Psychoanalyse nach Sigmund Freud. Psychoanalytisches Persönlichkeitsmodell und Therapieverfahren


Ausarbeitung, 2017

21 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

2
Inhaltsverzeichnis
1.
EINLEITUNG ... 3
2.
KURZBIOGRAFIE ... 3
3.
DIE GRUNDANNAHMEN DER PSYCHOANALYTISCHEN THEORIE ... 4
3.1
D
IE PSYCHOANALYTISCHE
T
RIEBLEHRE
... 4
3.2
D
AS DYNAMISCHE
M
ODELL
... 5
3.3
D
AS TOPOGRAPHISCHE
M
ODELL
... 6
4.
DAS PSYCHOANALYTISCHE PERSÖNLICHKEITSMODELL ... 7
4.1
D
IE PSYCHOANALYTISCHEN
I
NSTANZEN DES
M
ENSCHEN
... 7
4.2
D
YNAMIK DER
P
ERSÖNLICHKEIT DURCH DIE
I
NSTANZEN
... 8
4.3
A
NGST UND
A
BWEHR
... 9
4.4
A
BWEHRMECHANISMEN DES
M
ENSCHEN
... 10
4.4.1 Sublimierung ... 10
4.4.2 Projektion... 11
4.4.3 Verdrängung ... 11
4.4.4 Verschiebung ... 12
5.
DAS ENTWICKLUNGSMODELL DER LIBIDO ...12
5.1
D
IE DREI
P
HASEN
... 13
6.
DAS PSYCHOANALYTISCHE THERAPIEVERFAHREN ...14
6.1
F
REIE
A
SSOZIATION
... 14
6.2
T
RAUMANALYSE
... 15
6.3
D
EUTUNG
... 15
6.4
Ü
BERTRAGUNG
... 15
7.
WARUM PSYCHOANALYSE IN DER PÄDAGOGIK? ...16
8.
PERSPEKTIVENERWEITERUNG DER PSYCHOANALYSE ...17
9.
RÜCKBLICK UND AUSBLICK ...20
10.
LITERATURVERZEICHNIS ...21

3
1.
Einleitung
In dieser Ausarbeitung wird die Psychoanalyse nach Sigmund Freud vorgestellt.
Um Konsequenzen für erzieherisches Verhalten aufstellen zu können, ist eine umfassende
Theorie des Erlebens und Verhaltens eines Menschen nötig. Die Psychoanalyse stellt eine
solch ausführliche Theorie dar. Sie bezieht sich auf die Triebkräfte menschlichen
Bewusstseins und Handelns, sowie auf deren Wechselwirkung mit dem sozialen Leben eines
Menschen.
Zu Beginn wird eine Kurzbiografie von Sigmund Freud vorgestellt. Dieser ist einer der
bekanntesten und auch berühmtesten Mediziner weltweit. Freud entwickelte ein Großteil des
Konzeptes und der Vertiefung der Psychoanalyse.
Im weiteren Teil dieser Arbeit werden Freuds Grundannahmen und Theorien näher
beleuchtet. Zu diesen gehören beispielsweise das psychoanalytischen Persönlichkeitsmodell,
das Entwicklungsmodell der Libido und das psychoanalytische Therapieverfahren. Dabei
werden Fachbegriffe der einzelnen Theorie dargelegt und teilweise auch anhand von
Beispielen näher erklärt. Mit unter werden einige Aussagen von Sigmund Freud erwähnt,
welche von anderen Psychologen, Pädagogen oder Ärzten in die Kritik gestellt wurden.
Im letzten Kapitel soll geklärt werden, warum die Pädagogik einige Theorien und Modelle der
Psychoanalyse an ihre Ansätze angeknüpft hat und wie diese der Pädagogik in ihren Arbeiten
helfen.
Abschließend gibt es einen kleinen Rückblick auf das Leben und die Theorien von Freud,
sowie die Darstellung des heutigen Nutzens der Psychoanalyse.
2.
Kurzbiografie
Sigmund Freud wird 1856 im ,,mährischen Freiberg" (Schlüter, 2014, S. 38) als Sohn des
jüdischen Wollhändler Jacob Frau und dessen dritter Frau Amalia unter dem Namen
Sigismund Schlomo geboren. Im Jahre 1860 zieht seine Familie nach Wien. Bis 1881 studiert
er dort an der Universität Medizin, an welcher er auch schließlich promiviert wird. Am
Wiener Krankenhaus arbeitet er 1882 bis 1886. In diesen Jahren entdeckt er die
schmerzlindernde Wirkung des Kokains. Nach seiner Zusammenarbeit 1885 bis 1886 mit

