Denkt man an die Zeit der Apartheid Südafrikas, so verbindet man diese mit Unterdrückung und einer Segregation der dunkelhäutigen Bürger von den weißen Bürgern des Landes in jeglichen denkbaren Aspekten und Sichtweisen. Eine Unterwerfung der schwarzen Bürger, soziale und gesellschaftliche Ungleichheit vor den weißen Bürgern und Feindlichkeiten untereinander prägten diese Zeit. Doch gab es auch einige Stimmen, die versuchten mit ihren Protesten und Widerständen kleine Erfolge der Gleichberechtigung zu erzielen. Unter ihnen waren nicht nur international vertretende Stimmen, sondern auch die farbigen Männer und Frauen Afrikas, die gegen die Rassentrennung stimmten und mit ihren Widerständen versuchten, etwas an dieser Situation zu verbessern, gar zu verändern, um dadurch ihren Weg zur Freiheit zu ebnen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Methodik der Bildinterpretation nach E. Panofsky
3. Geschichtlicher Hintergrund: Die Apartheid Südafrikas
3.1 Das Passgesetz in Südafrika
4. Die Frau im Widerstand während der Apartheid - Bildinterpretation nach Panofsky
4.1 Vorikonographische Beschreibung
4.2 Ikonographische Analyse
4.3 Ikonologische Interpretation
5. Die Entwicklungen der Situation der südafrikanischen Frau nach der Apartheid bis heute
6. Fazit
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle der schwarzafrikanischen Frau während der Apartheid in Südafrika anhand einer exemplarischen Bildinterpretation. Dabei wird analysiert, wie diese Frauen durch aktiven Widerstand ihre traditionelle, untergeordnete Rolle durchbrachen und zu eigenständigen politischen Akteurinnen im Kampf gegen Rassentrennung und Unterdrückung wurden.
- Die methodische Anwendung von Erwin Panofskys Dreistufenmodell zur Bildanalyse.
- Historischer Kontext der Apartheid und die systematische Benachteiligung schwarzer Menschen.
- Die spezifische Bedeutung des Passgesetzes als Instrument der Kontrolle und der Widerstand dagegen.
- Die Entwicklung der Frauenrolle von der traditionellen Unterwürfigkeit zur aktiven Partizipation in der Befreiungsbewegung.
- Die Auswirkungen der Post-Apartheid-Ära auf die gesellschaftliche Situation der Frau bis in die Gegenwart.
Auszug aus dem Buch
4.1 Vorikonographische Beschreibung
Das sich im Anhang befindendes Bild ist in Form einer Schwarzweißfotografie festgehalten worden und scheint eine Momentaufnahme zu sein. Es zeigt eine Gruppierung von acht bis zehn dunkelhäutigen Personen auf einer Straße vor einem Gebäude. Die exakte Anzahl der Personen ist nicht eindeutig auszumachen, da zwei Umrisse auf dem Foto erkennbar sind, jedoch nicht absolut offensichtlich ist, ob es sich dabei um Personen handelt oder um Schattierungen. Die erkennbaren Personen sind Frauen. Eine von ihnen, die der Kamera am nächsten steht, trägt ein kleines Kind mit Tüchern umgebunden auf dem Rücken. Vier oder gar fünf Frauen sind durch Plakate oder durch vor sich befindenden Personen teilweise bis möglicher Weise ganz verdeckt. Es ist eine Art Choreographie und Förmigkeit auszumachen, da die Frauen in einer Art Gruppierung stehen und sich der Kamera (auch wenn nur kurz) zuwenden. Fünf der Frauen halten ein quaderförmiges Schild in der Hand. Dieses ist an einem Holzstab befestigt und wird durch einen Holzrahmen und Holzsicherungen an den Ecken stabilisiert. Diese Erkenntnis resultiert aus der Sicht auf das umgedrehte Schild einer Frau auf dem Bild. Insgesamt lassen sich von den fünf Plakaten vier erkennen, die mit der Schriftseite in das Foto gehalten werden. Man erkennt zweierlei Aufschriften auf ihnen: drei der vier sichtbaren Plakate zeigen die englische Aufschrift Women do not want passes (zu Deutsch: Frauen wollen keine Pässe), ein Plakat ist mit dem englischen Satz With passes we are slaves (auf Deutsch: Mit Pässen sind wir Sklaven) ausgeschmückt. Auf allen sichtbaren Plakaten sind nur gut leserliche Großbuchstaben zu sehen. Vier Frauen schauen zudem direkt in die Kamera. Unter ihnen ist auch die Frau mit dem Kind auf dem Rücken, welches auch in Richtung der Kamera blickt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung erläutert die Motivation der Autorin, die Rolle der farbigen Frau im südafrikanischen Apartheid-Widerstand mittels einer Bildinterpretation zu beleuchten.
