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Die Anfänge der funktionalen Dreiteilung im 11. Jahrhundert - Ideologie oder Deutungsschema?

Title: Die Anfänge der funktionalen Dreiteilung im 11. Jahrhundert - Ideologie oder Deutungsschema?

Term Paper (Advanced seminar) , 2002 , 22 Pages , Grade: 1

Autor:in: Jens Kistenfeger (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
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Summary Excerpt Details

[...] Das Ergebnis der vorliegenden Arbeit wird sein, daß keiner der beiden Interpretationen recht
gegeben wird. Aber bevor dieser Schluß gezogen werden kann, sollen zuerst (dies geschieht im
zweiten Hauptteil dieser Arbeit) die Begriffe „Ideologie“ und „Deutungsschema“ aus den
Beiträgen der einzelnen Autoren herausgearbeitet werden, so daß mit diesen Begriffen umgegangen
werden kann – dies zu tun, versäumen gerade die Autoren auf der ‚Ideologieseite‘. Die
jeweiligen Positionen sollen so eindeutig wie möglich klargelegt werden. Der dritte Hauptteil der Arbeit ist den Argumenten gewidmet, die von beiden Seiten vorgebracht werden. Diese Argumente sollen auf ihre Schlüssigkeit und auf ihre Vereinbarkeit mit
den historischen Befunden der jeweiligen Autoren hin untersucht werden. Der darauf folgende Abschnitt (vierter Teil) soll den in dieser Arbeit vertretenen Standpunkt, daß es sich bei der Theorie der funktionalen Dreiteilung um eine Legitimation im Sinne der wissenssoziologischen Theorie von Berger und Luckmann handelt, vorstellen und verdeutlichen. Bevor mit den drei genannten Hauptteilen begonnen wird, erfolgt eine Bestimmung dessen, was das Schema der funktionalen Dreiteilung eigentlich ist und was ihm vorausging, woraus es sich entwickelt hat und was seine ‚Konkurrenz‘ im 11. Jahrhundert war. Dabei ist dieser voranmerkende Teil nicht nur als Bestimmung des Untersuchungsobjektes gedacht, sondern er ist auch ein Stück weit die Basis für die weiteren Darlegungen. Den Abschluß macht eine kurze Vergewisserung der Ergebnisse der gemachten Untersuchungen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Grundriß der Arbeit

2.1. Die funktionale Dreiteilung – Inhaltsbestimmung

2.2. Die funktionale Dreiteilung – Historische Abkunft

3.1. Deutungsschema oder Ideologie – Begriffsbestimmungen

3.2. Deutungsschema oder Ideologie – Wirklichkeitsbezüge

4. Die funktionale Dreiteilung als Legitimation

5. Schlußbemerkung

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den theoretischen Status der funktionalen Dreiteilung im westfränkisch-französischen Königreich des 11. Jahrhunderts, primär basierend auf dem „Carmen ad Rotbertum regem“ des Adalbero von Laon, um den wissenschaftlichen Diskurs zwischen den Ansätzen von Otto Gerhard Oexle und französischen Autoren wie Georges Duby kritisch zu bewerten und ein eigenes, auf der wissenssoziologischen Theorie von Berger und Luckmann basierendes Interpretationsmodell zu etablieren.

  • Historische Herkunft und Kontextualisierung der funktionalen Dreiteilung.
  • Kritische Gegenüberstellung der Konzepte „Ideologie“ und „Deutungsschema“.
  • Analyse der Wirklichkeitsbezüge in den Quellentexten.
  • Einordnung der Dreiteilung als Legitimation von Institutionen.

Auszug aus dem Buch

2.1. Die funktionale Dreiteilung – Inhaltsbestimmung

In diesem Abschnitt soll eine Bestimmung dessen gegeben werden, was die funktionale Dreiteilung inhaltlich ist. Dem folgt, in Abschnitt 2.2., eine kurze Geschichte der funktionalen Dreiteilung bis ins 11. Jahrhundert.

Adalbero von Laon formuliert in seinem „Carmen ad Rotbertum Regem“ den Inhalt der funktionalen Dreiteilung folgendermaßen:

Triplex ergo Dei domus est, quae creditur una.

Nunc orant, alii pugnant aliique laborant.

Quae tria sunt simul et scissuram non patiuntur:

Unius offitio sic stant operata duorum,

Alternis uicibus cunctis solamina prebent.

Diese Formulierung der funktionalen Dreiteilung, so Oexle, „verdient klassisch genannt zu werden“. Dieser Formulierung soll gleich noch die wohl ebenfalls „klassische“ Äußerung Gerhards von Cambrai beigestellt werden:

„Genus humanum ab initio trifariam divisum esse monstravit, in oratoribus, agricultoribus, pugnatoribus;“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Grundriß der Arbeit: Das Kapitel führt in die Fragestellung ein, präsentiert die zentralen Quellen wie das „Carmen“ des Adalbero von Laon und skizziert den methodischen Ansatz, bestehende Forschungsdebatten über den Charakter der Dreiteilung zu prüfen.

2.1. Die funktionale Dreiteilung – Inhaltsbestimmung: Hier wird der inhaltliche Kern der funktionalen Dreiteilung anhand der klassischen Quellenaussagen von Adalbero von Laon und Gerhard von Cambrai dargelegt und deren jeweilige Betonung der gesellschaftlichen Rollen und sozialen Einheiten analysiert.

