Diplomarbeitsführer

Ideen zur besseren Organisation einer Diplomarbeit und/oder Dissertation


Skript, 2001
51 Seiten, Note: 2

Leseprobe

Was tun, wenn ich endlich vor der Diplomarbeit stehe?
Wie kann ich das alles nur schaffen?
Was muss ich tun, damit ich fertig werden kann?

Frust, Orientierungslosigkeit folgen oft auf die fröhliche Phase, in der man dachte, dass, wenn man den 2. Studienabschnitt beendet hat, ab dann alles leichter werden wird, z.B. dass der 3. Studienabschnitt nur mehr leicht zu absolvieren sein wird usw.

In dieser Abschrift möchte ich gerne all denen, die noch vor der Bearbeitung Ihrer Diplomarbeit oder Ihrer Dissertation stehen, eine Möglichkeit geben, sich bei der Erarbeitung des Konzeptes für die Diplomarbeitserstellung bis zur -präsentation oder Dissertationserstellung und -präsentation das Erarbeiten wichtiger Themen leichter zu machen.

Da ich Psychologie studierte, kenne ich die Wiener Situation an der Universität Wien recht gut. Speziell am Institut für Psychologie kenne ich die Betreuungsdefizite, die während der Diplomarbeitsphase und der Dissertationsphase entstehen, sehr gut.

Auf einen Diplomarbeitsbetreuer kommen im Schnitt zwischen 50-70 Diplomanden, denen bei der Erstellung der Diplomarbeit eine Assistenz gewährleistet werden "sollte". Die Zahl von 50 -70 Studierenden ist aber zu viel für den Professor, der der Betreuer sein soll, wie auch für den Studenten, der sich abgeschoben und im Stich gelassen fühlt.

Wofür zahle ich da, wenn ich nicht beim Professor 1 bis 2 Stunden sein kann, um ihn zu fragen, was ich alles berücksichtigen muss für die Konzepterstellung oder für die Erklärung, wie das SPSS oder das Statistica Programm funktioniert? Viele Diplomanden sind also gezwungen, die Situation insofern zu meistern, als dass sie für das Coaching zahlen müssen. Ist das also nötig, stellt sich angesichts dieser Situation die Frage, dass Studierende für die Fertigstellung ihrer Arbeit Diplomarbeitscoaches heranziehen müssen und diese wegen der Überlastung der Professoren zahlen müssen? Die Antwort lautet: Ja, es ist notwendig. Besser zahlen, wie mit gar keinem Studienabschluss am Ende da zu stehen. Dafür tut er/sie für ihr Studium so manch vieles.

Die Studenten bzw. Diplomanden Ihrer jeweiligen Studienrichtung regen sich oft darüber auf, dass ein Diplomarbeitsbetreuer - jener kann extern (von einem anderen Institut, jedoch dafür bevollmächtigt) oder intern (vom 1. Prüfer persönlich in so einem Fall betreut) - viel zu wenig Zeit für den Studenten oder die Studierenden hat, wenn er sie betreut.

Diejenigen Studenten, die im Laufe ihres Studiums ein großes Interesse für Datenauswertung und -analyse hatten, die werden auch dann, wenn es darum geht, in der Planungsphase Ihrer Diplomarbeit oder Dissertation ein Konzept mit methodischen Methoden zu entwickeln, kein Problem damit haben, zu wissen, welche statistische Methode sie wann und wo rechnen sollen!

Die hingegen, für die die Statistik 1 und 2 schon sehr, sehr lange zurückliegt, ist diese Zeit schon zu lange vorbei, als dass diese Leute sich noch an einen t-Test, gerechnet damals bei ex-o. Prof. Dr. Fischer und heute bei ao. Prof. Dr. Formann, erinnern können. Das Skriptum soll damit genau diese Zielgruppe ansprechen, für die die Statistik schon lange in Vergessenheit geraten ist und die nicht wissen, wie sie mit dem Betreuungschaos an den österreichischen, speziell an den Wiener Universitäten zurecht kommen können.

Diejenigen allerdings unter den Studierenden aller Fakultäten der Wiener Universität, Wirtschaftsuniversität, Technischen Universität, oder anderen Universitäten, die jedoch noch nie etwas von Statistik gehört haben, (sollte eher der Ausnahmefall sein, jeder hat schon etwas über Statistik gehört!), haben meist schon ein Problem damit, sich ein Konzept oder eine statistische Methode, die sie qualitativ oder quantitativ anwenden sollen in ihrer Diplomarbeit oder Dissertation, zu überlegen und in weiterer Folge zu berechnen. Wie sollten sie es auch können?

