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Didaktische Leitlinien: Multiperspektivität und Fremdverstehen

Title: Didaktische Leitlinien: Multiperspektivität und Fremdverstehen

Term Paper , 2005 , 20 Pages , Grade: sehr gut

Autor:in: Julia Feist (Author)

Didactics - History
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Im Rahmen des Seminars Bilder, die lügen. beschäftigten wir uns mit der Verwendung von Bildern im Geschichtsunterricht und verschafften uns zusätzlich einen Eindruck über die gleichnamige Ausstellung im Historischen Museum Hannover. Unsere Wahrnehmung, also der Blick zukünftiger Geschichtslehrerinnen und –lehrer, wurde für die vielfältigen Möglichkeiten mit Bildern zu lügen sensibilisiert, so dass wir auch Schülern später diese Kompetenz vermitteln können. Des weiteren thematisierten wir im Seminar wichtige didaktische Grundlagen des Geschichtsunterrichts, unter anderem die Leitlinien Multiperspektivität und Fremdverstehen, die in der heutigen Gesellschaft eine immer größere Bedeutung erlangen. In Form eines Referates vermittelte ich meinen Komillitonen einen Einblick in diese beiden didaktischen Grundsätze. Im Folgenden werde ich nun die Ergebnisse meiner intensiven Beschäftigung mit der Thematik ausführlich darstellen. Nach einem Einblick in den traditionellen Geschichtsunterricht und die Bedingungen, die Multiperspektivität und Fremdverstehen im Geschichtsunterricht immer bedeutender werden ließen, werde ich anschließend jede Leitlinien detailliert vorstellen, sowohl in ihrer Theorie, als auch mit Blick auf ihre praktische Umsetzung. Zunächst möchte ich jedoch die beiden Begriffe kurz definieren, da ich sie im Folgenden bereits verwenden werde. So bedeutet Multiperspektivität das Erkennen von Vielfalt und Differenz in den Perspektiven, bzw. Sicht weisen der Menschen. Fremdverstehen meint, das Fremde, die Andersartigkeit der Sichtweisen anzuerkennen und diese zu verstehen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1) Aufgabe und Ziel der Arbeit

2) Traditioneller Geschichtsunterricht und gesellschaftliche Bedingungen

3) Multiperspektivität

4) Fremdverstehen

5) Zusammenfassung und abschließende Gedanken

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die didaktischen Leitlinien Multiperspektivität und Fremdverstehen als zentrale Elemente eines modernen, reflektierten Geschichtsunterrichts, der über eine bloße Faktenvermittlung hinausgeht. Ziel ist es, den historischen Wandel von einem lehrerzentrierten Belehrungsunterricht hin zu einer schülerorientierten Didaktik aufzuzeigen, die zur kritischen Reflexion, Urteilsbildung und Anerkennung von Vielfalt befähigt.

  • Kritische Analyse des traditionellen Geschichtsunterrichts und seiner gesellschaftlichen Bedingungen.
  • Theoretische Fundierung und methodische Umsetzung von Multiperspektivität im Unterricht.
  • Bedeutung des Fremdverstehens für die historische Kompetenz und das soziale Miteinander.
  • Die Rolle der Schülerorientierung und Förderung von Urteilsfähigkeit.
  • Interkulturelles Lernen als Aspekt moderner Geschichtsdidaktik.

Auszug aus dem Buch

3) Multiperspektivität

Zunächst einmal ist Perspektivität ein Grundaspekt menschlicher Wahrnehmung und menschlichen Denkens, der jedem Menschen bewusst sein sollte. Jeder Mensch macht fortlaufend Erfahrungen mit sich und über seine Umwelt, aus denen sich seine Persönlichkeit zusammensetzt. Diese Erfahrungen sind individuell, genau wie ihre Verarbeitung. Jeder Mensch sieht und erlebt Ereignisse also aus seiner ganz persönlichen Sichtweise, von seinem individuellen Standpunkt aus. Neben den Erfahrungen wird diese individuelle Sichtweise zusätzlich von bestimmten Attributen, wie z. B. Geschlecht, Alter, Nationalität, Zeitalter, gesellschaftlichen Bedingungen und sozialem Status beeinflusst. Für Geschichte hat dieser Aspekt Einfluss auf die Objektivität. Wenn jedes Ereignis von verschiedenen Personen mit unterschiedlichen Standpunkten betrachtet wird, kann sich kein einheitliches Bild ergeben. Perspektiven können hier zusätzlich neben den bereits erwähnten Faktoren auch von politischer, gesellschaftlicher oder kirchlicher Seite betrachtet und somit durch diesen Standpunkt beeinflusst sein. Die Geschichte an sich gibt es also nicht -mit Ausnahme von unbezweifelbaren Ereignissen- weshalb Geschichte also subjektiv ist.

