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Formen des Wohnens und soziales Leben von Studenten in Eichstätt. Eine mikroanalytische Fallstudie

Titel: Formen des Wohnens und soziales Leben von Studenten in Eichstätt.  Eine mikroanalytische Fallstudie

Bachelorarbeit , 2015 , 41 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Laura Knieling (Autor:in)

Ethnologie / Volkskunde
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Bachelor-Arbeit befasst sich mit wohnkulturellen und freizeitgestalterischen Elementen innerhalb des Studentenlebens in der Universitätsstadt Eichstätt in Bayern. Die Idee für dieses Thema entstand durch persönliche Erfahrungen und durch den Austausch mit anderen Studenten. Studentenstädte sind bekannt für ihr blühendes Nachtleben, das sich aber vornehmlich auf die Vorlesungszeit beschränkt. Nachdem ich selbst schon im Wohnheim und in zwei Wohngemeinschaften (WGs) gelebt habe, konnte ich unterschiedliche Auswirkungen auf mein eigens Sozialleben bemerken. Im Wohnheim musste ich aktiv vor die Tür gehen, um in Interaktion mit anderen Menschen zu treten. Hingegen ist in meiner aktuellen WG oft so viel geboten, dass ich mich weniger an öffentliche Orte begeben muss. Diese Beobachtung an mir selbst hat mich neugierig gemacht. Mich hat nicht nur interessiert, ob es Zusammenhänge zwischen der Wohnform und dem Sozialleben von Studenten gibt, sondern auch, wie andere Studenten wohnen und welche Erfahrungen sie zu verbuchen haben.

Vor dieser Studie hatte ich immer das Gefühl, dass viele Studenten in Eichstätt nur wegen des Studiums wohnen und, sobald das Wochenende beginnt oder die Ferien anfangen, wieder ihre Koffer packen und in rasender Geschwindigkeit abreisen. Sie sind noch nicht hier angekommen, leben nicht in ihren Wohnungen und fühlen sich nicht heimatlich. Andere wiederum gehören zum Eichstätter Leben wie der Dom im Zentrum. Sie haben schon vor langer Zeit begonnen hier zu leben und nicht nur zu wohnen. Der Werbeslogan „Wohnst du noch oder lebst du schon!“ bekommt hier eine neue und treffende Bedeutung. Das eine Lager der Studentenschaft lebt in Eichstätt und fühlt sich hier verwurzelt, der andere Teil wohnt hier nur, solange es nötig ist. Eichstätt ist auch meine neue Wahlheimat. Die Stadt ist sehr überschaubar, die Einwohnerzahl explodiert nahezu während des Semesters und wird von Studenten überschwemmt. Dennoch handelt es sich um eine kleine Universität mit knapp 4.000 Studenten, was eine familiäre und persönliche Atmosphäre entstehen lässt.

Für meine Studie wurden sechs Personen qualitativ untersucht und hinter die Kulissen ihrer Wohnungen geblickt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 EINLEITUNG

2 WISSENSCHAFTLICHE EINFÜHRUNG

2.1 FORSCHUNGSSTAND

2.2 VERSTÄNDNISBEGRIFFE UND THEORETISCHE ZUGÄNGE: RAUM, WOHNEN, WOHNKULTUR UND LEBENSSTIL

2.3 METHODISCHER ZUGRIFF

2.4 FRAGESTELLUNG

3 VORSTELLUNG DER STUDIENTEILNEHMER UND DEREN WOHNSITUATIONEN

3.1 C.

3.2 E.

3.3 I.

3.4 F.

3.5 J.

3.6 B.

4 ANALYSE DES ERHOBENEN MATERIALS

4.1 ERHEBUNGEN BEZÜGLICH DER WOHNSITUATION: RAUMSTRUKTUREN, EINRICHTUNG, FUNKTIONEN

4.1.1 FIXE MERKMALE

4.1.2 MOBILE MERKMALE

4.1.3 RAUMFUNKTIONEN

4.1.4 PERSÖNLICHE BEURTEILUNG DURCH DIE BEFRAGTEN

4.2 ANGABEN ZUM SOZIALLEBEN

4.2.1 FREIZEITAKTIVITÄTEN

4.2.2 UNTERNEHMUNGEN IM FREUNDESKREIS: PERSONEN, AKTIVITÄTEN, TREFFPUNKTE

4.2.3 LEBENSALLTÄGLICHE TÄTIGKEITEN

4.2.4 URLAUBS- BZW. HEIMFAHRVERHALTEN: FREQUENZ, ORTE, MITREISENDE

4.2.5 PERSÖNLICHE EINSCHÄTZUNGEN BZW. BEURTEILUNGEN

4.3 SCHLUSSSTATEMENTS DER BEFRAGTEN

5 INTERPRETATION UND THEORETISCHE ÜBERLEGUNGEN

5.1 EINSCHRÄNKUNGEN DURCH RAUM, PERSONEN UND WOHNORT

5.2 GEMEINSCHAFTLICHE AKTIVITÄTEN INNERHALB UND AUßERHALB DER WOHNUNG

5.2.1 GEMEINSCHAFTLICH GENUTZTE RÄUME

5.2.2 TREFFPUNKTE IM ÖFFENTLICHEN RAHMEN

5.3 VERORTUNG DER FREUNDESKREISE

5.4 HEIMFAHR- UND URLAUBSVERHALTEN

5.5 „FOTOS“ ALS ZENTRALE OBJEKTE IN DEN ZIMMERN

6 FAZIT DER MIKROANALYTISCHEN STUDIE

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die Bachelor-Arbeit untersucht qualitativ anhand von sechs Fallbeispielen das Wohn- und Sozialverhalten von Studenten in Eichstätt. Das primäre Ziel ist es zu analysieren, wie die individuelle Wohnform (Elternhaus, WG, Wohnheim) das Sozialleben der Studierenden prägt und welche Rolle Raumgestaltung, Einrichtung und persönliche Objekte dabei für die individuelle Lebenswelt und Identitätsbildung spielen.

  • Vergleich verschiedener studentischer Wohnformen hinsichtlich Raumstrukturen und -funktionen.
  • Einfluss der Wohnsituation auf die Gestaltung von Freizeitaktivitäten und sozialen Interaktionen.
  • Die Bedeutung von persönlicher Dekoration und Objekten für die Selbstwahrnehmung („Ich-Museum“).
  • Analyse des Spannungsfeldes zwischen heimatlichem Bezug und Integration am Studienort.
  • Methodische Anwendung der Lebensweltanalyse zur Rekonstruktion studentischer (Teil-)Wirklichkeiten.

Auszug aus dem Buch

5.5 „Fotos“ als zentrale Objekte in den Zimmern

In den verschiedenen Zimmern befinden sich zahlreiche Objekte. Es wurden einige außergewöhnliche Gegenstände in den Interviews auf die Frage nach „Lieblingsobjekten“ genannt, wie ein Spiegel der Großmutter und ein selbst restauriertes Kästchen, die im Zusammenhang mit „Mobilen Merkmalen“ innerhalb einer Wohnung thematisiert wurden. In diesem Punkt sollen besonders Fotografien in den Fokus genommen werden, da sie in jedem Zimmer vorhanden sind und eine unterschiedlich starke Bedeutung für die Befragten haben. Daher soll im Folgenden nach den verschiedenen Bedeutungen bzw. Funktionen gefragt werden, die den Fotografien in den Zimmer innewohnen. Zuerst soll betont werden, dass hier keine konkreten Parallelen bzw. Unterschiede bezüglich der Wohnformen oder der Geschlechter existieren. Exemplarisch werden hier die Wohnungsbilder von E., I., J. und B. herangezogen, da bei diesen die meisten Fotos vorhanden sind.

E. besitzt eine Fotowand hinter seiner Zimmertür, die sowohl Motive von Freunden mit und ohne ihn, Werbefotos, die unter anderem Schuhe oder Autos zeigen, und Veranstaltungsflyer beinhaltet. Diese Wand wirkt wie eine Erinnerungstafel an verschiedene Erlebnisse und Personen, zeigt aber auch durch die Werbefotos materielle Vorlieben. Da sie von E. selbst gestaltet wurde, ist in ihr auch eine selbstdarstellende Komponente verborgen: Sie dokumentiert, wie E. sich und sein Leben sieht bzw. anderen präsentieren möchte.

Auch B. besitzt zwei Wandbereiche, an denen viele Fotos angeheftet sind. Diese zeigen ausschließlich Aufnahmen von Erlebnissen mit Freunden und ihrem Partner. Einerseits sieht man eine Erinnerungs- und Repräsentationsvariante in ihren Reisefotos, andererseits zeigt die strukturierte Anordnung der Bilder ein dekoratives Element. Ein weitergehendes thematisches Konzept der Anordnung der Fotos ist nicht erkennbar. Im Gegensatz dazu ist im Wohnheimzimmer von I. lediglich ein Foto sichtbar an einer Wand aufgehängt. Es zeigt in einem großen Format eine posierende Theatergruppe mit I., gekleidet in antike Gewänder. Direkt neben diesem Foto hängt ein Plakat, das für die Aufführung dieser Theatergruppe wirbt. Die Tatsache, dass lediglich ein Foto zu finden ist, und die Anordnung neben einem Plakat über dasselbe Ereignis weist auf eine besondere Relevanz und persönliche Bedeutung für die Probandin hin.

Zusammenfassung der Kapitel

1 EINLEITUNG: Die Einleitung führt in das Thema der mikroanalytischen Fallstudie über das studentische Wohnen in Eichstätt ein und motiviert die Forschungsfrage durch die persönliche Beobachtung der Autorin.

2 WISSENSCHAFTLICHE EINFÜHRUNG: Dieses Kapitel verortet die Arbeit im Forschungsfeld der Wohnforschung und diskutiert theoretische Begriffe wie Raum, Wohnen, Wohnkultur und Lebensstil anhand einschlägiger Literatur.

3 VORSTELLUNG DER STUDIENTEILNEHMER UND DEREN WOHNSITUATIONEN: Die sechs Probanden der Studie werden mit ihren persönlichen Daten, Studienfächern und Wohnsituationen (Elternhaus, WG, Wohnheim) kurz vorgestellt.

4 ANALYSE DES ERHOBENEN MATERIALS: In diesem Hauptteil werden die erhobenen Interviews und Fotodokumentationen hinsichtlich Raumstrukturen, Einrichtung, Sozialleben und Freizeitverhalten der Teilnehmenden detailliert ausgewertet.

5 INTERPRETATION UND THEORETISCHE ÜBERLEGUNGEN: Die Ergebnisse aus der Analyse werden hier theoretisch eingeordnet, verglichen und auf Parallelen sowie Unterschiede zwischen den verschiedenen Wohnformen hin untersucht.

6 FAZIT DER MIKROANALYTISCHEN STUDIE: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und beantwortet die in der Einleitung aufgeworfene Frage nach dem Einfluss der Wohnform auf das soziale Leben der Studenten.

Schlüsselwörter

Studenten, Eichstätt, Wohnforschung, Europäische Ethnologie, Lebensstile, Wohnkultur, Mikroanalyse, Sozialleben, Raumgestaltung, Identitätsbildung, Wohnform, Wohnheim, Wohngemeinschaft, studentisches Leben, Lebensweltanalyse.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der studentischen Wohnkultur und dem sozialen Leben in der Universitätsstadt Eichstätt. Sie beleuchtet durch eine mikroanalytische Fallstudie, wie Studierende in verschiedenen Wohnformen leben und ihre Umgebung gestalten.

Was sind die zentralen Themenfelder der Studie?

Die zentralen Themen sind das studentische Wohnen, die Aneignung von Raum durch Einrichtung und persönliche Objekte, die Gestaltung von Freizeit und das soziale Miteinander im privaten sowie öffentlichen Kontext.

Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsfrage?

Die Arbeit zielt darauf ab, zu ergründen, ob und wie unterschiedliche Wohnsituationen (bei Eltern, in WGs oder Wohnheimen) einen Einfluss auf das soziale Leben und die Lebensgestaltung der Eichstätter Studierenden ausüben.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es wurde ein qualitativer Forschungsansatz gewählt. Dieser umfasst leitfadengestützte Interviews mit sechs Probanden, kombiniert mit Teilnehmender Beobachtung bei Wohnungsbesichtigungen inklusive Fotodokumentation zur Lebensweltanalyse.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Wohnsituation (Raumstrukturen, Funktionen, Einrichtung) und die Untersuchung des Soziallebens (Freizeitaktivitäten, Freundeskreise, Heimfahrverhalten), ergänzt durch die persönliche Einschätzung der Befragten.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie „Wohnkultur“, „Lebensstil“, „Raumaneignung“, „Mikroanalyse“ sowie durch die spezifische studentische Perspektive und die Bedeutung von Erinnerungsobjekten geprägt.

Welchen Stellenwert haben Fotos in den Zimmern der Studierenden?

Fotos fungieren als zentrale Objekte mit Multifunktionalität. Sie dienen der Repräsentation der eigenen Persönlichkeit, als dekorative Elemente und vor allem als emotionale Stütze zur Bewältigung der Distanz zu wichtigen Bezugspersonen in der Heimat.

Wie bewerten die Studierenden ihre jeweilige Wohnsituation?

Generell sind die Studierenden mit ihrer Situation zufrieden, auch wenn sie kleine Mängel oder Modernisierungswünsche äußern. Auffällig ist bei den bei den Eltern wohnenden Befragten der Wunsch nach einem Umzug in die Stadt Eichstätt, um das „echte“ Studentenleben intensiver zu erleben.

Ende der Leseprobe aus 41 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Formen des Wohnens und soziales Leben von Studenten in Eichstätt. Eine mikroanalytische Fallstudie
Hochschule
Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt
Note
2,0
Autor
Laura Knieling (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2015
Seiten
41
Katalognummer
V388897
ISBN (eBook)
9783668638587
ISBN (Buch)
9783668638594
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Studenten Wohnen Mikroanalyse Eichstätt Soziales Leben Studium
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Laura Knieling (Autor:in), 2015, Formen des Wohnens und soziales Leben von Studenten in Eichstätt. Eine mikroanalytische Fallstudie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/388897
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  41  Seiten
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