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Konzentrationsförderung im Unterricht an einer Schule mit Förderschwerpunkt "Lernen"

Titel: Konzentrationsförderung im Unterricht an einer Schule mit Förderschwerpunkt "Lernen"

Examensarbeit , 2017 , 35 Seiten , Note: 14

Autor:in: Studienrat Sebastian Heil (Autor:in)

Pädagogik - Heilpädagogik, Sonderpädagogik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Ben ist ein 12-jähriger Schüler, der eine Schule mit dem Förderschwerpunkt Lernen im sechsten Schulbesuchsjahr besucht. Ich unterrichte den Heranwachsenden seit Januar 2016 sechs Mal in der Woche im Fach Mathematik und Deutsch. Sowohl in meinem als auch in dem Unterricht von Kolleginnen fällt er durch unkonzentriertes Verhalten auf, das sich während Arbeitsphasen in besonderer Ausprägung zeigt. Anstatt dem Unterrichtsgeschehen zu folgen, lenkt er häufig Mitschüler/-innen ab, reagiert hochsensibel auf bereits kleine Umweltreize, ist unorganisiert-zerstreut und schnell entmutigt und unmotiviert, wenn ihm Aufgaben nicht zügig gelingen. Seine Leistungsfähigkeit, sowie sein Arbeitstempo und die Qualität seiner Arbeitsergebnisse können als „mangelhaft“ bezeichnet werden. Lautstarke Gefühlsausbrüche sind ein häufiges Folgeverhalten auf seine geringe Konzentrationsfähigkeit im Unterricht. Damit beeinflusst er das Arbeitsklima in der Lerngruppe negativ. Ben ist folglich bei seinen Mitschülern/-innen eher unbeliebt.

Die Arbeit mit dem Schüler ist für mich häufig belastend und herausfordernd. „Jetzt konzentrier dich doch einfach mal!“ ist eine Aufforderung, die ich in Hinblick auf Ben bereits häufig ausgesprochen habe und bei der eine gewisse Rat- und Hilflosigkeit mitgeschwungen ist. Ich machte fortwährend die Feststellung, bisher nur über unzureichendes Handlungswissen im Umgang mit konzentrationsgestörten Schülern/-innen zu verfügen. Folglich gibt mir die folgende Auseinandersetzung die Möglichkeit, mein Wissen und meine Kompetenzen in Hinblick auf konzentriertes Arbeiten im Unterricht zu erweitern und pädagogische Möglichkeiten zu finden, um konzentrationsschwachen Schülern/-innen zukünftig effektive Hilfestellungen geben zu können.
Ein weiterer Grund, mich mit dem Thema „Konzentrationsförderung im Unterricht“ zu beschäftigen, liegt darin, dass Ben als einer der wenigen Schüler/-innen an der Schule, kein Ritalin einnimmt (mehr als die Hälfte der Schülerschaft nimmt täglich das Medikament Methylphenidat ein), obwohl er deutliche Tendenzen in Richtung einer ADHS aufzeigt (Hyperaktivität, Impulsivität, gestörte Aufmerksamkeit). Diese Rahmenbedingungen eröffnen mir die Gelegenheit, in der Auseinandersetzung ausschließlich Effekte pädagogischer Interventionen zu evaluieren und so meine kritische Haltung gegenüber der Vergabe von Methylphenidat neu auf den Prüfstand zu stellen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Konzentrationsfähigkeit

2.1 Konzentration(sstörungen) im Kontext der Schule

2.1.1 Mögliche schulische Ursachen für Konzentrationsstörungen

2.1.2 Mögliche außerschulische Ursachen für Konzentrationsstörungen

3. Kind-Umfeld-Analyse

3.1 informelle Diagnostik

3.1.1 Vorgeschichte und schulischer Werdegang

3.1.2 Darstellung der familiären Situation

3.1.3 Gespräch mit Ben

3.1.4 Beobachtungen zum Arbeits- und Sozialverhalten

3.1.5 Beobachtung von Bens Konzentrationsfähigkeit im Unterricht mithilfe des Beobachtungsbogens von Domsch/Krowatschek (2006)

