Ziel der vorliegenden Arbeit ist es den Gender Pay Gap in ausgewählten Ländern auf der Welt aufzuzeigen, zu analysieren und zu vergleichen. Des Weiteren werden die rechtlichen Regelungen, Besonderheiten in einzelnen Ländern, als auch Gründe für den Gehaltsunterschied und Maßnahmen dagegen, sofern vorhanden, für das jeweilige Land beziehungsweise den Kontinent genannt und mit den anderen verglichen.
Gliederung
1. Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Gang der Untersuchung
1.3 Begriffliche Abgrenzungen
2. Formen des Gender Pay Gap
2.1 Unbereinigter Gender Pay Gap
2.2 Bereinigter Gender Pay Gap
3. Internationaler Vergleich
3.1 Europa
3.1.1 Deutschland
3.1.2 Island
3.2 Vereinigte Staaten von Amerika
3.3 Südamerika
3.4 Asien und Ozeanien
3.4.1 Indien
3.4.2 Neuseeland
4. Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel der vorliegenden Arbeit ist es, den Gender Pay Gap (GPG) in ausgewählten Ländern weltweit aufzuzeigen, zu analysieren und zu vergleichen. Dabei wird untersucht, welche rechtlichen Regelungen existieren, welche landesspezifischen Besonderheiten vorliegen und welche Ursachen für die Gehaltsunterschiede sowie Maßnahmen gegen diese bestehen.
- Analyse der Formen des unbereinigten und bereinigten Gender Pay Gaps.
- Vergleich der Situation in Europa (Deutschland, Island) und den USA.
- Untersuchung der Problematik in Südamerika, Indien und Neuseeland.
- Bewertung von gesetzlichen Maßnahmen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen.
- Identifikation von gemeinsamen Ursachen für Lohndifferenzen weltweit.
Auszug aus dem Buch
2.1 Unbereinigter Gender Pay Gap
Der unbereinigte GPG wird berechnet, indem der Durchschnittsverdienst aller Arbeitnehmer mit denen der Arbeitnehmerinnen verglichen wird. Es wird dabei keine Rücksicht auf verschiedene Branchen, Qualifikationen oder Arbeitszeiten genommen, sondern nur die verschiedenen Gehälter betrachtet. (Statistisches Bundesamt, 2017, S. 3) Dadurch entsteht eine oftmals sehr große Lohnlücke (vgl. Abb. 1).
Teile dieser Lohnlücke lassen sich durch die obengenannten Faktoren erklären. Es ist z.B. verständlich, dass eine Frau, die in Teilzeit angestellt ist weniger verdient als ein Mann, der Vollzeit arbeitet oder ein Mann mit 25 Jahren Berufserfahrung ein höheres Gehalt erhält, als eine Berufseinsteigerin.
Ein Faktor, der jedoch bei dem unbereinigten GPG berücksichtigt wird, ist der Verdienstunterschied, welcher durch Eintrittsbarrieren in bestimmte Berufe oder Positionen entsteht (Statistisches Bundesamt, 2017, S. 3). Es ist z.B. schwieriger für eine Frau in einer Führungsposition angestellt zu werden. Die Abbildung 2 zeigt, dass im Jahr 2016 der Frauenanteil in den Aufsichts- oder Verwaltungsräten in den größten börsennotierten Unternehmen (in den jeweiligen Ländern) bei 23% lag. Das heißt folglich, dass die restlichen 77% der Führungskräfte Männer waren. Diese Chancenungleichheit wird dadurch, dass die Entlohnung aller Männer mit denen aller Frauen verglichen wird mit einbezogen. Es ist allerdings unmöglich aus einer Zahl wie z.B. 21,6 % (vgl. Abb. 1, Deutschland) heraus zu filtern, wie viel Prozent des GPG tatsächlich durch Eintrittsbarrieren zustande kommen. Das müsste separat berechnet werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik des Equal Pay ein, definiert den Gender Pay Gap sowie den Equal Pay Day und erläutert den Aufbau der Untersuchung.
2. Formen des Gender Pay Gap: Hier werden die methodischen Unterschiede zwischen dem unbereinigten und dem bereinigten Gender Pay Gap sowie deren Vor- und Nachteile erläutert.
3. Internationaler Vergleich: Dieses Kapitel analysiert die Situation des Gender Pay Gaps in verschiedenen Ländern und Kontinenten (Europa, USA, Südamerika, Asien/Ozeanien) hinsichtlich Ursachen und Maßnahmen.
4. Schlussbetrachtung: Das letzte Kapitel fasst die wesentlichen Gemeinsamkeiten und Unterschiede der untersuchten Länder zusammen und bewertet den Fortschritt bei der Abschaffung des GPG.
Schlüsselwörter
Gender Pay Gap, Equal Pay, Lohnlücke, Lohndiskriminierung, Arbeitsmarktsegregation, Geschlechterstereotype, Frauenquote, Entlohnung, Internationaler Vergleich, Berufswahl, Familienplanung, Führungspositionen, Antidiskriminierungsgesetz, Einkommensunterschiede, Chancengleichheit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die geschlechtsspezifische Lohndifferenz, den sogenannten Gender Pay Gap, im internationalen Vergleich und untersucht deren Ursachen und politische Lösungsansätze.
Welches sind die zentralen Themenfelder?
Zentral sind die Formen der Lohnmessung (bereinigt/unbereinigt), strukturelle Ursachen wie Arbeitsmarktsegregation, gesellschaftliche Rollenbilder sowie gesetzliche Rahmenbedingungen in verschiedenen Ländern.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, den GPG in ausgewählten Ländern weltweit aufzuzeigen, zu analysieren und zu vergleichen, um Gemeinsamkeiten in den Ursachen und den Umgang mit dem Problem darzustellen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine deskriptive Vergleichsanalyse, bei der statistische Daten, Gesetze und Erkenntnisse zu den Ursachen des GPG aus verschiedenen Ländern und Kontinenten gegenübergestellt werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil beleuchtet die Situation in Europa, den USA, Südamerika sowie in Indien und Neuseeland. Dabei werden gesetzliche Regelungen, wie etwa das AGG in Deutschland, den Arbeitsbedingungen und gesellschaftlichen Einstellungen gegenübergestellt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Gender Pay Gap, Lohndiskriminierung, Arbeitsmarktsegregation, Geschlechterstereotype und Chancengleichheit.
Warum ist Island als Land für den Vergleich besonders interessant?
Island ist weltweit führend bei der GPG-Bekämpfung und erregt durch radikale Maßnahmen Aufmerksamkeit, wie die gesetzliche Verpflichtung für Unternehmen, faire Bezahlung zertifizieren zu lassen.
Welche Rolle spielt die Herkunft neben dem Geschlecht?
Besonders in den USA und Neuseeland wird deutlich, dass neben dem Geschlecht auch die ethnische Herkunft oder ein Migrationshintergrund zu einer zusätzlichen Lohndiskriminierung führen kann.
- Quote paper
- Janina Henne (Author), 2017, Equal Pay im internationalen Vergleich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/388783