Bilanzkennzahlen im Branchenvergleich


Seminararbeit, 2003
32 Seiten, Note: 2

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung und Aufbau der Arbeit

2 Grundsätzliches
2.1 Aufgabe und Zweck der Kreditwürdigkeitsprüfung
2.2 Grundlagen der Bilanzanalyse
2.3 Vorgehensweise der Bilanzanalyse
2.4 Bilanzbereinigung
2.5 Wirtschaftlichkeitsprinzip

3 Kennzahlenrechnung
3.1 Allgemeines zu Bilanzkennzahlen
3.2 Anforderungen an Bilanzkennzahlen
3.3 Aufgaben von Bilanzkennzahlen
3.4 Arten von Kennzahlen
3.4.1 Absolute Zahlen
3.4.2 Verhältniszahlen
3.5 Innerbetrieblicher Vergleich
3.6 Branchenvergleich

4 Anwendung von Kennzahlen im Branchenvergleich
4.1 Grundlagen des Kennzahlenbeispiels
4.1.1 Bilanzgrundlage
4.1.2 Branchengrundlage
4.2 Einteilung der Kennzahlen
4.3 Investitionsanalyse durch die Kennzahlen der Vermögensstruktur
4.3.1 Anlagenintensität
4.3.2 Lagerintensität
4.3.3 Forderungsintensität
4.4 Finanzierungsanalyse durch die Kennzahlen der Kapitalstruktur
4.4.1 Eigenkapitalquote
4.4.2 Verschuldungsquote
4.5 Erfolgswirtschaftliche Bilanzanalyse durch die Kennzahlen der Ertragslage
4.5.1 Rentabilitätskennzahlen
4.5.1.1 Umsatzrentabilität
4.5.1.2 Gesamtkapitalrentabilität
4.5.2 Cash-flow in Prozent der Betriebsleistung
4.5.3 Liquiditätskennzahlen
4.5.3.1 Schuldentilgungsdauer in Jahren

5 Kreditwürdigkeit
5.1 Materielle Kreditwürdigkeitsprüfung
5.2 Personelle Kreditwürdigkeitsprüfung
5.3 Beurteilung der Kreditwürdigkeitssituation der Tischlerei Holzer

Literaturverzeichnis

Anhang

1 Einleitung

1.1 Problemstellung

Die Problemstellung dieser Arbeit ist es jene Bilanzkennzahlen auszuwählen und zu definieren, die anhand von externen Vergleichen eine Aussage über die Kreditwürdigkeit eines Unternehmens ergeben. Die Anwendung der Bilanzkennzahlen erfolgt anhand einer Bilanz. Im besonderen wird auf die Vergleichbarkeit der Kennzahlen im externen Vergleich eingegangen.

1.2 Zielsetzung und Aufbau der Arbeit

Im ersten Teil der Arbeit wird auf die Grundlagen der Bilanzanalyse im Zusammenhang mit der Kreditwürdigkeitsprüfung eingegangen. Weiters wird auf die Kennzahlenrechnung und den Branchenvergleich eingegangen.

Der Hauptteil der Arbeit befasst sich mit der Berechnung und Auswertung der relevanten Kennzahlen anhand des Beispiels Tischlerei Holzer. Zu jeder Kennzahl wird auf die Problematik dieser eingegangen. Auch die Beeinflussung der Kreditwürdigkeit durch die Kennzahlen fließt in diese Stellungnahme wesentlich ein.

Abschließend folgt eine kritische Beurteilung der Kreditwürdigkeitssituation und eine Empfehlung zur Kreditvergabe.

2 Grundsätzliches

2.1 Aufgabe und Zweck der Kreditwürdigkeitsprüfung

Aufgabe der Kreditwürdigkeitsprüfung ist es grundsätzlich zu klären, ob der potentielle Kreditnehmer in der Lage ist, seinen vertragsmäßigen Verpflichtungen nachzukommen. Weiters stellt sich die Frage, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass der Kreditnehmer den vereinbarten Zins- und Tilgungsverpflichtungen termingerecht nachkommen kann und ob, falls die vertragsmäßige Bedienung des Kredits nicht erfolgt, bei Zahlungsunfähigkeit oder zwangsweiser Liquidation, die Ansprüche des Kreditgebers befriedigt werden können.[1]

Im Rahmen der Kreditwürdigkeitsprüfung wird ein eventuelles Risiko eingeschätzt und dessen Beurteilung vorgenommen. Es wird die Kreditfähigkeit des Kreditnehmers und seine Kreditwürdigkeit unter einen persönlichen und sachlichen Aspekten untersucht.[2]

Der Sinn der Kreditwürdigkeitsprüfung liegt also letztlich darin, zu vermeiden, dass Kreditforderungen ausfallen oder verspätet eingehen.

