Exportfinanzierung

Ein Überblick über kurzfristige, mittel- und langfristige und Sonderformen der Exportfinanzierung


Seminararbeit, 2006
27 Seiten, Note: 1,5

Leseprobe

-I-
Inhaltsverzeichnis
Gliederung ... II
Abkürzungsverzeichnis ...III
Abbildungsverzeichnis...III
Literaturverzeichnis...IV

-II-
Gliederung
1 Einleitung ... 1
2 Risiken bei Auslandsgeschäften und deren Sicherungsmöglichkeiten ... 2
2.1
Inkassorisiko ... 2
2.2
Kurs- bzw. Währungsrisiko ... 3
2.3
Transport- und Fabrikationsrisiko... 4
3 Kurzfristige Exportfinanzierung ... 5
3.1
Bank-Fazilitäten ... 5
3.2
Akkreditivkredite ... 5
3.3
Finanzierung mittels Wechseln... 7
3.3.1
Finanzierung von Außenhandelsgeschäften durch Auslandswechsel... 7
3.3.2
Rembourskredite ... 8
4 Sonderformen für die Exportfinanzierung ... 9
4.1
Exportleasing ... 9
4.2
Exportfactoring ... 10
5 Mittel- und langfristige Exportfinanzierung ... 12
5.1
Forfaitierung ... 12
5.1.1
Definition ... 12
5.1.2
Graphische Darstellung... 13
5.1.3
Nutzen und Kosten für den Exporteur ... 14
5.1.4
Abgrenzung zum Exportfactoring... 16
5.2
Die staatlich geförderte Exportfinanzierung ... 17
5.2.1
Institute in Österreich... 17
5.2.1.1 Die Österreichische Exportfonds GmbH ... 17
5.2.1.2 Die Österreichische Kontrollbank AG ... 17
5.2.1.3 Die Österreichische Nationalbank... 18
5.2.2
Voraussetzungen für die Inanspruchnahme von staatlich geförderten
Exportfinanzierungen... 18
5.2.3
Das Finanzierungsangebot ... 19
5.2.3.1 Umsatzabhängige Exportkredite ... 19
5.2.3.2 Exportfinanzierungsverfahren der österreichischen Kontrollbank AG
(EFV-Kredite)... 20
6 Resümee... 21

-III-
Abkürzungsverzeichnis
EFV
=
Exportfinanzierungsverfahren
KMU
=
Kleine und mittlere Unternehmen
OECD
=
Organisation for Economic Cooperation and Development
(Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung)
OeKB
=
Österreichische Kontrollbank AG
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Ablauf der Forfaitierung...13
Abbildung 2: Vergleich von Forfaitierung und Exportfactoring...16

-1-
1
Einleitung
Aufgrund der zunehmenden Globalisierung kommt es in allen Ländern zu mehr Konkurrenz
und härterem Wettbewerb unter den Unternehmen. Dies veranlasst viele Unternehmen sich
auch global zu betätigen, also zu expandieren, schon alleine um konkurrenzfähig zu bleiben.
Hierbei spielt der Finanzierungsaspekt eine sehr große Rolle, um im Ausland Fuß zu fassen
bzw. um überhaupt Aufträge aus dem Ausland annehmen zu können.
Denn der Exporteur trägt einerseits die Kosten für den Transport seiner Waren vom Inland ins
Ausland und andererseits die Kosten für die Vorprodukte und die Produktion der Waren, die
exportiert werden sollen. Da der ausländische Abnehmer frühestens den Kaufpreis entrichtet,
wenn er die Ware vom Exporteur erhalten hat, muss dieser die soeben genannten Vorgänge
vorfinanzieren. Er tritt folglich als Kreditgeber gegenüber dem Importeur auf.
1
Die Problematik der Vorfinanzierung ist ein zentraler Punkt der Exportfinanzierung, insbe-
sondere wenn es sich um mittelständische Unternehmen handelt, die i.d.R. nicht über genü-
gend Eigenmittel verfügen und sich somit erst die entsprechenden Finanzierungsmittel auf
dem Kreditweg beschaffen müssen. Dabei unterstützen Banken, Verbände und Institutionen
mit speziellen Finanzierungsinstrumenten die Exporteure sowie der Staat mit Exportförde-
rungsprogrammen, um die Wettbewerbsfähigkeit der Exportwirtschaft voranzutreiben.
2
Ziel dieser Arbeit ist es, nach Darlegung der Risiken bei Auslandsgeschäften und deren Siche-
rungsmöglichkeiten in Kapitel 2, die Instrumente der kurzfristigen Exportfinanzierung, wie
den Bank-Fazilitäten, Akkreditivkrediten und Wechselkrediten in Kapitel 3 aufzuzeigen so-
wie die Sonderformen Exportleasing und Exportfactoring, mit ihren Vorteilen und Kosten für
den Exporteur in Kapitel 4 darzulegen. Des weiteren wird in Kapitel 5 die Forfaitierung und
die staatlich geförderten Exportfinanzierungsprogramme im Rahmen der mittel- bis langfris-
tige Exportfinanzierung beschrieben. Im letzten Kapitel wird ein Resümee gezogen und ein
Ausblick gegeben.
1
Vgl. Kemmer/Rädlinger (1979), S. 41.
2
Vgl. Raiffeisen Bankengruppe Oberösterreich I (2006).

