Personenzentrierte Beratung in der Berufsschule


Hausarbeit, 2005

17 Seiten, Note: 2.0


Leseprobe

Inhalt

1 Einleitung

2 Allgemeines zur Beratung
2.1 Begriff Beratung
2.2 Komponenten der Beratungssituation

3 Klientenzentriertes Beratungskonzept
3.1 Klientenzentriertes Beratungskonzept
3.1.1 Einfühlendes Verstehen
3.1.2 Echtheit
3.1.3 Emotionale Wärme und Wertschätzung

4 Klientenzentrierten Beratung in der Berufsschule
4.1 Anlässe von Beratung
4.1.1 Zielgruppe Schüler
4.1.2 Zielgruppe Lehrer
4.3 Mögliche Probleme und Schwierigkeiten
4.4 Perspektiven für die Beratung in der Berufsschule

5 Fazit

6 Literaturverzeichnis

7 Versicherung

1 Einleitung

„Bei meiner Arbeit als Therapeut habe ich sehr früh entdeckt, dass dem Klienten einfach zuhören, und zwar sehr aufmerksam, eine ganz wichtige Art des Helfens ist. Wenn ich mir nicht im Klaren war, was ich aktiv tun sollte, dann hörte ich einfach zu. Es hat mich überrascht, dass eine solch passive Art der Interaktion so nützlich sein konnte.“

( Carl R. Rogers)[1]

„Beratung zu beginnen bedeutet immer, einem speziellen Anlass besondere Aufmerksamkeit, Zeit und Energie zu widmen. Das ist oft eine Herausforderung im alltäglichen Handlungsdruck.“[2] In diesem Zusammenhang sei auf den Beratungsbegriff hingewiesen. Er ist etymologisch betrachtet ein Abkömmling des Althochdeutschen Begriffes „Rät“. Dies bezeichnet vorhandene Mittel und Vorrat an Lebensmitteln. Der Amtstitel „Rat“ ist auch eng mit dem Begriff der Beratung verbunden. Er bezeichnet einen Sachverständigen „Ratgeber“, welcher eine Entscheidung vorbereitet, in dem er aus seinem „Vorrat“ an Wissen und Erfahrungen eine Handlungsmöglichkeit vorschlägt. Das heißt der „Berater“ stellt lediglich sein Wissen zur Verfügung, er trifft aber nicht die Entscheidung.[3] Genau dieser Art des Beratens sollte bei der schulischen Beratung Verwendung finden. Da diese Beratung nicht beliebig erfolgen kann, ist hier eines der erprobten Beratungskonzepte zu wählen. Im Folgenden soll der Einsatz der klientenzentrierten Beratung in Hinblick auf die Einsatzmöglichkeiten in der Berufsschule betrachtet werden.

Die folgende Arbeit gliedert sich in zwei Bereiche. Zu Beginn werden der Begriff der Beratung sowie die Komponenten der Beratungssituation im Allgemeinen dargestellt. Daran anschließend werden die Grundlagen des Konzeptes der klientenzentrierten Beratung erläutert. Der zweite Teil beschäftigt sich mit dem Einsatz dieses Konzeptes in der der Berufsschule. Hier werden verschiedene Anlässe der Beratungssituation erwähnt, die betreffenden Zielgruppen näher beleuchtet und Anwendungsmöglichkeiten aufgezeigt. Die dabei auftretenden Schwierigkeiten sollen ebenso angesprochen werden wie die möglichen Perspektiven.

2 Allgemeines zur Beratung

2.1 Begriff Beratung

Der Begriff ’Beratung’ bezeichnet im alltäglichen Sprachgebrauch „die persönliche Hilfe oder Einflussnahme in Fragen der Gesundheit, Lebensgestaltung, Erziehung, Berufsfindung u.v.a.[4] Heute wird im Allgemeinen unter dem Begriff der Beratung eine Interaktion verstanden, in deren Verlauf der Rat suchenden Person ein Vorschlag zur Lösung des Problems angeboten wird. Allerdings kann auch jede Kommunikation Beratungsmomente enthalten. Dies ist dann der Fall, wenn ein Problem während des Gespräches thematisiert wird und eine Person der anderen eine Hilfestellung anbietet. Der Beratende vermittelt in dieser Situation Fähigkeiten und Informationen, welche die Handlungs- und Entscheidungskompetenz des Ratsuchenden erhöht.[5]

2.2 Komponenten der Beratungssituation

Im Bereich der Beratung gibt es viele verschiedene Problemsituationen. Diese können weder in theoretischer noch in praktischer Hinsicht verglichen werden. In jeder Beratungssituation existieren allerdings immer bestimmte Komponenten, welche zu einer näheren Untersuchung herangezogen werden:[6]

- das Beratungsproblem

Bei der Beratungssituation steht das Beratungsproblem im Mittelpunkt der Handlung. Dies können in pädagogischer Hinsicht beispielsweise Schullaufbahn- oder Berufswahlentscheidungen so wie Lern- und Leistungsschwierigkeiten sein.[7]

Ziel der Beratung sollte es sein, „neue Handlungs- bzw. Entscheidungsmöglichkeiten im Umgang mit pädagogischen Situationen verfügbar oder sichtbar zu machen.“[8]

