Welche pflegerischen Auswirkungen hat die Arbeitsmigration von 24h- Pflegekräften auf ältere Menschen in Österreich?


Bachelorarbeit, 2017

37 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Ziel

2. Methodik
2.1 Forschungsfrage
2.2 Literaturrecherche
2.3 Suchbegriffe
2.4 Ein- und Ausschlusskriterien
2.5 Darstellung der Literaturrecherche

3. Ergebnisse
3.1 Definition und Abgrenzung der Begriffe
3.1.1 Migration
3.1.2 Pflegebedürftigkeit
3.1.3 Pflege
3.1.4 Pflegekraft
3.1.5 Irreguläre Arbeit
3.1.6 Arbeitsformen
3.2 Einführung einer gesetzlichen Regelung
3.3 Agenturen
3.4 Ausbildung der Pflegekräfte
3.5 Tätigkeitsbereiche einer 24h-Pflege
3.6 Die Qualität der Pflege
3.6.1 Verhältnis zwischen Arbeitgeber und -nehmer
3.6.2 Fachliche Überforderung
3.6.3 Sprache
3.7 Die Gender-Thematik

4. Diskussion
4.1 Vorherrschender grauer Arbeitsmarkt
4.2 Ausgebildet für die Pflege
4.3 Die Ausbeutung der Pflegekräfte
4.3.1 Der resultierende Verlust der Qualität
4.3.2 Fehlendes Berufsbild der Pflege
4.4 Bedeutung für die Zukunft der 24h-Pflege
4.5 Weitere Notwendigkeiten

5. Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Flow Chart

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Suchbegriffe

1. Einleitung

Durch die demografischen Geschehnisse wächst die Bevölkerung in den entwickelten europäischen Ländern, nicht zuletzt in Österreich, sehr stark an. Grund dafür ist unter anderem die Migration. Gleichzeitig gibt es einen Abfall der Geburtenrate, was zu einer immer älter werdenden Bevölkerung führt. Verstärkt wird dieses Phänomen durch die steigende Lebenserwartung der Bevölkerung (Schipfer, 2005).

In der Versorgung älterer Personen in unserer Gesellschaft spielen vor allem pflegende Angehörige eine große Rolle. Es lässt sich jedoch eine Veränderung erkennen, da eine Versorgung durch die eigene Familie oftmals nicht mehr möglich ist. Grund dafür sind sich verändernde Familienkonstellationen oder der Wunsch nach eigener Karrieremöglichkeit, sowohl bei Männern, aber auch bei Frauen. Bis jetzt waren es immer noch vermehrt die weiblichen Familienmitglieder, welche die Pflege übernommen haben. Diese Konstellation befindet sich jedoch gerade im Wandel. Hier kommen Pflegekräfte mit Migrationshintergrund, vor allem aus dem osteuropäischen Raum, zum Einsatz (Kondratowitz, 2005). Sieht man sich die Motive der Migrantinnen und Migranten an, weshalb sie ihr Heimatland verlassen, wird deutlich, dass es keinen einheitlichen Faktor gibt. Schlechte Lebens- und Arbeitsbedingungen, fehlende Karrierechancen, hohe Krankheitsbelastungen, sowie hohe Lebenserhaltungskosten sind nur wenige der Gründe, weshalb Pflegekräfte aus weniger entwickelten Ländern in entwickelte Länder, unter anderem nach Österreich kommen (Labonté et al., 2015). Pflegekräfte, vorwiegend aus dem osteuropäischen Raum, werden als reguläre, oder aber auch als irreguläre Arbeitskräfte in die Familien geholt, um diese bei der Pflege, aber auch beim Haushalt zu unterstützen. Die Herangehensweisen der einzelnen Länder, mit der Thematik der illegalen Arbeit umzugehen, reichen von Stillschweigen, bis zur bewussten Förderung (Kondratowitz, 2005). Ein häufiges und sehr beliebtes Modell der häuslichen 24h-Betreuung ist die Versorgung durch Live-Ins. Damit ist eine Pflegekräftekonstellation gemeint, in denen sich mehrere Pflegerinnen und Pfleger zur Versorgung eines älteren Menschen zur Verfügung

stellen. Das Pflegepersonal betreut jedoch die Patientin oder den Patienten nicht gemeinsam, sondern wechselt sich in einem festgelegten Turnus ab (Rerrich, 2015). Die Einsatzdauer hängt unter anderem davon ab, wie weit der Einsatzort vom Heimatort der Pflegekraft entfernt liegt. Da den Pflegekräften Kost und Logis in der Zeit der Betreuung des zu pflegenden Menschen zur Verfügung gestellt wird, können die Pflegerinnen und Pfleger das dringend benötigte Geld mit in ihre Heimat nehmen. Dabei darf man jedoch nicht darauf vergessen, dass die 24h- Betreuerinnen und Betreuer nur das halbe Jahr über arbeiten und für die freie Zeit im Heimatland nicht entlohnt werden (Schwiter et al., 2012).