-2-
2
Risiken bei Auslandsgeschäften und deren Sicherungsmöglich-
keiten
Die allgemein gültigen Risiken, die bei Inlandsgeschäften eintreten können, gelten auch für
Auslandsgeschäfte, jedoch durch folgende Einflüsse in anderen Dimensionen:
· ,,Andere Rechtsverhältnisse im Lande des ausländischen Käufers; damit verbunden
andere Formen der Geltendmachung und Durchsetzung von Forderungen
· Andere Währungen
· Andere Sprachen, Handelsbräuche, Mentalitäten, etc.
· Klimatische Verhältnisse (Einfluss auf Warenbeschaffenheit, Verpackung)
· Schwierigere Möglichkeit der Bonitätseinschätzung des ausländischen Kunden
· Zollvorschriften, Export- bzw. Importgenehmigungsverfahren
· Andere oder längere Transportwege, Transportbestimmungen"
3
Allgemein kann man die Risiken bei Exportgeschäften in das Inkassorisiko, das Kursrisiko
(Währungsrisiko), das Transportrisiko und das Fabrikationsrisiko einteilen.
4
2.1
Inkassorisiko
Das Inkassorisiko besteht einerseits in der Zahlungsunfähigkeit und der Zahlungsunwilligkeit
des Käufers (Importeur), dem sogenannten wirtschaftlichen Forderungsrisiko und andererseits
aus einem politischen Forderungsrisiko, dass auf die Bonität des Importlandes und dessen
politischen Maßnahmen zurückzuführen ist. Das wirtschaftliche Forderungsrisiko ist fast aus-
schließlich von der Bonität des Importeurs abhängig und kann mit dem im Inland üblicher-
weise verwendeten Begriff Insolvenzrisiko (Liquiditätsprobleme, Verluste oder die Möglich-
keit des Konkurs des Importeurs, etc.) gleichgesetzt werden. Die Einschätzung und Absiche-
rung dieses Risikos ist aus oben genannten Gründen jedoch bei Exportgeschäften schwieriger.
Das politische Forderungsrisiko umfasst staatliche Entwicklungen und Eingriffe in den Zah-
lungsverkehr sowie wirtschaftslenkende und regulierende Maßnahmen. Dazu gehören das
3
Schmitt (1985), S. 18.
4
Vgl. Kemmer/Rädlinger (1979), S. 17.