4
Jean Martin Charcot am Krankenhaus Salpêtrière in Paris eröffnet Sigmund Freud in Wien
eine nervenärztliche Privatpraxis. Zur selben Zeit heiratet er seine Verlobte Martha Bernays
mit welcher er drei Töchter und drei Söhne bekommt. 1891 findet der Umzug seiner Praxis in
die später berühmte ,,Berggasse 19" statt. Im Jahre 1902 wird er an der Wiener Universität
Professor. Gemeinsam mit dem Wiener Arzt und Philosophen Josef Breuer entwickelt er 1889
eine ,,talking cure" (Schlüter, 2014, S. 40), was so viel heißt wie ,,Redekur". Das Reden
besitzt nach dieser Auffassung eine reinigende Wirkung, da es die Vorgänge des
Unbewussten beeinflusst. Durch diese Entwicklung wird die Ausarbeitung des
psychoanalytischen Verfahrens angekurbelt. Später entsteht in der Korrespondenz mit dem
Berliner HNO-Arzt Wilhelm Fließ die schriftliche Redekur. Im Übergang vom Jahre 1899 auf
das Jahr 1900 erscheint sein wichtigstes Werk ,,Die Traumdeutung". 1909 reist er mit zwei
seiner Schüler in die USA und hält dort Vorträge über die Psychoanalyse. Freud gründet 1902
eine Mittwochsgesellschaft, aus welcher 1910 die Internationale Psychoanalytische
Vereinigung entsteht. ,,In den 1920er-Jahren wird er [...] für den Literaturnobelpreis
vorgeschlagen" (Schlüter, 2014, S. 41). Den Goethe-Preis 1930 bekam er von der Stadt
Frankfurt am Main verliehen. Seine Tochter Anna Freud unterstützt ihn seit Freud 1923 die
Diagnose des Gaumenkrebses erhielt. Zur Zeit des Nationalsozialismus geraten seine Bücher
durch die Bücherverbrennungen in Gefahr. Im Juni 1939 gelingt ihm und seiner Familie die
Flucht nach London, da sie aufgrund der jüdischen Hintergründe seitens seines Vaters in
Gefahr sind. 1939 stirbt Sigmund Freud in London. Noch heute sind seine Praxis in Wien,
sowie sein Therapiezimmer in London vielbesuchte Museen (vgl. Schlüter, 2014, S. 38-42).
3. Die Grundannahmen der psychoanalytischen Theorie
3.1 Die psychoanalytische Trieblehre
Der Psychoanalyse liegt zu Grunde, dass das Verhalten der Menschen durch Triebe erzeugt
und gesteuert wird. Das Verhalten eines Menschen wird in eine bestimmte Richtung gelenkt,
damit eine Triebbefriedigung entsteht und sich keine inneren Spannungen entwickeln.