Die Mindestvoraussetzung, um den experimentellen Teil der Diplomarbeit oder Dissertation schreiben zu können, sind die Kenntnisse über die Statistik 1/Deskriptiv-Statistik und die Statistik 2/Inferenz- Statistik Inhalte und das Anwenden dieser Kenntnisse im SPSS Programm. Der Lehrkörper verlangt während des Schreibens dieser Arbeiten ein selbstständiges Schreiben, da sonst der Titel, den man erreichen möchte, als "erschlichener Titel" zu sehen ist und nicht anerkannt ist und schon deshalb gar nicht erst vergeben wird.

Das Skriptum soll jenen Diplomanden oder Dissertanten, die nicht sofort wissen, welche statistische Methode sie rechnen sollen, oder wie sie ein Konzept dafür erstellen können, helfen, sich besser orientieren zu können. Es soll insofern für sie eine Anleitung sein, damit hier an jener Stelle ein paar Tricks verraten werden, wie man sich in der Konzepterstellung seiner Diplomarbeit leichter tut und wie man alleine weiter und weiter arbeiten kann, ohne vielleicht einen Coach zu brauchen.

Jeder leitet wie er selber drauf kommen wird, in der Diplomarbeitsphase einen neuen Studienabschnitt ein. Wir, in der Psychologie, sprechen es formell nicht aus, dass wir mit dem fertig absolvierten 2. Studienabschnitt den selbstständig orientierten wissenschaftlichen 3. Studienabschnitt einleiten. Die Mediziner kennen das schon. Bei ihnen wird in diesem letzten 3. Studienabschnitt nur mehr eine Abschlussprüfung gemacht. Dann sind sie fertig.

Mag. rer. nat, oder Mag. phil. oder Dr. rer. nat. bzw. Dr. cand. phil. sind nur dann zu erreichen, wenn man selbstständig die Daten bearbeitet und auch nachweisen kann, dass man die Statistik so weit beherrscht, dass man die Arbeit fertig stellen kann.

Für viele Diplomanden oder Dissertanten ist eine Herausforderung, sich ohne dem externen Druck vom Professor bewähren zu müssen, andere wiederum, die an eine Betreuung gewöhnt sind, scheitern an der Härte des Studienbetriebes.

Überforderte Studenten freuen sich wenig darüber, allein wissenschaftlich arbeiten zu müssen. Der Weg bis zur fertigen Diplomarbeit ist für viele ein steiniger.

Erfahrungsgemäß hat sich in den vielen Coachings, die ich gehalten habe, gezeigt, dass sich die Studenten aber sehr rasch umstellen können auf die neue Situation. Für sie bedeutet die Umstellung nach Ende des Abschlusses des 2. Studienabschnittes nach 2 -3 Monaten dann kein Umstellungsproblem mehr.

Zu Beginn wird sich diese/r Student/in schwerer damit tun, zu wissen, wie er jetzt alleine ohne wissenschaftliche Unterstützung arbeiten soll. Aber bald wird er diese Probleme nicht mehr kennen.

Sodann erlebt also jeder der Studierenden die Diplomarbeitsphase- oder die Dissertationsphase auf seine unterschiedlichste Art und Weise. Rein von der Definition der Diplomarbeitsphase her gesehen, spricht sich der wissenschaftliche Lehrbetrieb an der Universität Wien dafür aus, dass er meint, dass alle Studierenden, wenn sie den 2. Studienabschnitt ihrer Studienrichtung abgeschlossen haben oder auch schon bereits während ihres 2. Abschnittes sind, mit dem Schreiben ihrer Diplomarbeit beginnen sollen. Nach dem Magisterium beginnt man mit dem Schreiben der Dissertation. Ein komplett in der Wissenschaft noch nicht verifizierter Ansatz soll dabei überprüft werden.

Oft sieht man, dass sich Studierende eine statistische, psychologische oder rein fachlich bezogene Hilfestellung von den Betreuern Ihrer Diplomarbeit oder Dissertation erwarten, jedoch von den Professoren oder Assistenten ihrer Richtung nur so viel Unterstützung bekommen, wie es sich ein Professor einräumt, dass er der Meinung ist, dem Studierenden helfen zu "sollen", oder nicht?

Je nach Strenge und Anforderungsprofil des Professors kann sich damit ein großer Unterschied zwischen den einzelnen Betreuern in der Betreuung ergeben.

Selbstständig arbeiten, ohne jegliche Hilfe von außen, ist die Devise der Professoren.

