Erkrankung des zentralen Nervensystems. Multiple Sklerose


Hausarbeit, 2013

22 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung

2. Hauptteil
2.1 Fallbeispiel
2.2 Betrachtung des Fallbeispiels aus verschiedenen Perspektiven
2.2.1 Familiärer und sozialer Hintergrund
2.2.2 Erweiterte Anamnese
2.3 Auseinandersetzung mit dem Fallbeispiel und Bezug
2.3.1 Medizinische Perspektive
2.3.2 Gesundheit und Krankheit in der Biographie
2.3.3 Psychologische Perspektive
2.3.4 Soziologische Perspektive
2.4 Interventionsmöglichkeiten der Sozialen Arbeit

3. Schluss/ Fazit

4. Abkürzungen

5. Anhang

6. Literaturverzeichnis

7. Eidesstattliche Erklärung

1. Einleitung

Bei der vorliegenden Hausarbeit möchte ich mich mit der Krankheit Multiple Sklerose beschäftigen. Für dieses Thema habe ich mich einerseits entschieden, da die Krankheit in der Gesellschaft wenig bekannt und erkannt ist und auch die Forschung in diesem Bereich noch nicht so weit voran geschritten ist. Auch die Hilfen von der Sozialen Arbeit sind hier bisher gegrenzt Andererseits bin ich persönlich auch von diesem Thema familiär betroffen. Die zentrale Frage bei dieser Hausarbeit ist, wie Bewältigung und der Verlauf der MS anhand eines Fallbeispiels aussehen kann und welche Möglichkeiten die Soziale Arbeit hat, die Erkrankten zu unterstützen. Dabei soll möglichst eine Verknüpfung im Bereich der Gesundheit und psychologischen sowohl soziologischen Bereich hergestellt werden. Ziel ist es, die Unterstützung und die Soziale Arbeit auch in diesem Bereich als ein Arbeitsfeld zu erkennen. Der ganzheitliche Blick nicht nur auf den erkrankten Menschen, sondern auch auf seine finanzielle Situation und sein soziales Umfeld. Die Auswirkungen und Belastungen der Krankheit für die Person aber auch für die Partnerschaft und die Familie.

Die recherchierte Literatur war zum einen schwer zu finden, da wie oben genannt bisher nur wenige Untersuchungen vorhanden sind und auch Thema immer unter dem Aspekt der Bewältigung und der medizinischen Sicht betrachtet wurde. Um alle Teilgebiete des Modules abzudecken, war auch Literatur zur sozialen Ungleichheit und Psychologie notwendig. Rein spezifische Fachliteratur zur MS reichte dabei nicht aus. Im Folgenden werde ich die Abkürzung MS für Multiple Sklerose verwenden. Auch eine geschlechtersensible Schreibweise ist vorgesehen. Die Forschung beschäftigt sich vorwiegend, wie MS Betroffenen in Selbsthilfegruppen geholfen werden kann. Die Ursachen sind bisher wenig erforscht. Die medizinische Perspektive ist sehr weit ausgebaut. Jedoch bleiben soziale Bedingungen und Hilfen eher abgeschlagen.

Zu Beginn der Hausarbeit hatte ich mich mit den Symptomen und dem generellen Krankheitsbild der MS beschäftigt. Dadurch erhielt ich einen ausreichenden Eindruck wie sich MS zeigt. Auch die Behandlungsmerkmale zu kenne, war dabei wichtig. Danach habe ich mich mit dem Fallbeispiel beschäftigt, welches eine leichtere Form der MS spiegeln soll. Dies habe ich gewählt, da dies mir persönlich so bekannt ist, aber auch um die Interventionen der Sozialen Arbeit eher auf den pädagogischen Bezug zu beschränken und nicht auf den pflegerischen Bereich. Die psychologische Perspektive möchte ich auch etwas kürzer fassen, da dies keine Hauptsymptomatik der Erkrankung ist und auch MS zu den somatischen Erkrankungen gezählt wird.

