ein klares Bild über die jeweilige Wirklichkeit der einzelnen SchülerInnen, der bestehenden
Gruppen und der Klasse machen.
- Anknüpfungspunkte und Vertrauen schaffen
Offene Angebote wie Schülercafés, Schülertreffs oder Ähnliches können solche
Anknüpfungspunkte und Vertrauen schaffen. Ihr niederschwelliger Zugang durch eine
lockere Atmosphäre, sowie bekannte und regelmäßige Öffnungszeiten, ermöglicht es den
Kindern und Jugendlichen Kontakt zur JaS aufzunehmen, um für spätere Beratungen eine
Basis zu schaffen. Hierbei ist es jedoch nicht die Aufgabe der JaS, die Betreuung dieser
Angebote zu gewährleisten. Somit ist eine Kooperation mit den Lehrern, Eltern und Trägern
der Jugendarbeit unerlässlich.
- Sozialpädagogische Gruppenarbeit
Sozialpädagogische Gruppenarbeiten verfolgen das Ziel soziale Kompetenzen der
SchülerInnen zu stärken. Insbesondere sollen Entwicklungsschwierigkeiten und
Verhaltensauffälligkeiten überwunden werden.
Alle Variationen der Gruppenarbeiten beinhalten folgende Themen:
- Einübung sozialer Umgangsformen
- Unterstützung beim Ausbau der Kommunikations- und Beziehungsfähigkeit
- Aufdeckung und Entwicklung von Interessen und Stärken
- Akzeptanz der Umgangsregeln
- Förderung der Konfliktfähigkeit
- Kräftigung des Selbstvertrauens und des Gruppengefühls
Dies findet in folgenden Formen statt:
- Gruppenarbeiten zur Förderung der Konfliktfähigkeit
- Gruppenarbeiten zu geschlechterspezifischen Fragen
- themenorientierte Gruppen
- berufsvorbereitende Gruppen
Aufgrund der hohen Schüleranzahl in Klassen ist es sinnvoll, mit jenen Projekte
durchzuführen. Diese können sich auf spezielle Klassenprobleme, bestimmte Themen und
Ergänzungen zum Abschluss beziehen oder als beobachtende Teilnahme am Unterricht
durchgeführt werden.

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Wenn Probleme in der Klasse vorliegen, sollten vor allem Sozialtrainings zur Stärkung von
Sozialkompetenzen und der Konfliktfähigkeit der SchülerInnen, zur Förderung der
Klassengemeinschaft, zum Abbau von Mobbing-Gefügen und Aggressivität, zur Integration
und zur Vermeidung von Schulverweigerung, ermöglicht werden.
Themenspezifische Projekte können zum Beispiel Lebens- und Berufsplanung, Sexualität
und Suchtprävention thematisieren.
Um Abschlussklassen bessere Möglichkeiten im Übergang Schule - Beruf zu verbessern,
sollten Kooperationen und Netzwerke mit der Agentur für Arbeit und Betrieben bestehen.
Die sozialpädagogische Fachkraft kann auch durch gezielte Beobachtung einzelner
SchülerInnen und Gruppen die Lehrkräfte beraten und bei Bedarf angemessene
Sozialtrainings einzusetzen.
- Einzelberatung
Die Einzelberatung ist ein wichtiger Teil der Jugendsozialarbeit an Schulen. Sowohl die
Fachkraft, als auch der/die SchülerIn oder Lehrkräfte können den Kontakt initiieren, wann
immer sich eine passende Gelegenheit im Rahmen des Arbeitsfeldes bietet. Sinnvoll wäre
dies z.B. in der Pause, im Schülercafé oder im Büro der Fachkraft.
Die Beratung wird vom sozialpädagogischen Mitarbeiter gezielt vor- und nachbereitet und
findet zu abgesprochenen Terminen statt. Sie findet meistens nur kurz statt und sind von
spontanen und akuten Charakter.
Folgende Themen werden häufig aufgegriffen:
- Probleme der Persönlichkeitsentwicklung
- Konflikte mit Eltern
- Schwierigkeiten in der Schule (Versagen, Mobbing, ungerechte Behandlung durch
Lehrkräfte, etc.)
- Soziale Auffälligkeiten
- Angst vor der Zukunft
Diskretion und Freiwilligkeit sind hierbei essentiell. Informationen dürfen somit nur bei
Einwilligung des Schülers weitergegeben werden. Sinnvoll können auch gemeinsame
Gespräche der verschiedenen beteiligten Parteien sein.
- Elternarbeit
Da Eltern ebenfalls eine wichtige Zielgruppe der JaS ist, werden auch hier Beratungen und
Unterstützung durchgeführt. Die Kontaktaufnahme kann wiederum von beiden Partien
durchgeführt werden. Wichtig ist es in diesem Punkt, dass die Termine auf Zeiten gelegt
werden, die auch von berufstätigen Eltern wahrgenommen werden können.
Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Planung, Organisation und Steuerung von Schulsozialarbeit und Jugendsozialarbeit an Schulen
Hochschule
Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt
Note
1,0
Autor
Jahr
2016
Seiten
19
Katalognummer
V388243
ISBN (eBook)
9783668626850
ISBN (Buch)
9783668626867
Dateigröße
545 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
planung, organisation, steuerung, schulsozialarbeit, jugendsozialarbeit, schulen
Arbeit zitieren
Anna Burghart (Autor), 2016, Planung, Organisation und Steuerung von Schulsozialarbeit und Jugendsozialarbeit an Schulen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/388243

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