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Sprachmerkmale des Pirahã

Título: Sprachmerkmale des Pirahã

Trabajo , 2016 , 17 Páginas , Calificación: 2.0

Autor:in: Liridona Gashi (Autor)

Ciencia del lenguaje / Lingüística
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Die vorliegende Arbeit behandelt die Sprachkomplexität des Pirahã auf Grundlage der Daten, die der Sprachwissenschaftler und Linguist Daniel L. Everett durch Feldforschung gesammelt hat. In dieser Arbeit wird auf die Besonderheiten der Pirahã-Sprache eingegangen und herauskristallisiert, welche Merkmale diese Sprache von den anderen Sprachen der Welt unterscheidet und wie komplex diese Sprache ist. Darüber hinaus beschäftigt sich diese Arbeit mit der Frage, inwiefern die Kultur und der Alltag der Pirahã deren Sprache bestimmt, und stützt sich dabei auf die Thesen von Everett. Die Grundlage der Untersuchung bilden Sprachdaten, die Everett während seines Aufenthalts in dem Pirahã-Dorf über mehrere Jahre gesammelt hat.

Die Pirahã sind ein kleines Volk im Amazonasgebiet mit knapp 400 Bewohnern, welche am Rio Maci, einem Fluss am Amazonas, leben. Das Wort Pirahã steht sowohl für das Volk als auch für die Sprache. Jedoch wird das Wort Pirahã nur von Wissenschaftlern und den Weißen benutzt, sie selbst nennen sich „Hi'aiti'ihi“. Die Sprache Pirahã gehört zu der Familie der Mura-Sprachen und ist die einzige davon, die immer noch gesprochen wird. Trotzt des regen Kontakts mit Brasilianern und anderen Nicht-Pirahã sind die Pirahã monolingual geblieben. Die Pirahã kommunizieren aber nicht nur mit Wörtern, sondern auch durch Pfeifen und Summen bzw. Brummen. Die Pirahã-Sprache unterscheidet sich radikal von allen Sprachen, die wir kennen, weil sie über einige grammatikalische Merkmale nicht verfügt, die aus unseren Sprachen nicht wegzudenken sind, wie z.B. Numerus, Nummer, Quantoren, Farbterme, Rekursion sowie das Tempus Perfekt. Des Weiteren weist sie einen sehr einfachen Pronomen-Bestand auf. Das heißt, dass sie niemals rechnen, da sie keine Zahlen haben. Sie unterscheiden nicht zwischen Plural und Singular, und leben im Hier und Jetzt, für sie existiert kein Gestern und kein Morgen. Die Pirahã haben keine Terme für die einzelnen Finger, wie z.B. Ringfinger oder Daumen. Sie zeigen auch nicht mit dem Finger auf jemand anderen bzw. auf den Gesprächspartner. Wenn die Pirahã die Farbe Rot ausdrucken möchten, nehmen sie Blut zum Vergleich, da es auch rot ist, und sagen „wie Blut“.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Das Abstrakte in Pirahã

3 Zahlen, Numerus und Zählen

3.1 Numerus

3.2 Nummern/Numerale

3.3 Quantoren

4 Farbterme

5 Diskussionen und Kritiken zu Everetts Theorie

6 Fazit

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die These von Daniel Everett, wonach die Kultur der Pirahã entscheidenden Einfluss auf die Struktur ihrer Sprache hat und Chomskys Theorie der Universalgrammatik falsifizieren könnte. Dabei wird analysiert, inwieweit das Fehlen bestimmter grammatikalischer Merkmale wie Zahlen, Numerus und Rekursion als Beleg für diesen kulturellen Einfluss und als Indikator für Sprachkomplexität dienen kann.

  • Kultureller Einfluss auf die Sprachentwicklung bei den Pirahã
  • Vergleich der Pirahã-Sprache mit Chomskys Universalgrammatik
  • Analyse von Zahlen, Numerus und Quantoren im Pirahã
  • Untersuchung der Farbbenennung und des abstrakten Wortschatzes
  • Diskussion der Sprachkomplexität im Kontext wissenschaftlicher Kritik

Auszug aus dem Buch

3 Das Abstrakte in Pirahã

Die Kultur der Pirahã schränkt deren Sprache und Kommunikation auf Dinge ein, die sie unmittelbar erfahren haben, das heißt über alles, was die Pirahã nicht selbst erfahren haben, wird nicht gesprochen, Everett bezeichnet es als „abstrakt“ (Everett, 2005, 621 & 623). Zahlen tauchen nicht in der Natur auf, deshalb sind sie für die Pirahã abstrakt. Genauso wie eine Glaubensrichtung. Religion ist ein Konstrukt, welches in der Natur nirgendwo auftaucht, und somit irrelevant für die Pirahã. Farben lassen sich in der Natur beobachten und sind für die Pirahã deshalb nicht abstrakt, jedoch sind explizite Farbterme nicht vorhanden, deshalb werden Bezeichnungen von typisch gefärbten Dinge genutzt, um Farben zu beschreiben, wie z.B. das Blut. Die Pirahã benutzen die Bezeichnung „wie Blut“, um die Farbe Rot auszudrücken. Das bedeutet, die Farben (und nur die, die im Lebensraum der Pirahã vorkommen) an sich sind für die Pirahã nicht abstrakt, die Farbterme aber schon (Robbins, 2011, 85ff), (Everett, 2005, 627f). Mengen lassen sich auch in der Natur beobachten, wie z.B. beim Fischfang, man kann viele Fische oder wenig Fische fangen bzw. einen kleinen Fisch oder einen großen Fisch, deshalb sind relative Mengenangaben für die Pirahã gegenwärtig. Alles, was spezifischer ist, wird nicht gebraucht und nicht genutzt, deshalb existiert es auch nicht für die Pirahã und ist somit abstrakt.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Einführung in die Person Daniel Everett und die linguistische Debatte über die Pirahã-Sprache und deren Bezug zur Universalgrammatik.