2. Hauptteil

2.1 Fallbeispiel:

Frau K. ist 45 Jahre alt und lebt seit ihrer Geburt im Dorf Weserdorf. Sie ist bereits 20 Jahre mit ihrem Partner verheiratet. Sie besitzen ein gemeinsames Haus, bei dem die Schuldlast fast abbezahlt ist. Frau K. arbeitet seit dem letzten Berufswechsel nun auch bereits wieder 5 Jahre Teilzeit in der Apotheke in der Nachbarstadt. Sie hat vorwiegend sitzende Tätigkeiten am PC zu tun. Der Kontakt mit den ArbeitskollegInnen ist positiv und die Arbeit bereitet ihr Freude. In Stresssituationen werden diese dann häufig mit nach Hause genommen. Herr K. arbeitet Vollzeit in einer kleinen Firma ebenfalls in der Nachbarschaft. Häufig kommt er gestresst von der Arbeit und unterstützt Frau K. in den hauswirtschaftlichen Tätigkeiten nur wenig. Er wirkt dann meist abweisend. Frau und Herr K. haben 2 Töchter, im Alter von 10 und 15 Jahren. Nach der Geburt der 2. Tochter leidete Frau K. unter Depressionen und empfand das tägliche Zuhause sein als keine Entspannung. Sie war häufig angespannt und schnell reizbar.

Seit nun mehreren Jahren ist Frau K. häufig müde, hierbei spricht sie aber von einer Ermüdung. Sie fühlt sich abgeschlagen und hat Sorge um die Verschlechterung ihrer Lebensqualität. In der Arbeit aber auch zuhause fällt diese Ermüdung immer häufig auf und Frau K. steht immer mehr unter einem Rechtfertigungsdruck. Des Weiteren treten auch häufig bei den Arbeiten am PC, Sensibilitätsstörungen auf, sie hat häufig ein Kribbeln oder auch Taubheitsgefühl in den Händen. Beim Einkaufen und Straßenverkehr sieht Frau K. die Gegenstände oft verschwommen oder kann Abstände oder Absätze nicht richtig einschätzen. Nach einem Gespräch mit ihrem Mann beschließt sie zuerst zu ihrem Hausarzt zu gehen. (vgl. Griesehop 2003, S. 23-25)

Dieser überweist aufgrund des verschwommen Sehens zum Augenarzt den Frau K. ebenfalls besucht. Dieser stellt die Diagnose der Entzündung des Sehnervs und einer Verringerung des Sehens heraus. Er überweit Frau K. aufgrund der weiteren Symptome wie kribbeln etc. zu einem Neurologen. Aufgrund der Krankheitslage und der ständigen Arztbesuche zeigt Frau K. erste Anzeichen einer depressiven Stimmung. Sie leidet unter Schlafstörungen und fühlt sich durch die vielen Arztbesuche im Stich gelassen. Nach einer weiteren Untersuchung wird Frau K. nach Stuttgart zu einem Neurospezialisten überwiesen, welcher nach einigen Untersuchungen feststellt, dass Frau K. wohl an MS leidet. Die Entzündung des Sehnervs betitelt er auch als Schub. Das Mitteilen der Diagnose erfolgt durch den Arzt, jedoch erhält sie keine weitere Unterstützung oder Hilfe doch das Personal.

Die Diagnose stützt Frau K. in große Unsicherheiten wie es mit der Familie, dem Beruf etc. weitergehen soll. Sie leidet verstärkt unter Schlafstörungen ist gereizt, hat Schmerzen und verfällt auch häufig in Traurigkeit. Sie zeigt depressive Symptome und hat Angst vor weiteren Schüben und Behinderungen. Auch Koordinationsstörungen treten immer häufiger auf. Nach langen Überzeugungen des Mannes, erfahren auch die Kinder Frau K. die Erkrankung ihrer Mutter. Auch sie versuchen ebenso wie ihr Mann die Last und Trauer der Mutter aufzufangen und sie soweit als möglich zu unterstützen. Häufig sucht sie neurologische und psychologische Hilfe aus, hat aber immer wieder das Gefühl sich mit Gleichgesinnten auszutauschen. Findet hierbei aber wenig Kontakte oder Anlaufstellen. Frau K. schafft es nach und nach neuen Lebensmut zu schöpfen, ernährt sich gesund und bewusst. Ihr Wohlgefühl bessert sich und nach Ende der Sehnerventzündung erhält sie eine Brille an die sie sich auch gewöhnen muss. Sie beginnt außerdem Sport zu machen. Außerdem nimmt sie sich vor, die Dinge auch etwas gelassener zu sehen, sich privat und auch in der Arbeit etwas kürzer zu treten und sich nicht selbst unter Druck zu setzen. Durch häufige Ausfälle in der Arbeit, gibt es immer wieder Konflikte mit dem Vorgesetzen aber auch mit den ArbeitskollegInnen. Auch durch die sichtbaren Krankheitszeichen und Symptome ist Frau K. sehr unsicher geworden, pflegt wenig ihre sozialen Kontakte und zeigt weniger Selbstbewusstsein wie früher.