3.2 Standardisierte Diagnostik

3.2.1 Testung der Konzentrationsfähigkeit mit TPK

4. Darstellung der zwei Ebenen der Konzentrationsförderung

4.1 Einzelförderung mit dem Marburger Konzentrationstraining

4.1.1 Aufbau der Einzelfördersequenzen

4.1.2 Beobachtungen im Verlauf der Einzelförderung

4.2 Interventionen im unterrichtlichen Rahmen (Schwerpunkt auf Arbeitsphase)

4.2.1 Exemplarische Beispiele aus dem Mathematikunterricht im Zeitraum 23.01. – 24.02.2017

5. Reflexion der Konzentrationsförderung

5.1 Beantwortung der Fragestellungen

5.2 Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Möglichkeiten der Konzentrationsförderung bei einem 12-jährigen Schüler mit Förderschwerpunkt Lernen. Ziel ist es, durch eine Kombination aus Einzelförderung und unterrichtsimmanenten Interventionen eine Steigerung der Konzentrationsfähigkeit sowie eine Verbesserung des Arbeits- und Sozialverhaltens zu erreichen und den Transfer dieser Erfolge in den Gruppenunterricht zu analysieren.

  • Analyse von Konzentrationsstörungen im schulischen und häuslichen Kontext
  • Einsatz des Marburger Konzentrationstrainings (MKT) in der Einzelförderung
  • Implementierung ritualisierter Hinführungs-, Arbeits- und Reflexionsphasen im Unterricht
  • Verhaltensmodifikation durch zielgerichtete Verstärkersysteme und Elternkooperation
  • Evaluierung der Wirksamkeit pädagogischer Interventionen bei ADHS-Tendenz

Auszug aus dem Buch

3.1.4 Beobachtungen zum Arbeits- und Sozialverhalten

Ich beobachtete Bens Arbeits- und Sozialverhalten im Zeitraum von zwei Wochen im Dezember 2016 in den Fächern Deutsch, Mathematik und Arbeitslehre. Während erstere beiden Hauptfächer von mir unterrichtet werden, ist Frau X. seine Fachlehrerin in AL. Ben zeigte markante Verhaltensweisen in allen drei beobachteten Fächern, die im Folgenden kurz zusammengefasst werden sollen.

Hinsichtlich seines Arbeitsverhaltens lässt sich beobachten, dass Ben häufig zertreut und chaotisch wirkt in Bezug auf den Umgang mit Unterrichtsmaterialien. Arbeitsblätter aus vergangenen Stunden kann er häufig entweder nicht mehr in seinem Schulordner finden oder zieht sie stark zerknittert aus seinem Schulranzen heraus. Generell verliert Ben häufig Gegenstände, wie seine Bleistifte oder sogar Arbeitshefte, die dann oft unauffindbar bleiben (auch die Mutter kann zu Hause verloren gegangene Gegenstände wie ein Matheheft oder eine Unterrichtslektüre nicht finden). Im Unterrichtsgeschehen setzt sich die beobachtete Unstrukturiertheit während Arbeitsphasen fort. Hier fragt der Schüler häufig, was genau er machen solle. Selbst dann, wenn der Arbeitsauftrag zwei bis drei Mal wiederholt wurde. Während Arbeitsphasen sitzt er zum Teil hilflos wirkend vor seinem Arbeitsblatt und spricht Sätze aus, wie „Ich kapier das nicht!“, „Was soll man hier denn jetzt machen?“ oder „Das ist mir zu schwer“.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Vorstellung des Schülers Ben, seiner spezifischen Konzentrationsproblematik und der Motivation des Autors zur Durchführung dieser pädagogischen Intervention.

2. Konzentrationsfähigkeit: Theoretische Definition des Konzentrationsbegriffs, Abgrenzung zur Aufmerksamkeit und Analyse von schulischen sowie außerschulischen Ursachen für Konzentrationsstörungen.

