Diese Hausarbeit beschäftigt sich mit der Frage, durch welche verschiedenen Theorien sich Jugendkriminalität erklären lässt. Bei der Projektart handelt es sich um eine Literaturanalyse.
Im ersten Abschnitt meiner Hausarbeit wird eine ausführliche Begriffsdefinition von abweichendem Verhalten und Kriminalität vorgenommen. Darauf aufbauend wird der Begriff Jugendkriminalität definiert, welche verschiedenen Formen und welche Ursachen es dazu gibt. Der Hauptteil der Arbeit beschäftigt sich mit Definitionen, Erklärungen und eventuellen Kritikpunkten der verschiedenen Kriminalitätstheorien. Vorgestellt wird die Lerntheorie nach Tarde sowie nach Sutherland, die Kontrolltheorie, den Labeling Aproach, die Soziobiologische Kriminalitätstheorie sowie die Anomietheorie. Nach Vorstellung dieser folgt der letzte Punkt zur Prävention von Jugendkriminalität.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Definition Abweichendes Verhalten
Definition Kriminalität
Definition Jugendkriminalität
Formen von Jugendkriminalität
Ursachen der Jugendkriminalität
Definition Kriminalitätstheorie
Die Lerntheorie nach Gabriel Tarde
Die Lerntheorie nach Edwin Sutherland
Die Kontrolltheorie nach Travis Hirschi
Die Etikettierungstheorie nach Howard S. Mead
Soziobiologische Kriminalitätstheorie
Anomietheorie
Prävention von Jugendkriminalität
Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht mittels einer Literaturanalyse verschiedene kriminologische Theorien, um die Entstehung von abweichendem Verhalten und Jugendkriminalität zu erklären und Präventionsansätze zu diskutieren.
- Grundlegende Begriffsbestimmungen (Abweichung, Kriminalität, Jugendkriminalität)
- Analyse soziologischer und psychologischer Erklärungsmodelle (Lern-, Kontroll-, Etikettierungs- und Anomietheorien)
- Darstellung der Formen und Ursachen jugendlichen Fehlverhaltens
- Differenzierte Betrachtung von Präventionsstrategien (primär, sekundär, tertiär)
Auszug aus dem Buch
Die Lerntheorie nach Gabriel Tarde
Die wichtigste Theorie für die Soziale Arbeit ist die Lerntheorie, sie wurde vom französischen Soziologen Gabriel Tarde erstmals dargelegt. Diese besagt, "dass Kriminalität ein durch Lernen erworbenes Handlungsmuster ist, also weder angeboren noch sozial bedingt ist und sich damit weder vom Lernen des Bindens einer Krawatte, des Spielens eines Musikinstruments noch des Erlernens der Freude an Kunst oder Literatur unterscheidet". (Jannsen & Riele, 2013, S.33)
Tarde geht davon aus, dass die Gesellschaft nicht als "Ding in sich selbst", sondern als einen sozialen Prozess durch verschiedene Denkweisen, Verhaltensweisen und Gefühle von einer Gruppe und einer Person zu anderen weitergeleitet wird. Durch diesen Vorgang entsteht eine Art der Imitation. Die Entstehung von Kriminalität oder auch anderen Dingen wird als eine sozial erlernte Fähigkeit dargestellt, welche von den "Drei Gesetzen der Imitatierung" geleitet wird. Das erste Gesetz von Tarde und dessen Imitatierung lautet das Gesetz engen Kontaktes. Dieses erste Gesetz sagt damit aus, dass es wahrscheinlicher ist, dass Personen eher die Bräuche, Gewohnheiten und Mimiken von den Personen nachahmen, mit denen sie am engsten in Kontakt stehen und am meisten Zeit verbringen und mit denen sie am meisten Sympathie hegen. Das Verhalten dieser Personen passt sich den Personen in ihrem engen Umfeld an.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Vorstellung des Themas Jugendkriminalität, der methodischen Vorgehensweise (Literaturanalyse) sowie der Zielsetzung der Arbeit.