5
Sigmund Freud unterteilt den Begriff der Trieblehre in drei Merkmale, welche im folgenden
Abschnitt dargestellt werden.
Die Triebquelle stellt ein Körperteil dar, welcher einen Reiz erweckt oder auslöst. Diese Art
von Quelle ist für jeden Trieb die Voraussetzung (vgl. Altenthan, Betscher-Ott, & Gotthardt,
2008, S. 113).
Als Triebziel wird die Befriedigung eines Triebwunsches an einer Triebquelle bezeichnet.
Am Triebobjekt findet die Befriedigung eines Triebwunsches statt. Als Triebobjekt können
die eigene Person, andere Menschen oder auch Gegenständ fungieren.
Zusammenfassend stellt die Trieblehre eine Abfolge der oben beschriebenen Merkmale dar,
welche wie folgt aussieht:
Die Triebquelle ist die Voraussetzung für einen Trieb, Wunsch oder ein Bedürfnis, welche auf
das Triebziel bzw. das Triebobjekt gerichtet sind (vgl. Altenthan, Betscher-Ott, & Gotthardt,
2008, S. 114). Jeder Trieb setzt eine Quelle, ein Objekt und ein Ziel voraus.
Anhand des Saugbedürfnisses eines Säugling lässt sich diese Abfolge verdeutlichen. Die
Bedürfnisbefriedigung, das Saugen, ist das Triebziel, welches befriedigt werden muss. Der
Schnuller, die Brust der Mutter oder auch der Daumen können als Triebobjekt dienen. Die
Quelle des Triebes ist hier der Mund des Säuglings.
Das Verhalten eines Menschen ist seelisch bestimmt und festgelegt und lässt sich lediglich
aus der Lebenssituation eines Einzelnen heraus erklären. Aufgrund dessen ist es für die
Erzieher bedeutend die einzelnen emotionalen und sozialen Hintergründe, sowie die
gesellschaftlichen Gegebenheiten eines Menschen genau zu hinterfragen und zu erkennen, um
diesem helfen bzw. diesen therapieren zu können.
3.2 Das dynamische Modell
,,Freud versteht die menschliche Psyche als Energiesystem" (Schmitt & Altstötter-Gleich,
2010, S. 19). Durch angeborene Triebe erhält der Mensch die für alle psychische Prozesse des
Körpers, wie Verhalten, Gefühle oder Gedanken, notwendigen Energien. Durch die
Umwandlung der biologischen Energie in psychische Energie bauen sich Triebspannungen
auf , durch deren Entladung Triebe befriedigt werden, welcher Prozess als lustvoll empfunden
wird. Findet jedoch keine Befriedigung der Spannungen statt, bauen sich Triebpannungen auf,

6
welche als störend und unangenehm empfungen werden (vgl. Schmitt & Altstötter-Gleich,
2010, S. 19).
Zwei Grundtriebe erzeugen und steuern nach der Psychoanalyse das menschliche Erleben und
Verhalten. Sie erzeugen die Energie für die psychischen Prozesse des Körpers.
Dem Eros liegt die Energie der Libido zugrunde. Der Eros verkörpert den ,,Sexualtrieb oder
Selbsterhaltungstrieb" (Schmitt & Altstötter-Gleich, 2010, S. 19) und dient auch der
Fortpflanzung, Selbst- und Arterhaltung und dem Überleben. Dem Thanatos liegt die Energie
des Destrudo zugrunde, unter welchem der Trieb verstanden wird, etwas oder sich selbst zu
zerstören. Der Thanatos wird auch als ,,Todestrieb bzw. Destruktionstrieb" (Kriz, 2014, S. 44)
bekannt. Er steht dem Lebenstrieb gegenüber und sein Ziel ist die Zerstörung und Auflösung.
Beiden Triebe arbeiten gegeneinander und verlangen nach Triebbefriedigung, zu welcher ein
Objekt von nöten ist, von welchem sich der Mensch erhofft eine Befriedigung des Triebes zu
erreichen. Bei gesunden Menschen sollte jedoch keiner der beiden Trieben die Überhand über
den Köper erlangen. Ein Zahnarzt fügt beispielsweise einem Patienten Schmerz zu, indem er
ihm einen Zahn zieht, aber hilft ihm so zugleich, da er den entzündeten Zahn entfernt (vgl.
Altenthan, Betscher-Ott, & Gotthardt, 2008, S. 115).
Die Idee des Todestriebs ist von heutigen Psychologen sehr umstritten und wird von den
meisten tiefenpsychologischen Richtungen nicht vertreten. Auch in den Anfangszeiten
glaubten viele Analytiker nicht an einen ursprünglichen Todestrieb im Menschen. Es gab
jedoch auch Nachfolger von Freud, welche den Todestrieb verteidigten und als grundlegenden
Trieb der Psychoanalyse ansahen.
3.3 Das topographische Modell
Als die grundlegenden Begriffe der Psychoanalyse unterscheidet Freud drei Bereiche des
Bewusstseins. Das topographische Modell unterscheidet zwischen dem Unbewussten, dem
Vorbewussten und dem Bewussten, welche alle das Verhalten eines Menschen beeinflussen
und steuern. In diesen drei Bereichen spielen sich die psychischen Abläufe ab, weshalb sie
auch als ,,Schichten der Psyche" (Schmitt & Altstötter-Gleich, 2010, S. 22) bezeichnet
werden.
Das Bewusste ist alles, was im Jetzt gedacht, erfasst und wahrgenommen wird. Alles auf was
eine Person willkürlich zugreifen kann. Hierzu gehören Gedanken, Vorstellungen,

