E-Government-Projekte in Deutschland: BundOnline2005


Seminararbeit, 2001

39 Seiten, Note: Sehr gut

Winter (Autor)


Leseprobe

NHALTSVERZEICHNIS

1Einleitung

2E-Government
2.1Begriffsdefinition
2.2Gründe für den Aufbau von E-Government

3E-Government Projekte in Deutschland
3.1BundOnline 2005
3.2Online-Dienstleistungen
3.2.1www.bund.de
3.2.2Arbeitsamt online
3.2.3BAföG online
3.2.4Bestätigungsabfrage UI-Nummer
3.2.5STATISTIK-SHOP
3.2.6DEPATISnet
3.2.7ELSTER
3.2.8PROFI
3.2.9Ausweisdokumente online
3.2.10Öffentliche Aufträge online

4E-Government Bemühungen auf Länderebene

5E-Government auf kommunaler Ebene
5.1Deutsche Städte und Kommunen online
5.2 Virtuelles Rathaus der Stadt Bremen

6Sicherheitseinrichtungen
6.1Bundesamt für Sicherheit in der Informations-technik (BSI)
6.2Inhalt des E-Government Handbuchs
6.3Sicherheitsaspekte im E-Government
6.3.1Klassifikationsschema für E-Government Verfahren
6.3.2Sicherer Internet-Auftritt
6.3.3Netzplattform
6.3.4Tools und Hilfsmittel
6.3.5IT-Grundsatzhandbuch

7Allgemeiner Schutz der Daten
7.1Allgemeine gesetzliche Grundlagen
7.2Signaturgesetz

8Zusammenfassung und Ausblick

Quellenverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Schema von E-Government Maßnahmen

Abb. 2: Überblick über E-Government Möglichkeiten

Abb. 3: Übersicht zum 3-Stufenplan für das Projekt BundOnline 2005

Abb. 4: Portal des Rheinland-Pfalz-Lotsen

1 Einleitung

Der Einsatz moderner Informations- und Kommunikationstechnologie verändert Staat und Verwaltung nachhaltig. So wie Electronic Commerce (E-Commerce) die Abläufe und Strukturen im Bankwesen, im Handel, in der Versicherungswirtschaft und in vielen anderen Wirtschaftszweigen verändert, wird Electronic Government (E-Government) ein neues Dienstleistungsangebot des Staates ermöglichen. Bürgerinnen, Bürger und die Wirtschaft wollen staatliche Dienstleistungen schneller und unkomplizierter in Anspruch nehmen. Sie wollen mehr Transparenz der öffentlichen Verwaltung und die Pflichten, die ihnen der Staat auferlegt, einfach und unbürokratisch erfüllen.

Deshalb hat der deutsche Bundeskanzler Gerhard Schröder im September letzten Jahres die E-Government Initiative BundOnline 2005 ins Leben gerufen. Mit ihr verpflichtet sich die Deutsche Bundesregierung bis zum Jahr 2005 alle internetfähigen Dienstleistungen der Bundesverwaltung über ein Verwaltungsportal online bereitzustellen.

Außerdem sagte Bundeskanzler Schröder in seiner Rede auf der EXPO im September 2000 bei der Vorstellung des Programms "Internet für alle - Schritte auf dem Weg in die Informationsgesellschaft" folgendes:

„Dabei geht es nicht nur um erhebliche Einsparpotentiale, sondern um die Entwicklung vom "bevormundenden” zum "aktivierenden” Staat. Dabei gilt: Je besser die Behörden bestimmte Dienstleistungen online anbieten können, desto effizienter können sie sich um die wirklich beratungsbedürftigen Anliegen der Bürger auch persönlich kümmern.“[1]

Bei zahlreichen Dienstleistungen der Bundesbehörden ist dies ein sehr ehrgeiziges Ziel, was zumeist nur in Zusammenarbeit mit den Ländern und Kommunen erreicht werden kann.