Definition Abweichendes Verhalten: Erläuterung des devianten Verhaltens im Kontext gesellschaftlicher Normen und Abgrenzung zum non-konformen Verhalten.
Definition Kriminalität: Definition von Kriminalität als Verstoß gegen das Strafrecht sowie Einordnung als gesellschaftliches Resultat.
Definition Jugendkriminalität: Eingrenzung des Begriffs der Jugendkriminalität und Unterscheidung zwischen Kindern, Jugendlichen und Heranwachsenden.
Formen von Jugendkriminalität: Darstellung der wichtigsten Deliktformen wie Gewaltdelikte, Diebstahl, Raub und Drogenkonsum.
Ursachen der Jugendkriminalität: Analyse soziokultureller und familiärer Einflussfaktoren wie Arbeitslosigkeit, Umfeld und Erziehung.
Definition Kriminalitätstheorie: Einordnung verschiedener soziologischer und psychologischer Erklärungsansätze für strafrechtliches Handeln.
Die Lerntheorie nach Gabriel Tarde: Darstellung der Imitationsgesetze als Basis für erlerntes kriminelles Verhalten.
Die Lerntheorie nach Edwin Sutherland: Einführung der Theorie der differentiellen Assoziation als Lernprozess in sozialen Gruppen.
Die Kontrolltheorie nach Travis Hirschi: Untersuchung der Bedeutung von sozialen Bindungen und innerem Halt zur Vermeidung devianten Verhaltens.
Die Etikettierungstheorie nach Howard S. Mead: Analyse der gesellschaftlichen Stigmatisierung und der Prozesse primärer sowie sekundärer Devianz.
Soziobiologische Kriminalitätstheorie: Betrachtung vererbbarer Veranlagungen und biologischer Faktoren bei der Entstehung von Kriminalität.
Anomietheorie: Erläuterung der Kriminalität durch das Auseinanderklaffen gesellschaftlicher Erfolgsziele und fehlender Zugangschancen.
Prävention von Jugendkriminalität: Systematisierung von Präventionsmaßnahmen in primäre, sekundäre und tertiäre Ansätze.
Fazit: Reflexion über die Vielfalt der Theorien und die Bedeutung zielgruppenspezifischer Präventionsarbeit.
Schlüsselwörter
Jugendkriminalität, Abweichendes Verhalten, Kriminalitätstheorien, Soziale Arbeit, Prävention, Lerntheorie, Kontrolltheorie, Etikettierungstheorie, Anomietheorie, Delinquenz, Resozialisierung, Stigmatisierung, Sozialisation, Straffälligkeit, Literaturanalyse
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den theoretischen Hintergründen von Jugendkriminalität und den Möglichkeiten der Prävention innerhalb der Sozialen Arbeit.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Themen sind Begriffsdefinitionen, soziologische Kriminalitätstheorien sowie die systematische Unterteilung von Präventionsmaßnahmen.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, das eigene Wissen über Jugendkriminalität zu erweitern und herauszuarbeiten, durch welche Theorien sich abweichendes Verhalten erklären lässt.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es handelt sich um eine Literaturanalyse, die auf bestehenden Theorien und Fachpublikationen basiert.
Welche Inhalte werden im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt Definitionen, Erklärungsansätze wie die Lerntheorie oder Kontrolltheorie sowie die verschiedenen Ebenen der Kriminalprävention.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Jugendkriminalität, Prävention, Resozialisierung und verschiedene soziologische Kriminalitätstheorien.
Wie unterscheidet Hirschi den inneren und äußeren Halt bei der Kontrolltheorie?
Der innere Halt resultiert aus der Sozialisation und Erziehung, während der äußere Halt durch das soziale Umfeld und die Anbindung an Gruppen geprägt wird.
Welche drei Stufen der Prävention werden in der Arbeit unterschieden?
Die Arbeit differenziert zwischen primärer Prävention (für alle), sekundärer Prävention (für Risikogruppen) und tertiärer Prävention (für bereits Straffällige).
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- Tabea Lenz (Author), 2017, Theorien zur Jugendkriminalität, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/388885