Ich habe mich für das Thema „Welche Seiten der Kommunikation gibt es, welche Störungen sind mit einem ungenügenden Verständnis dieser verschiedene n Seiten verbunden und wie kann man als BeraterIn damit umgehen? “entschieden, weil mich der Vorgang der menschlichen Kommunikation, die Art und Weise, wie Menschen sich verständigen, sich unterhalten und miteinander umgehen, aber auch die damit verbundenen Störungen und Probleme, sowie der angemessene Umgang zur Behebung dieser Störungen interessieren. Im ersten Teil meiner Arbeit bin ich daher auf die vier Seiten einer Nachricht sowohl aus Sicht des Senders als auch aus Sicht des Empfängers eingegangen. Der zweite Teil befasst sich mit den Störungen, die sich auf der Selbstoffenbarung- und Beziehungsseite ergeben können, sowie dem angemessenen Umgang des Beraters mit diesen Kommunikationsstörungen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Seiten einer Nachricht
3. Kommunikationsstörungen
3.1 Selbstoffenbarungsseite
3.2 Umgang des Beraters mit Kommunikationsstörungen auf der Selbstoffenbarungsseite
3.3. Beziehungsseite
3.4 Umgang des Beraters mit Kommunikationsstörungen auf der Beziehungsseite
4. Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die Arbeit untersucht die verschiedenen Seiten der menschlichen Kommunikation nach Friedemann Schulz von Thun, analysiert typische Kommunikationsstörungen insbesondere im Kontext der Selbstoffenbarungs- und Beziehungsseite und erarbeitet Handlungsstrategien für Berater, um diese Störungen im Beratungsprozess konstruktiv zu bewältigen.
- Die vier Seiten einer Nachricht (Sender- und Empfängerperspektive)
- Psychologische Aspekte der Selbstoffenbarung und Kommunikationsängste
- Imponier- und Fassadentechniken in der zwischenmenschlichen Interaktion
- Projektion, Übertragung und Selbstkonzept als Ursachen von Beziehungsstörungen
- Methoden des Beraters zur Klärung von Kommunikationsstörungen (aktives Zuhören, Kongruenz)
Auszug aus dem Buch
3.1 Selbstoffenbarungsseite
Wie bereits erwähnt, gibt der Sender mit jeder Nachricht einen Teil seiner Persönlichkeit, seines Selbst preis. Dieser Tatsache ist sich der Sender bewusst und stellt sich daher ständig die Frage, wie er vor den anderen dasteht. Vor seinem inneren Auge sieht er jeden Empfänger mit dem Selbstoffenbarungsohr lauschen und ihn danach bewerten. Besonders Prüfungen sind ein klassisches Beispiel für Situationen, in denen die Nachricht einen großen Anteil der Selbstoffenbarung enthält. Der Empfänger wird diese Nachrichten mit dem Selbstoffenbarungs-Ohr auswerten und bewerten. Dadurch erhält er Aussagen über die Kenntnisse, Fähigkeiten oder Qualifikationen des Senders. Der Prüfling (Sender) dagegen wird sich ständig die Frage stellen, ob er den Anforderungen genügt oder ob er versagen wird.
Das Phänomen, das dem Sender bewusst ist, dass seine Nachrichten mit dem Selbstoffenbarungs-Ohr empfangen und ausgewertet werden, wird als Selbstoffenbarungsangst bezeichnet. Nach Schulz von Thun beruht diese „auf der Vorwegnahme einer negativen Beurteilung durch den Mitmenschen.“ Er verweist darauf, dass die Wurzeln der Selbstoffenbarungsangst in der frühen Kindheit liegen, zum einen in dem Zusammenstoß zwischen kindlicher Eigenart und den gesellschaftlichen Normen, zum anderen im Zusammenstoß von kindlicher Unzulänglichkeit mit den Leistungsmaßstäben der Umwelt. Letztendlich möchte der Sender vor dem Empfänger seine Schwächen verbergen und nicht als Versager dastehen. Der Sender ist also um seine Selbstoffenbarung besorgt und wendet einen Teil seiner Energien dafür auf, um diese Seite zu schützen. Dabei verwendet er verschiedene Techniken (Imponier- und Fassadentechniken), die die Kommunikation um einiges erschweren.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung erläutert die Themenwahl und begründet das Interesse an der menschlichen Kommunikation sowie den Herausforderungen für Berater im Umgang mit Störungen.