Modernität erschöpft sich nicht darin, dass Verwaltung die Möglichkeiten der Informations- und Kommunikationstechnik als Dienstleister nutzt.

Das Internet-Zeitalter bietet auch neue Formen des Dialogs, der Kommunikation und Kooperation. Staat und Verwaltung müssen ihr Handeln so ausrichten, dass es der Bedeutung des Internet für den demokratischen Prozess gerecht wird. Dazu gehört die Möglichkeit über das Internet Wahlen auf Bundes-, Landes- und Kommunalebene abzuhalten, als auch einen besseren und schnelleren Zugang zur Verwaltungsinformation herzustellen. Transaktionen im Internet sind nur dann sinnvoll, wenn auch eine gewisse Sicherheit gewährleistet werden kann. Wenn wir die Risiken im Blick haben, können wir die Chancen der Informationstechnik nutzen. Ohne diese Sicherheit werden die Menschen den neuen technischen Möglichkeiten nicht vertrauen und sie auch nicht im entsprechenden Ausmaß nutzen. Garant für die Vertrauenswürdigkeit der Online-Transaktionen ist die digitale Signatur (siehe Kapitel 7.2). Die rechtlichen Voraussetzungen werden mit dem neuen Signaturgesetz geschaffen.

Der Staat muss bei der Implementierung aber auch auf diejenigen Rücksicht nehmen, die durch die Entwicklungen und den vermehrten Einsatz von Informationstechnologien überfordert sein könnten, etwa ältere Personen oder solche die nur geringe Kenntnis mit dem Umgang der neuen Technologien haben. Es gilt daher, die Portale einfach und übersichtlich zu gestalten und die Prozesse für jedermann nachvollziehbar zu machen.

Im Rahmen unserer Arbeit wird zuerst auf den Begriff „E-Government“ ausführlich eingegangen, des weiteren werden Gründe für den Einsatz von E-Government genannt, wichtige Projekte auf Bundes-, Länder- und Kommunalebene behandelt, Sicherheitsaspekte inklusive Datenschutz näher beleuchtet und schließlich noch Ziele und Zukunftsperspektiven diskutiert.

2 E-Government

In den folgenden Kapiteln wird zuerst der Begriff des E-Government näher diskutiert und des weiteren werden Gründe für den Aufbau eines entsprechenden Portals näher behandelt.

2.1 Begriffsdefinition

Unter dem Begriff E-Government werden die staatlichen Maßnahmen auf allen Ebenen (Bund, Land und Gemeinde bzw. Kommune) verstanden, die zum einen das Ziel einer besseren Befriedigung der Bürgerbedürfnisse haben, zum anderen die Optimierung der internen Geschäftsprozesse der öffentlichen Verwaltung. Bei der Realisierung dieser Ziele soll der Einsatz der modernsten Technologie im Mittelpunkt stehen.

Schematisch könnte Electronic Government folgendermaßen aussehen[2]:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Schema von E-Government Maßnahmen

Mit Electronic Government wird also eine neue Phase des Einsatzes von Informations- und Kommunikationstechnologien im Bereich Regierung und öffentliche Verwaltung eingeleitet. E-Government beinhaltet dabei die Geschäftsbeziehungen Verwaltung-Bürger und Verwaltung-Wirtschaft sowie den behördlichen Bereich selbst. Insbesondere durch die Transaktionsmöglichkeiten entsteht für die Kunden öffentlicher Verwaltungen, Bürger und Wirtschaftsunternehmen, ein deutlicher Mehrwert. Schnellere medienbruchfreie Bearbeitungen komplexer Geschäftsprozesse bedeuten häufig Zeitersparnis und Geldvorteile.

Es können Transaktionen innerhalb einer Behörde (Intranet), zwischen einzelnen Behörden (Extranet) oder über öffentliche und private Netzwerke (Internet) mit Bürgern oder Unternehmen abgewickelt werden.