2. Methodik der Bildinterpretation nach E. Panofsky: Es wird das theoretische Instrumentarium der Bildanalyse nach Erwin Panofsky vorgestellt, das die Analyse in eine vorikonographische, ikonographische und ikonologische Stufe unterteilt.
3. Geschichtlicher Hintergrund: Die Apartheid Südafrikas: Dieses Kapitel liefert den historischen Rahmen, der von der Kolonialzeit bis zur offiziellen Beendigung der Apartheid im Jahr 1990 reicht.
3.1 Das Passgesetz in Südafrika: Hier wird der spezifische Widerstand von Frauen gegen die restriktive Passpflicht thematisiert, die ein zentrales Kontrollinstrument des Apartheid-Regimes darstellte.
4. Die Frau im Widerstand während der Apartheid - Bildinterpretation nach Panofsky: Anwendung der zuvor erarbeiteten Methode auf eine historische Fotografie eines Frauenprotestmarsches.
4.1 Vorikonographische Beschreibung: Detaillierte deskriptive Analyse der abgebildeten Personen, Kleidung und Plakate.
4.2 Ikonographische Analyse: Erläuterung, warum dieser Schritt aufgrund der Beschaffenheit des Fotos als zeitgeschichtliches Dokument in dieser Arbeit zurückgestellt wird.
4.3 Ikonologische Interpretation: Einordnung des Bildes in den historischen Kontext des Frauenprotestmarsches vom 9. August 1956 und dessen Bedeutung für die Frauenbewegung.
5. Die Entwicklungen der Situation der südafrikanischen Frau nach der Apartheid bis heute: Analyse der veränderten Rechtslage für Frauen nach 1994 sowie ein Ausblick auf anhaltende Herausforderungen wie Armut und patriarchale Strukturen.
6. Fazit: Zusammenfassende Beantwortung der Leitfrage nach der Rolle der schwarzen Frau, die sich als aktive Kraft im Widerstand etablierte, wenngleich vollständige Emanzipation ein fortwährender Prozess bleibt.
Schlüsselwörter
Apartheid, Südafrika, Frauenbewegung, Widerstand, Passgesetz, Rassentrennung, Bildinterpretation, Erwin Panofsky, Emanzipation, schwarzafrikanische Frau, politischer Kampf, Menschenrechte, 9. August 1956, Geschlechtergerechtigkeit, ANC.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Rolle der schwarzafrikanischen Frau während der südafrikanischen Apartheid-Ära und analysiert deren Beitrag zum politischen Widerstand gegen das Unterdrückungssystem.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die zentralen Themen sind der historische Kontext der Apartheid, die systematische Unterdrückung durch Gesetze wie das Passgesetz, die Rolle der Frau als politische Aktivistin und die Entwicklung von Frauenrechten nach dem Ende der Apartheid.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die spezifische Rolle der schwarzen Frau während der Apartheid zu definieren und aufzuzeigen, wie sie sich aus traditionellen Rollenbildern befreite, um aktiv für Gleichberechtigung einzutreten.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?
Die Autorin nutzt das Dreistufenmodell der Bildinterpretation nach Erwin Panofsky (vorikonographische Beschreibung, ikonographische Analyse, ikonologische Interpretation), um eine historische Fotografie als Dokument des Widerstands zu interpretieren.
Was wird schwerpunktmäßig im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die historische Einbettung der Apartheid-Gesetzgebung, eine detaillierte Bildinterpretation sowie eine Betrachtung der soziopolitischen Entwicklungen der Frauenrolle vom Widerstand bis zur Post-Apartheid-Gesellschaft.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Apartheid, Widerstand, Frauenbewegung, Emanzipation und das spezifische historische Datum des 9. August 1956.
Welche Bedeutung kommt dem Passgesetz in der Argumentation der Arbeit zu?
Das Passgesetz dient als konkretes Fallbeispiel für die Unterdrückung, das zugleich einen Kristallisationspunkt für den organisierten Widerstand der Frauen bildete, die gegen diese Form der Kontrolle protestierten.
Welche Schlussfolgerung zieht die Autorin bezüglich der heutigen Situation schwarzer Frauen in Südafrika?
Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass trotz bedeutender rechtlicher Fortschritte und der Abschaffung der Apartheid weiterhin soziale Ungleichheit, Armut und patriarchale Abhängigkeiten bestehen, weshalb der Prozess der vollständigen Emanzipation noch nicht abgeschlossen ist.
- Arbeit zitieren
- Luise Jelinek (Autor:in), 2017, Der Widerstand der afrikanischen Frau in Zeiten der Apartheid. Eine Bildinterpretation, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/388573