2.2 Grundlagen der Bilanzanalyse

Durch die Bilanzanalyse soll die Aussagekraft der Bilanzen hinsichtlich der Vermögensstruktur, der finanziellen und wirtschaftlichen Lage, der Liquidität, der Rentabilität und sonstiger wesentlicher Daten verbessert werden.

Unter Bilanzanalyse versteht man die statistische Aufbereitung, d.h. Gruppierung, Zusammenfassung, Umbildung und Inbeziehungsetzung der Zahlen der Vermögens- und Erfolgsbilanz einer oder mehrerer Bilanzstichtage oder Perioden, um eine kritische Durchleuchtung des Unternehmens zu ermöglichen.[3]

Für unternehmensexterne Informationen stehen in erster Linie der Geschäftsbericht, sonstige vom Unternehmen zur Verfügung gestellte Informationen, Statistiken etc. zur Verfügung . Für interne Bilanzanalysen, die das Unternehmen selbst durchführt, stehen sämtliche Daten zu Verfügung. Die Bilanzanalyse umfasst die Aufbereitung von Daten, ihren Vergleich mit Sollgrößen und die Ableitung von Folgerungen für das Unternehmen. Die Aufbereitung (Verdichtung) sowie die Auswertung von Unternehmens-informationen mittels Kennzahlen, Kennzahlensystemen und sonstiger Methoden stehen im Vordergrund. Unter die gebräuchlichsten und wichtigsten Kennzahlen und Analysen fallen beispielsweise, die Vermögens- und Kapitalstrukturanalyse, die Liquiditätsanalyse, die Analyse der Veränderungen während einer Periode, die Ertragskraftanalyse (Cash Flow) und die Rentabilitätsanalyse. Kennzahlensysteme verknüpfen mehrere Kennzahlen mit dem Ziel, dass Wertentwicklungen von Kennzahlen in ihre Ursachen zurückverfolgt werden können. Ein wichtiger Zweck der Bilanzanalyse besteht in Prognosen künftiger Entwicklungen.[4]

Die Bilanz- und Erfolgsanalyse ist für die Geldgeber wie Banken ein Teil ihrer Kreditwürdigkeitsprüfung, mit der die Sicherheit oder etwa die Verlustwahrscheinlichkeit, mit der die Sicherheit oder etwa die Verlustwahrscheinlichkeit bestehender oder neu zu gewährender Kredite abgeschätzt werden soll.[5]

2.3 Vorgehensweise der Bilanzanalyse

Um möglichtst schnell einen Überblick über ein Unternehmen zu bekommen, ist es sinnvoll, zuerst mit der Beurteilung der Ertragslage zu beginnen und dann auf die Vermögens- und Finanzlage einzugehen. Der Grund liegt darin, dass die Posten der Gewinn- und Verlustrechnung schneller und eindeutiger auf betriebliche Ereignisse reagieren als die Posten der Bilanz, die großteils jahrelang kumuliert werden und stärker von Bewertungsmethoden beeinflusst sind.

Erfahrende Bilanzanalytiker gehen häufig von einigen wenigen Kennzahlen aus und nutzen die dadurch gewonnenen Erkenntnisse um gezielt weitere Kennzahlen zu ermitteln. Damit ergibt sich ein ständiges Hin und Her von Datensammeln und analysieren. Dies erscheint ein effizienteres Vorgehen als ein einmaliges Datensammeln mit anschließender Verarbeitung der Kennzahlen. Der Grund liegt darin, dass dabei häufig Informationen gesammelt werden, die für die Beurteilung gar nicht wichtig sind.[6]

2.4 Bilanzbereinigung

Bevor Kennzahlen überhaupt ermittelt werden können, sind Bilanz-bereinigungen vorzunehmen. Diese betreffen im wesentlichen Wertberichtigungen, auf steuerliche Regelungen basierende Bewertungsmaßnahmen auf den Reingewinn bzw. Reinverlust. Wertberichtigungen entstehen bei indirekter Verbuchung der Abschreibungen. Sie sind Korrekturposten zu den betreffenden Posten der Aktivseite der Bilanz und daher davon in Abzug zu bringen. Das verkleinert die Bilanzsumme. Nicht zu den Wertberichtigungen in diesem Sinne gehören zumeist die Wertberichtigungen zu Exportforderungen, da sie auch dann angesetzt werden können, wenn kein Zweifel an der Einbringlichkeit der Forderung besteht.

