Die Rolle der Einsamkeit in der heutigen Gesellschaft


Hausarbeit, 2017

15 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Was ist soziale Arbeit?
1.2 Funktion der sozialen Arbeit
1.3 Motivation und Zielsetzung der Arbeit

2 Entwicklung der Problematik von Einsamkeit
2.1 Definition Einsamkeit
2.2 Veränderung durch die Moderne Gesellschaft
2.3 Positive Aspekte der Einsamkeit
2.4 Begriffsunterschiede
2.4.1 Einsamkeit und Vereinsamung
2.4.2 Allein sein
2.4.3 Soziale Isolation
2.5 Auswirkungen der Einsamkeit

3 Gegenmaßnahmen
3.1 Mechanismen der Einsamkeit
3.2 Schwere der Einsamkeit
3.3 Funktionen die Einsamkeit beeinflussen können
3.3.1 Soziale Kontakte
3.3.2 Tiere
3.3.3 Medien

4 Schlussbetrachtung

5 Literaturverzeichnis

Hochschule Fresenius Hamburg - Fachbereich Gesundheit & Soziales - Soziale Arbeit Bachelor

1 Einleitung

1.1 Was ist soziale Arbeit?

„Soziale Arbeit, das Grundmuster von Ganzheitlichkeit, Offenheit und Allzuständigkeit“. Soziale Arbeit als eine Profession, soll Menschen soweit unterstützen, dass sie ihr eigenes Leben wieder selbstbestimmt führen können. Stärker als je ist das Leben von einem ständig wechselnden Wan- del gekennzeichnet. Durch diesen raschen, beinahe zu unkontrollierbaren Fortschritt entkeimen in unserer Gesellschaft immer stärker werdende Unterschiede zwischen den verschiedenen sozialen Systemen. Soziale Arbeit, entstanden um der Armutspopulation entgegenzuwirken, entwickelte sich im Laufe des 20. Jahrhunderts immer mehr auf Prozesse und Auswirkungen von sozialer Aus- schließung. Hierbei steht nicht das einzelne Individuum im Fokus des Geschehens, sondern das ganze Gemeinwesen. Die soziale Arbeit ist als ein immer fortlaufender Prozess zu verstehen, wo- bei besonders die eigenen Fachbezogenen Theorien eine große Rolle spielen. Theorien sind die Grundlage für ein eigenes kompetentes Fachverständnis. Ohne eine eigene Theorie unterwirft sich die soziale Arbeit den Ordnungen von anderen Disziplinen wie Recht, Psychologie, Pädagogik und den Sozialwissenschaften und ist abhängig von ihnen. Gerade das ist wichtig für die eigene Pro- fession der sozialen Arbeit, da sie in vielen anderen Disziplin Bereichen tätig ist und diese sonst die Zuständigkeit für den jeweiligen Problemaspekt für sich beansprucht.

1.2 Funktion der sozialen Arbeit

„ Sozialarbeiter sind ohnehin nur f ü r Randgruppen zust ä ndig. „ Normale Leute “ haben besser damit nichts zu tun. “ So in etwa denken (leider) viele außenstehende, nicht betroffene Menschen oder jemand, dem wohl kaum einer klar erklären konnte, mit was genau sich die soziale Arbeit beschäf- tigt. In der Tat beschäftigt sich die soziale Arbeit im Bereich der sozial Benachteiligten, Ausge- grenzten, Auffälligen oder Gescheiterten eben all denen, die in sozialen Gruppen oder der Gesell- schaft keine Anerkennung erhalten. Aufgabe der sozialen Arbeit ist es in diesen Bereichen aber auch anderen Hilfe und Unterstützungen zu leisten, sodass der Betroffene ein eigenes selbst be- stimmtes Menschenwürdiges Leben führen kann, ohne auf die Hilfe anderer angewiesen zu sein. Da sich die Arbeit mit den „Randgruppen“ der Gesellschaft befasst, wird ihr oft ein schlechtes Image zugeschrieben. Insofern muss sie sich immer weiter qualifizieren um die Anerkennung und eigenen Ressourcen zu steigern. Dabei muss die Qualität der Arbeit im Vordergrund stehen und darf nicht durch „Mehr für weniger Bezahlung“ also durch Quantität, an der Leistung abnehmen. Als Funktion der sozialen Arbeit, steht die Thematisierung und Verhinderung von Prozessen zur sozialen Ausschließung. Sie soll die Chancengleichheit und gesellschaftliche Teilhabe realisieren. Dieser Prozess fordert die Sozialarbeiter dazu auf, auf folgende Anzeichen zu interagieren:

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- Institutionen, Organisationsstrukturen und Methoden die soziale Ausschließung erzeugen.
- Strukturen, die die ungleiche Verteilung von Ressourcen produzieren.
- Repräsentanten und Verwalter von materiellen und immateriellen Ressourcen.