2. Die Seiten einer Nachricht: Dieses Kapitel stellt das Kommunikationsmodell nach Friedemann Schulz von Thun vor und erläutert die vier Aspekte einer Nachricht aus Sender- und Empfängersicht.
3. Kommunikationsstörungen: Es werden die verschiedenen Ebenen von Störungen innerhalb der Kommunikation, insbesondere im Hinblick auf Selbstoffenbarung und Beziehung, detailliert analysiert.
3.1 Selbstoffenbarungsseite: Das Kapitel thematisiert die Angst vor negativer Beurteilung und die daraus resultierenden Imponier- und Fassadentechniken des Senders.
3.2 Umgang des Beraters mit Kommunikationsstörungen auf der Selbstoffenbarungsseite: Hier werden Interventionsmöglichkeiten für Berater vorgestellt, wobei insbesondere die Bedeutung von Kongruenz und aktivem Zuhören hervorgehoben wird.
3.3. Beziehungsseite: Es wird analysiert, wie das Bild über sich selbst und den anderen (Selbstkonzept) zu Verzerrungen und Projektionen in der Kommunikation führen kann.
3.4 Umgang des Beraters mit Kommunikationsstörungen auf der Beziehungsseite: Dieses Kapitel beschreibt konkrete Aufgaben für den Berater, um Beziehungsstörungen in Sachauseinandersetzungen zu erkennen und durch gezielte Klärung zu beheben.
4. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und reflektiert die hohe Anforderung an Berater, theoretisches Wissen in der praktischen Arbeit mit Familien anzuwenden.
Schlüsselwörter
Kommunikation, Familienberatung, Schulz von Thun, Selbstoffenbarung, Beziehungsseite, Kommunikationsstörungen, Selbstkonzept, Imponiertechniken, Fassadentechniken, Kongruenz, Aktives Zuhören, Projektion, Übertragung, Sachinhalt, Appell.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Grundlagen der menschlichen Kommunikation nach dem Modell von Friedemann Schulz von Thun und untersucht, wie Kommunikationsstörungen entstehen und wie Berater professionell damit umgehen können.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf den vier Seiten einer Nachricht, den Ursachen von Missverständnissen im Bereich der Selbstoffenbarung und der Beziehungsseite sowie den methodischen Vorgehensweisen in der Familienberatung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, ein tieferes Verständnis für die Störanfälligkeit zwischenmenschlicher Kommunikation zu schaffen und Strategien aufzuzeigen, die Beratern helfen, Störungen zu identifizieren und den Beratungsprozess wieder auf eine konstruktive Ebene zu führen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse psychologischer Kommunikationsmodelle, insbesondere der Ansätze von Friedemann Schulz von Thun und Carl Rogers, die auf den Kontext der Familienberatung angewendet werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Einführung der Kommunikationsseiten sowie die detaillierte Analyse spezifischer Störfaktoren wie Selbstoffenbarungsangst, Imponiertechniken, Projektionen und Verzerrungen, ergänzt durch entsprechende Interventionsansätze für Berater.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Kommunikation, Selbstoffenbarung, Beziehungsebene, Kommunikationsstörungen, Kongruenz, Selbstkonzept und aktive Beratungstechniken.
Warum ist das Selbstkonzept bei Kommunikationsstörungen so relevant?
Das Selbstkonzept filtert Wahrnehmungen; wenn Botschaften nicht in das eigene Selbstbild passen, neigen Menschen dazu, Informationen zu verzerren oder zu vermeiden, was die direkte Kommunikation mit dem Gegenüber blockiert.
Wie kann ein Berater „Imponiertechniken“ erkennen?
Indem der Berater auf Anzeichen achtet, bei denen der Sender versucht, sich künstlich aufzuwerten oder Schwächen hinter einer abgehobenen Sprache und unpersönlichen Formulierungen zu verbergen, um eine negative Beurteilung durch den Empfänger abzuwehren.
- Citation du texte
- Maren Anding (Auteur), 2005, Kommunikationsstörungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/38910