Die Bilanz ist um Posten zu bereinigen, die aufgrund steuerlicher Begünstigungen entstehen. Problematisch dabei ist die Tatsache, dass nicht alle von ihnen gesondert ausweispflichtig sind.[7]

2.5 Wirtschaftlichkeitsprinzip

Das Wirtschaftlichkeitsprinzip, das zu den Grundprinzipien des betriebswirtschaftlichen Handelns zählt gilt generell auch für die Bilanzanalyse. Der Nutzen von zusätzlichen Informationen oder zusätzlicher Genauigkeit muss die Kosten der Informationsbeschaffung und Informationsverarbeitung rechtfertigen. Will man einen einzelnen Jahresabschluss analysieren, so kann man beliebig viele Bereinigungen, Umrechnungen und Anpassungen der ausgewiesenen Werte vornehmen. Meist führen diese Spezialitäten aber zu kaum merkbaren Änderungen der wesentlichen Kennzahlen. Es ist dann fraglich ob dies den unverhältnismäßig hohen Aufwand wert ist.[8]

3 Kennzahlenrechnung

Als Analysemethode bedient sich die Bilanzanalyse vorwiegend der Kennzahlenbildung und des Kennzahlenvergleichs. Insofern wird die Bilanzanalyse häufig auch als Kennzahlenrechnung betrachtet. Ihre einfache Berechnung und die ihr in der Analysepraxis beigemessene hohe Aussagekraft haben betriebswirtschaftliche Kennzahlen und Kennzahlensysteme zu einem Instrumentarium werden lassen, das aus der Jahresabschlussanalyse nicht mehr wegzudenken ist. Die Kennzahlenrechnung ist damit das in der Analysepraxis eindeutig dominierende Analyseinstrument.[9]

3.1 Allgemeines zu Bilanzkennzahlen

Kennzahlen sind Zahlen, insbesondere von Aufwands-, Ertrags- und Bestandsgrößen, die für ein betriebswirtschaftliches Erkenntnisziel unmittelbaren Aussagewert besitzen. Als Verhältniszahlen sind sie Abbilder von Wirtschaftstatbeständen und Wirtschaftsabläufen.

Kennzahlen können einzeln oder in Verbindung mit anderen Kennzahlen betrachtet werden.[10]

Kennzahlen geben also einen Gesamteindruck über die betriebswirtschaftliche Situation eines Unternehmens in der jeweiligen Branche. Sie können auch als Vergleichsgröße herangezogen werden. Primäre Quelle für die Kennzahlenberechnung ist der Jahresabschluss.

3.2 Anforderungen an Bilanzkennzahlen

Sie müssen klar und eindeutig definiert sein. Diese Voraussetzung muss im besonderen erfüllt sein wenn ein Branchenvergleich vorgenommen werden soll.

Kennzahlen sind Verhältniszahlen. Es werden zwei absolute Bilanzzahlen zueinander ins Verhältnis gesetzt, um eine betriebswirtschaftlich sinnvolle Aussage zu treffen.

Es ist wichtig, dass sinnvolle Verhältniszahlen gebildet werden. Die Praxis zeigt, dass in vielen Fällen wenige ausgewählte Kennzahlen ausreichend sind.[11]

3.3 Aufgaben von Bilanzkennzahlen

Kennzahlen sind hochverdichtete Maßgrößen, die als Verhältniszahlen oder absolute Zahlen in einer konzentrierten Form über einen zahlenmäßig erfassbaren Sachverhalt, über die Lage des Unternehmens Auskunft geben. Es handelt sich um Informationen, welche die Strukturen, wirtschaftliche Prozesse und Entwicklungen in einem Unternehmen darstellen.

Die spezifische Form der Kennzahl soll es ermöglichen, komplizierte betriebliche Sachverhalte und Strukturen sowie Prozesse auf relativ einfache Weise abzubilden, um damit einen möglichst schnellen und umfassenden Überblick zu gewährleisten. Eine große Hilfe stellt dies auch für Führungsinstanzen dar, die mit Unterstützung von Kennzahlen der internen Betriebsanalyse ihre Kontroll- und Steuerungsaufgaben wahrzunehmen haben.[12]

[...]


[1] Vgl. Buchner (1981), S.199

[2] Vgl. Wöhle/Bilstein (1998), S.277

[3] Vgl. Lechner/Egger/Schauer (1994), S.795

[4] Vgl. Küting/Weber (1993), S.3

[5] Vgl. Helbling (1987), S.211

[6] Vgl. Wagenhofer (2000), S.229

[7] Vgl. Wagenhofer (1986), S.110

[8] Vgl. Wagenhofer (1986), S. 230

[9] Vgl. Küting/Weber (1993), S.16, 23

[10] Vgl. Lechner/Egger/Schauer (1994), S.790

[11] Vgl. Riebell (1996), S.480f.

[12] Vgl. Küting/Weber (1993), S.23

Ende der Leseprobe aus 32 Seiten

Details

Titel
Bilanzkennzahlen im Branchenvergleich
Hochschule
Alpen-Adria-Universität Klagenfurt
Veranstaltung
Übung
Note
2
Autor
Jahr
2003
Seiten
32
Katalognummer
V38878
ISBN (eBook)
9783638378260
Dateigröße
659 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Bilanzkennzahlen, Branchenvergleich
Arbeit zitieren
Barbara Omenitsch (Autor), 2003, Bilanzkennzahlen im Branchenvergleich, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/38878

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