1.1 Problemstellung

Immer mehr Menschen wünschen sich eine Rund-um-die-Uhr Betreuung zu Hause, da die Unterbringung in Heimen einerseits mit einem Mehrkostenaufwand verbunden ist, andererseits pflegebedürftige Menschen in ihrer gewohnten Umgebung bleiben möchten. Da ausländische Pflegekräfte kostengünstiger sind, wird die Zahl an migrierten Pflegekräften immer höher. Es wird jedoch kaum unterschieden zwischen Betreuungskräften und Angehörigen des gehobenen Dienstes für Gesundheits- und Krankenpflege. Von den Pflegekräften werden vielfach Leistungen erwartet, welche außerhalb ihres Kompetenzbereiches liegen (Nöstlinger, 2007). Außerdem beeinflussen die langen und ungeregelten Arbeitszeiten, die oft prekären Aufenthaltsbedingungen und die Beziehung zwischen zu Betreuenden und 24h-Pflegeperson, sowie die weite Distanz zur eigenen Familie die Pflege erheblich (Leichsenring et al., 2015).

1.2 Ziel

Ziel dieser Arbeit ist es, zu erforschen, ob durch den Einsatz von 24h- Pflegekräften die Pflege und Betreuung von älteren Menschen in Österreich leidet. Es ist unumstritten, dass der Sektor der häuslichen Betreuung ohne migrierte Pflegekräfte schon lange nicht mehr auskommen würde und aus der Gesundheits- und Krankenpflege nicht wegzudenken wäre. Jedoch können sich sowohl die kulturellen und sozialen Unterschiede, als auch die irreguläre Arbeit positiv, als

auch negativ auf die Pflege und Betreuung auswirken. Diese Arbeit soll die Vorteile und eventuellen Missstände aufdecken und zu Lösungsansätzen gelangen. Die Ergebnisse sollen zeigen, in wie fern das Modell der 24h-Pflege mit migrierten Pflegekräften den Wünschen der Betreuten entspricht. Außerdem soll ein Ausblick gegeben werden, wo Verbesserungen getätigt werden könnten, um eventuelle Missstände aufzuheben.

2. Methodik

Im folgenden Abschnitt wird die Forschungsfrage vorgestellt, welche im Zuge der vorliegenden Arbeit mit den Ergebnissen einer ausführlichen Literaturrecherche beantwortet wird. Das zentrale Thema der Arbeit handelt von der Pflege von älteren Menschen, welche durch migrierte 24h-Pflegerinnen und Pflegern aus dem osteuropäischen Raum betreut werden. Die rechtlichen Grundlagen und prekären Beschäftigungsverhältnisse werden zwar zum besseren Verständnis kurz angerissen, sie sind jedoch nicht Schwerpunkt der Arbeit und werden deshalb nicht genauer behandelt.

2.1 Forschungsfrage

Durch den hohen Einsatz an osteuropäischen 24h-Pflegekräften scheint es interessant zu hinterfragen, wie sich das Modell der 24h-Betreuung auf die Pflege der Klientinnen und Klienten auswirkt. Die Forschungsfrage wurde mit Anlehnung an das PICO-Schema erstellt. Als Patientengruppe können die hochaltrigen Menschen in Österreich angesehen werden. Die Intervention der migrierten Pflegekräfte ist Gegenstand der Untersuchung. Als Hauptalternative können österreichische Pflegerinnen und Pfleger mit den Migrantinnen und Migranten verglichen werden. Die Qualität der Pflege stellt das Outcome der Untersuchung dar. Dementsprechend lautet die Forschungsfrage wie folgt:

Welche pflegerischen Auswirkungen hat die Arbeitsmigration von 24h- Pflegekräften auf ältere Menschen in Österreich?

2.2 Literaturrecherche

Im Zuge der zu verfassenden Bachelorarbeit 1 wurde von Jänner 2017 bis Mai 2017 eine systematische Literaturrecherche in den Datenbanken PubMed und Livivo betrieben. Außerdem wurde anhand von Daten aus wissenschaftlichen Suchmaschinen wie SpringerLink und Google Scholar und wissenschaftlichen Zeitschriften Literatur zusammengestellt, um die Forschungsfrage auf dem aktuellsten Stand der Wissenschaft zu beantworten. Die Arbeit wurde nach dem EMED-Format aufgebaut, sie teilt sich in die Punkte Einleitung, Methodik, Ergebnis und Diskussion.

2.3 Suchbegriffe

Um für die Arbeit relevantes Datenmaterial zu erlangen, wurden unterschiedliche Suchbegriffe in deutscher und englischer Sprache eingesetzt. Es wurden die Operatoren „UND“, „ODER“, sowie „AND“, „OR“ angewandt, um bessere bzw. präzisere Ergebnisse zu erhalten. Um die Literatursuche besser nachvollziehen zu können, wurde im Anhang eine Auflistung der Suchergebnisse beigefügt.