Abstufung sozialer Gefährdung.

Dabei sind die Ziele der sozialen Arbeit, das Vorbeugen der Entstehung von möglichen sozialen Problemen, das Erkennen und Aufdecken dieser Probleme und ihren Ursachen, das Mitgestalten von gesellschaftlichen Bedingungen, Fördern der Kreativität, anderen zur Durchsetzung ihrer so- zialen Rechte zu befähigen und ihnen die Teilhabe am gesellschaftlichen und kulturellen Leben aufzuzeigen. Soziale Arbeit soll die ökonomische, kulturelle, politische und soziale Partizipation ermöglichen.

1.3 Motivation und Zielsetzung der Arbeit

Bei meinen Recherchen zur Einsamkeit ist mir aufgefallen, wie umfangreich sich dieses Thema über Einsamkeit gestalten kann. Um erst einmal nur das Ausmaß dieses Begriffs zu verstehen und erklären, möchte ich in der vorliegenden Arbeit gezielt auf die Rolle der Einsamkeit in unserer heutigen Gesellschaft eingehen.

Wirft man den Begriff Einsamkeit in die Gesprächsrunde, fallen jedem dazu Assoziationen ein, was Einsamkeit bedeutet und was sie bewirken kann. Vielleicht durch eigene Beobachtungen oder aber auch durch eigene Erfahrungen. Einsamkeit verspürt jeder Mensch in seinem Leben. Wir erleben das Einsamkeitsgefühl, wenn etwas Vergangenes was zuvor in unserer Lebenssituation war, nicht mehr da ist. Das Einsamkeitsgefühl kann dabei plötzlich aber auch langsam, schleichend eintreten zum Beispiel bei Verlust eines Partners durch den Tod oder im Laufe der Pensionierung. Beson- ders wird die Einsamkeit den Menschen am Rande einer sozialen Gruppe zugeschrieben zum Beispiel Arbeitslose, Kranke Menschen, Flüchtlinge, alte Menschen aber auch Führungskräften. Demnach findet hier eine Abgrenzung statt, was zur Folge hat, das der Begriff einen Negativen Wert erhält. Er wird meist tabuisiert und die Betroffenen fühlen sich verschämt. Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich also mit dem Wert der Einsamkeit. Die sechs unten stehenden Fragen ver- suchen einen Überblick dazu zu geben, wie Umfassend das Thema sein kann und sollen im Laufe der einzelnen Kapitel Antwortmöglichkeiten geben können. Ein abschließendes Fazit soll eigene Erkenntnisse die durch die Arbeit entstanden sind erläutern.

- Was bedeutet Einsamkeit
- Wie wird Einsamkeit erlebt
- Einsamkeit als Scham
- Gründe zur Einsamkeit
- Wie erkenne ich Einsamkeit
- Was kann man gegen Einsamkeit tun Hochschule Fresenius Hamburg - Fachbereich Gesundheit & Soziales - Soziale Arbeit Bachelor

2 Entwicklung der Problematik von Einsamkeit

2.1 Definition Einsamkeit

„Einsamkeit“, wird dieses Thema angesprochen, folgt häufiges stillschweigen, die Umlenkung auf ein anderes Gesprächsthema oder ähnliche aber völlig unterschiedliche Begriffe werden in den Kontext geworfen. Einsamkeit, als eine Grundsituation des Lebens, beschreibt das Gefühl in uns, welches ausgelöst wird wenn wir etwas Wichtiges verloren haben. „Sein Verlangen nach Wieder- herstellung des früheren Zustandes, in dem er nicht einsam war, quält ihn“ (Bitter, 1967, S.111). Einsamkeit zählt zu den größten Gefühlen der Menschheit, man könnte meinen, dass jeder im Laufe seines Lebens ihr gegenübersteht. Das Einsamkeitsgefühl, welches in uns ein Verlangen nach der Vergangenheit hervorruft, wird den Leidgefühlen zugeschrieben und doch kann man Ein- samkeit auch als eine positive Eigenschaft empfinden. Hierbei ist es also wichtig, die Einsamkeit, welche eine starke Wechselbedeutung zwischen gut und schlecht beinhaltet, klar zu differenzieren (Bitter, 1967). Grunderlebnisse bergen immer Gegenhandlungen in sich. Sie geben Fortschritt und Lebendigkeit in das Tun eines Individuums. Während die schöpferische und positive Eigenschaft von Einsamkeit es dem Menschen ermöglicht sich in der vielfältigen Erscheinungswelt von heute nicht zu zerstreuen, zerstört und quält die negative Einsamkeit, der man das Wort „Vereinsamung“ zusprechen kann. Spricht man von der Vereinsamung, ist der laufende, aktive Prozess zur Ein- samkeit gemeint, der in Abschnitt 2.4.1 weiter erläutert wird.