-3-
Konvertierungsrisiko, das Transferrisiko, das Zahlungsverbotsrisiko, das Moratoriumsrisiko,
das Umschuldungsrisiko und das Risiko der Zahlungsunwilligkeit.
5
Im Rahmen des politi-
schen Forderungsrisikos ist auch das Länderrisiko zu erwähnen, welches u.a. aus Kriegen,
Revolutionen, religiösen und ethischen Konflikten, Boykotten und der Verschuldung des
Staates besteht.
6
Dem Inkassorisiko kommt die mit Abstand größte Bedeutung aller Risiko zu, daher wird mit
ausführlicher Darlegung der Instrumente der Exportfinanzierung in den folgenden Kapiteln
die Möglichkeit gezeigt, wie man dieses Risiko vermindern, ausschalten bzw. abtreten kann.
2.2
Kurs- bzw. Währungsrisiko
Das Kurs- bzw. Währungsrisiko tritt dann auf, wenn ein Geschäft in ausländischer Währung
abgeschlossen wird und Vertragsabschluss und Vertragserfüllung zeitlich auseinanderfallen.
Denn es ist nicht selten, dass die ausländische Währung zum Zahlungstermin einen anderen
Wechselkurs (zur inländischen Währung) aufweist als bei Vertragsabschluss und somit für
den Exporteur die Gefahr eines Währungsverlustes besteht.
Der sichererste Weg für den Exporteur Kursverluste auszuschließen, ist daher der Abschluss
des Vertrages in der eigenen Währung. In diesem Falle muss der Importeur den Kaufpreis in
der Währung des Exporteurlandes zahlen und trägt das volle Kurs- und Währungsrisiko.
7
Wenn dies der Importeur jedoch ablehnt oder aus anderen Gründen nicht möglich ist und die
Auslandswährung starken Schwankungen unterliegt, können Devisentermingeschäfte das Ri-
siko absichern. Dabei werden bereits bei Vertragsabschluss insbesondere der Währungskurs,
aber auch die Höhe des Währungsbetrages und der genaue Zeitpunkt der Zahlung festgelegt.
Der Terminkurs sollte dem Kassakurs bei Vertragsabschluss gleichen.
8
Eine weitere Möglichkeit stellen Devisenoptionsgeschäfte dar. Diese räumen dem Käufer ei-
ner Option (Exporteur) gegen die Zahlung einer Prämie (Optionspreis) das Recht ein, einen
5
Zur Erläuterung dieser einzelnen politischen Risiken vgl. Schmitt (1985), S. 30.
6
Vgl. Kemmer/Rädlinger (1979), S. 17f. + 28; vgl. Schmitt (1985), S. 27ff.
7
Vgl. Kemmer/Rädlinger (1979), S. 37.
8
Vgl. Wöhe (2000), S. 745

-4-
bestimmten Betrag einer bestimmten Währung zu einem im voraus festgelegten Preis an den
Verkäufer (i.d.R. Bank) zu verkaufen. Somit sichert sich der Exporteur gegen fallende Wech-
selkurse ab, da er schon bei Vertragsabschluss den Wechselkurs fixiert hat. Bei steigenden
Wechselkursen würde er sogar einen Währungsgewinn verbuchen können, jedoch wird in
diesem Falle die Option wertlos, wenn er sie nicht wahrnimmt.
9
Auch Zinsswaps und Währungsswaps sind Finanzinstrumente, die das Kurs- bzw. Währungs-
risiko absichern können. ,,Es handelt sich dabei um Tauschgeschäfte, durch die komparative
Kostenvorteile an internationalen Finanzmärkten ausgenutzt werden können."
10
Aufgrund ihrer Komplexität wird hier zur genaueren Betrachtung auf die Literatur verwie-
sen.
11
Als letzte Sicherungsmaßnahme gegen Kurs- bzw. Währungsverluste dient die Aufnahme von
,,Krediten in der Währung, in der der Kaufvertrag abgeschlossen wurde und in der der Ex-
porterlös erwartet wird."
12
Denn bei Eingang des Exporterlöses kann postum der Kredit in
gleicher Währung zurückgezahlt werden. Dabei sollte die Kreditlaufzeit auf den Eingang des
Exporterlöses angepasst werden.
2.3
Transport- und Fabrikationsrisiko
Das Transportrisiko resultiert aus einem gegebenen Kriegsrisiko oder aus höherer Gewalt
entstandenen Gefahren, die den Transport verhindern oder verzögern. Diesem kann man je-
doch mit einer Transportversicherung oder der Wahl eines Transportumweges entgegnen.
Das Fabrikationsrisiko besteht, wenn es sich bei der zu exportierenden Ware um eine Son-
deranfertigung handelt und diese sich aus diversen Gründen nach Herstellung nicht mehr an
den Aufraggeber verkaufen lässt. Da die Ware speziell nach den Wünschen des Importeurs
produziert wird, lässt sie sich demzufolge nur schwer oder gar nicht anderweitig auf dem
9
Vgl. Eilenberger (1990), S. 190.
10
Wöhe (2000), S. 746.
11
Vgl. Uhlir (1991).
12
Kemmer/Rädlinger (1979), S. 38.
Ende der Leseprobe aus 27 Seiten

Details

Titel
Exportfinanzierung
Untertitel
Ein Überblick über kurzfristige, mittel- und langfristige und Sonderformen der Exportfinanzierung
Hochschule
Alpen-Adria-Universität Klagenfurt  (Finanzmanagement)
Note
1,5
Autor
Jahr
2006
Seiten
27
Katalognummer
V388675
ISBN (eBook)
9783668626065
ISBN (Buch)
9783668626072
Dateigröße
476 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Exportfinanzierung, Export, Forfaitierung, Akkreditiv
Arbeit zitieren
Mag. Christian Schaper (Autor), 2006, Exportfinanzierung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/388675

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