2.2. Die funktionale Dreiteilung – Historische Abkunft: Dieses Kapitel verfolgt die historische Entwicklung des Modells von den Ansätzen unter König Alfred bis zu den Vorläufern in der Zeit um 1000, wobei die Transformation von älteren Systemen wie den „tria genera hominum“ kritisch hinterfragt wird.

3.1. Deutungsschema oder Ideologie – Begriffsbestimmungen: Es erfolgt eine terminologische Klärung der Begriffe „Ideologie“, „Deutungsschema“ und „Topos“, um ein präzises begriffliches Werkzeug für die anschließende Analyse der Forschungsmeinungen zu gewinnen.

3.2. Deutungsschema oder Ideologie – Wirklichkeitsbezüge: In diesem Kapitel werden die unterschiedlichen Lesarten der Autoren hinsichtlich des Wirklichkeitsbezugs der Dreiteilung untersucht und die Argumente für die Konzepte „Ideologie“ versus „Deutungsschema“ gegeneinander abgewogen.

4. Die funktionale Dreiteilung als Legitimation: Die Arbeit entwickelt hier den eigenen Standpunkt, dass das Modell als Legitimation im Sinne der Berger-Luckmannschen Theorie zu verstehen ist, um so die verschiedenen Forschungsperspektiven sinnvoll zu integrieren.

5. Schlußbemerkung: Die Zusammenfassung unterstreicht, dass die Interpretation als Legitimation sowohl die Ergebnisse der bisherigen Forschung aufgreift als auch theoretische Inkonsequenzen vorangegangener Analysen überwindet.

Schlüsselwörter

funktionale Dreiteilung, Adalbero von Laon, Gerhard von Cambrai, Mittelalter, Ideologie, Deutungsschema, Legitimation, Berger und Luckmann, soziale Ordnung, Feudalismus, Herrschaftslegitimation, Wissenssoziologie, oratores, bellatores, laboratores.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert, wie die funktionale Dreiteilung der Gesellschaft (in Betende, Kämpfende und Arbeitende) im 11. Jahrhundert theoretisch zu verstehen ist: Handelt es sich um eine bloße Ideologie zur Unterdrückung oder um ein Deutungsschema zur Erfassung der sozialen Wirklichkeit?

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Zentrum stehen die historische Genese dieses Gesellschaftsmodells, die Rekonstruktion der gegensätzlichen Forschungsmeinungen (insbesondere Oexle versus Duby) sowie die theoretische Neubewertung des Modells als Mittel zur Legitimation.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Das Ziel ist es, den theoretischen Status der funktionalen Dreiteilung zu Beginn des 11. Jahrhunderts präzise zu bestimmen und durch den Rückgriff auf die wissenssoziologische Theorie von Berger und Luckmann eine Brücke zwischen konkurrierenden Forschungsansätzen zu schlagen.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Der Autor wählt eine quellenkritische und begriffsanalytische Methode, indem er sowohl explizite Definitionen als auch die implizite Begriffsverwendung in der Fachliteratur sowie in den zeitgenössischen Primärquellen („Carmen ad Rotbertum regem“, „Gesta Episcoporum Cameracensium“) systematisch untersucht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die inhaltliche Bestimmung und historische Herleitung der Dreiteilung, die begriffliche Abgrenzung von Ideologie und Deutungsschema sowie die Untersuchung der unterschiedlichen Wirklichkeitsbezüge, die von den verschiedenen Historikern diskutiert werden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die vorliegende Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe umfassen neben der „funktionalen Dreiteilung“ die Konzepte „Legitimation“, „Ideologie“, „Deutungsschema“, „Wissenssoziologie“, „Berger und Luckmann“ sowie die gesellschaftlichen Stände „oratores“, „bellatores“ und „laboratores“.

Warum hält der Verfasser die Interpretation als „Legitimation“ für treffender?

Der Verfasser argumentiert, dass das Modell der funktionalen Dreiteilung sowohl abbildende als auch wirkende Elemente enthält. Die Theorie von Berger und Luckmann ermöglicht es, diesen dualen Charakter als „sekundäre Objektivation von Sinn“ zu fassen, was sowohl die Beobachtung gesellschaftlicher Wirklichkeit als auch deren normative Ausgestaltung integriert.

Welche spezifische Rolle spielt Adalbero von Laon für diese Analyse?

Adalbero von Laon gilt als zentrale Quelle, da er mit seinem „Carmen ad Rotbertum regem“ eine der explizitesten Formulierungen der funktionalen Dreiteilung liefert. Die Analyse seines Textes ist daher grundlegend, um die Absicht hinter dem Schema – ob bloße Manipulation oder Integration von Wirklichkeit – zu beurteilen.

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Details

Title
Die Anfänge der funktionalen Dreiteilung im 11. Jahrhundert - Ideologie oder Deutungsschema?
College
University of Constance
Grade
1
Author
Jens Kistenfeger (Author)
Publication Year
2002
Pages
22
Catalog Number
V38975
ISBN (eBook)
9783638378871
Language
German
Tags
Anfänge Dreiteilung Jahrhundert Ideologie Deutungsschema
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jens Kistenfeger (Author), 2002, Die Anfänge der funktionalen Dreiteilung im 11. Jahrhundert - Ideologie oder Deutungsschema?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/38975
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