2.2 Veränderung durch die Moderne Gesellschaft

Einsamkeit als ein Grundgefühl wird es wohl schon seit Anbeginn der Menschheit geben. Während sich die Gemeinschaft durch die Modernisierung der Industrialisierung und der Globalen Vernet- zung immer rasanter verändert, gestaltet sich auch der Wert des Einsamkeitsgefühls um. Das Le- ben ohne Maschinen war geprägt vom Leben in der umstehenden Gemeinschaft. Vor allem in der Großfamilie gab es eine starke Hierarchien Verteilung in der der Mensch seinen fest bestimmten Platz einnahm. Im Laufe der Industrialisierung suchten immer mehr Menschen vom Land eine Ar- beit in der stark wachsenden Großstadt. Die ursprüngliche Großfamilie wird zur Kleinfamilie und die Möglichkeiten der sozialen Interaktionen verändern sich grundlegend. Mit der wachsenden Mechanisierung entsteht ein Wettkampf der Höchstleistungen, sie verändert die Gestaltung des Arbeitstags. Der Prozess der Arbeiter wird optimiert um mit erhöhtem Tempo eine bessere Leis- tung zu erbringen (vgl. Bitter, 1967: 188 ff.). Das zunehmende Tempo der wachsenden Gemein- schaft, erfährt der Mensch abseits vom Arbeitsplatz, auch in seinem privaten Leben. Nur schwer findet er in der heutigen Masse zur Besinnung. Das einzelne Individuum sucht den Ausgleich der Ruhe in den eigenen vier Wänden und scheint weniger Zeit zu haben.

Hochschule Fresenius Hamburg - Fachbereich Gesundheit & Soziales - Soziale Arbeit Bachelor Soziale Kontakte werden leicht durch Medien ersetzt und erhalten eine komplett neue Qualität. Hieraus wird ersichtlich, dass jede Weiterentwicklung auch schlechte Seiten in sich birgt, die hier, im Falle auf das Einsamkeitsgefühl auch körperliche und seelische Gefahren mit sich bringen (Bit- ter, 1967: 191). So gibt auch Backes (1997: 192) einen Ansatz darauf, dass die Modernisierung sich in zwei Komplexe darstellen lässt: Zum einen entscheidende Veränderungen durch die Indust- rialisierung, eine steigende soziale Kontrolle und Steuerung, ein Wandel der Gemeinschaft und die Möglichkeit zur erhöhten sozialen Differenzierung und Eingriffschancen. Zum anderen kann daraus in dichtbesiedelten Großstädten aber auch eine andere (Teil-)Gesellschaft entstehen, die einen sozialen Anschluss verhindern und die Anonymität fordern (Bohn, 2008: 113).

2.3 Positive Aspekte der Einsamkeit

In den ersten beiden Abschnitten zur Einsamkeit werden viele negative Aspekte erläutert. Außerdem wurde in 2.1 Definition der Einsamkeit erwähnt, dass das Einsamkeitsgefühl auch positive Eigenschaften mit sich bringen kann. Vorab sei gesagt, dass die Einsamkeit trotz einer positiven Funktion, ein sehr leidvolles Grundgefühl ist und immer bleiben wird. Vor allem gegenüber den Menschen die täglich mit der Einsamkeit zu kämpfen haben, wäre es entwürdigend die Einsamkeit in einem guten Licht darstellen zu lassen (Bohn, 2008: 15). Nur der Vollständigkeit halber muss auch der positive Wert der Einsamkeit in die Arbeit mit aufgeführt werden.