Tabelle 1: Suchbegriffe

Abbildung in dieser eseprobe nicht enthalten

2.4 Ein- und Ausschlusskriterien

Es wurde darauf geachtet, dass die verwendete Literatur vorzüglich nicht älter als

10 Jahre ist. Jedoch wird darauf hingewiesen, dass vor allem zur Begriffsdefinition auf ältere Literatur zurückgegriffen werden musste, wenn sich Begriffe nicht mehr weiter oder neu definieren lassen. Es wurden sowohl Artikel aus Fachzeitschriften und Bücher verwendet, im Ergebnisteil wurde jedoch darauf geachtet, dass vorwiegend Studien zur Bearbeitung herangezogen werden. Um die Forschungsfrage zu beantworten, wurde die Migration von Pflegekräften aus osteuropäischen Ländern betrachtet, weshalb sich die Literatur auf Migrantinnen und Migranten mit osteuropäischen Wurzeln bezieht. Damit sind vor allem Länder wie Polen, Rumänien, Bulgarien und zum Teil die Ukraine gemeint. Außerdem wurde die Suche eingeschränkt nach zu Pflegenden, die in erster Linie hochaltrig sind und welche Einschränkungen in ihren ATL´s vorweisen. Literatur über die Betreuung und Pflege von Kindern durch migrierte Pflegerinnen und Pfleger wurde nicht in die Recherche miteinbezogen.

Es wurde darauf geachtet, dass alle Begrifflichkeiten in der vorliegenden Arbeit zu Beginn ausreichend erklärt werden. Damit soll erreicht werden, dass diese Bachelorarbeit nicht nur Fachpersonen dient, sondern auch fachfremden Leserinnen und Lesern verständlich gemacht wird.

2.5 Darstellung der Literaturrecherche

Um sich die Literaturrecherche vor Augen führen zu können, wurde eine sogenannte „Flow-Chart“ erstellt. Von den 175, in den Datenbanken und weiteren Quellen erzielten Treffern, wurden, nach Beurteilung der Titel und Kurzfassungen von 83 relevant erscheinenden Dokumenten, 36 der Treffer als bedeutungsvoll betrachtet. Schlussendlich wurden, nach Sichtung der Volltexte, 27 Treffer zur Bearbeitung der vorliegenden Arbeit und zur Beantwortung der Forschungsfrage herangezogen.

Abbildung in dieser eseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Flow Chart

3. Ergebnisse

Im folgenden Ergebnisteil werden zuerst wichtige Begriffe definiert um die weitere Arbeit verständlicher zu gestalten. Des Weiteren werden in diesem Teil alle relevanten Ergebnisse der Literaturanalyse vorgestellt.

3.1 Definition und Abgrenzung der Begriffe

Zum besseren Verständnis der vorliegenden Arbeit müssen zuerst einige Begriffe erläutert oder definiert werden. Manche Begriffe sind mehrdeutig und müssen zu Beginn zum besseren Verständnis von ihrer anderweitigen Bedeutung abgegrenzt werden. Im weiteren Textverlauf werden die Begriffe ohne expliziten Verweis auf die Definition verwendet.

3.1.1 Migration

Unter Migration versteht man eine räumliche Verlagerung des Lebensmittelpunktes (Razum et al., 2008). Es werden familiäre, politische, biografische oder erwerbsbedingte Motive vorausgesetzt. Ausgenommen werden kurzfristige Aufenthalte, da diese zum Tourismus zählen (Treibel, 2008, S. 295- 317). Unterschiede kann man zwischen Binnenmigration, auch genannt regionale Migration und internationaler Migration, mit der die Wanderung über Staatsgrenzen gemeint ist, machen. Ersteres meint Bewegungen im eigenen Land. Außerdem muss man freiwillige und unfreiwillige Migration unterscheiden. Der zeitliche Aspekt unterscheidet permanente von temporärer Migration. Während man sich bei der permanenten Migration dauerhaft eine neue Niederlassung sucht, ist die temporäre Migration über eine bestimmte Zeitspanne definiert. Für diese Arbeit wichtig zu erwähnen ist auch die Pendelmigration, welche oft nicht in Definitionen aufscheint, da es sich um eine neuere Entwicklung handelt.

[...]

Ende der Leseprobe aus 37 Seiten

Details

Titel
Welche pflegerischen Auswirkungen hat die Arbeitsmigration von 24h- Pflegekräften auf ältere Menschen in Österreich?
Hochschule
FH Campus Wien
Note
1,0
Autor
Jahr
2017
Seiten
37
Katalognummer
V388804
ISBN (eBook)
9783668629158
ISBN (Buch)
9783668629165
Dateigröße
641 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Migration, 24h-Pflege, Arbeitsmigration, Care-drain, Pendelmigration, Pflegequalität, Transnationals, 24h-Pflege in Österreich
Arbeit zitieren
Lisa Willinger (Autor), 2017, Welche pflegerischen Auswirkungen hat die Arbeitsmigration von 24h- Pflegekräften auf ältere Menschen in Österreich?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/388804

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