- der Ratsuchende

Im Idealfall stellt sich der Berater den Ratsuchenden als eine Person vor, welche bereits erkannt hat, dass sie mit ihren Problemen nicht mehr alleine fertig wird und deshalb den Berater freiwillig aufsucht und diesem dann ihre Schwierigkeiten vorträgt. In der Literatur wird ein solcher Ratsuchender als „beratungsfähig“ bezeichnet.[9]

- der Berater

Ein grundlegendes Merkmal des Beraters ist seine „Offenheit für die Probleme anderer Menschen.“[10] Des Weiteren sollte er über ein differenziertes, wissenschaftliches Hintergrundwissen verfügen, damit er innerhalb seines Tätigkeitsbereiches umfangreiche Probleme gut differenzieren kann. Anhand seines Wissens ist es ihm dann möglich, Hintergründe aufzudecken und für die Bewältigung der Probleme Ratschläge zu erteilen.[11]

3 Klientenzentrierte Beratung

Der Alltag der Lehrerinnen und Lehrer besteht zu einem Teil aus problemorientierten Gesprächen mit den Schülern. Dies haben bereits die Kultusminister erkannt und somit den Beratungsauftrag der Lehrkräfte in der Allgemeinen Dienstordnung verankert:

„Zu den pädagogischen Aufgaben der Lehrer und Lehrerinnen gehört auch die Information und die Beratung der Schüler und Schülerinnen sowie ihrer Erziehungsberechtigten an Berufsbildenden Schulen und Kollegschulen auch der für die Berufserziehung Mitverantwortlichen [...].“[12]

3.1 Klientenzentriertes Beratungskonzept

Die Grundlagen der klientenzentrierten Beratung leiten sich von den Grundmerkmalen der klientenzentrierten Gesprächspsychotherapie, auch nicht-direktive Beratung nach Carl Rogers ganannt, ab.[13] Bei dieser Form der Beratung kommt dem Sprachverhalten einerseits besondere Bedeutung zu, andererseits sind die nonverbalen Aspekte der Interaktion von gleicher Wichtigkeit.[14] Entscheidend ist bei dieser Form der Beratung die Art und Weise, mit welcher der Berater die soziale Interaktion zwischen ihm und der Klienten gestaltet.[15] Es handelt sich hierbei um ein nicht-direktives Vorgehen, bei dem der Berater möglichst auf jede Form der inhaltlichen Lenkung verzichtet und den Ratsuchenden ins Zentrum des Beratungsprozesses rückt.[16] Dabei ist das Vorgehen des Beraters von den drei zentralen Merkmalen dieser Beratungsart geprägt: Empathie, ungedingte Wertschätzung und Kongruenz.[17] Da es sich bei der klientenzentrierten Beratung um eine bestimmte Form der sozialen Interaktion und verbalen Kommunikation handelt, werden diese drei zentralen Merkmale im Folgenden genauer erläutert.[18]

[...]


[1] Carl Rogers, Empathie – eine unterschätzte Seinsweise, in: Carl R. Rogers, Rachel L. Rosenbergen (Hrsg.), Die Person als Mittelpunkt der Wirklichkeit, Klett, Stuttgart, 1980, Seite 75.

[2] Greve, N., Wichternich, H., in: Beratung an der Schule, WEKA Fachverlag 1997, Seite 7ff.

[3] Christine Schwarzer & Norbert Posse, Beratung, in: Krapp, Weidenmann (Hrsg.), Pädagogische Psychologie, Neubiberg: Beltz, 1,1986, 631-666 (633).

[4] Vgl. Brockhaus-Enzyklopädie, 1967, S. 527

[5] Vgl. Lenzen, Dieter., Beratung , in: Lenzen, D (Hrsg.), Pädagogische Grundbegriffe, Reinbeck: Rowohlt, 1995, S.160.

[6] Vgl. Christine Schwarzer & Petra Buchwald, Beratung, in: Krapp, Weidenmann (Hrsg.), Pädagogische Psychologie, Neubiberg: Beltz, 4, 2001, 265-600 (572).

[7] Ebd. 573

[8] Vgl. Schwarzer, Posse, 1986, S. 635.

[9] Schwarzer, Beratung, 2001, S. 573.

[10] Schwarzer, Beratung, 2001, S. 574.

[11] Ebd.

[12] ADO §8, Abs. 1, (vgl. § 3 Abs. 3 und § 39 ASch0, § 11 Abs. 7 SchMG).

[13] Vgl. Gernot Alterhoff, Theoretische Grundlagen der klientenzentrierten Beratung, in: Grundlagen der klientenzentrierten Beratung, Stuttgart: Kohlhammer, 1983, Seite 30.

[14] Ebd.

[15] Ebd. Seite 31.

[16] Ebd.

[17] Ebd.

[18] Ebd. Seite 32.

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Personenzentrierte Beratung in der Berufsschule
Hochschule
Technische Universität Kaiserslautern
Veranstaltung
Pädagogische Beratung und Lernberatung
Note
2.0
Autor
Jahr
2005
Seiten
17
Katalognummer
V38913
ISBN (eBook)
9783638378451
Dateigröße
408 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Personenzentrierte, Beratung, Berufsschule, Pädagogische, Beratung, Lernberatung
Arbeit zitieren
Steffen Sandoz (Autor), 2005, Personenzentrierte Beratung in der Berufsschule, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/38913

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