2.2 Betrachtung des Fallbeispiels aus verschiedenen Perspektiven:

2.2.1 Familiärer und sozialer Hintergrund:

Eine körperliche Erkrankung bedeutet nicht für den Betroffenen sondern auch für dessen Familienangehörigen eine psychische Belastung. Die psychische Reaktion und Auseinandersetzung des Erwachsenen mit der Krankheit, können zusätzliche Belastungen für das Kind und die Angehörigen bedeuten. Das Ausmaß der Gefährdung ist für mich in diesem Fallbeispiel relativ hoch, da die Töchter einerseits noch sehr jung sind und viele Entwicklungsprozesse aber auch Entwicklungsaufgaben zu bewältigen sind. Auch die Unterstützung des Mannes ist bisher nur wenig zu beachten. Die Eltern-Kind Beziehung könnte erschwert sein. (vgl. Steck 2002, S. 11-12) Bei der MS handelt es sich um eine Krankheit, die sehr unterschiedliche verläuft, sie ist mit viel Ungewissheit und einer ständigen Anpassungsfähigkeit der Familie verbunden. Es ist eine sehr spezielle Belastung, da es eine unzuverlässige und im Verlauf nicht absehbare und nicht beeinflussbare Erkrankung ist.

Die Patienten selbst, aber auch die Angehörigen befinden sich in einem ständigen Angstzustand. Wenn die MS Kranke den Verlust einer Funktion oder Aktivität erfährt, so muss sich die ganze Familie den veränderten Lebensverhältnissen anpassen. Die Unvorhersehbarkeit erschwert die Anpassung kontinuierlich. Daraus resultieren emotionale, soziale Folgen, Schwierigkeiten in der Partnerschaft sowie in der Kommunikation. (vgl. Steck 2002, S. 14-17)

2.2.2 Erweiterte Anamnese:

Bei diesem Punkt sind neben den Hauptbeschwerden und dem alltäglichen Umgang mit der Krankheit auch die Vorgeschichte und die Biographie zu beachten. Die Familienanamnese, sowie die psychiatrische und somatische Anamnese sind hier auch zu benennen. Bei Frau k. liegt das Augenmerk immer noch stark darauf, der Familie gerecht zu werden und ebenso einer Entgeltarbeit nachzugehen. Dies bereitet ihr auf der einen Seite Stress, jedoch möchte sich auch etwas Abwechslung haben, damit sie zu Hause auch nicht so sehr ins Nachdenken über die Krankheit und ihre momentane Situation kommt. Stress ist nach der WHO ein Ungleichgewicht zwischen Anforderung an die betreffende Person und die Fähigkeiten und den Umgang mit dieser. Die Stressoren sind in diesem Fall, dass Frau K. die häuslichen Aufgaben und die Betreuung der Kinder mit ihrer Teilzeitstelle vereinbaren muss, außerdem arbeitet sie viel und versucht es allen Beteiligten „recht“ zu machen. Dabei möchte ist sie ungeduldig und zeigt Anzeichen einer Selbstüberforderung. Sie hat nicht nur den zeitlichen Termindruck, sondern auch die Konflikte in der Familie. Frau K. ist keine Unsicher Person, musste aber nach der Diagnose aber erst wieder neuen Lebensmut schöpfen und ihr Selbstbewusstsein zurückerlangen. Ihre Stressreaktion zeichnet sich bei ihr, im Bereich der psychischen Belastung aus, da sie auch aufgrund ihrer MS depressive Verstimmungen zeigt, aber sie auch den Druck durch Schreien (z.B. sie schreit die Kinder oder ihren Mann an) versucht abzubauen. Auch die physischen Faktoren wie häufiges Liegen und weniger sportliche Aktivitäten d.h. der Antrieb zeigen sich immer deutlicher. Das transaktionelle Stressmodell von R. Lazarus verdeutlicht dies. Frau K. hat durch das Lebensereignis der Diagnose der MS. Eine Situation erhalten mit der sie als Person mit ihren Ressourcen zu einer Bewältigung kommen sollte. Neben dem Lebensereignis hat sie auch noch alltägliche Faktoren wie Kinderbetreuung, Haushalt, Einkäufe, Zeitdruck und die Teilzeitarbeit welche sie belasten.