7
Erinnerungen und Bilder. Das ES dringt nicht in das Bewusste vor, lediglich das ICH und
ÜBER-ICH können bewusst werden (vorangegangene Begriffe werden in Kapitel 4.1 näher
erläutert) (vgl. Schmitt & Altstötter-Gleich, 2010, S. 22).
Im Vorbewussten befinden sich Vorgänge, die sich nicht direkt im Bewussten befinden und
zeigen, diesem jedoch wieder zugänglich gemacht werden können. Auch hier befinden sich
keine Tätigkeiten des ES. Ein Beispiel soll dieses verdeutlichen. Frau Klein ist nicht mehr
bewusst, dass sie vor einiger Zeit ein Glas umgestoßen hat, bis ihr Sohn sie wieder daran
erinnert hat (vgl. Altenthan, Betscher-Ott, & Gotthardt, 2008, S. 102).
Das Unbewusste stellt den grundlegenden Begriff der Pychoanalyse dar und umfasst alle
verdrängten Ereignisse, Handlungen und Wünsche, sowie alle Produkte des ES (vgl. Schmitt
& Altstötter-Gleich, 2010, S. 22 f.). Diese seelischen Vorgänge sind bewusstseinsunfähig und
dringen nicht in das Bewusstsein vor, beeinflussen aber dennoch das Verhalten und Erleben
einer Person stark. Somit kann es zum Beispiel zu emotionalen Störungen führen
(vgl.Altenthan, Betscher-Ott, & Gotthardt, 2008, S. 101 f.).
Die Psychoanalyse besagt jedoch, dass der Mensch nicht nur durch unbewusste
Wechselwirkungen der Treibe bestimmt ist, sondern auch ein handelndes Subjekt darstellt,
welches zur Autonomie bzw. ICH-Stärke fähig ist.
4.
Das Psychoanalytische Persönlichkeitsmodell
4.1 Die psychoanalytischen Instanzen des Menschen
Das Instanzenmodell ist der Nachfolger der ursprünglichen Unterteilung in Unbewusstes und
Vorbewusstes. Die psychischen Energien eines Menschen sind auf drei Instanzen verteilt,
welche dem Menschen innewohnen und in einer Wechselbeziehung stehen. Diese Instanzen
gliedern die gesamten seelischen Erlebens- und Verhaltensweisen des Menschen und
entwickeln sich im frühen Kindsalter aufeinanderfolgend.
Das ES ist das Lustprinzip und die erste Instanz, welche ab dem ersten Lebensjahr besteht und
als Zentrum der Triebe zu verstehen ist. Sie ist die Instanz der Triebe, Wünsche und
Bedürfnisse, die nach sofortiger Triebbefriedigung verlangen. Hierbei richten sich die
Ende der Leseprobe aus 21 Seiten

Details

Titel
Psychoanalyse nach Sigmund Freud. Psychoanalytisches Persönlichkeitsmodell und Therapieverfahren
Hochschule
Pädagogische Hochschule Ludwigsburg
Note
1,7
Autor
Jahr
2017
Seiten
21
Katalognummer
V388668
ISBN (eBook)
9783668626249
ISBN (Buch)
9783668626256
Dateigröße
925 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Psychoanalyse, Sigmud Freud, Trieblehre, Persönlichkeitsmodell, Entwicklungsmodell, Psychoanalytische Therapieverfahren
Arbeit zitieren
Pauline Heeß (Autor), 2017, Psychoanalyse nach Sigmund Freud. Psychoanalytisches Persönlichkeitsmodell und Therapieverfahren, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/388668

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Psychoanalyse nach Sigmund Freud. Psychoanalytisches Persönlichkeitsmodell und Therapieverfahren



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden