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Zufall oder historische Konsequenz? Entwicklungstheorien für Asiens ökonomischen Erfolg in Andre Gunder Franks "ReOrient"

Title: Zufall oder historische Konsequenz? Entwicklungstheorien für Asiens ökonomischen Erfolg in Andre Gunder Franks "ReOrient"

Term Paper , 2005 , 41 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Gero Birke (Author)

Politics - General and Theories of International Politics
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Wie lässt sich diese explosionsartige Entwicklung der vom IWF als advanced economies bezeichneten Staaten Ost- und Südostasiens und vor allem von dessen Großmacht China erklären? Mit der Frage, warum einige Länder wirtschaftlich äußerst erfolgreich sind, während andere nicht aus ihrer Armut herausfinden, beschäftigt sich die Wissenschaft schon seit Längerem. Mit der Jahrtausendwende und der Chance einer makrohistorischen Bilanzierung flammte die entwicklungstheoretische Diskussion erneut auf – es offenbarte sich eine Verlagerung des Mainstreams. Zudem erkannte man, dass nicht allein rein ökonomische Faktoren über Erfolg und Misserfolg entscheiden, sondern ebenso länger andauernde innergesellschaftliche Transformationsprozesse von Bedeutung sind. Erfolgte die wissenschaftliche Betrachtungsweise der globalen Entwicklung in Gestalt der klassischen Weltsystemtheorie zuvor meist aus europäischem Blickwinkel, so mehrten sich die Stimmen, die diese eurozentrische Perspektive kritisierten und Alternativen vorbrachten. Warum eine externalistische Betrachtungsweise – wie sie die globalistische Perspektive darstellt – geeigneter erscheint die Frage nach dem derzeitigen ökonomischen Erfolg in Ost- und Südostasien zu erklären, soll exemplarisch anhand Andre Gunder Franks ReOrient: Global Economy in the Asian Age erläutert werden. Oder kommen Franks Gedanken über ein rein theoretisches Konstrukt nicht hinaus?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung: Chinas Wirtschaftsboom – entwicklungstheoretisch erklärbar?

2. Warum die einen Staaten reich und die anderen arm sind – vier Erklärungsmodelle

2.1. Europas Entwicklung ist überlegen – die klassische eurozentrische Position

2.2. Europa hat sich ökonomisch durchgesetzt – die revisionistische eurozentrische Position

2.3. Asien, der tatsächliche Dominator des Weltsystems – die asienzentrierte Position

2.4. Es existiert ein einziges Weltsystem – die radikal-globalistische Position

2.5. Welche entwicklungstheoretische Position gibt Aufschluss über Chinas Erfolg?

3. ReOrient: Überarbeitung der Historie

3.1. David S. Landes: Wohlstand und Armut der Nationen

3.1.1. William McNeills Rezension von Wohlstand und Armut der Nationen

3.2. Andre Gunder Frank: ReOrient

3.2.1. Der Westen hat die Geschichte verfälscht

3.2.2. Warum eine globalistische Perspektive notwendig ist

3.2.3. Asien dominiert den weltweiten Handel bis um 1800

3.2.4. Asiens Überlegenheit zeigt sich in Produktivitäts- und Bevölkerungswachstum

3.2.5. Warum der Westen zwischenzeitlich überlegen war

3.2.6. Auf- und Abstieg im Weltsystem stehen stets im Zusammenhang

3.3. Europa gewinnt im 19. Jahrhundert an Überlegenheit

3.4. Mangelnde Belege und subjektive Beweisführung

3.5. Treffen Franks Schlüsse auf Ost- und Südostasien im 20. und 21. Jahrhundert zu?

4. Fazit: Chinas Entwicklung als logische Konsequenz der Historie

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit untersucht den ökonomischen Erfolg Chinas und Ostasiens im 21. Jahrhundert vor dem Hintergrund entwicklungstheoretischer Erklärungsmodelle. Dabei wird analysiert, ob dieser Aufstieg ein zufälliges Ereignis oder eine logische Konsequenz historischer Prozesse ist, wobei der Fokus auf Andre Gunder Franks globalistischer Perspektive im Werk „ReOrient“ liegt.

  • Vergleich eurozentrischer und globalistischer Weltsystemanalysen
  • Kritische Auseinandersetzung mit der These der europäischen Hegemonie
  • Analyse von Handelsbeziehungen und Produktivitätsverläufen seit 1400
  • Untersuchung des Konzepts der "Einheit in Vielfalt" im Weltsystem
  • Verifizierung von Franks Thesen anhand aktueller wirtschaftlicher Entwicklungen in Ostasien

Auszug aus dem Buch

3.2.3. Asien dominiert den weltweiten Handel bis um 1800

Franks Kernthese lautet, dass es seit 1500 eine einzige Weltwirtschaft mit globaler Arbeitsteilung und einem weltweiten Handel gibt. Die Wurzeln dieses Weltwirtschaftssystems reichen Jahrtausende zurück in den afro-eurasischen Raum. Europas ökonomischer Aufstieg lässt sich darauf zurückführen, dass der Kontakt zu Afrika, aber vor allem Asien bestand.

Entgegen der Auffassung des Eurozentrismus, dass um 1500 mit den europäischen Entdeckungen und dem Kapitalismus Europa zum Primus aufstieg, steht Franks Behauptung, dass Asien bis 1800 das Schwergewicht im Weltsystem war. Die Entdeckungsfahrten der Europäer hatten letzten Endes nur einen Grund – die wirtschaftliche Anziehungskraft Asiens. Die Europäer suchten den Seeweg nach Indien um am lukrativen Gewürzhandel teilhaben zu können und die vielen Zwischenhändler, die alles extrem verteuerten, zu umgehen (vgl. Frank 1998: 52f). Dies belegt jedoch, dass Europa um 1500 noch lange nicht die Weltwirtschaft dominierte, sondern überhaupt den ersten Schritt auf dem Weg Asiens immensen Vorsprung einzuholen getan hatte.

Im 13. und 14. Jahrhundert wurde die Weltwirtschaft eindeutig von Asien dominiert. Der Wohlstand der italienischen Seerepubliken Venedig und Genua basierte allein auf ihrer Zwischenhändlerrolle zwischen den asiatischen Produktionsländern und den europäischen Absatzmärkten. Diese Ansicht stützt auch Janet Abu-Lughods Werk Before European Hegemony: The World System A.D. 1250-1350 (1989), in dem sie der von ihr vertretenen sinozentrischen Position folgend Asien als das Zentrum ansieht und die Seerepubliken gerade noch in der Peripherie liegen. (vgl. Frank 1998: 56f).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Chinas Wirtschaftsboom – entwicklungstheoretisch erklärbar?: Das Kapitel führt in den rasanten Wirtschaftsaufstieg Chinas ein und stellt die Forschungsfrage, wie dieser durch verschiedene entwicklungstheoretische Ansätze, insbesondere die Weltsystemtheorie, erklärbar ist.

2. Warum die einen Staaten reich und die anderen arm sind – vier Erklärungsmodelle: Hier werden vier theoretische Strömungen – zwei eurozentrische, eine asienzentrierte und eine globalistische – gegenübergestellt, um unterschiedliche Perspektiven auf historische Entwicklungsprozesse aufzuzeigen.

3. ReOrient: Überarbeitung der Historie: Das umfangreiche Hauptkapitel analysiert das Werk von Andre Gunder Frank kritisch, vergleicht es mit der eurozentrischen Sicht von David S. Landes und diskutiert die Dominanz Asiens bis 1800 sowie den Aufstieg des Westens.

4. Fazit: Chinas Entwicklung als logische Konsequenz der Historie: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und argumentiert, dass der aktuelle Aufstieg Ostasiens kein Zufall, sondern ein Resultat langjähriger, makrohistorischer Entwicklungen im globalen Weltsystem ist.

Schlüsselwörter

Chinas Wirtschaftsboom, Weltsystemtheorie, ReOrient, Eurozentrismus, Globalismus, Asiens Dominanz, Kapitalismus, Historische Konsequenz, Weltwirtschaft, Handelsbeziehungen, Produktivitätswachstum, Greater China, Entwicklungstheorie, Konfuzianischer Kulturkreis, Makrohistorische Analyse.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Hausarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert den ökonomischen Erfolg Chinas und Ostasiens unter Anwendung entwicklungstheoretischer Erklärungsmodelle, insbesondere auf Basis der globalistischen Perspektive von Andre Gunder Frank.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Weltsystemtheorie, die Widerlegung eurozentrischer Geschichtsschreibung, historische Handelsstrukturen sowie die Bedeutung von Produktivität und Kapitalströmen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, zu klären, ob der aktuelle wirtschaftliche Aufstieg Chinas als zufälliges Ereignis oder als logische Konsequenz historischer Entwicklungsprozesse zu betrachten ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine makrohistorische Analyse, die verschiedene entwicklungstheoretische Positionen gegenüberstellt und diese kritisch am Werk "ReOrient" von Andre Gunder Frank prüft.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich detailliert mit den verschiedenen Erklärungsmodellen für globalen Wohlstand, der historischen Handelsdominanz Asiens bis 1800 und der kritischen Reflexion von Franks Thesen durch andere Wissenschaftler.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Weltsystemtheorie, Eurozentrismus, Globalismus, Wirtschaftsboom, Asienzentrierung und makrohistorische Analyse.

Wie bewertet der Autor Franks Kritik am Eurozentrismus?

Die Arbeit erkennt Franks Beitrag zur Öffnung des eurozentrischen Horizonts an, weist jedoch darauf hin, dass Frank selbst in seiner Argumentation oftmals einseitig bleibt und empirische Belege teilweise vermissen lässt.

Welche Rolle spielt das Konzept von "Greater China" für die Argumentation?

Frank nutzt "Greater China" als zentrale Kategorie, um die vernetzten Wirtschaftsräume Ostasiens zu beschreiben und deren historische und gegenwärtige ökonomische Stärke innerhalb des Weltsystems zu belegen.

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Details

Title
Zufall oder historische Konsequenz? Entwicklungstheorien für Asiens ökonomischen Erfolg in Andre Gunder Franks "ReOrient"
College
Technical University of Braunschweig
Grade
2,3
Author
Gero Birke (Author)
Publication Year
2005
Pages
41
Catalog Number
V38898
ISBN (eBook)
9783638378352
ISBN (Book)
9783638676960
Language
German
Tags
Asiens Erfolg Jahrhundert Zufall Konsequenz Entwicklungstheoretische Erklärungsansätze Andre Gunder Franks ReOrient Global Economy Asian
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Gero Birke (Author), 2005, Zufall oder historische Konsequenz? Entwicklungstheorien für Asiens ökonomischen Erfolg in Andre Gunder Franks "ReOrient", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/38898
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