Bei der Absicherung und finanzielle Hilfen hilfreich sein. Auch die persönlichen Faktoren, wie Selbstwirksamkeit, Gesundheitsbewusstsein, Motivation etc. sollen förderlich sein.

Bei der Bewältigung stand zuerst der Verlust der Gesundheit bei schweren Verläufen der MS, die Bedrohung und später die Herausforderung im Umgang damit. Die Sekundärbewertung überprüft die Vulnerabilität bzw. die Möglichkeit die Erkrankung zu behandeln oder Lebensmut zu schöpfen. Eine Neubewertung der Situation ist meiner Ansicht nach, vor allem durch starke persönliche Faktoren möglich. Dabei beziehe ich mich auf den Begriff der Resilienz, d.h. dass in diesem Fall Frau K. Potentiale entwickelt, mit der Lebenskrise besser umgehen zu können. In ihrem Falle besinnt sie sich mehr auf sich, nennt die Schwierigkeiten in der Familie und nimmt sich selber auch zurück, im Sinne davon, dass sie sich selber nicht mehr so sehr unter Druck setz.

Im Alltag zeigt Frau K. nur in der akuten Phase des Schubes, Anzeichen der Erkrankung. D.h. sie hat die Entzündung des Sehnervs. Nach Abklingen des Schubes kommt es nicht zum Auftreten der Symptome in besonderen Situationen. Jedoch ist zu sagen, dass die depressive Stimmung, sich verstärkt, wenn sie unter Zeitdruck ist und viele Aufgaben auf einmal erfüllen soll. Wenn sich die Symptomatik ändert, kommt es auch zu einer Veränderung des Tagesablaufes, Neustrukturierung der Zeit, auch zu einem sozialen Rückzug und ev. zu einer Pflegeabhängigkeit, je nach Schwere der Schübe. (vgl. Ziegeler 2002, S. 65) Der Begriff des Alltages beschreibt aber nicht nur den konkreten Tagesablauf oder die Symptome die dabei auftreten, sondern auch die gedankliche Auseinandersetzung mit gegenwärtigen aber auch zukünftigen Lebensthemen. (vgl. Ziegeler 2002, S. 62)

2.3 Auseinandersetzung mit dem Fallbeispiel und Bezug

2.3.1 Medizinische Perspektive:

Das ICD-10 ist ein alphanumerisches Kodierungschema, welches aus einem Buchstaben und zwei Zahlen besteht, beinhaltet die gesamte medizinische Diagnosestellung. Das DSM IV im Gegensatz, beinhaltet nur psychische Störungen. Nach ICD- 10 wird multiple Sklerose unter Kapitel VI, Krankheiten des Nervensysteme eingeordnet und findet sich unter der Kodierung G35-G37 „Demyelinisierende Krankheiten des Zentralnervensystems“. (www. Dimidi.de) G35 ist speziell die Multiple Sklerose. In Anlage 2 findet sich eine ausführliche Kodierung mit den einzelnen Ebenen.

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Ende der Leseprobe aus 22 Seiten

Details

Titel
Erkrankung des zentralen Nervensystems. Multiple Sklerose
Hochschule
Hochschule Esslingen
Veranstaltung
Entwicklung unter Risikobedingungen
Note
1,3
Autor
Jahr
2013
Seiten
22
Katalognummer
V388567
ISBN (eBook)
9783668628212
ISBN (Buch)
9783668628229
Dateigröße
627 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Entwicklung, Gesundheit, Krankkeit, Multiple Sklerose, Nervensystem, Biographie, Soziale Arbeit
Arbeit zitieren
Anke Koesterke (Autor), 2013, Erkrankung des zentralen Nervensystems. Multiple Sklerose, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/388567

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