3. Kind-Umfeld-Analyse: Detaillierte Fallanalyse des Schülers Ben mittels informeller Beobachtungen und standardisierter Diagnostik (TPK), um den individuellen Förderbedarf zu ermitteln.

4. Darstellung der zwei Ebenen der Konzentrationsförderung: Beschreibung der konkreten Maßnahmen, unterteilt in das Marburger Konzentrationstraining als Einzelförderung und die Implementierung förderlicher Strukturen im regulären Gruppenunterricht.

5. Reflexion der Konzentrationsförderung: Kritische Evaluation des Interventionserfolgs, Beantwortung der Forschungsfragen sowie ein Ausblick auf die Bedeutung pädagogischer Interventionen in inklusiven Settings.

Schlüsselwörter

Konzentrationsförderung, Marburger Konzentrationstraining, Sonderpädagogik, Förderschwerpunkt Lernen, Arbeitsverhalten, Sozialverhalten, Selbstinstruktion, Aufmerksamkeitsstörung, Unterrichtsstrukturierung, Leistungsmotivation, Diagnostik, Inklusion, Verhaltensvertrag, Lernklima, Evaluation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit thematisiert die gezielte Förderung der Konzentrationsfähigkeit eines Schülers mit Lernschwierigkeiten durch pädagogische Maßnahmen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die Schwerpunkte liegen auf der Konzentrationsdiagnostik, der Anwendung des Marburger Konzentrationstrainings und der Übertragung von Förderelementen in den regulären Klassenunterricht.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die zentrale Frage ist, ob sich durch gezielte Interventionen die Konzentrationsfähigkeit sowie das Arbeits- und Sozialverhalten des Schülers positiv beeinflussen lassen und wie der Transfer vom Einzel- in den Gruppenkontext gelingt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor nutzt eine Kombination aus diagnostischen Testverfahren, einer intensiven Fallanalyse und einer pädagogischen Interventionsstudie mit Vorher-Nachher-Vergleichen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden die theoretischen Grundlagen, die diagnostische Erhebung des Schülerprofils sowie die konkrete Ausgestaltung und Durchführung der Einzelförderung und der unterrichtsbegleitenden Maßnahmen detailliert dokumentiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die wichtigsten Schlagworte sind Konzentrationsförderung, Marburger Konzentrationstraining, Arbeitsverhalten, Diagnose und pädagogische Intervention.

Welche Rolle spielen die Eltern in dieser Untersuchung?

Die Elternkooperation und ein häusliches Belohnungssystem erwiesen sich als essenzielle Bausteine, um die Motivation des Schülers zu steigern und den Erfolg der schulischen Maßnahmen zu unterstützen.

Warum spielt das Thema "Innere Konflikte" bei Ben eine so große Rolle?

Der Schüler ist familiär hoch belastet; die Klärung oder Thematisierung dieser inneren Spannungen in ritualisierten Phasen des Unterrichts ist eine notwendige Voraussetzung, um ihn überhaupt zu konzentriertem Arbeiten zu befähigen.

Wie wurde die Wirksamkeit der Maßnahmen gemessen?

Die Wirksamkeit wurde quantitativ durch einen Beobachtungsbogen (on-task/off-task-Verhalten) sowie qualitativ durch die Einschätzung der Arbeitsorganisation und der gesteigerten Selbstwirksamkeit des Schülers bewertet.

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Details

Titel
Konzentrationsförderung im Unterricht an einer Schule mit Förderschwerpunkt "Lernen"
Note
14
Autor
Studienrat Sebastian Heil (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2017
Seiten
35
Katalognummer
V388860
ISBN (eBook)
9783668628991
ISBN (Buch)
9783668629004
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Konzentration Konzentrationsförderung Marburger Konzentrationstraining Aufmerksamkeit ADHS Einzelförderung Schule
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Studienrat Sebastian Heil (Autor:in), 2017, Konzentrationsförderung im Unterricht an einer Schule mit Förderschwerpunkt "Lernen", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/388860
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  35  Seiten
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