Durchgängige verwaltungsinterne E-Government Lösungen über Hierarchieebenen und -grenzen hinweg bringen auch den öffentlichen Verwaltungen selbst deutliche Vorteile.[3]

Kennzeichnend für den Begriff E-Government ist also insbesondere die Einbeziehung von Internet-Technologien zur Kommunikation.

Unter dem Oberbegriff des Electronic Government lassen sich verschiedene Ausprägungen von Informationssystemen subsumieren[4]:

- Informationsangebote an den Bürger: Die Behörde stellt Information im Internet bereit. Dazu gehören Formulare zum Download, Öffnungszeiten der Ämter, Ansprechpartner etc.
- Bürgerservice mit Interaktionsangeboten: Hierbei kann der Kommunikationspartner auf elektronischem Wege flexibler agieren als heute per Papier. Ermöglicht wird dies durch qualifizierte Signaturen, die mittels einer von einer Zertifizierungsstelle ausgestellten Chipkarte digital erzeugt werden und juristisch der handschriftlichen Unterschrift gleichgestellt ist. Darüber hinaus wird der Kommunikationspartner direkt in den Prozessablauf der Verwaltung eingebunden, so dass automatisierte Verwaltungsverfahren ermöglicht werden.
- Abwicklung von Geschäftsprozessen im Rahmen der Verwaltung
- Elektronische Wahlen: Die ersten drei genannten Erscheinungsformen lassen sich treffender durch die Bezeichnung Electronic Administration charakterisieren, da nur in der letzten Ausprägung „Elektronische Wahlen“ das wesentliche Element einer Regierung, nämlich die Bestimmung durch das Volk, repräsentiert wird.

Die nachfolgende Abbildung soll einen Überblick über die unterschiedlichen Anwendungsmöglichkeiten des Einsatzes von E-Government Lösungen geben.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Adaptiert von PriceWaterhouseCoopers

Abb. 2: Überblick über E-Government Möglichkeiten[5]

2.2 Gründe für den Aufbau von E-Government

Ein wesentlicher Grund für die Implementierung und den Einsatz von E-Government, durch Angebot von Behördendiensten im Netz, kann vor allem in der enormen Kosteneinsparung und in kürzeren Wartezeiten gesehen werden.

Durch E-Government kann ein sogenannter „schlanker Staat“ realisiert werden. Ziel des Einsatzes vernetzter Computer sind beschleunigte Prozesse, wobei der Bürger von kürzeren Wartezeiten profitieren soll und die Verwaltung selbst von schnelleren Kommunikationswegen Vorteile erlangen kann.

Über Online-Verbindungen lassen sich vielfältige Dienstleistungen der Behörden zeitsparend abwickeln, zum Beispiel die Bearbeitung der Steuererklärung oder die Vermittlung freier Arbeitsstellen. Als besonders zukunftsträchtiges Prinzip der Gestaltung von elektronischen Verwaltungsdienstleistungen erscheint das One-Stop-Service. Dies ermöglicht es Verwaltungskunden ein bestimmtes Anliegen, mit dem mehrere Dienststellen und/oder mehrere Verwaltungsebenen und/oder Dienstleister inhaltlich befasst sind, mittels elektronischer Unterstützung an einer Kontaktstelle abzuwickeln[6]. Dabei ist das Interesse an Transaktionsmöglichkeiten zur Reduzierung von Behördengängen am größten, denn schließlich sollen nicht die Bürger, sondern die Daten zum Amt laufen.

Die Hauptziele der Implementierung von E-Government liegen in der Vermeidung von Medienbrüchen, einer Beschleunigung der Verwaltungsverfahren und einer rund um die Uhr verfügbaren virtuellen Amtsstube.

