„Die Fähigkeit zu sprechen, Sprache im allgemeinen Sinn zu benutzen, ist etwas, das in dieser Form die Menschheit doch so deutlich von anderen Lebewesen unterscheidet, dass hier wohl sicher Anlagefaktoren eine Rolle spielen werden.“
Der Spracherwerb gestaltet sich bei allen Kindern erstaunlich ähnlich, d.h. die verschiedenen Stufen der Sprachentwicklung werden von allen Kindern unter Berücksichtigung individueller Differenzen durchlaufen. Dennoch wurde durch verschiedene Isolationsversuche gezeigt, dass auch das soziale Umfeld des Kindes Einfluss auf die sprachliche Entwicklung nimmt. Aufgrund dieser Beobachtungen wurden eine Vielzahl von Theorien entwickelt, die versuchen den Spracherwerb des Kindes zu klären. Ihre Fragestellung bezieht sich vor allem darauf, ob sprachliche Universalien angeboren sind und inwieweit die Sprachentwicklung von der Umwelt des Kindes beeinflusst wird. Zudem werden auch die physiologische sowie die kognitive Entwicklung des Kindes in Bezug zum Verlauf des Spracherwerbs gesetzt. Diese verschiedenen Theorien sollen zu Beginn meiner Arbeit kurz erläutert werden.
Im Hauptteil meiner Arbeit werde ich dann die möglichen Störungen der Sprachentwicklung aufzeigen und deren Ursachen und Therapiemöglichkeiten darstellen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Spracherwerbstheorien
2.1 Piaget: Spracherwerb und geistige Entwicklung
2.2 Wygotski: Spracherwerb und soziale Entwicklung
2.3 Lenneberg: Spracherwerb und physische Entwicklung
2.4 Skinner: Behaviorismus, Spracherwerb und Verhaltenserwerb
2.5 Chomsky: Nativismus
3. Der Spracherwerb
3.1 Voraussetzungen für eine normale sprachliche Entwicklung
3.2 Entwicklung der Sprache
3.2.1 Die Vorstufen des Sprechens
3.2.2 Entwicklung des Sprechens
3.2.3 Satzbildung
4. Störungen der Sprache
4.1 Entwicklungsstörungen der Aussprache
4.1.1 Stammeln
4.1.2 Lispeln
4.2 Entwicklungsstörungen des Wortschatzes
4.3 Entwicklungsstörungen der Grammatik
4.4 Entwicklungsstörungen des Sprachverständnis
4.5 Entwicklungsstörungen des Redefluss
4.5.1 Stottern
4.5.2 Poltern
5. Ursachen
6. Behandlung von Sprachentwicklungsstörungen
7. Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht den menschlichen Spracherwerb aus theoretischer Perspektive und analysiert darauf aufbauend verschiedene Formen von Sprachentwicklungsstörungen bei Kindern, um deren Ursachen und grundlegende Therapiemöglichkeiten darzustellen.
- Theoretische Grundlagen des Spracherwerbs (Piaget, Wygotski, Lenneberg, Skinner, Chomsky)
- Phasen der normalen Sprachentwicklung vom Säuglingsalter bis zum Kleinkind
- Klassifizierung und Symptomatik spezifischer Sprachentwicklungsstörungen
- Ansätze zur Behandlung von Aussprache-, Wortschatz-, Grammatik- und Redeflussstörungen
Auszug aus dem Buch
4.1.1 Stammeln
Unter Stammeln oder Dyslalie versteht man in der Sprachheilkunde, „[…] die Unfähigkeit, Laute oder Lautverbindungen richtig auszusprechen oder innerhalb der Sprache richtig anzuwenden“
Man unterscheidet verschiednen Formen des Stammelns: 1. Vokal- oder Konsonantenstammeln, 2. Silbenstammeln, 3. Wortstammeln, 4. Satzstammeln.
Unter Vokal- oder Konsonantenstammeln versteht man, dass einzelne Laute überhaupt nicht gebildet werden können. Es gibt zwei grobe unterscheidbare Fehlerquellen, die nicht immer eindeutig voneinander getrennt wirksam werden. Entweder ein Laut kann gar nicht gebildet werden, dann lässt das Kind ihn einfach weg (Bsp.: lange statt Schlange) oder ersetzt ihn durch einen anderen (Bsp.: Tanne – Kanne).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die Thematik der Sprachentwicklung und Darstellung der Zielsetzung sowie der geplanten Schwerpunkte der Arbeit.
2. Spracherwerbstheorien: Gegenüberstellung verschiedener psychologischer und biologischer Ansätze zur Erklärung, wie Kinder Sprache erlernen.
3. Der Spracherwerb: Erläuterung der Voraussetzungen und der sukzessiven Entwicklung des Sprechens und der Satzbildung im Kindesalter.
4. Störungen der Sprache: Detaillierte Darstellung verschiedener Störungsbilder, unterteilt in Aussprache, Wortschatz, Grammatik, Sprachverständnis und Redefluss.
5. Ursachen: Diskussion potenzieller Auslöser für Sprachentwicklungsstörungen mit Fokus auf soziale Faktoren.
6. Behandlung von Sprachentwicklungsstörungen: Überblick über therapeutische Maßnahmen und Förderbereiche zur Unterstützung sprachauffälliger Kinder.
7. Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der Bedeutung der Früherkennung und Förderung bei Sprachstörungen.
Schlüsselwörter
Spracherwerb, Sprachentwicklung, Sprachentwicklungsstörungen, Dyslalie, Sigmatismus, Stottern, Poltern, Dysgrammatismus, Sprachverständnis, Sprachtherapie, Kleinkind, Kommunikation, Sozialisation, Physische Entwicklung, Sprachförderung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den theoretischen Modellen des Spracherwerbs bei Kindern sowie mit der Identifikation und Behandlung von Sprachentwicklungsstörungen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themenfelder umfassen Spracherwerbstheorien, die Phasen der kindlichen Sprachentwicklung, die verschiedenen Arten von Sprachstörungen sowie therapeutische Ansätze.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, ein Verständnis für die normale Sprachentwicklung zu schaffen und aufzuzeigen, wie Störungen dieser Entwicklung erkannt und therapiert werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer fundierten Literaturanalyse und der Auswertung entwicklungspsychologischer und sprachheilkundlicher Fachquellen basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung des Spracherwerbs, die Beschreibung der normalen Entwicklung und eine detaillierte Analyse pathologischer Sprachstörungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Spracherwerb, Sprachentwicklungsstörungen, Sprachtherapie, Dyslalie und kindliche Kognition charakterisieren.
Wie unterscheidet sich "Stottern" von "Poltern"?
Während beim Stottern der Redefluss durch Pausen, Wiederholungen oder Blockaden gestört ist, ist Poltern durch eine überstürzte Sprechgeschwindigkeit und inhaltliche Unstrukturiertheit gekennzeichnet.
Warum ist die Früherkennung von Sprachstörungen so wichtig?
Eine frühe Erkennung ermöglicht eine gezielte therapeutische Förderung, die das Risiko für langfristige soziale oder schulische Beeinträchtigungen des Kindes minimiert.
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- Daniela Rusche (Author), 2004, Sprachentwicklungsstörungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/38987