Der eine Professor verlangt gigantonomische Anforderungen, die zu erfüllen sind, Stichwort Abteilung Evaluationsforschung und der andere wiederum begnügt sich mit dem Minimalen, dafür aber qualitativ gut fertig gestellten Diplomarbeiten, oder Dissertationen. Prof. Dr. Kundi z.B. ist bei den Studenten sehr, sehr beliebt, da er ein sehr liebenswerter und einfach denkender Mann und Professor ist, der selbst einmal studiert hatte und die Bedingungen seiner Zeit noch sehr zur Genüge kennt. Nun, es muss sich bei dem Gesagten sowieso jeder ein Bild von seinem Professor machen. In Studentenkreisen spricht sich halt sehr rasch herum, wer ein strenger und wer ein nicht strenger Professor und zugleich Betreuer ist. Am besten, ihr macht euch ein eigenes Bild von eurem Betreuer, das ist immer das Beste.

Viele Diplomanden fühlen sich wegen der oft überdimensionalen Strenge oft vor den Kopf gestoßen, demotiviert und beenden nach erfreulichem rasantem oder weniger rasantem Vorwärtskommen nach den ersten zwei Abschnitten oft das Studium, weil sie nicht wissen, wie sie in der Diplomarbeitsphase weiter arbeiten müssen. Wegen des kargen Betreuungsservices, für das jeder zahlen muss, sind viele oftmalig einsam, hilflos und frustriert.

Nicht jedem Diplomanden oder Dissertanten geht es naturgemäß so. Viele freuen sich auch am alleinigen Durchkämpfen der Studentenjahre. Sie sind stabil und recherchieren irre gerne für ihre Arbeit.

Natürlich gibt es viele externe oder interne Betreuer für die Diplomarbeit oder Dissertation, die sich mit den Studenten anfreunden und sie gerne betreuen. Diese Professoren freuen sich sogar darüber, wenn sie mit ihren Diplomanden noch auf ein Bier gehen können. Sie haben dann den Ruf eines "humanen" studentennahen Professors, der in Diplomanden künftige Kollegen sieht. Diese sind aber bei dem Massenbetrieb so wie er zur Zeit existent ist, eher noch eine Ausnahmeerscheinung als eine Regel.

Sie selbst, die Professoren, bekommen oft nur eine kleine finanzielle Entschädigung für die fertig betreute Diplomarbeit oder Dissertation, nachdem die Diplomarbeit oder Dissertation fertig geschrieben wurde und im Dekanat abgegeben wurde. Die Betreuer haben oft sehr viel freie Zeit für die Betreuung der Diplomanden oder Dissertanten einsetzen müssen, ohne, dass sie wirklich viel Zeit dafür haben und auch noch wenig Geld vom Staat dafür bekommen.

Das studentische Service leidet unter dieser Spannung sehr. Jungassistenten mit Ihrem Neumagisterium müssen selber zum Dissertieren kommen, um als Doktoren vielleicht auch habilitieren zu können. Kommen sie nicht dazu, endet ihr Assistentenvertrag nach wenigen Jahren und sie gelten als wissenschaftlich untauglich. Damit bliebe kurzum ihre wissenschaftliche Karriere auch auf der Strecke, wenn sie nicht das Glück hätten, von einer Stiftung als „Neu Talent“ entdeckt zu werden. Um als solches entdeckt zu werden, braucht man nicht nur Talent, sondern auch die Begabung, sich leicht unterordnen zu können. Gute Beziehungen zum Professor, Umgangsformen beherrschen, sind für die Stipendiatenstellen Voraussetzung Nr. 1.

Um also nicht frustriert zu sein als Diplomand oder -in, oder als Dissertant bzw. Dissertantin, gibt es für Studierende der Studienrichtung Psychologie sehr viele Möglichkeiten, wie man in der Diplomarbeitsphase lernen kann, die Einsamkeit und das Gefühl der Frustration nicht zu spüren und entbehren zu können.

In diesem Skriptum möchte ich speziell für die Studienrichtung Psychologie auf die Möglichkeiten der Betreuungseinrichtungen für Diplomanden und Dissertanten hinweisen und euch Tipps geben, wie ihr leichter an die Fertigstellung eurer Arbeit denken könnt.