Nach den Strapazen des Alltags kann einem die Einsamkeit auch zu Gute kommen. Durch den täglichen Stress dem wir in der heutigen Gesellschaft ausgesetzt sind, tut uns die Ruhe die wir in unseren eigenen vier Wänden selbst bestimmen und erleben können als wohltuend. Diese Ein- samkeit, die wir uns bewusst nehmen oder nehmen sollten, ist der Ausgleich von der andauernden Vernetzung zur Außenwelt, die dem menschlichen Organismus Kraft und Energie raubt (Horn, 1977: 23). Obwohl Gefühlen viel Leid und Schlechtes nachgeredet wird, beinhalten sie immer auch eine Antreibende Kraft in uns. Diese Dynamik fordert das Subjekt, wodurch es sich erst zum eige- nen Ich entwickeln kann. Man kann sagen, dass sie unumgänglich für die Selbstfindung ist (Bitter, 1967: 13 f.).

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2.4 Begriffsunterschiede

Nun, wo der positive Wert der Einsamkeit erfasst wurde, ist es zwingend erforderlich, Begriffe die mit der Einsamkeit häufig verwechselt werden zu erläutern. Spricht man vom Allein sein, sozialer Isolation oder der Vereinsamung werden diese häufig mit dem Gegenstand der Einsamkeit syno- nym verwendet. Tatsächlich muss man sie aber in ihrem Inhalt klar abgrenzen (Horn, 1977: 130).

2.4.1 Einsamkeit und Vereinsamung

Horn (1977, zitiert nach Townsend & Tunstall, 1968: 270) beschreibt die Einsamkeit als einen „in- neren Zustand“, der als „individuelles Gefühl“ erlebt wird. Das Gefühl der Einsamkeit erfährt der Mensch, wenn er unglücklich über seine Situation mit seinem sozialen Umfeld ist. Dabei verspürt er ein Gefühl der Verzweiflung, Leere, Traurigkeit und dem unbefriedigten Verlangen nach Nähe und Kontakt (Horn, 1977: 130). Die Einsamkeit als ein Grundgefühl, siehe Abschnitt 1.3, lässt sich von jedem Menschen erfahren. Dabei ist es ein individueller Prozess, wie weit das Gefühl der Ein- samkeit in das Geschehen des einzelnen eingreift. Mit diesem Prozess ist die Vereinsamung ge- meint, die den „Vorgang eines immer tieferen Hineingleitens in die Vereinsamung“ meint (Bitter, 1967: 31). Während die Vereinsamung also die folgende Aktion der Einsamkeit erfolgt beschreibt, ist die Einsamkeit der feste Gegenstand des Zustands (Horn, 1977: 22).

2.4.2 Allein sein

„Es wird immer schwerer schöpferisches Alleinsein, das Erlebnis der Unendlichkeit zu erfahren. Eine radikale Wendung kann nur erwartet werden durch eine Wandlung des Einzelnen“ (Bitter, 1967: 11). Vor allem in der heutigen Gegenwart, mit der permanenten Vernetzung durch das Inter- net und Mobiltelefon aber auch dem fließenden und Geräuschvollen Verkehr der Autos, Bahn und Flugzeugen, ist der Mensch starken Reizen ausgesetzt. Auch der gewöhnliche Alltag auf der Arbeit oder in der Schule, die Kommunikation mit anderen sorgt dafür, dass der Mensch immer wieder zu sich selbst finden muss um zur Ruhe zu kommen und die täglichen Erfahrungen mit sich selbst verarbeiten kann. Es ist unabdingbar, dass der Mensch bewusst Zeit mit sich allein verbringt (Bohn, 2008: 29). Allein sein wird als „objektiver Zustand“ betrachtet, der im Gegensatz zum Gefühl der Einsamkeit auch von anderen Personen festgestellt werden kann (vgl. Bitter, 1967: 111).

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Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Die Rolle der Einsamkeit in der heutigen Gesellschaft
Hochschule
Hochschule Fresenius; Hamburg
Note
1,7
Autor
Jahr
2017
Seiten
15
Katalognummer
V388784
ISBN (eBook)
9783668627598
ISBN (Buch)
9783668627604
Dateigröße
642 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Einsamkeit, Risiko, Isolation, Soziale Arbeit, Gesellschaft
Arbeit zitieren
Fabian Kropla (Autor), 2017, Die Rolle der Einsamkeit in der heutigen Gesellschaft, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/388784

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