Klaus Bergmann führt hier einen, wie ich finde, interessanten Vergleich auf. Er beschreibt den Prozess bei Gericht, wo vor der Aussprechung des Urteils zunächst verschiedene Seiten gehört werden. Es werden also unterschiedliche menschliche Perspektiven zu einem und demselben Ereignis berücksichtigt. Dieses Verfahren dient der Wahrheitsfindung, die erst zum abschließenden Bild über die Ereignisse führen kann. Ebenso sollte auch die Geschichtsschreibung vollzogen werden, um den Mythos der allgemeinen historischen Wahrheit ein für allemal verdrängen zu können.

Zusammenfassung der Kapitel

1) Aufgabe und Ziel der Arbeit: Die Einleitung erläutert die Motivation der Autorin, die im Rahmen eines Seminars erworbenen didaktischen Grundlagen zu Multiperspektivität und Fremdverstehen zu reflektieren und deren Bedeutung für einen modernen Geschichtsunterricht darzulegen.

2) Traditioneller Geschichtsunterricht und gesellschaftliche Bedingungen: Das Kapitel analysiert den klassischen, oft monoperspektivischen Geschichtsunterricht als Medium staatlicher Identitätsstiftung und zeigt auf, welche globalen Veränderungen wie Migration und Globalisierung einen Paradigmenwandel hin zu neuen didaktischen Werten erforderten.

3) Multiperspektivität: Hier wird Multiperspektivität als zentrale Methode definiert, die die Subjektivität historischer Ereignisse verdeutlicht und Schüler dazu anregen soll, verschiedene Perspektiven und Deutungen kritisch zu hinterfragen.

4) Fremdverstehen: Dieses Kapitel betrachtet das Fremdverstehen als Ziel des Geschichtsunterrichts, welches durch Perspektivenübernahme und Empathie erreicht wird, um Verständnis für fremde Kulturen und Denkweisen zu entwickeln.

5) Zusammenfassung und abschließende Gedanken: Das Fazit resümiert, dass moderner Geschichtsunterricht zur Akzeptanz von Unterschieden beitragen muss und Schüler dazu befähigen soll, als kritisch denkende Menschen eigene, begründete Urteile über die Vergangenheit und Gegenwart zu fällen.

Schlüsselwörter

Multiperspektivität, Fremdverstehen, Geschichtsdidaktik, Historisches Lernen, Perspektivität, Interkulturelles Lernen, Urteilsbildung, Geschichtsbewusstsein, Subjektivität, Quellenarbeit, Perspektivenübernahme, Demokratische Bildung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die didaktischen Konzepte der Multiperspektivität und des Fremdverstehens als essenzielle Bestandteile eines zeitgemäßen, kritischen Geschichtsunterrichts.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Zentrale Themen sind die Abkehr vom traditionellen Belehrungsunterricht, die Bedeutung von Perspektivität für die historische Urteilsbildung und die Rolle von interkulturellem Lernen in der Schule.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Lehrer durch die Vermittlung von Multiperspektivität und Fremdverstehen Schüler zu selbstständig denkenden, kritisch hinterfragenden Menschen erziehen können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer geschichtsdidaktischen Analyse und theoretischen Einordnung, unterstützt durch den Rückgriff auf einschlägige Fachliteratur und unterrichtspraktische Überlegungen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Kritik des herkömmlichen Unterrichts, die theoretische und praktische Auseinandersetzung mit der Methode der Multiperspektivität sowie die detaillierte Untersuchung des Fremdverstehens als Lernziel.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am stärksten?

Neben den Hauptbegriffen Multiperspektivität und Fremdverstehen sind dies insbesondere die Begriffe historische Kompetenz, Perspektivenübernahme, Kontroversität und kritisches Geschichtsbewusstsein.

Warum wird im Text zwischen "Geschehenem" und "Gesehenem" unterschieden?

Diese Unterscheidung dient der Verdeutlichung, dass historische Ereignisse ("Geschehenes") nicht direkt erfahrbar sind, sondern nur über perspektivisch beeinflusste Zeugnisse ("Gesehenes") und spätere Sinnbildungen rekonstruiert werden können.

Wie unterscheidet sich "Verständnis" von "Einverständnis" im Kontext des Fremdverstehens?

Die Autorin betont, dass das Verstehen fremder Sichtweisen oder historischer Handlungen nicht bedeutet, diese moralisch gutzuheißen oder ihnen zuzustimmen, sondern eine notwendige Voraussetzung für eine kritische, respektvolle Auseinandersetzung bleibt.

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Details

Title
Didaktische Leitlinien: Multiperspektivität und Fremdverstehen
College
University of Hannover
Grade
sehr gut
Author
Julia Feist (Author)
Publication Year
2005
Pages
20
Catalog Number
V38955
ISBN (eBook)
9783638378703
Language
German
Tags
Didaktische Leitlinien Multiperspektivität Fremdverstehen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Julia Feist (Author), 2005, Didaktische Leitlinien: Multiperspektivität und Fremdverstehen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/38955
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