Tipp 1:

"Lasst euch nie dazu anhalten, was euch andere zu - oder abraten!":
“Eure Idee, über die ihr in eurer Diplomarbeit schreiben wollt, kann "goldeswert" sein, wenn ihr auch darüber schreibt und nicht darüber sprecht. Sie, diese Idee, kann euch dazu weiter verhelfen, mit der Diplomarbeit oder der Dissertation den Sprung in die "Top Ten" der Wissenschaft zu schaffen. Als Mitglied der "Top Ten" nimmt man euch im wissenschaftlichen Zirkel eurer speziellen Richtung, z.B. die Klinische Psychologie, auf und ernst, vorher nicht. Man wird euch dann auf Kongresse einladen und euch bitten, dass ihr über die Ergebnisse eurer Diplomarbeit und/oder Dissertation referiert. "

"Sodann bekommt ihr vielleicht ein Stipendium
für eine Mittelklasse oder Spitzenklasse Universität in den USA (MIT-Institut), oder vielleicht in GB (Oxford University)… Kurzum, das Blatt beginnt sich dann für euch zu wenden. Ihr könnt dann präsentieren, Bücher schreiben (publizieren) und den Ton angeben in der Welt der Wissenschaftler, wenn ihr dies wollt. Die Geldkasse klingelt dann auch anders. Projekte, die, wenn sie fertig betreut worden sind unter eurer Anleitung, doch ein paar tausende Dollars auszahlen, sind dann selbstverständlich, vorher nicht. Da weiß jeder von uns, wie viel 1000 und mehr Dollars in Euro bezogen umgerechnet bedeuten. "

Tipp 2:

"Wichtig ist nur, wie, das heißt, mit welcher Taktik und Strategie ihr diese Diplomarbeit schafft!":

"Gerade im Diplomarbeits- Coaching tut sich seit 2 Jahren enorm viel. Wie ihr den Aushängen am Institut für Psychologie in Wien und auch an anderen Universitäten folgen könnt, bieten einige fertige Diplompsychologen mit statistisch gut fundierten Datenmethodenkenntnissen ihre Hilfe an, um euch bei der Konzept-Datenerstellung und Interpretation eurer Diplomarbeit zu beraten. Auch nicht fertige Studenten dürfen das anbieten. "

"Da es sich um eine qualitativ hoch komplexe Dienstleistung handelt, versteht es sich von selbst, dass der/die Studierende, der diese Dienste beansprucht, auch dafür ein Entgelt zu erbringen hat.

Umsonst ist bekanntlich der Tod und sogar jener kostet etwas. Es ist auch eine Frage des Respekts, die Leistungen der guten betreuenden Professoren und der Coaches zur Genüge zu honorieren und sie mit Respekt zu behandeln. "

Am Ende des Vorwortes möchte ich nochmals die inhaltlichen Ziele dieses Skriptums wiederholen:

- Zusammenstellung aller wichtigsten Download Angebote zum Thema Diplomarbeitsgestaltung

Dabei ist zu berücksichtigen, dass ich nur Downloadartikel aus dem Internet in mein Skriptum im Original drinnen habe, die für jedermann frei erwerbbar sind. Eine Genehmigung dafür war nicht nötig, da der Free-Download-Bereich für alle Verbraucher gültig ist. Wegen der Komplexität des Themas habe ich mich hier darauf beschränkt, nur die wichtigsten formellen Richtlinien zu bringen. Wer noch Fragen hat, möge diese an mich via E- Mail richten. Dieses Skriptum soll euch ökonomisch helfen, die Zeit beim Erstellen eurer Diplomarbeit oder Dissertation zu verkürzen. Die organisatorischen Richtlinien für die Dissertation sind anders wie jene für die Magisterarbeit. Viele Punkte, wie z.B. die Literaturrecherche oder andere Punkte sind natürlich auch für Dissertanten gültig.

Viel Spaß beim Lesen und Schreiben eurer erfolgreichen Diplomarbeit oder Dissertation!

Mag. Irene Prokop

Wien, am 24. 05. 02

[...]

Ende der Leseprobe aus 51 Seiten

Details

Titel
Diplomarbeitsführer
Untertitel
Ideen zur besseren Organisation einer Diplomarbeit und/oder Dissertation
Hochschule
Universität Wien  (Institut für Psychologie)
Veranstaltung
Diplomanden und Dissertationsseminare
Note
2
Autor
Jahr
2001
Seiten
51
Katalognummer
V3890
ISBN (eBook)
9783638124102
Dateigröße
527 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Diplomarbeit, Dissertation, Organisation wissenschaftlicher Arbeiten, Studienführer, Diplomarbeitsunterlagen, Dissertationsunterlagen, Gliederung der Diplomarbeit u.Dissertation, Magisterarbeit, Psychologie
Arbeit zitieren
Irene Prokop (Autor), 2001, Diplomarbeitsführer, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/3890

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