2 Das Abstrakte in Pirahã: Erläuterung des Konzepts der unmittelbaren Erfahrung als kulturelle Grenze, die bestimmt, was im Pirahã als abstrakt gilt und somit sprachlich nicht repräsentiert wird.

3 Zahlen, Numerus und Zählen: Detaillierte Analyse des Fehlens von Zahlwörtern und Quantoren sowie der fehlenden Unterscheidung von Numerus im Pirahã.

3.1 Numerus: Darstellung, dass im Pirahã keine morphologische oder syntaktische Unterscheidung zwischen Singular und Plural stattfindet.

3.2 Nummern/Numerale: Untersuchung der relativen Mengenangaben, die Everett als Ersatz für ein eigentliches Zahlensystem identifiziert.

3.3 Quantoren: Aufzeigung, dass universelle Begriffe wie „alle“ oder „jeder“ im Pirahã fehlen und durch umschreibende Bezeichnungen ersetzt werden.

4 Farbterme: Diskussion über das Fehlen expliziter Farbnamen und die Strategie der Pirahã, Farben über assoziative Naturobjekte zu beschreiben.

5 Diskussionen und Kritiken zu Everetts Theorie: Kritische Auseinandersetzung mit der Methodik Everetts und Gegenpositionen anderer Linguisten zu seinen Thesen.

6 Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Sprachkomplexität des Pirahã und Bestätigung des kulturellen Einflusses auf die Sprache.

Schlüsselwörter

Pirahã, Daniel Everett, Universalgrammatik, Noam Chomsky, Sprachkomplexität, Numerus, Quantoren, Farbterme, Kultur, Kognition, Feldforschung, Rekursion, Abstraktion, Linguistik, Amazonas

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der linguistischen Analyse der Sprache der Pirahã-Indianer im Amazonasgebiet und deren theoretischer Einordnung durch den Forscher Daniel Everett im Kontext universalistischer Sprachtheorien.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Fokus stehen die kulturellen Einschränkungen der Sprache, das Fehlen von Zahlen, Numerus, Rekursion und Farbtermen sowie die Frage nach der Komplexität dieser spezifischen Sprache.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, Everetts Behauptung zu prüfen, dass die kulturelle Lebensweise der Pirahã direkt die Struktur ihrer Sprache formt und damit Ansätze der Universalgrammatik in Frage stellt.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse der publizierten Studien von Daniel Everett sowie einer kritischen Gegenüberstellung mit Ansätzen von Linguisten wie Chomsky, Kay und Levinson.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung abstrakter Begriffe, die Analyse spezifischer Kategorien wie Zahlen, Quantoren und Farben sowie eine kritische Diskussion der Methodik und der Komplexitätsfrage.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Pirahã, Kultur, Sprachkomplexität, Universalgrammatik, Kognition und der linguistische Diskurs um das Fehlen von Rekursion.

Warum gelten Zahlen im Pirahã als abstrakt?

Da Zahlen nicht direkt in der natürlichen Umgebung der Pirahã vorkommen und für ihre spezifische Lebensweise nicht unmittelbar erfahrbar oder notwendig sind, existieren keine entsprechenden lexikalischen Entsprechungen.

Wie unterscheidet sich die Auffassung von Farbtermen zwischen Everett und Sheldon?

Während Everett betont, dass es keine eigenen abstrakten Begriffe für Farben gibt, sondern nur Beschreibungen von Naturobjekten, behauptete Steve Sheldon nach seinem Aufenthalt, dass eine Vielzahl fester Farbterme existiert.

Inwiefern ist die Pfeifsprache der Pirahã relevant für die Komplexitätsdebatte?

Die Pfeifsprache dient als Beispiel für eine Komplexität in einem Bereich, der bei vielen anderen Völkern unterentwickelt ist, und zeigt, dass Sprachkomplexität nicht eindimensional zu bewerten ist.

Final del extracto de 17 páginas  - subir

Detalles

Título
Sprachmerkmale des Pirahã
Universidad
University of Dusseldorf "Heinrich Heine"  (Sprache)
Calificación
2.0
Autor
Liridona Gashi (Autor)
Año de publicación
2016
Páginas
17
No. de catálogo
V388787
ISBN (Ebook)
9783668627512
ISBN (Libro)
9783668627529
Idioma
Alemán
Etiqueta
Sprache Linguistik Feldforschung Piraha Daniel Everett Kommunikation
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Liridona Gashi (Autor), 2016, Sprachmerkmale des Pirahã, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/388787
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