Im folgenden sollen noch einmal die Gründe für den Einsatz von E-Government im Überblick dargestellt werden. Folgende Ziele können dadurch erreicht werden:

- Die Schaffung einer schlanken Verwaltungsstruktur.
- Die Verkürzung der internen Durchlaufzeiten bei der Bearbeitung von Sachverhalten.
- Die Möglichkeit, Formulare am Bildschirm auszufüllen und elektronisch zu übertragen.
- Die Kommunikation zwischen den verschiedenen Abteilungen kann vereinfacht werden.
- Ein schlanker und sparsamer Staat kann aufgebaut werden, ohne Einbußen beim Leistungsangebot.
- Mehr Transparenz. Die "E-Demokratie" kann in der Lage sein, eine durchschaubare Bürokratie zu verschaffen und damit für ein einfacheres und besseres Verständnis bei den Einzelnen zu sorgen.
- Die Aktivitäten des Staates können seitens der Bürger besser kontrollierbar und nachvollziehbar werden. Die verschaffte Transparenz sollte de facto die Kontrollierbarkeit der Staatsaktivitäten erhöhen.
- Die Reaktionsschnelligkeit und die Flexibilität der öffentlichen Hand kann erhöht werden.

Für die Erreichung dieser angestrebten Ziele müssen allerdings folgende Voraussetzungen erfüllt werden:

- Ein Paradigmenwechsel ist notwendig. Der Bürger sollte seitens des Staates nicht mehr nur als der Steuerzahler betrachtet werden. Vielmehr sollte sich zwischen ihm und dem Staat eine Kunden-Verkäufer-Beziehung entwickeln, wobei die Kundenzufriedenheit als oberstes Gebot gelten sollte. Unter diesen Voraussetzungen kann der Staat dann wieder einen Vertrauenszugewinn bei seinen Bürgern erreichen.
- Bessere und detailliertere Information über die Aktivitäten des öffentlichen Sektors sind eine wichtige Voraussetzung für mehr Transparenz.
- Eine vereinfachte Kommunikation zwischen den verschiedenen Abteilungen setzt einen horizontalen Informationsfluss innerhalb der staatlichen Behörden voraus.
- Die Ausstattung der öffentlichen Verwaltung mit modernen Technologien allein garantiert noch keinen Effizienzgewinn (sei es im Sinne von Produktivitätssteigerung oder Kostenersparnissen). Eine unabdingbare Voraussetzung hierfür ist die Fähigkeit, mit der Technologie auch richtig umzugehen.

[...]


[1] http://www.bundonline2005.de/de/rede/index.html

[2] http://www.wi1.wiso.uni-goettingen.de/pa/reco/kompetenz/

[3] http://www.bayernonline.de/zeitung/20_2000/warten%20war.htm

[4] http://elsas.de/papers/e-gov.pdf

[5] http://www.kgst.de/gutachten/inha0017.htm# PriceWaterhouseCoopers, Helmut Mies, E-Government “Eine Modeerscheinung oder “digitale Revolution” und Zukunft der Städte?“, Chemnitz im November 2000

[6] http://www.it-koo.bka.gv.at/schrift/allgem/e-gov/e-gov0.htm

Ende der Leseprobe aus 39 Seiten

Details

Titel
E-Government-Projekte in Deutschland: BundOnline2005
Hochschule
Wirtschaftsuniversität Wien  (Wirtschaftsinformatik)
Veranstaltung
PS aus E- & M-Commerce Management
Note
Sehr gut
Autoren
Jahr
2001
Seiten
39
Katalognummer
V38918
ISBN (eBook)
9783638378505
ISBN (Buch)
9783638654685
Dateigröße
547 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Umsetzung der E-Government Initiative Deutschlands
Schlagworte
E-Government-Projekte, Deutschland, BundOnline2005, M-Commerce, Management
Arbeit zitieren
Winter (Autor)Pötsch (Autor)Rieder (Autor)Ziegerhofer (Autor), 2001, E-Government-Projekte in Deutschland: BundOnline2005, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/38918

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